CD-Reviews Oktober 2007
Wertung:
  9.0 bis 10 Kaufempfehlung.         7.5 bis 8.9 Gut.
  4.0 bis 7.4 Vor Kauf reinhören.    0.0 bis 3.9 Nicht empfohlen.
SUBWAY TO SALLY - Bastard
Nuclear Blast/Musikvertrieb
Frohlocket werte Freunde, sowohl der mittelalterlichen Spielmannskunst, wie auch der verzerrten Gitarrenmusik! Zurück sind sie nämlich, Subway to Sally, die abwechslungsreichsten Vertreter und Mitbegründer dieser Musikrichtung, und was sie euch mitgebracht haben, das lässt sich wahrlich sehen. Auf den Namen "Bastard" hört die neue Liedersammlung und diese ist, wie könnte es anders sein, einfach klasse, denn die Berliner Musikanten zelebrieren auf ihrem nunmehr achten Studio-Output all das, was man an ihnen mag und noch viel mehr. Ohne Mühen, so wirkt es, schafft es das Septett wieder und wieder sich neu zu erfinden, ohne dabei an Qualität einbüssen zu müssen. Nach den kühleren, mit reichlich Samples und verstörenