CD-Reviews Dezember 2016
Wertung:
  9.0 bis 10 Kaufempfehlung.         7.5 bis 8.9 Gut.
  4.0 bis 7.4 Vor Kauf reinhören.   0.0 bis 3.9 Nicht empfohlen.
SISTER - Stand Up, Forward, March
Metal Blade/Sony Music
Unglaublich, was uns Sister hier für ein Album vorlegen! Nach dem fantastischen Debut "Hated" kam das doch etwas sperrige, aber dennoch gute Zweitwerk "Disguised Vultures", auf dem die Band ihre wilde, rohe Art etwas zurückschraubte und durch komplexere Songs glänzte. Auf dem neuen Album "Stand Up, Forward, March" dagegen wirken die Schweden wieder vollkommen ungezwungen und geben Vollgas. Aber die Scheibe wirkt in keinster Weise wie ein Abklatsch ihres bisherigen Schaffens, sondern klingt sehr frisch und unverbraucht. Was angesichts dessen, dass man eigentlich mit "Hated" ein Debut vorgelegt hatte, welches kaum noch zu toppen ist, fast unmöglich scheint. Aber ich glaube, das Geheimnis bei Sister ist einfach, dass sie sich nicht komplett in eine Schublade stecken lassen. Sie sind zwar von Anfang an ein Teil der Schwedischen Sleaze-Szene, aber sprechen mit ihrer wilden Art und der stellenweise härteren musikalischen Ausrichtung auch sicherlich Fans anderer Genres an. Aber nun zum neuen Album, denn da ballern sich die Jungs mit Unterstützung des (Ex-)Crashdiet-Bassisten Martin Sweet durch elf Songs, die alles bieten, was das Fan Herz höher schlagen lässt. "Trail Of Destruction", "Carved In Stone" oder "Lost In Line" sind wahre Abrissbirnen, wohingegen bei "Carry On" fantastisch mit Akustikgitarren gerockt wird, ehe bei "Let It Bleed" schon fast Gothic-artige Töne angeschlagen werden. Eines haben die Songs alle gemeinsam, sie sind wahre Ohrwürmer, auf die man sich live schon tierisch freuen kann. Auch wenn die Messlatte für Sister nun extrem hoch liegt, bin ich mir sicher, dass wir von dieser genialen Band auch weiterhin solche Scheiben erwarten können.
Sascha Sch.    
Punkte: 9.5 von 10
FATAL FUSION - Total Absence
Karisma Records
Ich geb's zu, ich bin ein grosser Fan der norwegischen Prog-Rocker, seit ich deren Zweites Werk "Ancient Tale" von 2013 gehört habe. Nun sind sie zurück mit ihrem neuesten Streich "Total Abscence". Und wieder begeistern mich die Jungs aus Oslo. "Shadow Of The King" ist zum Beispiel wieder so ein tief in den 70ern verwurzelter Song, mit viel Orgelspiel und tollen Gesangsmelodien. Oder "Forgotten One", erinnert mich stark an Strawbs, die 70er-Progband um Sänger Dave Cousins. Ebenso "Astral Flight", das lässt die tollen alten Prog-Zeiten wieder aufleben. Alles ist so locker, verspielt und lebendig, hört euch nur den Mittelteil dieses Songs an, erinnert etwas an Spock`s Beard. Die Stimme von Sänger Knut Grontvendt zeigt oft Parallelen zu Procol Harum-Shouter Gary Brooker. Knut singt echt Klasse mit viel Gefühl, gut zu hören beim sehr interessanten "The Emperors Letter". Das sind wirklich tolle Prog-Nummern, die Fatal Fusion hier raushauen. Spannend wird's zum Ende noch mit den beiden Longtracks "Endless Ocean Blue", das sehr atmosphärisch und ruhig beginnt, im Mittelteil etwas instrumental aufdreht, und zum Ende nach einem wunderschönen Gitarrensolo wieder ruhig endet, und das 16 Minuten lange "Total Abscence". ein wahrlich würdiger Abschluss eines grandiosen Prog Rock-Abenteuers. Die Norweger legen hier eine echte Perle des Prog Rock hin, das sicherlich jedem Fan dieser hochstehenden Musik gefallen wird, davon bin ich überzeugt. Kompliment an die Jungs aus Oslo!
Crazy Beat 

Punkte: 9.1 von 10
APHYXION - Aftermath
Prime Collective
Das Melodic/Death-Quintett Aphyxion hat in letzter Zeit für reichlich positive Schlagzeilen gesorgt. Die Dänen mit einem Durchschnittsalter um die Zwanzig legen mit ihrem Zweitling "Aftermath" ganz schön fett nach. Bereits ihr Debut "Earth Entangled" aus dem Jahr 2014 schlug sehr hohe Wellen. Selbst der Metal Hammer war voll des Lobes - ganz zu Recht! Sie gewannen diverse Musikwettbewerbe in ihrer Heimat, unter anderem die Vorausscheidung vom Wacken Open Air und waren die jüngste Band, die je in der Geschichte des Festivals aufgetreten ist. Ihr aggressiver und druckvoller Sound hämmert sich ungefiltert ins Gehirn und setzt sich da fest. Melodiös und abwechslungsreich ist das ganze Soundgewand der Nordlichter, ohne auch nur im Geringsten an Härte einzubüssen. Der gesangliche Mix aus kehligem Geschrei und Growls setzen den Songs die Krone auf. Bereits beim Opener "Dark Stains On Ivory" lässt sich schon erahnen, wohin die Reise geht. Geradlinige messerscharfe Riffs und Schlagzeugsalven der Extraklasse lassen Beine, Arme und Haare fliegen. "A Part Of The Solution" oder auch "Same Kind Of Different" sind nur einige Leckerbissen des Albums. Obwohl konsequent im Melodic/Death verharrend, wirkt die Platte zu keiner Zeit monoton oder eintönig, sondern schöpft während elf Tracks schnörkellos aus den Vollen. Mit Aphyxion steht tatsächlich wieder einmal eine Band in den Startlöchern, die ihr Potential noch lange nicht ausgeschöpft hat und man gespannt sein darf, wie die Zukunft der Dänen aussieht. Mit ihrem kompromisslosen Sound haben die Youngsters zumindest schon jetzt ihre Landsmänner von Volbeat nach allen Regeln der Kunst plattgewalzt.
Oliver H. 

Punkte: 9.0 von 10
FOGHAT - Live In St. Pete
Metalville/Musikvertrieb
Irgendwie haben Foghat-Fans dieses Jahr früher Weihnachten, speziell die europäischen. Parallel zum Release des wirklich starken neuen Albums "Under The Influence" wird über Metalville die bisher nur in den USA erhältliche, erstmals 2013 erschienene Live-DVD "Live In St. Pete" wiederveröffentlicht. Die Scheibe zeigt eine zwar äusserlich in die Jahre gekommene, aber besonders live nach wie vor energiegeladene, absolut souverän agierende und sehr gut aufeinander eingespielte Band, die sich nicht bloss auf den Lorbeeren vergangener Tage ausruht. So finden im Set des am 15.10.2011 im Jannus Landing, St. Petersburg, Florida aufgenommenen Gigs nicht nur die üblichen Bandklassiker wie "Fool For The City", "Road Fever", das Willie Dixon-Cover "I Just Want To Make Love To You" und natürlich "Slow Ride" ihren angestammten Platz, sondern ausgerechnet mit "Rollin' & Tumblin" / "You Need Love" auch der Longtracker der damals aktuellen Scheibe "Last Train Home", der sich selbstredend absolut harmonisch zwischen all den Tracks älteren Datums einreiht. Gimmicks, Specials und Bonusmaterial sucht man auf der DVD leider vergeblich, eine kurze Band-Doku mit rarem Film- und Fotomaterial wäre wirklich das Sahnehäubchen auf dieser Veröffentlichung gewesen, und auch die Kameraführung ist relativ unspektakulär und wirklich nur darauf ausgerichtet, die Band in einer Livesituation gekonnt einzufangen. Aber geben wir uns mit dem zufrieden, was wir bekommen, denn der Sound ist gleichwohl sauber und lebendig und die Liveperformance wirklich überzeugend. Wer dabei besonders heraussticht, ist Sänger / Gitarrist Charlie Huhn, der im Jahr 2000 den Platz des an Krebs verstorbenen Ur-Sängers 'Lonesome' Dave Peverett eingenommen hat. Man hört dem nicht mehr ganz so neuen Frontmann seine enorme Erfahrung als Live-Performer in jeder Sekunde an. Ist ja auch kein Wunder, bei Referenzen wie Fargo, Humble Pie, Ted Nugent, Gary Moore und Victory, der Mann kann was, vor allem, wenn man bedenkt, dass er zur Zeit dieser Live-Aufnahme auch schon satte 60 Jahre alt war. Alles in Allem eine runde Angelegenheit, für Foghat-Aficionados ein klarer Pflichtkauf, für alle anderen Blues Rock-Fans eine gute Gelegenheit, diese tolle Band kennenzulernen.
Mirko B. 

Punkte:
keine Wertung
MONTAGE - Metamorphosis
Fastball Music/Non Stop Music
Mein erster Gedanke beim Betrachten des Covers und dem Bandnamen war "was soll das denn?" Nun ja, englisch ausgesprochen kommt es besser, aber das Cover?! Ein weibliches Antlitz, umrahmt von sich rankenden Blättern mit leicht herbstlichem Touch. Soweit so gut und zum Glück gab es ein Infosheet, dem einige Angaben zur dieser Truppe aus Helsinki entlockt werden konnten. 2011 gegründet, kam 2014 das selbstbetitelte Debüt-Album heraus, das in Szenekreisen, sprich im Umfeld von Progressive Rock, gute Kritiken einheimsen konnte. Allerdings stand da mit Sänger Mikko Heino noch ein anderer Frontmann am Mikro, der mehr in die Richtung von James LaBrie (Dream Theater) ging. Dieser wurde anfangs 2015 durch Vesa Paavonen ersetzt und im Sommer entstand unter dem Titel «Metamorphosis» das zweite Langeisen. Was mir da schon beim ersten Durchlauf ans Ohr drang, konnte auf Anhieb Punkte verbuchen, ein erfreulich gutes Zeichen. Irgendwo im Schmelztiegel von Asia zu John Payne Zeiten (aber ohne den Keyboard-Bombast), The Reasoning und The Lizards tummeln sich Montage stilistisch. Der Vergleich mit The Lizards rührt vor allem vom Bass-Sound her, wo sich Bassist Taneli Tulkki zuweilen wie Randy Pratt anhört. Dazu steuert man von der Seite des Keyboards noch einen gehörigen Schuss der 80er bei. Dezent eingeflochtene Piano-Klänge sorgen ausserdem für weitere musikalische Farbtupfer. Des Weiteren geht der Sound von Montage, wie bei «Haunted», mal etwas in Richtung Progressive Metal, um dann aber gleich wieder im angestammten Progressive Rock Becken mit Classic Rock Attitüde zu landen. Dabei erweist sich Vesa als versierter wie variabler Vokalist, der dem ganzen seinen Stempel aufdrückt. Das Ganze wird von einem hammergeilen wie gleichzeitig transparenten Sound getragen, der einen bei geschlossen Augen glatt glauben lässt, dass die Band, zum Beispiel bei «Invisible World», gleich vor einem in der guten Stube am Musizieren ist. Je länger man Montage lauscht, desto mehr wird einem bewusst, wie raffiniert sich die Finnen auf dem schmalen Grat zwischen Rock und Metal bewegen und es so fertig bringen, dass beide Lager zufrieden gestellt werden. Da die neun Songs keine Überlängen aufweisen, wird die kompositorische Essenz auf das Wesentliche beschränkt. Die Krönung dessen ist der Killer-Song «Reptiles», wo von der Art her abermals The Lizards durchschimmern und man sich diesen saugeilen Bass, zusammen mit dem fetten Schlagzeug, immer wieder und möglichst laut anhören will! Ein Ohrenschmaus, nicht nur für die Prog-Gemeinde.
Rockslave 

Punkte: 9.0 von 10
RAY WILSON - Makes Me Think Of Home
Jaggy D
Der ehemalige Genesis- und Stiltskin-Sänger kommt hier mit seinem sechsten Solo-Werk daher. Musikalisch wirkt Ray hier irgendwo zwischen Pop, Rock und Prog Rock. Der Opener "Never Should Have", ein klasse und anspruchsvoller Rocksong mit U2-Feeling, gefällt schon nach dem ersten Anhören, wirklich tolle Nummer. "The Next Life" trägt den Zuhörer einfach fort in die musikalische Welt des Schotten, unglaublich gefühlvoller Track, hervorragend gesungen. Es ist wirklich erstaunlich, wie packend Rays Stimme hier wirkt, man muss ihm einfach zuhören, kann sich kaum seiner Magie entziehen. Auch beim poppigen "Tenessee Mountain" ist das nicht anders, wunderschöne Stimme, tolle Gitarren und sehr melodiöse Gesangsmelodie. Das ebenso schöne "The Spirit" erinnert mich stark an ELO und bleibt sofort im Ohr hängen. Top auch das 8 Minuten lange "Home", es ist unglaublich, wie Ray es schafft, dermassen viel Gefühl in einen Song zu integrieren, wer dieses Lied hört, wird sofort infiziert und kann sich auch hier kaum lösen von Rays Ausstrahlung und seiner Stimme, ich habe schon länger nicht mehr so schöne Melodien gehört. Und dazu noch das genial schöne Gitarrensolo dazu, einfach herrlich anzuhören. Auch beim mit der Westerngitarre glänzenden "Amen To That" zeigt Ray sein Können als sehr guter Songschreiber und zeigt seine musikalische Vielseitigkeit. Egal welchen der 10 Songs man hört, jeder ist eine Perle für sich und es macht unheimlich Spass beim Geniessen und es berührt, Ray Wilson überzeugt mich hier mit diesem wunderbaren und schönen Rundling. Ich gebe hier eine klare Kaufempfehlung für ein grandioses "Makes Me Think Of Home"!
Crazy Beat  
Punkte: 9.0 von 10
WAKRAT - Wakrat
Earache/Non Stop Music
Tim Commerford von Rage Against The Machine und Audioslave kennt sicher der eine oder andere von euch. Wakrat hingegen die wenigsten sicher. Ja der groovende Bassist hat sich mit zwei Franzosen zusammengetan, um seine Wut aus politischer Sicht uns musikalisch darzulegen. Klar sind kleine Einflüsse von RatM vorhanden, denn das Bassspiel von Commerford ist sofort erkennbar im Punk Rock von Wakrat. Auch Mathias Wakrat an den Drums und Laurent Grangeon an der Gitarre bringen ihr spezielles musikalisches Können in die Band ein, um diesen groovenden, wütenden, schreienden Moloch voranzutreiben. Anspiel-Tipp ist sicher die Single "Generation Fucked", ein schneller Bastard von einem Song, den Commerford am Gesang und Bass zu Höchstleistungen peitscht. Wer zum Teufel braucht RatM, wenn wir Wakrat haben! Ich bin entzückt von der Energie, die diese Band an den Tag legt. Klassealbum!
Daniel J.   

Punkte: 9.0 von 10
NAKED STAR - Ancient Rites
The Church Within Records
Auf der Suche nach einem neuen Betätigungsfeld hat Seamount-Veteran Tim Schmidt zusammen mit Sänger Jim Grant die Doom-Band Naked Star gegründet. Und da sich der gute Tim den traditionellen Klängen verpflichtet fühlt, sprich Black Sabbath, Pentagram, Saint Vitus, Count Raven und Konsorten, ist der Sound seiner neuen Truppe alles Erdenkliche, nur nicht übertrieben träge oder schwerfällig. Das Duo aus 'Spicecastle, Bavaria' (Quelle: Facebook Bandpage), das live vorerst noch auf zwei Gastmusiker zurückgreift, bezeichnet seinen Sound als 'Heavy low-fi Doom', das kann man unter Umständen missverstehen. Auch ich dachte dabei zunächst an eine verwaschene Waschküchen-Produktion, aber ich sollte mich glücklicherweise irren. 'Low-Fi' bedeutet in diesem Fall nicht dünn und schmalbrüstig, sondern roh, ungeschliffen, urtümlich und verdammt heavy. Zudem ist die Musik von Naked Star nicht wirklich lupenreiner Doom. Die Songs auf "Ancient Rites" vereinen auf gelungene Art und Weise hochenergetischen Doom Rock mit sehr epischem Heavy Metal, wodurch sich eine sehr willkommene Nähe zu Grand Magus ergibt. Die Rechnung geht auf jeden Fall auf, auf dem Debut des Duos aus Würzburg (Tim Schmidt hat alle Instrumente im Alleingang eingespielt) kann ich keinen einzigen Stinker ausmachen. Wenn ich das Intro "Purgamantic" mal aussen vor lasse, bleiben sieben Tracks übrig, die sich qualitativ alle irgendwo zwischen gut ("Spawn Of The Witch") und verdammt geil ("Alter Ego" und das alles pulverisierende "Necrolust") ansiedeln, was den kompositorischen Fähigkeiten von Mastermind Schmidt wie den vokalen Fähigkeiten von Sänger Jim Grant gleichermassen anzurechnen ist. Beim Anhören dieser Scheibe stellt sich mir schlussendlich die Frage: Kann Doom Spass machen? Darf er das überhaupt? Im diesem Fall unbedingt und zweifellos ja, weil er Arsch tritt wie Sau und für ordentliche Nackenschmerzen sorgt. Kauft euch das Teil!
Mirko B.  

Punkte: 9.0 von 10
PILEDRIVER - Brothers In Boogie
Rockwall - Records
Vorsicht, Verwechslungsgefahr! Bei diesen Piledriver handelt es sich weder um eine reanimierte Version der kultigen kanadischen Thrash Metal-Institution im Henkerslook aus den Achtzigern (wäre bei dem Titel auch mehr als überraschend), noch um die Status Quo-Tribute-Band aus der Nordwestschweiz, sondern um deren deutsches Pendant aus Essen. Als durchaus professionell agierende Frantic Four-Tribute-Band waren mir die fünf Jungs schon ein Begriff, aber dass sie zuweilen auch eigene Songs veröffentlichen, war mir bisher nicht bekannt gewesen - ein grosser Fehler, wie es sich noch herausstellen sollte. Dies ist nun also bereits der dritte Longplayer aus dem Hause Piledriver, scheinbar nach bewährtem Rezept zusammengestellt. Will heissen elf Songs stammen aus ihrer Feder, zwei aus jener der Herren Parfitt und Lancaster. Zunächst erwartete ich, ähnlich wie bei sämtlichen AC/DC-Epigonen dieser Welt, einen ziemlich eindeutigen und wenig originellen Status Quo-Abklatsch. Die Überraschung war danach umso grösser, als ich feststellen musste, dass die Herren zweifellos über kompositorisches Geschick und der daraus resultierenden eigenen Identität verfügen. Schon der eröffnende Hard Boogie "One Way To Rock" und das auf dem Fuss folgende "Together" zeigen auf eindrückliche Weise, dass Piledriver mit ihren Eigengewächsen eine deutlich härtere Schiene fahren als Parfitt, Rossi & Co. zu ihren längst vergangenen Glanzzeiten. Natürlich lassen die fünf Herren hin und wieder bekannte Elemente aus dem Status Quo-Fundus in ihre Nummern einfliessen, aber diese halten sich glücklicherweise in sehr, sehr engen Grenzen. Und auch die beiden Tracks "Don't Think It Matters" und "Drifting Away", beide vom 1974er "Quo"-Album, hätten sie sich eigentlich schenken können, auch wenn sie diese wirklich knallhart interpretiert haben, denn ihre eigenen Kompositionen können es mit diesen Klassikern locker aufnehmen. Glanztaten wie die Gute-Laune-Rocker wie "Rock In A Crossfire Hurricane" oder "Good Times" sind der Beweis dafür, dass diese Band rein musikalisch betrachtet die ganze Tribute-Geschichte eigentlich gar nicht mehr nötig hätte, zumal Producer Stefan Kaufmann (Ex-Accept, Ex-U.D.O.) wirklich ganze Arbeit geleistet hat. Tracks wie beispielsweise "Natural Rockers" oder "Queen Obscene" hat er seinen unverkennbar metallischen Stempel aufgedrückt, und so klingen sie dann auch dementsprechend knackig. "Brothers In Boogie" erweist sich als richtig gute, abwechslungsreiche, handwerklich sehr kompetent umgesetzte Party-Scheibe mit der gerade richtigen Portion Härte und völlig frei von irgendwelchen aufgesetzt fröhlichen Holldrioh-Plattitüden. Ich bin positiv überrascht, dementsprechend positiv fällt mein Urteil aus.
Mirko B. 

Punkte: 8.9 von 10
WORDS OF FAREWELL - A Quiet World
AFM Records/Musikvertrieb
Eigentlich kommt guter Melodic/Death Metal ja bekanntlich aus Schweden. Aber die Jungs von Words Of Farewell beweisen auf ihrem dritten Album "A Quiet World", dass dies nicht immer zutrifft und auch aus Deutschland harte Musik mit packenden Keyboardmelodien kommen kann. Nachdem die Truppe aus dem Ruhrgebiet mit den ersten beiden Alben schon für ordentlich Aufsehen sorgen konnte und mit viel Lob und guten Kritiken überhäuft wurde, wollten Words Of Farewell auf der neuen Scheibe ihre Musik auf ein neues Level anheben, ohne dabei ihr bisheriges Schaffen aus den Augen zu verlieren. Und dies haben sie wirklich eindrucksvoll geschafft. "A Quiet World" bietet feinsten Melodic/Death Metal, der, im Vergleich zu den Vorgängern, nicht nur das Wechselspiel zwischen Härte, Growls und tollen Melodien bestens beherrscht, sondern diesmal auch mit progressiven Klängen für Abwechslung sorgt. Dies zeigt sich am Besten im musikalischen Leckerbissen und fast elfminütigen "This Shadow My Likeness". Ein bombastischer Song, der sich nach einem schon fast leinwandtauglichen Intro immer weiter steigern kann, immer wieder neue Facetten bietet und von Anfang bis Ende einfach nur begeistert. Ganz großes Kino! Mein persönlicher Favorit ist "Momentary Life", ein Song, der einem mit seinem klasse Refrain noch lange im Ohr bleibt. Und hier ist mein einziger Kritikpunkt bei einer im Grunde sehr guten Scheibe: "A Quiet World" kommt komplett ohne Ausrutscher aus und ist voll von fantastischen Melodic/Death-Songs. Allerdings hätte es der Scheibe gut getan, wenn der eine oder andere griffige Refrain mehr dabei gewesen wäre, wie im Falle von "Momentary Life". Aber dies ist meckern auf ganz hohem Niveau. Für Fans von Dark Tranquillity oder Insomnium gilt: Blind zugreifen, es lohnt sich!
Sascha Sch.   
Punkte: 8.9 von 10
AC ANGRY - Appetite For Erection
Steamhammer/Musikvertrieb
Ich mag AC Angry! Und dies bereits seit ihrem Debutalbum, das sie noch unter dem Taletellers-Banner veröffentlicht haben. Woran das liegt? Am treibenden Rock'n'Roll, den die Deutschen auch auf dem zweiten AC Angry-Album in Reinkultur zelebrieren! Andere ähnlich klingende Bands mögen mehr Budget und eine bessere Promomaschinerie haben - AC Angry haben die Lieder! "Appetite For Erection" ist kurzweilig, eingängig und lotst die selbst gewählten musikalischen Grenzen bewusst aus. Wer mit rasender schneller, und dann doch wieder schleppend bluesiger Musik warm wird, ist hier genau richtig. Dazu kommen 'arschtretende' bis hymnische Lieder, die auch mal eine Prise Heavy Metal vertragen. Zudem besitzen die Deutschen einen erfrischenden Humor. Dies zeigt sich nur schon dadurch, dass das neue Werk mit 'I Hate AC Angry' startet. "Appetite For Erection" ist deshalb nicht einfach ein weiteres Rock'n'Roll-Werk, sondern ein gutes Beispiel dafür, dass a) diese Stilrichtung immer noch geile neue Lieder hervorbringt, und b) diese sogar frisch klingen können. Gute Musik bleibt gute Musik, und dafür stehen AC Angry auch an der Schwelle zum 2017!
Roger W.   
Punkte: 8.9 von 10
MASCHINE - Naturalis
InsideOut Music
Drei Jahre nach ihrem Debut "Rubidium" beglücken uns Luke Machin (Gitarre/Vocals) und seine Band mit ihrem neusten Prog Rock-Werk "Naturalis". Und es beginnt sehr spannend mit dem knapp 12 Minuten langen "Resistance". Atmosphärisch ruhig, dann kurz instrumental Dream Theater-like, dreht dann in einen melodiösen mächtigen Refrain, um in ein kurzes Wahnsinns-Guitarsolo zu wechseln. Nach weiteren diversen Breaks endet das Ganze in einem tollen Instrumental-Part. Wow, was für ein Opener. Bei den nächsten Tracks fällt der abwechselnde Mann/Frau-Gesang von Luke und Marie Eve, die übrigens auch die Keyboards bedient, besonders positiv auf. wunderschöne Gesänge erinnern hier sehr oft an die Proggies Kaipa. Auch "Hidden In Plain Sight" führt diese musikalische Richtung fort, dies sind einfach sehr schöne Prog-Songs, die den Zuhörer wegtragen in die faszinierende Welt des Prog Rock. Und immer wieder diese musikalischen Spielereien der Instrumente und Stimmen, einfach herrlich, dabei zuzuhören. Beendet wird das spannende Werk vom knapp 12 Minuten langen "Megacyma", hier drehen Maschine nochmals richtig auf und spielen sich durch viele interessante Prog-Parts und fügen das Ganze zu einem kleinen Meisterwerk zusammen. Unglaublich facettenreich, sehr lebendig von hart bis zart. Wer Freude hat an der Musik von Kaipa, Ladmarq und co, sollte sich "Naturalis" unbedingt zulegen. Es ist unglaublich, mit welcher Lockerheit sich hier die Briten durch die 5 Songs spielen, sehr zu empfehlen.
Crazy Beat   
Punkte: 8.8 von 10
DARIO MOLLO'S CROSSBONES - Rock The Cradle
Frontiers Music/Musikvertrieb
Der italienische Gitarrero Dario Mollo ist in erster Linie bekannt für seine Zusammenarbeit mit dem Ex-Black Sabbath-Sänger Tony Martin bei The Cage und mit Glenn Hughes bei Voodoo Hill. Seine musikalische Karriere begann aber schon 1981 mit der Formation Crossbones, mit denen er 1989 ein Studioalbum veröffentlichte. Nun entschloss sich der Saitenkünstler, die Geschichte dieser Band weiterzuführen. Dazu rekrutierte er den Originalschlagzeuger Ezio Secomandi und seinen langjährigen Partner Dario Patti am Bass und Keyboard. Deep Purple-Keyboarder Don Airey schlug als Sänger Carl Sentance vor, der nun "Rock The Cradle" gesangstechnisch veredelte. Carl wiederum konnte über die Jahre immer mal wieder international in Erscheinung treten. Erste Erfolge konnte er mit Persian Risk verbuchen. Zudem war er Member der Don Airey Band, bei Krokus ersetzte er Marc Storace und erst vor kurzem übernahm er bei Nazareth das Mikro von Dan McCafferty. Obwohl der Engländer über eine begnadete Stimme verfügt, wollte diese weder zu Krokus noch zu Nazareth richtig passen. Ganz anders nun bei Crossbones. Hier kommen seine Vocals voll zur Geltung. In der Schnittmenge von klassischem Hard Rock und Heavy Metal fühlt sich offensichtlich nicht nur Carl wohl, sondern auch Bandkopf Dario Mollo scheint in seinem Element zu sein. Als Resultat liegt äusserst ansprechendes Songmaterial vor, das mit harmonischen Melodieführungen und homogenen Gesangslinien aufwarten kann, fernab von einem künstlich wirkenden Konstrukt. Zudem trumpft die Scheibe durch ein fetten Sound. Konkrete Schwachstellen sind nicht auszumachen. Unerwartet ein richtig starkes Werk.
Chris C.   
Punkte: 8.8 von 10
FOGHAT - Under The Influence
Metalville/Musikvertrieb
Sechs Jahre nach dem letzten Album "Last Train Home" melden sich die britischen Blues-Rocker Foghat endlich wieder mal an der Front, und von diesen sechs Jahren haben sie glatt die Hälfte im Studio verbracht, um "Under The Influence" fertigzustellen. Hört man diese lange Zeit dem Album an? Ja und nein. Nein, weil es trotz einer kleinen Armada von Gastmusikern überhaupt nicht überproduziert, überladen und zu glatt geschliffen klingt. Ja, weil man den Spass, den die Musiker dabei hatten, förmlich heraushören kann, was sich schlussendlich auch in der Vielseitigkeit des Songmaterials widerspiegelt. Der Titelsong eröffnet in typischer Blues Rock-Manier die ganze Sache, darauf folgt mit "Knock It Off" ein bandtypischer Hard-Rocker, der den Weg für die kommenden Überraschungen ebnet. "Ghost", wie später auch "Hot Mama" und "All Because Of You", atmen würzige Southern Rock-Luft, "She's Got A Ring In His Nose" und "Made Up My Mind" klingen hingegen dermassen nach Gary Moore und Stevie Ray Vaughan, gepaart mit einem swingenden Brian Setzer, dass man sich wirklich nicht mehr fragen muss, wo sich die Jungs die Inspiration für die Songs geholt haben. Für Funk-Freaks haben sie "Upside Of Lonely" und "Honey Do List" bereitgestellt, und das megacoole "Heart Gone Cold" klingt hingegen so, als ob sich ZZ Top mit den Rolling Stones zu einer kurzen Jamsession verabredet hätten. Mit "All Because Of You" wandeln sie auf Dire Straits-inspirierten Singer / Songwriter-Pfaden, und damit auch die Nostalgiker auf ihre Kosten kommen, hat man noch den Motown-Klassiker "I Heard It Through The Grapevine" (u.a. interpretiert durch Marvin Gaye und Creedence Clearwater Revival) gecovert sowie den eigenen Hit "Slow Ride" neu eingespielt. Was bleibt bei dieser heterogenen Angelegenheit übrig? Zweierlei Erkenntnisse: Erstens klingen Foghat für eine (eigentlich schon lange nicht mehr rein) britische Band mittlerweile sehr amerikanisch, zweitens ist "Under The Influence" ein zeitloses Party-Album, das in seiner Frische schlicht Spass macht. Wer hätte das von diesem Haufen alter Herren noch erwartet?!
Mirko B.  
Punkte: 8.8 von 10
LAMB OF GOD - The Duke (EP)
Nuclear Blast/Warner
Mit "The Duke" haben die US-Thrasher von Lamb Of God eine neue EP im Köcher, die für einmal rein gar nichts mit Werbung in eigener Sache zu tun hat. Normalerweise werden EPs gerne zur Verkürzung der Wartezeit aufs neue Album genutzt oder um einen Einblick über die zukünftige musikalische Ausrichtung der Band zu geben. Nicht aber bei dieser Platte. Lamb Of God veröffentlichen das Minialbum "The Duke", um einen Fan, der an Leukämie gestorben ist zu ehren und um Spenden für Leukämiekranke zu sammeln. Schöner Gedanke! Der Opener und Titelsong entstand bereits bei der Produktion vom letzten Album "VII: Sturm Und Drang", hat aber vermutlich durch seine Andersartigkeit den Weg nicht aufs Album geschafft. Es ist ein melodischer Rocksong, der sonderbar fremd gewirkt hätte auf der letzten Platte. Hierfür ist er aber mehr als geeignet. "The Culling" ist dann wieder ein starker Thrash Metal-Dampfhammer in gewohnter LOG-Manier, der aber auch bereits in einer früheren Session entstanden ist. Fette Gitarrenriffs und heisse Vocals von Randy Blythe tragen den Song direkt ins Ohr. Zum Schluss veredeln noch drei Live-Tracks vom Album "VII" die kurze Scheibe. Normalerweise hält sich der Applaus über eine EP, die gerade mal zwei 'neue' Titel bietet, in Grenzen. Im vorliegenden Fall verdient die gute Absicht dahinter jedoch Beifall. Für Fans und alle, die an Weihnachten einmal mehr an andere als an sich selber denken.
Oliver H. 

Punkte:
keine Wertung
ENUFF Z'NUFF - Clowns Lounge (Compilation)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Seit bald 30 Jahren beehrt uns die Chigagoer Formation mit fundierten Longplayern. Wie kaum eine zweite Band versteht es die Truppe, harte Rockklänge und Pop-Musik zu einem äusserst homogenen Gemenge zu vereinen. Höchstens Cheap Trick verstehen diese Kunst ebenso. Im Fahrwasser des Sleazy Rock konnte Enuff Z'Nuff mit "Fly High Michelle" und "New Thing" Ende der 80er zwei Hits in den Charts platzieren, die ihren Ruf als Hard Rock-Band mit Beatles-Flair festigte. Mehr und mehr verlor sich aber das Schaffen der Jungs in der Durchschnittlichkeit, an die grossen Erfolge konnte man nicht mehr anknüpfen. Nichtsdestotrotz blieb die Gruppe um Sänger und Gitarrist Donnie Vie und Bassist Chip Z'Nuff über die Jahre aktiv. 2013 verlies dann aber Donnie desillusioniert vom Business und mit gesundheitlichen Problemen konfrontiert die Band. Kurzerhand übernahm Chip zusätzlich die Leadvocals. Der Mann wühlte nun in den Archiven und förderte einige wahre Schätze in Form von unveröffentlichten Demos und unfertigen Songs zutage. Diese wurden einer Frischzellenkur unterzogen und neu eingespielt. Die Tracks wurden ursprünglich in den späten 80ern von Chip und Donnie verfasst, fanden aber nie den Weg auf ein Album. Qualitativ befinden sich diese aber auf hohem Niveau, wie eben die frühen Werke der Truppe. Dadurch macht die Veröffentlichung von "Clowns Lounge" durchaus Sinn. Die-Hard-Fans werden sich sowieso die Finger lecken, aber auch alle Liebhaber von gepflegtem 80er-Glam mit Sleazy-Schlagseite und den berühmten Beatles-Harmonien können bedenkenlos zugreifen.
Chris C. 

Punkte:
keine Wertung
SOULBURN - Earthless Pagan Spirit
Century Media/Universal
Ein ziemliches Hin und Her in Bandgeschichte und Bandnamen verbindet die zwei Hauptakteure Eric Daniels (Gitarre) und Bob Bagchus (Drums) miteinander. Gemeinsam erfolgreich in der Zeit mit Asphyx und seit 2014 konstant mit Soulburn auf Kurs. Das Quartett ist mit Twan van Geel (Vocals/Bass) und Remco Kreft (Gitarre) zu einem starken Black/Death/Doom-Flaggschiff herangewachsen. Mit "Earthless Pagan Spirit" steht nun das dritte Werk der Holländer am Start. Geboten wird wie bei ihrem Zweitling "The Suffocating Darkness" (2014) solider Black/Death/Doom-Sound mit ureigener Note. Frisch und energiegeladen kommt die Platte daher, beisst sich auch gleich beim ersten Hören schonungslos fest. Dies beweist die erste Nummer "Where Splendid Corpses Are Towering Towards The Sun" eindrucksvoll. Asphyx-Skills sind natürlich am Rande noch vorhanden, wer aber ein Album im Stile derselben erwartet hat, wird enttäuscht werden, denn die Band hat sich mittlerweile weit von ihren Death Metal-Wurzeln entfernt. Trotzdem, oder gerade deswegen finde ich "Earthless Pagan Spirit" etwas vom Besten, was der Vierer je abgeliefert hat. Titel, die man von diesem Album unbedingt gehört haben sollte, sind "Howling At The Heart Of Death", "The Blood Ascendant" und "Withering Nights". Reichlich viel Musik wird während den acht Songs geboten, die zusammen eine Spieldauer von doch knapp 50 Minuten ergeben. Einzig "Diary Of A Reaper" hätten sie mal weglassen oder den Platz mit einem anderen Schlusslied belegen können. Ansonsten eine wirklich erfreuliche Scheibe!
Oliver H.    
Punkte: 8.7 von 10
DYING EMPIRE - Dystopia
Art Gates Records
Die Dresdener von Dying Empire legen mit ihrem Debut "Dystopia" die Latte für die eigene musikalische Zukunft ganz schön hoch. In erfrischender Weise kombinieren sie Death mit Thrash Metal und scheuen auch nicht davor zurück, Genregrenzen zu überschreiten, wenn es Sinn macht. Der Track "Confines" ist ein Beispiel dafür, denn die vorherrschende dynamische Eingängigkeit ist eher im Punk Rock an der Tagesordnung, eingebettet in zweistimmigen tiefen Growls und modernen thrashigen Vocals. Ansonsten stehen Grimmigkeit und Düsternis im Fokus. Brutale Riffs und immer wieder experimentelle Elemente lassen über die gesamte Spieldauer keine Langeweile aufkommen. Ausser bei "Oblivion" wurde mit der Experimentierfreudigkeit vielleicht ein wenig übertrieben und der Track ist nicht wie aus einem Guss, sondern mehr wie einzelne Teile zu hören. Positiv viel Raum lässt man den Gitarristen für ihre teilweise ausgedehnten Soli, um dann wieder mit voller Härte zuzuschlagen. "Inner Eclipse" ist ein Track, der heraussticht, da er über sehr seltene Clean Vocal-Parts verfügt. Neben den bisher genannten Songs sind mit Sicherheit auch der wütend-atmosphärische Knaller "Burn The Empire Humanity", der fordernde martialische Opener "Origin" oder das düster-dynamische "Tarnished Sight" grandiose Anspieltipps. Das Quartett hat zumindest bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen und ich kann mit gutem Gewissen für "Dystopia" eine Kaufempfehlung aussprechen.
Oliver H.    
Punkte: 8.6 von 10
CRIPPLED BLACK PHOENIX - Bronze
Season Of Mist/Irascible
Justin Greaves, seines Zeichens praktisch alleinherrschender Imperator über das Crippled Black Phoenix-Universum, wird auch mit seinem sechsten düsteren Streich die Prog-Gemeinde zweifellos wieder in seinen Bann ziehen. Die Band, welche eigentlich nur live existiert (im Studio macht Greaves abgesehen von den Lead Vocals und einigen Synthie-Parts sowie Gastbeiträgen wie Bläsern, Harfe, Violine und dergleichen alles im Alleingang), setzt dabei in erster Linie mehr auf rifforientierte Songs statt auf makaber angehauchte Klangteppiche aus der mannigfaltigen Welt der Tasteninstrumente. Diese sind zwar durchaus auch vorhanden, sind aber eher gezielt eingesetztes Mittel zum Zweck, das sich mit einer Nebenrolle zufrieden geben muss. Das kann vielleicht daran liegen, dass nach dem nicht ganz harmonisch abgelaufenen Abgang des langjährigen Gitarristen Karl Demata mit Jonas Stålhammar ein waschechter Death-Metaller als Ersatzmann verpflichtet worden ist. Fakt ist jedenfalls, dass "Bronze" zuweilen regelrecht abrockt und somit für Prog-Gepflogenheiten auch mal ungewohntes Terrain betritt. Der Zweiteiler "Champions Of Disturbance (Pt 1 & 2)" beispielweise beginnt mit einem sphärischen, instrumentalen Intro, das vom Drive her irgendwo an "Cinema" von Yes erinnert, um dann im zweiten Teil in den flott rockenden Groove von ELP's "Fanfare For The Common Man" überzuwechseln. Das zunächst etwas verhalten beginnende Joe Walsh-Cover "Turn To Stone" ist noch so ein Paradebeispiel, nur dass man sich darin vor allem bezogen auf die donnernden Drums gar an Led Zeppelin'sche Wuchtigkeit heranwagt, bevor man dann gegen den Schluss hin auch den rockenden Pink Floyd noch Tribut zollt. Einziger wirklicher Minuspunkt auf dem Album ist für mich das von Belinda Kordic eingesungene "Scared And Alone", zu schleppend, einschläfernd und im Einsatz von Blasinstrumenten (Pink Floyd's "Atom Heart Mother" bleibt für mich diesbezüglich die unantastbare Referenz) zu daneben liegend ist mir das Ganze. Aber im Gesamtkontext kann man über diesen Ausrutscher getrost grosszügig hinweghören, denn mit "Winning A Losing Battle" und besonders "We Are The Darkeners", diesmal mit an der richtigen Stelle eingesetzten Bläsern, folgen zwei typische CBP-Standards, die dem vorangegangenen Kraftfutter in nichts nachstehen. Gleiches gilt angeblich auch für die beiden Bonustracks, die jetzt folgen würden, nur findet die man leider nur auf der Deluxe-Version, die mir natürlich nicht vorliegt. Insofern kann ich nur dringend dazu aufrufen, sich die Deluxe-Digipack-CD zuzulegen, denn offensichtlich bekommt man nur so die Vollbedienung. Leckeres Teil!
Mirko B.    
Punkte: 8.5 von 10
DOWNFALL OF GAIA – Atrophy
Metal Blade/Sony
"Der Mensch redet davon, die Zeit totzuschlagen, während die Zeit vielmehr heimlich ihn totschlägt". Mit diesem Zitat von Dion Boucicault drücken Downfall of Gaia aus, dass sie nichts von der pessimistischen Weltanschauung eingebüsst haben, welche sie mit ihrer wuchtigen, pechschwarzen Musik ausdrücken. Wie schon auf dem Vorgänger beginnt man auf "Atrophy" trügerisch sanft, bevor die zähflüssige Masse ins Rollen kommt und alles unter sich begräbt. Der Gesang von Anton Lisovoj, welcher die Widersinnigkeit des menschlichen Daseins in die Welt rausschreit, bereitet dem mitfühlenden Hörer Höllenqualen. Immerhin sind ihm zwischen dem Wechsel von unaufhaltsam prügelnden und schleppenden Passagen kurze Verschnaufpausen vergönnt, wie am Ende von 'Woe' und im Übergang zu 'Ephemerol'. Das emotionale auf und ab schlaucht. Das abschliessende Petrichor bringt etwas Ruhe zurück. Nachdem sich die Gitarren mit viel Rückkopplungseffekten verabschiedet haben, gehören die letzten Minuten alleine dem Piano, welches das gelungene "Atrophy" ausklingen und nachhallen lässt.
Patricia L.    
Punkte: 8.5 von 10
ETERNAL IDOL - The Unrevealed Secret
Frontiers Music/Musikvertrieb
Das Chaos im '(Luca Turilli's) Rhapdsoy (Of Fire)'-Lager bringt super Musik hervor. Was das mit Eternal Idol zu tun hat? Viel! Denn Rhapsody-Goldkehle Fabio Lione hat nicht nur sämtliche Texte von Eternal Idol geschrieben, sondern sie zusammen mit Sängerin Giorgia Colleluori eingesungen. Wieso das so ist, klärt ein Blick in die aktuelle Entwicklung der beiden Rhapsody-Lager: Dort werkelt Keyboarder Alex Staropoli mit seinen Rhapsody Of Fire künftig nicht mehr mit Fabio Lione, sondern mit einem neuen Sänger. Gitarrist Luca Turilli kündigt derweil für 2017 eine Rhapsody-Abschiedstour mit Fabio Lione und ohne Alex Staropoli an, will aber parallel dazu mit seinen Luca Turilli's Rhapsody weiter musizieren. Eine Logik in dieser Entwicklung sucht man vergeblich, und so ergreift Fabio Lione wohl die Flucht nach vorne. Eternal Idol könnte sein eigenes Standbein werden, mit dem er zum Glück auf eine weitere Rhapsody-Namens-Verzerrung verzichtet. Musikalisch sind durchaus Parallelen zu seinen Kollegen erkennbar, wobei Eternal Idol doch eine eigene Nische gefunden haben. Hier klingt Lione trotz symphonischen Elementen irgendwie mehr nach Heavy Metal, Power Metal und Rock'n'Roll. Am offensichtlichsten ist dies, wenn die tiefe Stimme von Colleluori erklingt. Diese harmoniert hervorragend mit derjenigen von Lione und sorgt bei diesem Debutalbum für das gewisse Etwas. Dazu kommen die Kompositionen, welche nicht ausgelutscht, sondern erstaunlich frisch klingen. Teilweise geht das Ganze gar in Richtung Avantasia ("Evil Tears") oder Kamelot ("Desidia"), bei denen Lione 2010 und 2011 live ausgeholfen hat. Auch eine gewisse Iron Maiden'sche Dramatik ist auszumachen. "The Unrevealed Secret" ist eine tolle Visitenkarte für sämtliche beteiligten Musiker. Es bleibt zu hoffen, dass bei dieser Band die Ruhe einkehrt, die scheinbar im Rhapsody-Lager total fehlt. Es sei denn, Eternal Idol haben sich mit Lione den Zündler eingefangen. In der aktuellen Qualität dürfen Eternal Idol gerne noch weitere Alben veröffentlichen.
Roger W.    
Punkte: 8.5 von 10
FERAL - From The Mortuary (EP)
Cyclone Empire
Mit geschlossenen Augen hätte ich die ersten Akkorde den Schweden von Entombed zugeschrieben, aber nein, es sind die knackigen Riffs von Feral, die ihre EP "From The Mortuary" ins Feld schicken. 2003 von Sänger David Nilsson gegründet, sind Feral nach einigen Touren und zwei Veröffentlichungen mit durchaus eigenem Sound und der höchstmöglichen Hingabe ans erste Album "Dragged To The Altar" herangegangen, das dann schlussendlich im April 2011 bei Ibex Moon Records erschien. Das zweite Album "Where Dead Dreams Dwell" erschien im Mai 2015 unter Cyclone Empire. Und nun erscheint mit "From The Mortuary" eine brandneue EP. Der Sound ist düster und roh und schon beim Opener "The Hand Of The Devil" merkt man deutlich, dass der Teufel wohl wirklich seine Finger im Spiel hatte. David Nilsson bringt seine Stimmbänder an die Grenze des Machbaren, und schnell und brachial präsentiert sich die Gitarrenarbeit von Markus Lindahl, der seit dem letzten Album als alleiniger Axtschwinger fungiert. Die EP ist kurzweilig, und man würde zum Schluss hin gerne noch mehr hören. Macht also Lust auf ein Full Album, das hoffentlich in Kürze produziert wird. "The Cult Of The Head" peitscht nochmals nach allen Regeln der Kunst aus den Boxen und lässt Headbangern bei diversen Breaks etliche Möglichkeiten offen. "Necrofilthiac" ist ein alter Track, der in neuem Kleid präsentiert wird, und bei "Relentless" handelt es sich um die Coverversion eines Pentagram-Klassikers. Deftiger "Gute-Laune"-Metal!
Oliver H.
   
Punkte: keine Wertung
ANGEL CREW - XIV
Strenght/Cargo Records
Das Biest ist zurück! Die holländisch-belgische Band Angel Crew feiert nach zehn Jahren ihr Comeback. Angel Crew spielen einen Mix aus Hardcore, Punk und Metal. Der grosse Roger Miret von Agnostic Front hat die Jungs unter seine Fittiche genommen und ihnen einen Plattenvertrag auf Mirets Plattenfirma Strenght Records ermöglicht. Soundtechnisch erfindet man das Rad nicht neu, ist aber mit kraftvollem Hardcore, der mal schnell ist, um dann in einen geilen Mid Tempo-Part überzugehen, bei den Leuten. Die 12 Tracks blasen einen um und die Coverversion "Beat The Bastard" von The Exploited ist auch mehr als gelungen. "XIV" ist gute Hardcore-Kost, die man bedenkenlos kaufen kann.
Daniel J. 
Punkte: 8.5 von 10
GOATFUNERAL – Luzifer spricht: 10 Years In The Name Of The Goa
Massacre Records/Musikvertrieb
Vor zehn Jahren haben sich Yantit und M.Roth von Eisregen dazu entschlossen, ein Nebenprojekt mit klassischem Black Metal zu spielen. Da die Nachfrage grösser war als das limitierte Angebot, bietet Massacre zum Jubiläum passend die gesammelten Werke als Digipack sowie erstmals als Vinyl auf den Markt. Und der potentielle Käufer bekommt einen teerschwarzen Klumpen musikalische Wut, kompromisslosen Lärm ohne Platz für Erholung. Was irgendwo zwischen dem vierten und fünften Lied anfängt an Wirkung zu verlieren. Nichts mit monoton-atmosphärischer Musik, viel eher drängt das ständig gleichbleibende Schlagzeug sowie der eintönige Sprechrhythmus die Lieder in den monoton-langweiligen Dauerlärm. Wer von asozialem, wütenden Black Metal nicht genug kriegen kann wird reichlich belohnt, schliesslich füllen die sechzehn Lieder einiges an Spielzeit. Fans von okkulteren, subversiveren Klängen werden hier aber nicht fündig.
Tristan     
Punkte: keine Wertung
RICK EMMETT & RESOLUTION 9 - Res 9
Provogue Records/Musikvertrieb
Seit der Trennung von seiner Stammband Triumph brachte Rick Emmet rund 20 Alben auf den Markt. In allen möglichen Stilrichtungen wie Rock, Prog, Jazz, Blues, Klassik und mehr. Mit "Res 9" beglückt uns der Kanadier mit einem vielseitigen Rock-Album, das von der Harten Van Halen-Nummer "Stand Still" bis zu der fantastischen Ballade "I Sing" alles Mögliche beinhaltet, bei dieser Nummer und "End Of The Line" wird Rick am Mic noch unterstützt von James La Brie. Auch Rush-Gitarrist Alex Lifeson ist mit von der Partie. Auch stark das bluesige, sehr melodiöse "My Cathedral", eine wunderschöne Nummer. "End Of The Line" dann eine stark Deep Purple-orientierte Rocknummer mit ordentlich Drive. "Heads Up" könnte glatt als rockige Rolling Stones-Nummer durchgehen, und natürlich darf auch an die seligen Triumph erinnert werden mit dem wunderschönen "Grand Parade" mit Gil Moore mit an Bord. Auch das an Thin Lizzy erinnernde "The Ghost Of Shadow Town", ein mächtiger Blueser, fährt total ins Gehirn, dazu noch die Twin Guitars, einfach nur herrlich anzuhören. Ich mag die Vielseitigkeit von "Res 9", es wird nie langweilig durch die grosse Abwechslung und musikalische Vielfalt. Ist schon klasse, wenn man sich musikalisch so frei bewegen kann, wie das Rick hier kann und tut. Sehr empfehlenswertes Album, das Rick hier vorlegt.
Crazy Beat   
Punkte: 8.4 von 10
NIGHT RANGER - 35 Years And A Night In Chicago (Compilation)
Frontiers Records/Musikvertrieb
Der einzige Lichtblick in diesem Monat sind die Amis von Night Ranger, die mich vor knapp 35 Jahren mit dem Debutalbum «Dawn Patrol» völlig gekillt haben. Damals gab es ein rockendes Evangelium, das neben den Metal-Hohepriestern mit K.K. Downing und Glenn Tipton problemlos bestehen konnte. Mit Brad Gillis und Jeff Watson hatten Night Ranger ein Gitarrenduo in den Reihen, an dem man nicht vorbeikam. Mit dem Hit «Don't Tell Me You Love Me» und dem nicht minder schlechteren «Sing Me Away» überholten die Jungspunde so manche Truppe locker auf der rechten Spur. 35 Jahre später und mit einigen Besetzungswechseln im Gepäck zeigen Bandleader Jack Blades und seine Mannschaft noch immer, dass sie rocken können. Auch wenn in den vergangenen mehr als drei Jahrzehnten ab und zu die Moderne und der Weichspüler Einzug hielt, ein guter Song bleibt ein guter Song. Es macht einfach Spass, den Jungs zuzuhören, die auch den Schalk mit sich rumtragen (Einleitung zu «Growing Up In California»). Musikalisch muss man den Jungs eh nichts zeigen, da sind Spitzenkönner am Werk. Mit Tracks wie «Rumors In The Air», dem Filmhit «Secret Of My Success», dem Titeltrack des letzten Studioalbums «High Road», dem schon erwähnten, unverzichtbaren, grandiosen «Don't Tell Me You Love Me» (was für eine Solodarbietung von Brad Gillis und Keri Kelly!), dem oftmals vergessenen «Penny» und den unverzichtbaren «Sister Christian» und «Rock In America» kann nichts schief gehen. Wer bis jetzt noch nie in Kontakt mit den Amis kam, hat hier die beste Vollbedienung und kann in die schönsten Momente der Band eintauchen. Die Fans der Band werden ihre grosse Freude haben an den nach wie vor grandiosen Rocktracks!
Tinu    
Punkte: keine Wertung
SHAPE OF DESPAIR – Alone In The Mist (Demo-Re-Release)
Season Of Mist/Iracible
Tjaha, die Finnen haben wie so viele andere Bands auch ihre Vergangenheit. Früher spielte man unter dem Banner Raven und produzierte eine Handvoll Demos und Splits, welche teilweise nie veröffentlicht worden sind. Nun hat man sich offenbar dazu entschlossen, „Alone In The Mist“ doch noch der breiteren Masse zugänglich zu machen. Diese Demo-Platte enthält 6 Tracks und zeigen bereits hierauf deutlich, wo die Reise der Nordmänner hingehen sollte. Shape Of Despair haben quasi die Essenz von Raven mitgenommen und weiterentwickelt. Wer auf atmosphärischen Doom Metal steht, der zwischendurch seine Längen hat und deswegen ein wenig mehr Standhaftigkeit beim Anhören benötigt, der kann sich mit dieser limitierten Veröffentlichung ein Stück Zeitgeschichte einer der traurigsten, erhabensten Musik der neueren Zeit in die eigenen vier Wände holen.
Toby S.   
Punkte: keine Wertung
BE THE WOLF - Rouge
Scarlet Records
Be The Wolf aus Italien machen richtig gute Rock-Musik mit einem Hauch Blues. Gute alte Rockmusik, fast schon retro, aber doch mit einem modernen Unterton - eine richtig schöne Mischung! Die Band gibt es erst seit 2011 und hat letztes Jahr ihr Debut "Imago" herausgebracht. Damals war mir die Musik ein wenig zu chaotisch, fast schon gehetzt, doch nun haben die Italiener das Tempo streckenweise deutlich runtergeschraubt und überzeugen nun durch wirklich solide Kompositionen. Genauso hatte ich mir das für das Nachfolgewerk gewünscht! Be The Wolf punkten mit enorm eingängigen Melodien und Rhythmen und frechen Lyrics, die einfach hängen bleiben. Der Opener "Phenomenous" reisst einen gleich zu Anfang mit. Bei der Ballade "Down To The River" gefällt mir besonders gut die wunderschöne Akustikgitarre, das erzeugt eine wirklich grossartige Stimmung, ohne ins Kitschige abzudriften. Der nächste Track "Animals", mit einer sehr eingängigen Melodie, ist ein echter Ohrwurm. In die gleiche Kategorie fällt "BlahBlahBlah", auch wenn der Refrain auf Dauer fast schon nervig wird. Für "Rise Up Together" wird dann das Tempo wieder etwas zurückgeschraubt. Ein weiteres Highlight ist der letzte Track "Freedom", der wieder sehr blues-lastig daherkommt. Fazit: Be The Wolf haben ihren Stil gefunden und sind nun deutlich selbstsicherer unterwegs - eine deutliche Verbesserung zum Debut! Reinhören lohnt sich!
Patricia H.   

Punkte: 8.4 von 10
PITCH BLACK PROCESS - Derin
EMP Label Group
Geht man rein vom Albumcover aus, das einen startenden Schwan ziert, darf man nichts Grossartiges erwarten. Glücklicherweise sagt dies selten viel über den Inhalt eines Albums aus. Pitch Black Process, einigen vielleicht noch besser bekannt unter dem Namen Affliction, spielen experimentellen Metal mit orientalischen Einflüssen. Die Texte teils türkisch, teils englisch, werden zu stampfenden Riffs hinzugefügt und ab und zu mit volkstümlicher Flöte oder Zytar abgerundet. Dies ergibt ein interessantes Potpourri, das sich wirklich hören lassen kann. "Halil Ibrahim Sofrasi" ist wohl der klassischste Track in diese Richtung. Auch die anderen der insgesamt zehn Songs haben etwas Eigenes, was "Derin" speziell auszeichnet. Der Gesang von Emrah Demirel ist enorm vielfältig und erstreckt sich von klar und lieblich bis hin zu growlig röchelnd aggressiv. Dies ergibt mit den Drumparts und den verschiedenen Gitarrenriffs ein abwechslungsreiches Ganzes. Pitch Black Process haben stark an sich gearbeitet und ihren Sound seit dem Album "Hand Of God" nochmals verfeinert. Geschwindigkeit spielt keine zentrale Rolle in der Musik der Türken. Hämmernd groovige Riffs stehen im Fokus, und darum herum wird experimentiert - mit Erfolg. "Derin" bringt jede Menge Abwechslung mit sich und beim mehrmaligen Durchhören entdeckt man immer wieder neue interessante Passagen, die beim ersten Hören nicht sofort auffallen. Eine Platte also, die es wert ist, gehört zu werden.
Oliver H.    

Punkte: 8.2 von 10
SIXX:A.M. - Prayers For The Blessed (Vol. 2)
Eleven Seven Music
Wenn ein Album das Anhängsel "Vol. 1" trägt, kann getrost davon ausgegangen werden, dass ein "Vol. 2 " in nicht allzu weiter Ferne nachgeschoben wird. So geschehen auch hier bei Sixx:A.M., der mitunter neuen Wirkungsstätte des ehemaligen Bassisten von Mötley Crüe, der an Silvester 2015 in Los Angeles mit einer allerletzten grossen Show seine 35-jährige Karriere bei dieser Combo beendete. Inzwischen ist seither schon fast wieder ein ganzes Jahr vergangen. Sixx:A.M. waren in diesem Frühsommer unter anderem auch in Europa auf Tour und ich heuer am "Sweden Rock" zugegen, als die Amis am zweiten Festivaltag einige Fans vor die Bühne, sprich die "Lemmy-Stage" zogen. Die Show entsprach dem, was man von einer Band aus den Staaten erwarten konnte, auch wenn das Ganze einerseits durch Nikki Sixx und generell von der schrillen Optik der Akteure lebte. Musikalisch war es letztlich eine Frage des Geschmacks, aber rocken tat die Mucke schon, und das macht auch das Material des Studionachfolgers «Prayers For The Blessed (Vol. 2)» - Der Opener «Barbarians (Prayers For The Blessed)» fällt gleich mit der Türe ins Haus und schliesst stilistisch nahtlos am Vorgänger an. Das erstaunt nicht, denn das jetzt erschienene zweite Album wurde gleich nach dem Debüt eingetütet. Auch hierbei setzt sich Gitarrist DJ Ashba schon von Anfang mächtig in Szene. Spätestens bei «Wolf At Your Door» ist auch der Synthie wieder deutlich hörbar. Der teils gedoppelte und/oder sicher um fette Backing Vocals aufgepeppte Gesang von Frontmann James Michael ist auf maximale Wirkung ausgelegt, sprich so laut, dass die Band eigentlich nur auf grosse Bühnen gehört. Ob sie das je schaffen, muss jedoch noch bewiesen werden. Beim kurzen Guitar-Intermezzo «Catacombs» lässt DJ Ashba seine Axt in der Art von Steve Stevens und Eddie van Halen aufheulen, bevor es mit «That's Gonna Leave A Scar» wieder volle Pulle losscheppert. Interessant ist danach die eigene Interpretation von «Without You». Die bekannte Schmuse-Ballade stammt im Original von der britischen Band Badfinger (1970) und kam vor allem 1993 durch Pop-Diva Mariah Carey zu Ruhm und Ehre. Bei Sixx:A.M. wirkt sie hingegen etwas deplatziert. Besser ins Ohr geht anschliessend die töfte Halbballade «Suffocate». Der Schluss von «Prayers For The Blessed (Vol. 2)» ist insgesamt ruhiger als beim Vorgänger und die Scheibe in der Gesamtheit einen Tick melodiöser. Wer den ersten Teil schon mochte, kann hier blindlings erneut zuschlagen.
Rockslave  
Punkte: 8.0 von 10
BLACK HOLE GENERATOR – A Requiem For Terra
Ars Magna Recordings
Schwarzwurzel-Fans aufgepasst! Wer auf Bands wie Schammasch, Melechesch, Mörk Gryning oder Nightfall steht und auch einen Schuss The Vision Bleak nicht verachtet, der sollte sich Black Hole Generator’s Erstling nicht entgehen lassen. Das Duo aus dem wirklich hohen Norden, sprich Norwegen, begeht hier seine Jungfernfahrt mit einem Gemisch aus den genannten Truppen, fährt aber genug auf einer eigenen Strasse herum, dass man kein Plagiat ist. Hervorzuheben sei vor allem der Gesang (mit dem steht und fällt eh praktisch 90% einer Platte): Der gute Herr Nilsen schreit, krächzt, flüstert, jammert und fleht auf eine ganz eigene Art, die zuerst weinerlich, dann aber zugleich wieder bedrohend wirken kann. In Kombination mit einer teilweise rasenden, andererseits aber auch beinahe bedächtig wirkenden Mucke ergibt das eine Mixtur, die einerseits fordernd, aber auch eingänglich ist. Irgendwie schwirren mir beim Anhören noch Witherscape im Kopf herum, so rein von der Vielfältigkeit her. Kurzum: Wer auf individuellen Schwarzwurzel-Sound steht, sollte sich unbedingt Black Hole Generator antun – ich behaupte, dass ihr das nicht bereuen werdet!
Toby S.   
Punkte: 8.0 von 10
SENTIENT HORROR- Ungodly Forms
Testimony Records
Mit ihrem Debut "Ungodly Forms" werden Sentient Horror bei Freunden des Old School-Death Metal sicher für ein breites Grinsen sorgen. Das Quartett aus New Jersey um Sänger/Lead Gitarrist und Songwriter Matt Moliti bieten hier nämlich das Beste aus dem amerikanischen Death Metal, gepaart mit einer ordentlichen Portion 90's-Death Metal, wie er von ihren Vorbildern aus der Gegend um Stockholm zu eben jener Zeit glänzend gespielt wurde. Und da kommt es der Band natürlich zu Gute, dass Ex-Bloodbath und Ex-Edge Of Sanity-Chef Dan Swanö für das Mastering zuständig war und Sentient Horror gehörig unter die Arme griff. Denn auch dieser zeigt sich zu Recht mehr als begeistert von den Jungs aus den USA und ihrer rohen, aber stets auf den Punkt gebrachten Spielweise. Gewaltig und unaufhaltsam wirkend zimmern sich Sentient Horror durch Granaten wie "Splinter The Cross", "Die, Decay, Devour", "Beyond The Curse Of Death" oder "Suffer To The Grave", lockern das Ganze immer wieder mit herrlichen Gitarren-Soli auf und fangen zu jeder Zeit eine einmalige Atmosphäre ein. Selbstverständlich haben sie das Rad auf "Ungodly Forms" nicht neu erfunden. Müssen sie aber auch gar nicht! Denn auch wenn die Songs hier und da verschiedenste Einflüsse ihrer Helden enthalten, tut das der Scheibe und der Band als Ganzes sehr gut und "Ungodly Forms" kommt dadurch extrem frisch mit viel Spielfreude um die Ecke. Das Album kommt bei mehrmaligem Hören immer besser zur Geltung, und bestimmt würde die Punktevergabe nach einem halben Jahr intensiven Hörens höher ausfallen. Aber da warten wir mal auf den Nachfolger.
Sascha Sch.     
Punkte:
8.0 von 10
ROBERT PEHRSSONS HUMBUCKER - Long Way To The Light
High Roller Records/Musikvertrieb
Nach dem 2013 so hoch gelobten, selbstbetitelten Debut veröffentlicht Robert Pehrsson gut drei Jahre später sein zweites Soloalbum namens "Long Way To The Light". Doch Soloalbum passt eigentlich nicht so ganz, denn der schwedische Gitarrist und Sänger hat sich prominente Unterstützung geholt. So gehen die 'kompositorischen Lorbeeren' nicht nur auf seine eigene Kappe, sondern auch auf seinen früheren Imperial State Electric-Kollegen und Hellacopter Nicke Andersson oder Joseph Tholl (Enforcer, Black Trip). Das Ergebnis ist eine interessante Mischung aus klassischem 70er Jahre Hard Rock und modernem Rock mit soften Punk Rock-Anstrichen. Der starke Opener "Send Her My Love" gibt einen stimmungsvollen Einstieg und erinnert unweigerlich an The Hellacopters zur "Rock The Dead"-Ära oder an neue Audrey Horne. Dagegen hört man bei "Distant Bound" klassische Thin Lizzy raus. Tatsächlich wird der Track von Joseph Tholl gesungen, und das ganz hervorragend! Doch auch Pehrsson selbst macht am Mikro eine klasse Figur. "Break Away From This Broken Heart" kommt von allen Songs einer Ballade am nächsten und überzeugt durch seine tolle Melodie mit Akustikgitarre und Klavier. Ein weiteres Highlight ist für mich "Zero Emotion". "No I Don't" schließt "Long Way To The Light" sehr schnell nach nur 9 (ohnehin recht kurzen) Songs ab. Da fehlt mir tatsächlich noch einer oder zwei! Insgesamt liefern Robert Pehrsson's Humbucker hier eine echt klasse Scheibe ab, welche mir nach mehrmaligem Hören immer besser gefällt und live bestimmt richtig Spaß macht. Erwähnenswert finde ich noch, dass Robert Pehrsson den Großteil des Albums eigenhändig geschrieben und das Ganze auch selbst produziert hat, und doch klingt es nicht nach einem 'Gitarristen-Album', wo ewige Gitarrensoli 'rumdudeln' und von Eingängigkeit keine Spur ist. Das ist hier ausschließlich im positiven Sinne - überhaupt nicht Fall! Also, hört selbst mal rein!
Juliane E.
     
Punkte:
8.0 von 10
DOMKRAFT - The End Of Electricity
Magnetic Eye Records
Das musikalische Rezept von Domkraft aus Stockholm ist eigentlich schnell erklärt. Man nehme zwei bis drei Akkorde, füge diese zu einem wüsten Riff zusammen und spiele das Ganze dann minutenlang immer wieder rauf und runter, wobei zur Abwechslung gezielt kleine rhythmische und tonale Variationen eingestreut werden. 'Riff. Hook. Repeat until numb.', so beschreiben sie sich selbst. Ganz so simpel, wie es sich nun anhört, ist die ganze Angelegenheit am Ende des Tages dann aber doch nicht, denn trotz der voraussehbaren Vorgehensweise schaffen es die drei Schweden, die Spannung auch bei den längsten Nummern aufrecht zu erhalten. Einerseits, weil es ihnen gelingt, einen authentischen Spielrausch zu vermitteln, andererseits, weil sie einfach verdammt heavy sind. Egal, ob sie nun Fuzzbox oder Distortion, Big Muff oder Overdrive heissen, der ausgiebige Einsatz der kleinen Helferlein verfehlt seine Wirkung nicht und verleiht den nicht mal so trägen Doomwalzen den Extrakick Durchschlagskraft. Durch das Repetitionsmoment wirken die Tracks regelrecht hypnotisch ("Meltdown Of The Orb"!), ohne mit der Zeit auf die Nerven zu gehen, und das, obwohl der immer gleichförmige Schreigesang von Basser Martin Wegeland null Dynamik besitzt. Hier zeigt sich wieder mal, wie effizient die einfachsten Riffs sein können, wenn sie nur richtig ein- und umgesetzt werden. Wo andere auf Abwechslung setzen, schwören die Jungs von Domkraft auf schiere Power und schaffen somit das Kunststück, selbst diese variantenarmen 40 Minuten kurzweilig und unterhaltsam zu gestalten. Doomköppe schlagen hier ohne Reue zu.
Mirko B.     
Punkte:
8.0 von 10
APOLLO - Waterdevils
Escape Music/Non Stop Music
Mit 'Waterdevils' legt der Schwede mit den griechischen Wurzeln Apollo Papathanasio sein erstes Solowerk vor. Der begnadete Sänger ist kein unbekannter in der Szene. Von 2005 - 2012 war er Frontmann bei Firewind (bis dessen Gitarrist, ebenfalls mit griechischen Verweisen, Gus G. zu Ozzy Osbourne abwanderte) und seit 2010 Shouter bei Spiritual Beggars. Mit der nun vorliegenden Scheibe beweist der Mann sein versiertes Talent als Verfasser ansprechender Songs. Seine bisherigen Betätigungsfelder lässt er dabei nicht aussen vor und bewegt sich im, durch Firewind und Spiritual Beggars, breit abgesteckten Feld von 70er-Hard Rock und 80er-Metal. Dabei versteift er sich aber keineswegs auf diese Acts. Vielmehr lässt er locker und unkompliziert entsprechende Soundelemente in seine eigenständigen Songs einfliessen. Zwischen balladesken Klängen und harten Sounds deckt er ein weites Spektrum ab, das eine breite Fanbasis ansprechen kann. Auch die Interpretation des Phenomena-Tracks "Stop" beweist das musikalische Geschick von Apollo, sich an Gutem zu orientieren, sich selber aber trotzdem zu entfalten. Obwohl keine eigentlichen Hits auszumachen sind, begeistert das Album durch Intensität, Qualität und Variabilität. Ein symphatischer Musiker mit einem tollen Album im Gepäck.
Chris C.   
Punkte:
8.0 von 10
LEPROUS - Live At Rockefeller Music Hall
Century Media/Universal
Nach fünf Studio-Alben beehren uns die Norweger um Frontmann Einar Solberg mit ihrem ersten Live-Dokument. Es wurde am 4. Juni dieses Jahres in Oslo aufgenommen. Eröffnet wird das Konzert mit dem tollen "The Flood". Typisch treibende Sounds mit etwas melancholischem Gesang, gut gewählter Einstieg. Gefolgt vom sperrigen "Foe", und über all dem Solbergs mächtige Stimme, schon eindrücklich, das Ganze. Oder der Hammer Stakkato-Anfang von "Third Law" brachial gut. Erstaunlich, wie gut der Sound aus den Boxen dröhnt, man hat echt das Gefühl, mitten in der Konzert-Halle zu stehen. Die Songs klingen fett und breit, der Gesang gigantisch gross, habe selten so eine starke Live-Atmosphäre von einer CD gehört. Ganz gut auch das variable, wilde "Red", unglaublich der Druck von den Drums und die fette Gitarre, und über allem thront Solbergs Stimme, grosses Kino, das die Norweger hier bieten. Danach folgt das spannende "The Price", das mit schrägen Stakkato-Rhythmen startet und dann wechselt in einen U2-ähnlichen Part. Auch sehr spannend ist "Down", wild und ungestüm bricht der Track über den Zuhörer. Beendet wird dieses spezielle Werk von den beiden 10-Minuten-Songs "Forced Enrty" und "Contaminate Me". Die Norweger schaffen es mit ihrem modernen Prog Rock/Metal vollends zu überzeugen und zu begeistern. Zieht euch die Wucht, die Vielseitigkeit und die mächtig gesungenen Songs der Herren aus Oslo rein, diese Live-Scheibe ist echt was ganz Spezielles und macht süchtig.
Crazy Beat   
Punkte: keine Wertung
GATECREEPER - Sonoran Depravation
Relapse Records/Non Stop Music
Death Metal war mal en vogue. Ja, als Obituary und Morbid Angel das Zepter schwangen und massenweise Headbanger mit ihrem Satanischen, bösen Death Metal in die Hölle spedierten, war die Welt noch in Ordnung. Doch wir wissen alle, dass ein solcher Hype nicht ewig hält und sich die Welt weiter dreht, um neue Musik auf die metalhungrigen Fans loszulassen. Gatecreeper aus Arizona scheint es egal zu sein, dass ihre Musik wieder reiner Untergrund ist. Das soll auch so sein, man spielt lupenreinen Old School-Death Metal, mal schnell, mal schleppend, mit einem typischen Schwedischen Groove und Gitarrensound. Hier hört man einen Mix aus Grave, Obituary und den geilen Bolt Thrower. Coole Scheibe, fühle mich wieder ein paar Jährchen jünger!
Daniel J.  
Punkte:
8.0 von 10
BLUTENGEL - Complete (EP)
Out Of Line Music
Die Dark-Pop-Kombo aus Deutschland präsentiert mit der EP "Complete" ein zwar kurzes, aber doch sehr emotionales und eingängiges Werk. Neben dem Titeltrack "Complete" gibt es auch noch einen Remix sowie zwei weitere brandneue Songs. In "Complete" verarbeitet Mastermind Chris Pohl den schmerzlichen Verlust eines geliebten Menschen, was dem Song sehr viel Tiefe verleiht. Dabei klingen sie ein wenig wie Depeche Mode - ganz toller Track! Allerdings muss ich leider sagen, dass mir der Remix von Massive Ego überhaupt nicht gefallen hat. Der Club-Remix wirkt extrem chaotisch und disharmonisch und nimmt dem Lied den ganzen Charme. "Nowhere" ist wiederum ein klassischer Blutengel Song: Vielleicht ein wenig seicht in den Grundzügen, aber dafür sehr eingängig und vor allem tanzbar! Mit "Dusk" kommt dann noch in wunderbares Instrumentalstück dazu, das die EP auf einer eher verträumten Note abschliesst, auch wenn es in der Gesamtheit ein wenig monoton ist. Fazit: Die EP macht deutlich Lust auf mehr! Doch keine Angst - das neue Album ist schon bald in Sicht! "Leitbild" soll das gute Stück heissen und 2017 rauskommen. Man darf gespannt sein, denn "Complete" ist schon mal ein sehr vielversprechender Anfang für die neue Saison!
Patricia H.   
Punkte: keine Wertung
THE OUTLAWS - Legacy Live
Steamhammer//Musikvertrieb
Während Lynyrd Skynyrd, Molly Hatchet oder die Allman Brothers wohl jedem Musikfan von Begriff sind, ist die Band The Outlaws vermutlich nicht jedem so geläufig. Nichtsdestotrotz kann man The Outlaws mit ihrer über 40-jährigen Bandgeschichte als Urgestein des Southern Rock bezeichnen. Und diese feiern die Herren anno 2016 mit der Doppel-Livescheibe "Legacy Live", welche dem Hörer einen knapp zweistündigen musikalischen Querschnitt bietet. Neben Outlaw-Klassikern wie "There Goes Another Love Song", "Ghost Riders", "Green Grass & High Tides Forever" oder "Freeborn Man" sind unter den 20 Songs auch aktuellere Stücke wie "It`s About Pride", "Hidin` Out In Tennessee" oder "So Long" vertreten. Wo das Ganze aufgenommen wurde, wird zwar nicht gesagt, doch die Aufnahmen wirken insgesamt sehr schlüssig, wie bei einem Konzert. Die tontechnische Qualität lässt zudem keine Wünsche offen, Gesang und Instrumente sind einwandfrei zu hören, und Publikumsreaktionen sind zumeist nur zwischen den Tracks wahrzunehmen. Auch wer die Songs von The Outlaws nicht kennt, aber auf klassischen, erdigen Südstaatenrock steht, sollte in "Legacy Live" gerne mal rein hören, denn die Scheibe eignet sich in meinen Augen auch bestens als Hintergrundmusik für einen gemütlichen Abend.
Juliane E.   
Punkte: keine Wertung
BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE –
Bloody Unholy Christmas (Compilation)
Schlitzer-Pepi Records
Nun, es geht immer schneller gegen Ende Jahr zu, und was folgt zwangsläufig? Richtig: Volle Konsumtempel, in denen aus allen Ecken „Last Christmas“ von WHAM und allen Schnulzbacken dröhnt. Man könnte es allerdings auch anders haben – wenn man das „Weihnachtsalbum“ der blutsaugenden Zombies aus dem fernen All, sprich Österreich, laufen liesse. Darauf finden sich nebst wenigen Eigenkompositionen auch viele Covers, die eigentlich erst jetzt richtig hörbar werden: „Material Girl“, „Let Me Entertain You“, „Thriller“ und ähnliche Songs. „Welcome To The Jungle“ hat mich persönlich jetzt nicht zwingend aus den Socken gehauen, dafür umso mehr „Der Komissar“, welcher wunderbar im breitesten österreichischen Akzent vorgetragen wird und eine schön punkige Schlagseite erhält. Generell kann man sagen: Wer etwas mit Horror Punk der Marke The Other, Misfits und Wednesday 13 anzufangen weiss, der muss dieses Album schon fast unter dem Weihnachtsbaum haben. Ist aber auch sonst kuhl anzuhören.
Toby S.   
Punkte: keine Wertung
SNAKESKIN BOOZEBAND - Snakeskin Boozeband
Non Stop Music
Yeah, let's rock! Die drei Jungs aus Laufental lassen es schon beim Opener "Bar Romance" ordentlich krachen. Starten mit einem starken Go Down-AC/DC-Riff und treten in der 2 Hälfte des Songs dann ordentlich aus Gaspedal, starker Einstieg in ein solides Röck`n`Röll-Album. Auch "Stop And Stay" rockt wie Sau. Ich mag die Malcom Young-like Crunch-Sound-Gitarre von Lukas, natürlich hört man die Parallelen zum Teil überdeutlich, aber egal es rockt und gefällt. Auch "The Keeper" lebt von treibenden Drums, Bass und Gitarren, klasse Nummer. Dann folgt das verspielte Instrumental "J.A.M." Hier zeigen die drei, dass auch ein instrumentaler Song spannend sein kann, übrigens klasse Bassarbeit von Vincent. Ganz gut gefällt mir das Krokus-Riffing bei "Stand Up", reisst so richtig mit. Und mit "Fake Personalities" driftet man dann ein wenig in ältere Judas Priest ab, klasse. Wie schon gesagt schippern die 3 Jungs so in Gefilden von Priest, Krokus und AC/DC, aber trotzdem noch mit genügend Eigenständigkeit. Und das Ganze rockt echt gut und sehr tight aus den Boxen. Tolles Album mit durchgehend starken Songs, die einfach nach vorne rocken und Spass machen beim Anhören, Daumen hoch für Snakeskin Boozeband.
Crazy Beat  
Punkte:
7.9 von 10
PHIL CAMPBELL AND THE BASTARD SONS -
Phil Campbell And The Bastard Sons
Motörhead Music
Wenn jemand stirbt, wie in diesem Fall die Rock'n'Roll Ikone Lemmy Kilmister (R.I.P.) vor gut einem Jahr, geht das (Musiker-) Leben der ehemaligen Kumpels natürlich weiter. Einige hören nach so einem tiefgreifenden Ereignis zwar gleich ganz auf und andere schliessen möglichst nahtlos da an, wo sie unterbrochen wurden. Dies gilt auch für die nun ehemaligen Motörhead Recken Phil Campbell (g) und Mikkey Dee (d). Während Letzterer sich bekanntlich als neuer Drummer der Scorpions (!) verdingt, hat Phil gleich eine neue eigene Combo aus der Taufe gehoben. Es dürfte im Musikzirkus wohl einmalig sein, dass ein Musiker dieses Formats nicht weniger als drei eigene Kinder, sprich erwachsene Söhne, an Bord holt! Die sicherlich mit einem Augenzwinkern bedachten "Bastard Sons" sind Todd (g), Dane (d) und Tyla Campbell (b). Ergänzt wird das Familien-Quartett durch Sänger Neil Starr, der mir zu Beginn nicht wirklich gefiel. Erst mit dem kürzlich stattgefundenen Auftritt im Kofmehl in Solothurn (20.10.2016) konnte er sich weitgehend rehabilitieren und den ersten wie schlechten Eindruck von letztlich nicht aussagekräftigen YouTube-Filmchen zerstreuen. Das Ganze kommt live noch einen Zacken heftiger als auf der vorliegenden EP mit fünf Songs. Produziert von Cameron Webb erstaunt es nicht, dass die Mucke soundmässig wie auf «Bad Magic», dem letzten Motörhead-Dreher, daher kommt. Vieles davon erinnert mich sogleich an «Fire And Gasoline» (1989), die gnadenlos geile Solo-Scheibe des ehemaligen Sex Pistols Gitarristen Steve Jones. Will sagen, dass die Songs ordentlich mit Biker-Vibes grooven und dass es dabei, wie bei «No Turning Back», mitunter auch mal nach Motörhead „riecht“, erstaunt nicht wirklich und ist legitim. Mit dem ruhigen wie fluffigen Song «Life in Space» klingt diese vielversprechende EP leider viel zu früh aus. Man darf gespannt sein, was da noch alles aus dem Hause Campbell/Starr nachfolgen wird.
Rockslave
    
Punkte:
7.7 von 10
HEVIDENCE - Nobody's Fault
Frontiers Music/Musikvertrieb
Bandkopf und Gitarrist von Hevidence ist der Italiano Diego Reali. Dieser wiederum ist kein Unbekannter, veröffentlichte er doch mit der Formation DGM zwischen 1996 und 2006 sechs starke Prog Metal-Scheiben. Bereits 2010 gründete er seine eigene Band. Ursprünglich unter dem Namen Evidence erschien ein Jahr darauf "There's Only Ten Left". Nun fand das Projekt endlich mit "Nobody's Fault" eine Fortsetzung. Dabei besinnt sich der Gitarrenvirtuose auf seine Stärken, die im traditionellen Metal liegen. Interessanterweise schielt er dabei offensichtlich nach Schweden, aber auch nach Deutschland. Im Fahrwasser von Yngwie Malmsteen und aktuelleren Europe verfasste er klassische Hard Rock-Tracks, die er durch dezente Progeinschübe und Power Metal-Einsprengsel auf ein individuelles und eigenständiges Level hob. Nicht selten wird man dabei auch an Helloween und Pink Cream 69 erinnert. Die Puzzleteile sind daher keinesfalls neu, werden aber durchaus differenziert zusammengesetzt. Den Songs liegen immer wieder erstaunlich kreative Ideen zugrunde, die die Sache interessant und abwechslungsreich gestalten. Unter dem Strich können aber nicht alle Tracks begeistern, verlieren sich teilweise in Inhomogenität und wirken holprig. Ein weiteres Manko sind die Vocals, die zwar über Power verfügen, aber durch mangelnde Intensität keine nachhaltigen Akzente setzen können. Was sicher kritiklos bleibt, sind die virtuosen Gitarren von Saitenkünstler Diego Reali. "Nobody's Fault" ist daher bei weitem kein schlechtes Album, im Gegenteil, antesten ist jederzeit gerechtfertigt.
Chris C.
    
Punkte:
7.7 von 10
ISTVAN - Istvan
Aural Music
Lese ich Istvan, denke ich automatisch an Ungarn, aber natürlich liege ich in meiner Phantasielosigkeit wieder mal voll daneben. Istvan ist ein italienisches Stoner Rock-Trio, in Forlì, unweit von Bologna, angesiedelt und inspiriert durch die Schriften des deutschen Arztes, Theologen und Lyrikers Angelus Silesius (geboren als Johannes Scheffler irgendwann Ende 1624, gestorben am 9. Juli 1677). In Anbetracht dieses philosophisch-mystischen Unterbaus muss ich sagen, dass Istvan ihre Sache wirklich gut machen. Statt durchgehend brachial die Riffwalzen-Brechstange anzusetzen, üben sich die drei Jungspunde in Dynamik und lassen in ihren meist langen Kompositionen manch ruhige und entspannte Passage ihre Wirkung voll entfalten. Dadurch wird zumindest den drei Longtrackern auf der fünf Nummern umfassenden Scheibe so etwas wie Leben eingehaucht, denn sie wachsen mit zunehmender Spielzeit teilweise zu regelrechten Monstern heran ("Rundweg") bzw. schleichen im Gewand psychedelischer Klänge zunächst unauffällig durch die Gehirnwindungen des Zuhörers, um dann langsam aber stetig an Energie zu gewinnen bis zum explosiven Abschluss ("Kenosis"). Nicht schlecht, meine Herren, gefällt mir allemal besser als beispielsweise der jüngste Spross der ähnlich veranlagten Karma To Burn. Und wenn wir schon beim Thema instrumentaler Stoner Rock sind: Die zum Glück sehr selten eingesetzten Vocals sind der einzige wirkliche Wermutstropfen auf dieser Veröffentlichung - zu dünn, zu sehr im Hintergrund, zu gesichtslos. Hört auf Zio Mirko, lasst es lieber ganz sein, Jungs. Wie dem auch sei, Istvan ist eine interessante Truppe in der Schnittmenge zwischen Stoner- und psychedelischem Rock, die mit dem selbstbetitelten Debut einen wuchtig produzierten, sehr soliden Einstand geliefert hat. Das schmeckt eindeutig nach mehr.
Mirko B.    
Punkte:
7.6 von 10
MINOTAURUS - Insolubilis
Limb Music
Bereits das liebevoll gestaltete CD-Cover deutet an, dass es ich bei den deutschen Minotaurus um Fantasy-Freunde handelt. Die Musik hat dann tatsächlich einen gewissen Hörspielcharakter. Sie vereint Folk und Heavy Metal zu einem epischen Mix. Vom Gesamtsound von Gesang her könnten hier die Schweizer Endoras Pate gestanden haben. Werden sie aber trotz ähnlichen Liedern aber wohl nicht. Dümpelt "Insolubilis" anfangs noch am Ohr vorbei, nisten sich mit der Zeit einige Ohrwürmer und eine gewisse Wohlfühlatmosphäre ein. Dieses Album sollte darum auch nicht nebenbei, sondern mit voller Aufmerksamkeit gehört werden. Wer diesen Willen nicht aufbringt, wird sich über den holprigen Gesamtsound und die nicht immer perfekte, eher dünne Stimme wundern - und darum bereits zu früh abhängen oder abschalten. Möchten es Minotaurus Neuhörern künftig einfacher machen, müsste das ganze darum noch kompakter und zwingender werden. "Insolubilis" hat das Potential eines mit Herzblut produzierten Liebhaberprojektes und darf auch gerne als Kunst gesehen werden. Dazu passt auch, dass beim letzten Lied ein verstecktes, auf Deutsch eingesungenes Lied erklingt. Minotaurus schaffen es, im Schnitt zwischen Folk und Heavy Metal zu bestehen. Für ein Welt-Album gibt aber trotz Klasse noch viel Luft gegen oben.
Roger W.
 
Punkte:
7.5 von 10
HOPSCOTCH - Lebenszeichen
Laute Helden/Musikvertrieb
Rauen Deutschrock irgendwo zwischen Heavy Metal und Punkrock zelebrieren Hopscotch auf ihrem "Lebenszeichen"-Album. Ein Titel, der durchaus passt. Diese Zeichen sind aber nicht immer schön ausgemalt, sondern weisen oft unbequeme Kanten und Flecken auf. Wie das Leben, auf das Hopscotch einen heben. Textlich werden mehrheitlich die üblichen Deutschrock-Themen behandelt - also Durchhaltewillen und Brüderlichkeit. Diese werden in Reime verpackt, welche nicht immer sauber aufgehen wollen, sondern teilweise etwas holpern. Beeindrucken können Hopscotch vor allem mit zwei Dingen: Ihrer musikalischen Mischung und der wandelbaren Stimme ihres Sängers Markus. Auf "Lebenszeichen" denkt man innerhalb eines Liedes meist an Punk Rock, um sich im nächsten Moment durch einen Heavy Metal-Sturm zu kämpfen. Dieser kann sich schnell wieder in entspannte Klänge abflauen. Passend dazu singt Markus mal sehr melodisch und fast rein - nur um im nächsten Moment oder Lied seine Reibeisen-Stimme auszupacken. Hopscotch beweisen damit Mut zur Abwechslung und den Mut, den besungenen Willen zur Freiheit auch nicht den Szeneregeln zu unterwerfen. Bester Beweis dafür ist das Saxofon-Solo in "Stars und Idole". "Lebenszeichen" ist ein spannendes Deutschrockalbum mit grossem Potential, welche in der eigenen Szene Akzente setzten könnte. Für die breite Heavy-Metal- und Rockmasse fehlt mir allerdings noch ein gewisser, aber sowieso selten gehörter, 'Wow-Effekt'. Hopscotch empfehlen sich hier für höhere Aufgaben. Der verdiente Erfolg sollte kommen. Wer Deutschrock mag, sollte, ja muss unbedingt in dieses Album reinhören.
Roger W. 
Punkte:
7.5 von 10
BURNING POINT - The Blaze
AFM Records/Musikvertrieb
Die finnischen Power-Metaller Burning Point wagen mit ihrer neuen Sängerin Nitte Valo einen Neuanfang. Diese lieh ihr Organ bereits von 2008 bis 2012 den Pop-Metallern Battle Beast. Bei Burning Point geht es jetzt deutlich klassischer zu und her. "The Blaze" ist ein Mix aus stampfenden, symphonischen, schnellen, melodischen heavy- oder power-metallischen Liedern. Valo setzt ihr Organ dabei so ein, dass man nicht immer an eine Frau denkt, sondern eher an eine Mischung aus Ralf Scheepers (Primal Fear) und Steven Mageney (Crystal Ball). Erinnerungen an die metallischeren Lieder unserer Schweizer werden auf "The Blaze" immer wieder hervorgerufen. Die zehn Eigenkompositionen überzeugen mit gewohnt hohem Anspruch, ohne dabei aus der ähnlich starken Konkurrenz herauszustechen. Am Eingängigsten sind für mich das Eröffnungslied "Master Them All", das rollende "My Spirit" und das mit einem rasenden Refrain ausgestattete "The King Is Dead, Long Live The King". Wirklich schlechte Songs findet man auf diesem Album aber nicht. Für die erste Liga fehlt aber wie so oft der letzte Kick. Wer Nitte Valo's Stimme mal mit unkitschigeren Liedern hören möchte, findet sie hier mit härteren, dafür leicht schlechteren Kompositionen.
Roger W.  
Punkte:
7.5 von 10
SLEGEST – Vidsyn
Dark Essence Records
Black’n’Roll mit norwegischen Texten? Klar, warum nicht – kann man machen. Blöd ist nur, dass ich absolut kein norwegisch verstehe, deswegen erschliesst sich mir der tiefere Sinn dieser Platte auch nicht. Fakt ist aber: Slegest machen teilweise arschtretenden Black’n’Roll (eventuelle Referenz hierzu: Chrome Division), teilweise sehr langsamen, schwarz angehauchten Rock/Metal, der sich der genaueren Definition eher entzieht – man könnte Sonic Reign oder Satyricon heranziehen. Passt nicht schlecht. Wer es zwar schwarz eingefärbt, aber dennoch rockig/metallisch mag und sich nicht scheut, eine Platte in der Landessprache der Musiker zu hören, der ist mit „Vidsyn“ gut bedient.
Toby S.  
Punkte:
7.5 von 10
PRIMORDIAL - Gods To The Godless (Live At BYH Festival 2015)
Metal Blade/Sony
Primordial aus Irland muss ich wohl kaum noch gross vorstellen, ist doch die Band auch schon 20 Jahre im Zirkus unterwegs und das eine oder andere Werk der Jungs wird bestimmt in einigen Haushalten zu finden sein. Was mich etwas erstaunt ist der Umstand, dass für diese Live-Scheibe das Bang Your Head Festival ausgesucht wurde - einerseits, weil das BYH nicht zwangsweise ein Mekka für Pagan-Jünger ist, andererseits ich persönlich das Festival mit penetrantem Sonnenschein verbinde, was irgendwie nicht zu der düsteren Musik von Primordial passt. Auch der Umstand, dass Primordial alles andere als simplen und seichten 'Party-Pagan' servieren, den man problemlos einer breiten Masse vorsetzen kann, die dann automatisch die Stimmung zum Glühen bringt, nun, von dem wurde ich auch bereits Zeuge, wenn auch an einer anderen Location. Versteht mich nicht falsch, ich behaupte nicht, dass Primordial live nicht was taugen, jedoch ist in Anbetracht ihrer Musik das Publikum doch auch gefordert und wer nicht zwangsweise Fan der Band ist, nun ja, dem werden Primordial doch auch auf eine gewisse Art zu schwerfällig sein. Der Mitschnitt, welcher hier nun als Silberling vorliegt, ist jedoch auch weniger auf die Stimmung der Anwesenden fokussiert, sondern einfach und simpel eine Live-Aufnahme von 11 Primordial-Songs, über denen die Stimme von Alain Averill thront, welcher den Auftritt jederzeit voll im Griff hat. Einzig das etwas dumpfe Schlagzeug mindert hier die sonst ausgesprochen gute Sound Qualität, welche eingefangen und verewigt wurde. Für Fans der Band ist "Gods To The Godless (Live At Bang Your Head Festival Germany 2015)" durchaus interessant, und wer sich mal "Wield Lightning To Split The Sun" auf dieser Scheibe anhört und begeistert ist, der darf hier getrost zugreifen.
R.K.     
Punkte: keine Wertung
ART X - The Redemption Of Cain
Metalville/Musikvertrieb
Das interessante Cover und der vielversprechende Albumtitel wecken durchaus hohe Erwartungen an diese Rock Oper. Immer wieder versuchen sich Musiker daran, mit gut besetzten Projekten den Durchbruch zu schaffen. Grosse Gastmusiker sind sicherlich nicht der Schlüssel zum Erfolg, können diesem aber nachhelfen. Mit an Bord sind in diesem Fall beispielsweise der Kamelot-Keyboarder Oliver Palotai und Testament-Bassist Steve di Giorgio. Mit grossen Stimmen von u.A. Amanda Sommerville und Zak Stevens hat sich eine interessante Mischung gebildet, welche sich hören lässt. Da bleibt einem nichts Anderes übrig als sich zurückzulehnen und Gabriele Bernasconi’s Werk zu geniessen. Bestimmt ist diese Platte nicht jedermanns Sache. Einen Versuch ist sie aber auf jeden Fall wert und besonders Symphonic- und Powermetal-Fans zu empfehlen. Die Interessante Thematik dürfte zudem für Interesse in den sonst nicht so metalfreundlichen Kreisen wecken. Sound zu beschreiben ist immer schwierig, deshalb am besten einfach reinhören!
Monika M.   
 
Punkte:
7.5 von 10
CELTICA – Steamphonia
Stringdependent Records
Die seit 2009 existierende, internationale Formation Celtica hat sich für ihr viertes Album neu gewandet und begibt sich auf eine Zeitreise ins England des 19. Jahrhunderts. Doch damit nicht genug der Änderungen - als Coverband gestartet, präsentieren sie nun - mit Ausnahme von 'Carmina Celtica' - ausschliesslich Eigenkompositionen, welche durch Hinzunehmen einer Violine ins Line-Up deutlich symphonischer ausgefallen sind als bisher. Die für die Band charakteristischen, toll klingenden Bagpipes sorgen selbstverständlich weiterhin für die schottisch-keltische Grundstimmung, wobei insbesondere die Melodien auch oft klassisch inspiriert sind. Für den Steampunk-Flair sorgen Samples von Maschinengeräuschen. Die Gitarren beschränken sich in der Regel auf einfaches Rock-Riffing, wobei sie auch mal zu einer mit Violine oder Dudelsack duellierenden Soloeinlage ausbrechen. Mit tiefer gestimmten Gitarren und einzelnen Doublebass-Einsätzen versucht man die metallische Seite noch etwas stärker zu betonen, wobei diese Intention mässig gut gelingt. Auch wenn die Band trotz einzelnen etwas schwächeren Songs auf musikalischer Ebene wirklich überzeugen kann, wirkt das ganze Konzept leider wenig authentisch und eher auf den Erfolg ausgerichtet. Diese Aufmache hätte man ebenso wenig nötig wie die Selbstbeweihräucherung auf den Infozetteln.
Patricia L.  
Punkte:
7.5 von 10
LIGHT & SHADE - The Essence of Everything
Scarlet Records
Das interessante neue Projekt glänzt nicht nur mit Namen, sondern auch mit Originalität. Stilistisch müsste die Scheibe irgendwo zwischen, Power und Progressive Metal gedrückt werden, die Vocals hingegen stellen alles nochmals auf den Kopf. Von klarem Gesang bis hin zu Growls, es wird grosszügig mit genretypischen Elementen gespielt. Ein gelungenes Experiment, welches man versuchen sollte. Dieses Album dürfte Fans verschiedener Stile gleichermassen ansprechen. Am besten vor dem Kauf kurz reinhören!
Monika M.
 
Punkte:
7.5 von 10
FOURTH CIRCLE - Elements
darkTunes
Orientiert an den grossen Vorreitern, jedoch mit Mut zum Experimentieren, etwa so könnte man das Album Elements der französischen Gruppe Fourth Circle beschreiben. Trotz diversen Ansätzen kann das Album leider nicht gross herausstechen und klingt wie die meisten Symphonic Metal scheiben der grossen Genrevertreter. Sehr schade, denn Potenzial zu einer gewissen Individualität ist auf jeden Fall zu hören. Das Gesamterlebnis ist dennoch ein schönes Geschenk an die Ohren, welches man sich antun sollte. Eine Stunde lang entspannen und sich die Stimme Audrey Adornato’s antun? Auf jeden Fall!
Monika M. 
Punkte:
7.5 von 10
REVEL IN FLESH - Emissary Of All Plagues
Cyclone Empire
Für alle Welpen die erst anfangen harte Töne zu entdecken und ewiggestrige "Früher-war-alles-besser"-Kandidaten könnte das vierte Album der Schwaben eine lohnenswerte Entdeckung sein. Denn was aus den Boxen ballert ist melodischer, eher episch getragener old school Geradeaus-Death Metal mit tiefen Growls und genehmen Screams, veredelt durch eine druckvolle Produktion. Parallelen zu Artverwandtem wie Bolt Thrower, Asphyx, Dismember und allgemein altem Schwedentod lassen sich aufgrund des Gitarrensounds und den schleppenden Riffschiebereien nicht von der Hand weisen und die immer wieder auftauchenden, leicht verhallten Melodiebögen machen die zehn Lieder zu gut verdaubarem Naschwerk. Mein persönlicher Gesamteindruck zu "Emissary Of All Plagues" ist wegen den eher abrupten Endungen, dem zu sehr auf Nummer sicher gehenden Songwriting, den zu entspannten Soli und dem fehlenden gewissen Funken Wahnsinn zwar nicht mehr als ph-Wert 7, ich würde aber einen Liveauftritt (etwas zu viel Bier inklusive) trotzdem beklatschen. Saubere, runde Sache mit Luft nach oben, reinhören.
Hardy   
Punkte:
7.0 von 10
EXISTANCE - Break The Rock
Black Viper Records
Die 80-er Jahre grüssen diesmal aus Frankreich. Die Herrschaften von Existance lassen den Heavy Metal neu aufleben und überzeugen sowohl an den Instrumenten wie auch bei den Vocals. Das Album ist als Ganzes ganz nett zu hören, zwei, drei Lieder stechen auch aus dem Gesamtbild raus. Die Jungs haben sich zwar den 80ern verschrieben, trotzdem ist der Sound recht frisch. Das bringt den Hintern in Bewegung! Die französische Musikszene wird von der Mehrheit auf die Chansons reduziert und man denkt bei Frankreich nicht zwingend sofort an Metal, wie dies bei anderen Nationen der Fall ist. Sehr schade, da dort offenbar sehr viele Talente schlummern. Mit Break the Rock erhalten wir fast 50 Minuten solides Tonmaterial, welches mit Leichtigkeit eine grosse Sympathie für die Band weckt. Wer sich in den 80ern «zu Hause» fühlt, ist mit diesem Album sicherlich gut bedient.
Monika M.
 
Punkte:
7.0 von 10
ZIX - Tides Of The Final War
Pure Steel Records/Musikvertrieb
Zix sollen laut Promoschreiben die beste Heavy Metal-Band aus dem Libanon sein. Das Debutalbum "Tides Of The Final War" unterstreicht jetzt zumindest, dass Zix auf hohem Niveau musizieren und sich auch im internationalen Vergleich nicht verstecken müssen. Für die weltweite Oberliga gibt es aber noch zu viele steinige Wege zu bestreiten. So wirken die zehn Lieder zwar grundsolide, verfügen über ein ansprechendes kompositorisches wie auch musikalisches Niveau, lassen aber den nötigen Zauber vermissen. Und dies selbst bei "Metal Strike", welches mit Gastbeiträgen internationaler Grössen wie Tony Martin, Blaze Baley, Paul DiAnno und anderen eingesungen wurde. Hier zeigt es sich auch am deutlichsten, dass die Lieder doch etwas zu chaotisch strukturiert sind. Geteilt werden die Meinungen auch über die Leistung von Sängerin Maya Khairallah sein. Ihr Timbre ist zwar ansprechend, aber definitiv nicht jedermanns Sache. Zudem wirken auch die Gesangslinien immer wieder sehr schräg. Dies kann durchaus als eigenständig und positiv betrachtet werden. Für mich klingt es aber immer wieder ziemlich falsch, neben der Spur und teilweise sogar nervend. Ignoriert man den Exotenbonus aufgrund der ungewöhnlichen Herkunft, bleibt gar ein knapp durchschnittliches Album. Und dies, obwohl Zix wie bei "A Thousand Wars At Sea" gar fernöstliche Klänge einbauen. Diese Elemente könnten bei künftigen Alben aber noch besser und deutlicher herausgeschält werden. "Tides Of The Final War" bringt den Libanon auf die Heavy Metal-Weltkarte mit einer sympathischen, grundsoliden Band. Es bleibt zu hoffen, dass es diese schafft, möglichst bald Welthits zu schaffen, um damit langfristig im Gespräch zu bleiben.
Roger W. 
Punkte:
7.0 von 10
VESEN - Rorschach
Soulseller Records
Wer an Norwegen denkt, wird neben Fjorden und Wäldern auch automatisch brennende Kirchen vor seinem inneren Auge sehen, zumindest, wenn man sich etwas für die Geschichte des Black Metal interessiert. Vesen wurde in den späten 90er-Jahren in Skogbygda geformt und hat bis anhin im Untergrund sein Unheil verbreitet, dabei wird "Rorschach2 die Truppe kaum aus den dunklen Untiefen in die breitet Popularität treiben, aber dieser Umstand ist keinesfalls negativ zu sehen. Zudem ist der Sound, welche Vesen praktizieren nur beschränkt auf Black Metal zu reduzieren, denn abgesehen von den Schwarzwurzel-Einflüssen gesellt sich zum Schaffen noch eine dicke Portion Thrash- und Heavy Metal der alten Schule mit dazu, was wiederum dazu führt, dass "Rorschach" nicht einfach ein Werk blinder Raserei ist. Im Gegenteil, denn oftmals gleiten die Songs im Mid Tempo-Bereich hin und her, was "Rorschach" streckenweise überraschend viel Groove verleiht. Dazu darf man auch mal in den Genuss eines Gitarrensolos kommen oder gar den Hauch einer Melodie, was Anbeter des Höllenfürsten natürlich sofort abschrecken lässt, doch um gleich die Zweifel zu nehmen: "Rorschach" ist kein Anwärter auf den Friedensnobelpreis oder ein Springbrunnen der Harmonie und unendlichen Liebe, sondern ein schmutziger Bastard, der mit seiner verwaschenen Produktion viel Retro-Charme versprüht. Metalcore und Modern Metal mögen durchaus seine Daseinsberechtigungen haben und sind definitiv in der Gegenwart verankert, doch dieser Retro-Trend zu den Wurzeln des Metal und Rock durchdringt immer stärker die gesamte Szene, dabei mögen einige Bands gewollt Kapital daraus schlagen, den Norwegern jedoch kauft man den Mittelfinger auf Hochglanz und Moderne auch wirklich ab. Wenn ihr mir nicht glaubt, dann hört euch selber mal "Target: Horizon", "Damnation Path" oder "Screaming Sane" an und entscheidet selbst, ob der Untergrund euch begeistern kann.
R.K.  
Punkte: 7.0 von 10
ASKARA – Horizon Of Hope
Eigenvertrieb
Progressive/Gothic Metal? Könnte man als Grobdefinition so stehen lassen, da sehr viele Anzeichen dafür zu erkennen sind, als da wären: Wechselgesang zwischen Growls und Clean Vocals, Keyboards, eine ehere düstere Grundstimmung – so viel zum Thema Gothic. Progressive kann man die Mucke als solches ansehen, als dass man bewusst versucht, gewisse Strukturen aufzubrechen und immer mal wieder verschiedene Wechselspiele mit einbezieht. Auch ist es nicht immer das altbekannte Schema F, das hier bedient wird. Zudem, und das muss auch noch gesagt werden: Für ein Debut ist „Horizons Of Hope“ echt gut produziert worden, man kann die Instrumente klar differenzieren, und der Gesang verschwindet nicht im Klangteppich. Gute Sache! Nun zu den eher weniger erfreulichen Punkten: Mir persönlich sind die Vocals zu sehr auf Vorsicht bedacht, man geht auf Nummer sicher, da fühle ich nicht wirklich etwas dabei. Myriam singt sehr sopran-mässig, Vergleiche mit bekannten Kapellen wie Nightwish zu Tarja-Zeiten oder auch Within Temptation sind erkennbar – nur eben singt die gute Dame zu zögerlich, zu zurückhaltend für meinen Geschmack. Aber singen als solches kann sie, das stelle ich keineswegs in Frage. Die Growls sind ebenfalls eher gewöhnungsbedürftig, es klingt immer so, als würde Elia dauernd die Lippen spitzen – kann man machen, ich persönlich habe so meine liebe Mühe damit. Schlecht ist es nicht, einfach halt gewöhnungsbedürftig – genauso wie die weinerlichen cleanen Vocals bei „Artefact Of Want“, aber ich gehe davon aus, dass das gewollt ist. Nun, bevor ich hier noch mehr schreibe, ziehe ich lieber ein Fazit: Wer auf ‚modernen‘ Gothic Metal steht (denn mit der ursprünglichen Definition hat heutzutage kaum noch eine Band etwas gemein), und dazu noch keine vorgefertigte Schablone benötigt, in welcher das immergleiche Schema repetitiv wiederholt wird, der sollte sich echt mal Askara reinziehen – und sei es auch ‚nur‘ deswegen, weil es wieder mal Schweizer Newcomer gibt, die sich an düsteren Tönen versuchen. Für ein Debut ganz ordentlich.
Toby S.   
Punkte: 7.0 von 10
HIEROPHANT - Mass Grave
Season of Mist/Irascible
Nach einem kurzen, dunklen Intro legen die Italiener von Hierophant mit "Execution Of Mankind" los wie die Feuerwehr. Blastbeats von der extremen Seite föhnen einem das wenige Haar, das noch bleibt, nach hinten. Nach der schnellen Attacke haben sich die Italiener gefunden, und man hat auch schleppende und grollende Parts im Repertoire. Black Sludge Hardcore oder so was nennt sich der Stil der Südländer, in dem man wildert. Die Instrumentenabteilung bringt dann in den zehn Songs auch mächtig Power, um den röchelnden Growler/Sänger zu unterstützen. Leider ist nach ein paar Songs die Magie des ersten Songs und Eindruck weg und die Musik dümpelt ein bisschen vor sich hin. "Mass Grave" ist eine durchzogene Platte geworden.
Daniel J.   
Punkte: 7.0 von 10
ANNISOKAY - Devil May Care
Long Branch Records/Musikvertrieb
Wie immer, wenn es sich um Metalcore handelt, kommen bei manchen Metal-Liebhabern Zweifel auf. Das Genre wird oft belächelt, genauso wie die Fans. Dies ist nur teilweise berechtigt. Wer jedoch urteilt, bevor er sich ein Bild gemacht hat, ist mitschuld am schlechten Image. Die Gruppe aus Halle beweist mit ihrem neuen Album nämlich, dass Core trotz aller Vorurteile gut klingen kann! Für Fans wird das Album eine weitere gute Platte darstellen, für den Skeptiker hingegen positive Überraschung. ANNISOKAY verbinden den klaren Gesang mit Growls und Screams auf eine sehr angenehme Art und setzen im Gegensatz zu anderen Vertretern des Genres nicht auf Härtedemonstration. Das Resultat dürfte somit auch diejenigen ansprechen, die sich sonst vehement dagegen wehren. Im Zweifelsfall lieber trotzdem kurz reinhören.
Monika M.   
Punkte:
7.0 von 10
ESBEN AND THE WITCH - Older Terrors
Season Of Mist/Irascible
Esben And The Witch-Fans sind geduldige und offenherzige Menschen, denn wer nicht über diese Attribute verfügt, wird mit den ausufernd langen Klangcollagen des britischen Trios nicht allzu viel anfangen können. Den gemäss Selbsteinschätzung Heavy Atmospheric Rock genannten Stil, den sie auf ihrem vierten Langdreher anbieten, ist die logische Fortsetzung des ursprünglich eingeschlagenen Weges. Was man zu den Gründungszeiten vor acht Jahren noch verheissungsvoll 'Nightmare Pop' nannte, wodurch der Band meines Erachtens fälschlicherweise eine stilistische Nähe zu den frühen The Gathering angedichtet wurde, würde ich heute eher als eine sehr aufs Wesentliche reduzierte Mischung aus psychedelischem Post Rock, Folk und Gothic Rock mit dezenten Doom-Anleihen bezeichnen. Liest sich schräg, und so klingt es im Endeffekt auch. Die vier überlangen Tracks leben von Wiederholungsmomenten, sich sehr langsam aufbauenden Spannungsbögen, dem schamanischen Schlagzeugspiel von Drummer Daniel Copeman und dem kristallkraren Klagegesang von Fronthexe Rachel Davies, welche zeitgleich den Bass bedient. In diesem ganzen das Unheil evozierende Klang-Sammelsurium spielt Gitarrist Thomas Fisher eine eher untergeordnete Rolle, denn er erhält recht selten die Gelegenheit dazu, satte Riffs rauszuhauen. Stattdessen ist er viel mehr dafür zuständig, durch gezieltes Zupfen einzelner Töne und Akkorde für begleitende Farbtupfer zu sorgen. "Older Terrors" ist ein instrumental sehr abgespecktes - und zeitgleich äusserst intensives Album, das dem Zuhörer viel Geduld und Einfühlungsvermögen abverlangt. Fans werden es eh lieben, und sonstigen Liebhabern von pechschwarzen, meditativen Klängen kann ich es nur wärmstens empfehlen.
Mirko B.
Punkte: 6.7 von 10
DESTINY - Climate Chance
GMR Music
Destiny ist eine Schweden-Truppe mit musikalischem Potential, aber leider auch mit zu vielen Elementen innerhalb eines Songs. Man ist nicht Power Metal, man ist nicht Progressive Metal, sondern liegt zwischen Stuhl und Bank. Mit einer Prise King Diamond, etwas Helstar und ganz viel Tad Morose wird man sicher Fans ansprechen können. Allerdings weiss man bei den genannten Truppen, abgesehen vom King, dass der grosse Durchbruch immer ein grosser Wunsch blieb. «Lead Into Gold» klingt sehr vielversprechend, hat aber hat einfach auch seine Grenzen. Vielleicht wäre ein anderer Shouter keine schlechte Wahl, auch wenn Jonas Heidgert ein guter Sänger ist, aber Akzente kann er nicht setzen. Der packende Moment fehlt, und so haben die 13 Songs mit teils einer Spielzeit von über acht Minuten ihre Momente, aber durchgehend von einen kompakten und begeisternden Album zu sprechen? Nein, da fehlt einiges!
Tinu 

Punkte: 6.7 von 10
ETERNAL DEFORMITY – No Way Out
Temple Of Torturous Records
Was die Polen hier auf ihrem sechsten Longplayer veröffentlichen, ist beileibe keine leichte Kost – Progressive Gothic/Dark/Black Metal könnte so knapp als Anhaltspunkt herhalten, greift aber zu kurz. Prinzipiell orientiert man sich schon an bekannteren Mustern, weitet diese aber aus, verlängert, setzt an… Man könnte von einem erweiterten Patchwork sprechen, wenn man möchte. Dies äussert sich in ausgedehnteren Passagen der Rhythmus- und Solo-Fraktion, zusätzlichen Einschüben mittels Keyboards oder atmosphärischen Abschnitten. Beim Gekreische in Kombination mit der Musik könnte man beinahe von einem Bastard aus Cradle Of Filth und Dream Theater sprechen. Wenn der Gesang allerdings clean wird, wird man auch an Truppen wie Memory Driven oder sachte Crematory erinnert. Anyway, wer’s gerne vertrackt, aber dennoch düster mag, der ist mit Eternal Deformity gut bedient.
Toby S. 

Punkte: 6.5 von 10
PIGHEAD - Until All Flesh Decays
Rising Nemesis Records
Auch schon seit neun Jahren aktiv, bedienen PIGHEAD aus dem grossen Kanton im Norden mit einiger Bekanntheit die Brutal/Slam-Death Metal-Anhänger. Und auch auf dem neuen Album geben sich einmal mehr eitriger Gitarrensound, Blasts, Growls und Pigsqueals (nomen est omen) unerlässlich die Klinke in die Hand, wirken aber trotz meist hohen bpm-Zahlen eher groovig und sind daher bestens geeignet um slammend die Hosen runterzulassen. Wer auf Kapellen wie Amagortis, Katalepsy oder Devourment steht dürfte mit "Until All Flesh Decays" ebenfalls eine kleine Heimat finden. Reinhören.
Hardy 

Punkte: 6.5 von 10
ULCERATE – Shrines Of Paralysis
Relapse Records/Non Stop Music
Uff – das rödelt von Anfang an schwer verdaulich aus den Brüllwürfeln. Technisches Todesmetall aus Neuseeland? Inzwischen habe ich echt alles gehört – kein Wunder, nach mehr als 10 Jahren MetalFactory. Aber ich schweife ab. Punkt ist: Die Neuseeländer spielen definitiv Death Metal, aber dermassen vertrackt und punktgenau, dass man sein Uhrwerk danach richten kann. Zwischendurch gibt es kleinere Verschnaufpausen, aber danach wird gleich weiter geholzt. Einzig „Chasm Of Fire“ hat mich persönlich ein wenig mehr gefesselt, weil hier ein wenig mehr erkennbare Struktur mit eingebracht worden ist. Ansonsten muss ich sagen: Es ist mir viel zu viel Geprügel und Geröchel (welches dazu noch sehr monoton klingt), als dass mir dieser Sound gefallen könnte. Sagen wir’s so: Wer mit Deathspell Omega oder Hate Eternal etwas anzufangen weiss, der sollte sich die neue Ulcerate-Platte zu Gemüte führen. Wer auf präzise gespielten, derb dargebotenen Death Metal steht – sowieso. Mehr ist nicht zu sagen, denn am Spiel der Jungs oder an der technischen Seite kann nicht gemäkelt werden. Love it or hate it.
Toby S. 

Punkte: 6.5 von 10
ATLANTIC TIDES - Atlantic Tides
Scarlet Records
"Atlantic Tides" ist eine Alternative Rock-Band aus Italien. 2010 gegründet in Milano will man verschiedene Stile in einen verschmelzen lassen. Von Pop zu Indie und R&B zu Hardcore findet man in der Musik von den Südländern ein bisschen alles. Erster Höreindruck ist, dass mir der Sound doch recht glattgebügelt erklingt, um ins Radio zu kommen. Eh ja man sucht die amerikanischen Charts, aber Leute, dort drüben gibt es schon hunderttausende Kapellen mit solch einem Sound, der nicht mal so schlecht ist. Wie schon erwähnt ist die Musik nicht über, aber um in die Champions League zu kommen muss doch das gewisse Etwas da sein, und das haben Atlantic Tides nicht.
Daniel J. 

Punkte: 6.5 von 10
RAVENCULT - Force Of Profanation
Metal Blade/Sony
Wer gerne musikalisch durch das Fegefeuer wandert, dem ist bekannt, dass Black Metal nicht unbedingt immer aus dem eisigen Norden stammen muss. Auch auf der Sonnenseite der Erdkugel gibt es so manche Truppe, die die Finger nicht vom Bösen lassen kann. Dazu gesellen sich auch die Griechen von Ravencult, welche mit "Force Of Profanation" ihr drittes Werk der Unbarmherzigkeit unter das Volk mischen. Der grösste Unterschied zu den Nordländern liegt hier im Ansatz, dass Ravencult weniger auf einer kalten und eisigen Atmosphäre aufbauen, sondern mit ihrem Bastard aus Thrash und Black Metal direkt in die Eingeweide schlagen. Schnörkellos und ohne Experimente wird hier die 'Black'n'Roll'-Keule geschwungen und dies meist in einem Höllentempo, das keine Gnade für Melodien zeigt. Rotzig und schmutzig tönt "Force Of Profanation" vom Anfang bis zum Schluss, und man könnte fast denken, dass Ravencult die Motörhead des Black Metal sind, zumal sich der kernige Sound einen Dreck um moderne Einflüsse schert. "Force Of Profanation" ist weder elitär noch borniert, sondern ehrlicher schwarzer Schweiss der Arbeiterklasse, welcher aus jeder Pore der Scheibe tropft. Gerade dieser Ansatz der nackten Ehrlichkeit mit einem Hauch von Rebellion, welche Ravencult hier versprühen ist das, was auf "Force Of Profanation" richtig Spass macht. Jedoch hat dies auch seinen Preis, denn die Songs sind nun mal kein Feuerwerk der Abwechslung. Hat man einen gehört, ist nichts mehr da, was auf "Force Of Profanation" wirklich noch für eine Überraschung sorgt. Diesbezüglich hege ich auch gewisse Zweifel daran, dass Ravencult mit ihrem neuesten Werk über lange Zeit hinweg gesehen einen Klassiker für die Ewigkeit vom Stapel gelassen haben.
R.K.  
Punkte: 6.5 von 10
NITERAIN - Vendetta
Live Management
NiteRain sind, so glaube ich, eine dieser Bands, die man live gesehen haben muss und auf Konserve eher unspektakulär klingen. Mit ihrem sleazigen Hard Rock und einer gehörigen Portion «Sex, Drugs and Rock'n'Roll» geben die vier Herren Gas. Musikalisch, leider, bieten NiteRain nichts, das man nicht schon bedeutend besser gehört hat. Eigentlich sollte mich der Sound völlig aus den Latschen hauen, aber das Material ist nicht mehr als okay. Bedeutet auch, dass nicht jede Band, die aus hübschen Jungs besteht und den Mädels ein feuchtes Höschen besorgen, auch Klassemusiker sind. Abgesehen von «Lost And Wasted» bleibt rein gar nicht hängen. Da klingen Reckless Love frecher und The Treatment ausgereifter. Vielleicht beim nächsten Mal, oder wenn man die Herren auf der Bühne sieht, aber so bleibt ein ziemlich fader Beigeschmack.
Tinu 
Punkte: 6.5 von 10
DARK MILLENNIUM - Midnight In The Void
Dark Millennium
Nach vielen Jahren beschlossen die Deutschen Death-Metaller, sich wieder zu vereinigen und das Ergebnis der frischen Zusammenarbeit lässt sich hören. Präzise Riffs und Christian Mertens’ interessante Stimme fliessen schön zusammen und man kann nicht umhin, eine gewisse Sympathie für die Band zu entwickeln. Längerfristig bleibt allerdings wenig haften, was sehr schade ist. Für Death Metal ist der Sound nicht allzu düster und «brutal», was sicher einen Pluspunkt für diejenigen darstellt, die normalerweise keine der extremen Genres des Metal hören. Die durchaus melodiöse Scheibe hört sich gut, verschwindet allerdings sehr in den Hintergrund und kein einziges Lied schafft es, eine hundertprozentige Aufmerksamkeit zu erwecken. Somit ist es ein weiteres Album, welches auf die «Zur Abwechslung» Liste kommt. Sehr schade, da Potenzial da gewesen wäre.
Monika M. 
Punkte: 6.5 von 10
HOLLYWOOD GROUPIES - From Ashes To Light
Art Gates Records
"From Ashes To Light" ist, nach dem 2010er-Debut "Punched By Millions Hit By None" und der EP "Bitchcraft" von 2014 das zweite komplette Studioalbum der Italiener und stellt einen totalen Stilwechsel der Band dar. Aber der Reihe nach: Das Debut, damals noch mit Sängerin, war sehr deutlich im Sleaze Metal verwurzelt und bestach mit einer gesunden Portion Punk und Rotz Rock. Auch das Auftreten der Band passte hier voll ins Bild, und so konnten sich Hollywood Groupies im Laufe der Jahre nicht nur die Bühnen mit Größen wie Lordi oder Twisted Sister teilen, sondern auch ein Gig im legendären Whisky A Go Go steht in der Biographie. Vier Jahre später fuhren die Italiener die Punk-Einflüsse stark zurück und definierten ihren Sound auf der "Bitchcraft"-EP erstmals neu. Die Musik wurde härter, ohne aber nur einen Schritt vom Sleaze Metal abzuweichen. Als ich dann die ersten Töne des neuen Albums "From Ashes To Light" hörte, kam mir nicht nur der Sound etwas fremd vor, denn auch die weibliche Stimme fehlte. Offenbar wurde die Sängerin durch einen Sänger ersetzt, allerdings ist mir in keinster Weise bekannt, wann und wieso. Ich musste aber tatsächlich erst einmal intensiv nachschauen, ob es sich hier auch um die Hollywood Groupies handelt, die ich kannte und erwartet hatte. Die neue Ausrichtung der Band orientiert sich nämlich sehr deutlich an moderneren Klängen, die hier und da zwar immer mal wieder andeuten, welche musikalische Richtung die Hollywood Groupies früher spielten, aber mit dieser im Grunde nichts mehr zu tun hat. Songs wie der Opener "The Wheel", "Hell Can Wait", "Brand New Way" oder "Glory Hole" wechseln zwischen modernen Riffs und Melodie hin und her und enden meistens in einem Refrain, der zum Mitsingen einlädt. Vergleiche zu den Black Veil Brides sind nicht von der Hand zu weisen, hier dürften aber auch Fans von Bands der Marke Bullet For My Valentine Gefallen finden. Schlecht ist "From Ashes To Light" wahrhaftig nicht. Die Songs haben tolle Melodien und stellenweise ordentlich Druck, wenn man die Hollywood Groupies aber vom Debut kennt und, wie in meinem Falle, auch besser findet, wirkt ein Großteil des Albums fremd und auch unspektakulär. Vielleicht hätte man darüber nachdenken sollen, mit der neuen Ausrichtung der Band auch den Bandnamen zu ändern, denn dies passt nicht mehr so recht zusammen.
Sascha Sch. 
Punkte: 6.4 von 10
MICROCLOCKS – Soon Before Sundown
Echozone
Die Deutschen machen eine Art progressiven Electro/Pop Rock, der sich teils stark am sphärischen Rock der 70ies und 80ies orientiert, aber trotzdem eher modern rüberkommt. Textlich geht es laut der Band selbst um “Werteverfall, falsche Ideale, Verlust von Privatsphäre“, wobei die Sozialkritik nicht sonderlich in die Tiefe geht. Das Album wirkt allgemein etwas seicht und oberflächlich – so sind kaum wirklich herausstechende Stücke mit dabei, die den Silberling aus der Mittelmässigkeit heraus zu reissen vermögen. Der Gesang von JT ist durchaus gewöhnungsbedürftig, doch gleichzeitig leider auch nichts Aufregendes. Das ist denn auch der grösste Schwachpunkt des Albums, da seine fehlende Stimmgewalt automatisch eine gewisse Monotonie mit sich bringt. Auch instrumental haut mich der Silberling jetzt nicht unbedingt vom Hocker – zwar gibt es einige Zwischenspiele (typisch 70ies halt), doch ist die Gitarre schlicht zu brav und die Synthies zu gewöhnlich, um wirklich Eindruck zu schinden. Allerdings ist die sphärische und leicht melancholische Stimmung sehr schön und zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamt Album. Anspieltipps sind der abgespacte Titeltrack “Soon Before Sundown“, das eingängige und recht kritische “The Edge“ oder das etwas energetischere “Life Is Grim“. Fazit: “Soon Before Sundown“ ist das 3. Album der Kombo aus dem Ruhrgebiet. Leider ist der Silberling etwas gar seicht geraten. Zwar gibt es einige schöne Momente, doch hinterlässt die Musik keinen wirklich bleibenden Eindruck und taugt daher eher zur unaufgeregten Hintergrundbeschallung als zum aktiven Hörvergnügen. Wer auf ruhigen, sphärischen Electro Rock steht, der kann hier aber ruhig mal ein Ohr riskieren.
Patricia H. 
Punkte: 6.2 von 10
DOPE - Blood Money Part 1
Steamhammer/Musikvertrieb
Man hört immer wieder von Bands, die es schon seit einer Ewigkeit gibt, die aber nie den grossen Durchbruch geschafft haben. Dazu gehören auch Dope. Die Band um Mastermind Edsel Dope veröffentlicht nach sieben Jahren Abstinenz ihren Longplayer "Blood Money Part 1". Das Album war bereits für 2014 angekündigt und verzögerte sich dann noch um zwei Jahre nach hinten. Ihre Stilrichtung ist ein Gemisch aus Industrial, Nu Metal und Alternative Metal. Schon beim Opener "Blood Money" wird klar, das reicht nicht aus, um sich von der grauen Masse abzuheben. Wo Korn anfangen, hören Dope schon wieder auf. Zu normal und zu harmlos klingen die einzelnen Tracks. Natürlich hört man ab und zu Shouts, grundsätzlich bleibt man aber eher beim klaren Gesang und auch der instrumentelle Härtegrad ist irgendwo im mittleren Bereich anzusiedeln. Mid Tempo scheint die Komfortzone der Amerikaner zu sein. Ausnahmen bilden Titel wie "Drug Music" und "Hypocrite", Songs die wirklich mit Hammer-Riffs und aggressiven Vocals auffahren oder "The End Of The World", das durch wilden Dub-Step-Beat richtig aufgewirbelt wird. Ansonsten wird die Platte durchs Band von sanftem Industrial Metal beherrscht, was nach einer Wartezeit von sieben Jahren und bei 15 Songs den Fans eher nicht so schmecken wird. Es bleibt zu hoffen, dass "Blood Money Part 2" doch deutlich positiver ausfällt und Edsel und Co. zu ihren Wurzeln und zu alter Härte zurückfinden.
Oliver H. 
Punkte: 6.1 von 10

No
Artwork
SOGGY - Soggy (Re-Release)
Outer Battery Records
Die Franzosen Soggy formierten sich im fernen Jahr 1978 und spielten anfangs Covers von Alice Cooper, Black Sabbath, MC5 und The Stooges. Bei Letzteren sind sie dann schlussendlich stilistisch hängengeblieben, denn auch wenn auf der Zweitauflage dieser Compilation (zum ersten Mal erschienen 2008) mit Aufnahmen von 1980 und 1981 hier und da das eine oder andere NWOBHM-Riff durchschimmert ("I Feel Top Of The World", "Cellulitis Is The Top Of The Shapeless Body", "Waiting For The War"), war der Bandsound schon immer zu rotzig, um sich ernsthaft in der Metal-Szene etablieren zu können. Zum punkigen Image hat aber neben der schnoddrigen Attitüde der ganzen Band vor allem Sänger Beb Soggy beigetragen. Verglichen mit dessen Schiefgesang ("Cursed Boy" ist schlicht unterirdisch) gab sich damals selbst ein gewisser Johnny Rotten mehr Mühe, die Töne zu treffen. Interessant ist teilweise auch seine Aussprache, beispielsweise in der knietiefen MC5-Verneigung "47 Chromosomes". Wenn er da voller Inbrunst "Fotti-ziiwen, fotti-ziiwen Chromosomes" grölt, kann ich mir ein Schmunzeln beim besten Willen nicht verkneifen. Wahrscheinlich lag es an seiner energiegeladenen Bühnenperformance, die sich ganz offensichtlich an jener von Iggy Pop orientiert, dass der drahtige Typ den Posten als Frontmann bekommen hat. Konsequenterweise hat man dann auch "I Wanna Be Your Dog" von The Stooges gecovert und hier draufgepackt. Von der Soundqualität her steckt "Soggy" das ganze Gebiet von ganz passabel bis absolut grottig ab und ist somit bestenfalls für nostalgische Punks, Rock-Archäologen und Musikhistoriker von Interesse.
Mirko B. 

Punkte:
keine Wertung
UNHEILIG - Von Mensch zu Mensch
Universal Music
Dem Grafen von Unheilig scheint das Abschiednehmen schwer zu fallen: Bereits 2014 kündigte Unheilig den Ausstieg an, inklusive letztem Album ("Gipfelstürmer") und anschliessender Abschiedstour ("Zeit zu gehen"). Danach folgte noch eine Abschiedstour ("Das letzte Mal") und, oh Überraschung, kommt jetzt noch ein weiteres Abschiedsalbum. Da wollte wohl jemand die Kuh bis zum Ende melken? Leider durchaus bezeichnend für die musikalische Karriere des Grafen. Das Marketing und die Show stehen im Vordergrund, während die Musik nach und nach zur Nebensächlichkeit verkommt. In den Anfangstagen, als Unheilig noch fest in der Schwarzen Szene verankert war, fand ich die Band eigentlich wirklich sehr gut. Allerdings hat der Graf dann immer mehr auf Massentauglichkeit gesetzt, die Ecken und Kanten gründlich abgeschliffen und kaut nun die immer gleichen, poppigen Melodien wieder und wieder durch - Düsterschlager halt. Mittlerweile haben leider auch die Lyrics den absoluten Tiefstpunkt erreicht: Eine Ansammlung aus ausgelutschten Klischees und Sprichwörtern, die den literarischen Wert einer Grusskarte aus dem Supermarkt aufweisen. Das Album beginnt mit dem instrumentalen Intro "Auf ein Letztes Mal" - an sich ganz schön zu Anfang, doch wird es sehr schnell sehr langweilig und monoton, so dass es sich scheinbar ewig hinzieht. Das schlimmste daran: Das Outro "Für alle Zeit" ist quasi genau das selbe noch einmal! Einfach noch länger. Der nächste Track "Egoist" ist hingegen tatsächlich gut gelungen, hat etwas mehr Power und erinnert an die guten alten Tage. Tatsächlich klingt es ein wenig wie Eisbrecher. Der Titeltrack "Von Mensch zu Mensch" klingt wie jedes x-beliebige Schlagerlied, unterlegt mit einer leicht elektronisch angehauchten Kaugummi-Melodie und einem extrem oberflächlichen Text. Tatsächlich sind sehr viele sehr kitschige Lieder mit dabei, wie das Schlager-Lied "Heimatlos", das pseudopoetische "Tausend Rosen" oder auch "Mein Leben ist die Freiheit", das genau so gut aus der Feder von Pur stammen könnte.

Eigentlich fallen die meisten Tracks in diese Kategorie. Auch auf diesem Album findet sich wieder ein Lied über den Tod. Unheilig hat übrigens gleich 2 Lieder in den Top Ten der Songs, die am häufigsten auf Beerdigungen gespielt werden (Ja, so eine Liste gibt es tatsächlich: Trauerhits 2012): "Geboren um zu leben" und "So wie du warst". Mit "Ich würd dich gern besuchen" werden es dann wohl drei? Mit "Walfänger" ist dem Grafen dann wieder ein wirklich schöner Track geglückt, der etwas aus dem Einheitstrott ausbricht. Abgeschlossen wird das ganze mit einer neuerlichen Abschiedsrede in Form von "Ein letztes Lied", damit auch jeder versteht, dass dies tatsächlich das Ende ist. Wirklich. Zumindest, bis dann der Mitschnitt des Abschiedskonzerts veröffentlicht wird. Oder noch eine Best Of. Oder vielleicht ein Comeback-Album? Oder eine "Das Leben nach Unheilig"-DVD? Wir werden sehen... Fazit: Ich bin tatsächlich kein Fan von Unheilig und daher vielleicht etwas voreingenommen, aber dieses Album hat meiner Meinung nach nicht sehr viel zu bieten. Ohrwürmer wie "Geboren um zu leben" sucht man hier leider vergebens, die meisten Tracks laufen fast nahtlos ineinander über und ein Text ist sinnbefreiter als der nächste, mit ein paar wenigen Ausnahmen. Fans, die auf der Abschiedstour dabei waren, werden sich aber sicherlich über "Einer von Millionen" freuen sowie über das vorab veröffentlichte "Mein Leben ist die Freiheit". Ich glaub ja nicht, dass dies tatsächlich das letzte Lebenszeichen von Unheilig sein wird...
Patricia H.  

Punkte: 6.0 von 10
CREST OF DARKNESS – Welcome The Dead
My Kingdom Music
Die Norweger gehören zu einer dieser Bands, die bereits seit 1993 Musik machen, den Durchbruch aber nie so richtig gepackt haben. Die Aufnahmen haben Druck und klingen modern, während denn Riffs die Herkunft nicht abzustreiten ist. Bereits bei Opener gibt es zudem nette Soli und Breaks. Letztere finden sich auch beim folgenden ‘Chosen By The Devil’, welches ebenso plakative Chöre im Refrain verarbeitet sowie ein Synthesizer im Hintergrund einwebt. Erst bei ‘Scourged And Crucified’ wird das Tempo zumindest beim Anfang noch tiefer gehalten. Der Wechsel erfolgt dann mit dem Brecheisen, der Riff ist vergleichsweise langweilig und kann leider gar nicht überzeugen. Mit ‘Borrowed Life’ wird ein wenig Thrash verarbeitet, wobei auch die Keyboards mehr Platz bekommen. Aber so richtig zündet auch dieser Track nicht, denn während die Keys eher lange Akkorde spielt, versuchen Gitarre und Schlagzeug durch klassische Taktwechsel Spannung zu erzeugen. Was der hypnotischen Wirkung der Keys entgegenwirkt. Gute Lieder sind einfach mehr als die Summe ihrer Einzelteile, und so macht Welcome The Dead zwar keine grossen Fehler, ob aber drei bis vier durchschnittliche Lieder einen Kauf rechtfertigen muss in diesem Fall den Fans überlassen werden.
Tristan 

Punkte: 6.0 von 10
PROJEKT MENSCH - Herzblut
Kernkraftritter Records
Projekt Mensch ist die neue Band von Sänger Deutscher W. (OHL, Der Fluch) und bringt nach "Seelenfeuer" nun das zweite Album auf den Markt. Die Kombo produzierte eine eher düstere Variante der Neuen Deutschen Härte; Eine Spielart, die dann von der Presse auch prompt als Neue Dunkle Härte betitelt wurde. Auch das neuste Werk geht wieder in die selbe Richtung: Die Texte behandeln vor allem christliche Themen und Märchen, allerdings mit einem sehr düsteren Twist. Die Lyrics sind jetzt nicht gerade tiefgründig oder kreativ, aber mit dem muss man in diesem Genre nun mal rechnen. Allerdings sind gerade die Refrains teils fast unerträglich repetitiv: Ein vor Klischees triefender Vers wird immer und immer wieder wiederholt. Klassisches Schema X eben. Der Gesang von Deutscher W. ist konstant, aber halt auch ungemein monoton. Die eher unaufgeregte Instrumentalisierung und die leicht unausgewogene Abmischung, bei welcher der Gesang noch mehr in den Vordergrund gerückt wird, verstärken diesen monotonen Eindruck noch zusätzlich. Das macht das Album ziemlich langweilig, und es gibt nur wenige Tracks, die sich vom Rest abheben. Anspieltipps sind "Dunkelheit", "Spieglein, Spieglein" sowie "Schuld und Sühne". Fazit: Wer auf die etwas dunklere Seite der Neuen Deutschen Härte steht, der kann hier ruhig mal reinhören, auch wenn die Mischung aus Gothic und NDH mitunter arg klischeehaft daherkommt...
Patricia H. 

Punkte: 6.0 von 10
VULGAR DEVILS - Temptress Of The Dark
Pure Rock Records//Musikvertrieb
Vulgar Devils sind zwar eine neue Formation, doch bei dem Trio aus Cleveland, USA, handelt es sich nicht um 'Grünschnäbel'. Sänger und Gitarrist Dave Overkill sowie Drummer Matt Flammable spielten bei Destructor und holten sich Venomin James-Bassist Erin Lung ins Boot. Auf ihrem 8 Tracks umfassenden Debutalbum "Temptress Of The Dark" spielt das Trio eine Mischung aus klassischem Heavy Rock mit starken NWOBHM-Einflüssen. "Devil Love" bringt den Hörer nach einem langen Motörhead-lastigen Intro direkt in die frühen Zeiten von Iron Maiden mit Paul Di'Anno zurück. Alle Songs sind wirklich nicht schlecht, doch es sticht auch keiner heraus, alle klingen recht ähnlich. Es fehlen die Hits. Zudem wirkt der Gesang hier und da zu schwach und könnte z.B. bei "Forget About Tomorrow" oder "World's End" etwas stärker und rauer abgemischt sein. So ist "Temptress Of The Dark" wirklich kein schlechtes, aber eher durchschnittliches Album, welches sicherlich keine Wellen schlagen wird. Nun, NWOBHM-Fans könnten hier Gefallen finden, doch meinen Geschmack trifft es nicht.
Juliane E. 

Punkte: 5.5 von 10
TRAUMER - Avalon
Fastball Music/NonStopMusic
Aus Brasilien stammt das Quintett TraumeR. Klassischer Power Metal, der eine starke Schlagseite zum italienischem Metal aufweist und leider niemals den Qualitätslevel von Angra oder Andre Matos hat. Ist alles ganz nett gemacht, die Stimme passt zu den harmonischen Gitarren- und Keyboardparts. Aber richtig zünden, das tut keines der zehn Lieder. Wer auf die Stossrichtung Helloween, Iron Maiden, Stratovarius und Angra steht, darf hier getrost reinhören. Aber an diese Klassebands reicht das Material nicht heran. Da helfen auch die Panflötenklänge bei «Let You Go» nichts.
Tinu     
Punkte: 5.5 von 10
NOISE POLLUTION - Unreal
Scarlet Records/Musikvertrieb
Moderner Heavy Metal hat für mich als geprägtes 80er-Kind noch nie einen grossen Einfluss ausgeübt, geschweige denn auch nur annähernd eine Faszination versprüht. So plätschern auch Noise Pollution völlig bedeutungslos neben mir vorbei, denn die Art, wie Noise Pollution krampfhaft versuchen, auf hart zu machen, löst bei mir höchstens ein müdes Gähnen aus.
Tinu     
Punkte: 5.2 von 10
GRAND MASSIVE - 3
Metalville/Musikvertrieb
Noch nie was gehört von dieser Truppe, die nun schon mit ihrem dritten Album aufwartet. Lustigerweise wurden die Scheiben immer mit den entsprechenden Nummern versehen. So hiess das Debut «1», das Folgewerk «2» und logischerweise der neueste Streich «3». Abgesehen von diesem sich wiederholenden Part wie klingt die Musik auf dieser sieben Songs umfassenden Scheibe modern, metallisch und recht aggressiv. Aber leider auch völlig austauschbar. Wer allerdings auf einen gewaltigen Hassbolzen steht, der, in ein modernes Gewand verpackt, aus den Boxen dröhnt, der sollte sich «3» einmal anhören. Nicht schlecht gemacht, aber auch nicht weltbewegend etwas Neues.
Tinu     
Punkte: 5.0 von 10
ROOT – Kärgeräs – Return From Oblivion
Agonia Records
Nun, Root aus Tschechien haben schon bei ihren älteren Scheiben immer wieder verschiedene Ansätze verfolgt und einen leicht kauzigen Eindruck hinterlassen. Kärgeräs, Return From Oblivion als zehntes Album, ist da keine Ausnahme in dieser langen Geschichte von Veröffentlichungen. Und das beginnt bereits beim Namen, gab es doch bereits 1996 ein Album mit gleichem Namen, aber ohne Untertitel. Und dennoch besteht die neue Scheibe aus neuen Songs und nicht etwa aus aufgewärmtem alten Material. Getragen wird die Musik nach wie vor hauptsächlich von Big Boss’ Stimme. Unterstützt mit gelegentlichen Chören (‘Black Iris’) oder akustischen Gitarren (‘Moment Of Hope’) schafft es diese, eine ganz eigene Art von Atmosphäre zu schaffen. Und dennoch fehlt es dem Album an guten Riffs, packenden Refrains oder irgendwas, was einem im Ohr bleibt oder Lust auch einen weiteren Durchgang macht. So gibt es beispielsweise bei ‘New Empire’ einen typischen Heavy Metal Anfang, was dann aber durch seichtes Geklimper und einschläfernde Vocals abgelöst wird. So empfehle ich nach wie vor ältere Alben wie The Book oder The Temple In The Underworld.
Tristan     
Punkte: 5.0 von 10
DOT LEGACY – To The Others
Setalight Records
Eigentlich könnte man diese Rezension relativ kurz halten: Für Fans der (nach wie vor aktuellen) Retro Rock-Welle absolut empfehlenswert. So. Da wir hier aber bei der MetalFactory sind, machen wir’s uns selten einfach. Dot Legacy spielen exakt das, was man von einer dumpf klingenden (man nennt das auch „Fuzz“) Rock-Truppe erwarten kann, die irgendwo in den verdrogten 60ern/70ern stecken geblieben ist. Man hört immer wieder elektronische Einsprengsel, die sachte an Pink Floyd und Konsorten erinnern, aber niemals deren Klasse erreichen. Dazu kommt der Gesang, der teilweise monoton-hypnotisch, teilweise hektisch-irritierend, beinahe punkig daherkommt. Dasselbe gilt für die Mucke an sich. Man könnte beinahe das Gefühl bekommen, die Blues Pills hätten sich mit The Devil’s Blood zusammen zu viele Pink Floyd-Scheiben reingezogen und hätten nun einen Bastard erschaffen, der, nun ja, ziemlich mühsam und sperrig daherkommt. Wer mehr wissen will, kann sich die angesagten Retro-Bands anhören, dann hat man eine Ahnung, was einen erwartet. Für meinen Geschmack zu verdreht und verräuchert, deswegen mach ich erst mal die Fenster auf.
Toby S.     
Punkte: 4.5 von 10
BON JOVI - This House Is Not For Sale
Island Records/Universal
Als im letzten Spätsommer das unsägliche B-Seiten Flickwerk «Burning Bridges» erschien, gab ich keinen Pfifferling mehr auf diese einstige Hammerband, die vor allem in den 80ern riesig war und ab den 90ern, mit jedem Album mehr, den Glanz der glorreichen Anfangstage verlor. Der negative Höhepunkt des Ganzen wurde jedoch eine Weile früher, genauer im Frühling 2013 erreicht, als Ur-Gitarrist und Songwriter Richie Sambora aufgrund von Suchtproblemen die Band verlassen musste oder selber ausstieg, wie auch immer. Da dies gerade mitten auf der laufenden Tour war, hing der Haussegen zwischen Jon und Richie eh schief. Das war dann mitunter auch der Grund, warum ich auch dem letzten Schweizer Konzert fern blieb, und das ist schon seit 1988 so. Bon Jovi ohne Richie Sambora? Wie soll das denn gehen?! Die erste richtige Antwort darauf heisst «This House Is Not For Sale» und markiert das mittlerweile vierzehnte Studioalbum der Amis. Die erste Singleauskopplung des Titeltracks versprach immerhin etwas, aber die Vorfreude auf den hoffentlich ebenbürtigen, wenn nicht besseren Rest verflog allerdings ziemlich rasch! Wirklich überrascht bin ich allerdings nicht, doch unter dem Strich einfach nur enttäuscht. Nach dem passablen Opener folgen nicht weniger als sechzehn Songs (!), und anstatt dass die Mucke endlich wieder mal ordentlich rockt, dominieren Anbiederungen an U2 und Coldplay! Ich meine, ich mag die beiden eben genannten Combos ja auch und in einem grossen Stadion sind Chris Martin und seine Jungs aktuell kaum zu toppen. Doch wir sprechen hier verdammt nochmal von einer einstigen Top-Rockband, die unsterbliche Klassiker wie «Livin' On A Prayer», «Wanted (Dead Or Alive)» oder «Lay Your Hands On Me» geschrieben hat. Und nun, ungeachtet dessen, dass der Mainstream in der Heimat gleichwohl für den Chart-Thron gesorgt hat, plätschert «This House Is Not For Sale» völlig blutleer vor sich hin und bei der fast schon weinerlichen, beinahe in Watte gepackten Ballade «Labor Of Love» schläft einem glatt das Gesicht ein. Obwohl Sambora-Ersatz Phil X seinem Vorgänger technisch Paroli bieten kann und das eine oder andere Solo, wie bei «Born Again Tomorrow» aufblitzen lässt, ist das Teil insgesamt echt strunzlangweilig und das Thema Bon Jovi in der Gegenwart ein für alle Male abgehakt. Wenn ich Coldplay hören will, dann spiele ich sie auch! So, und jetzt muss ich umgehend «New Jersey» einlegen, da ich die verbleibenden zwei Drittel von «This House...» nicht mehr ertragen kann!
Rockslave      
Punkte: 2.0 von 10
BRAIN TENTACLES – Brain Tentacles
Relapse Records/Non Stop Music
Nein, der Mist hört nicht nach dem zweiminütigen Intro auf. Während ich noch auf die Auflösung eines chaotischen Intros gewartet habe, wir spätestens nach dem dritten Lied klar, dass hier eines vorherrscht: Musikalische Anarchie. Die Saxophone plärren schlimmer als zwei Goliatkröten im Revierstreit, während das sterile Schlagzeug möglichst neben den natürlichen Rhythmen vorbei spielen will. Bei den Göttern hienieden, dies ist wahrlich die Musik des Grossen Alten Azathoth, welcher grenzenlos hinter Zeit und Raum am Wahnsinn nagt. Da wachsen mir tatsächlich Tentakel aus dem Hirn. Wer auch immer dieses Album mehr als einmal hören kann, hat Respekt verdient. Dennoch stelle ich mir die Frage, zu welcher Gelegenheit diese Musik stimmig wäre. Obwohl, wer Platz hat um sieben Minuten Telefongespräch aufzunehmen, scheint an sich nicht viel Besseres los zu haben. Nun denn, danke für das, Relapse, vielen Dank.
Tristan     
Punkte:
keine Wertung
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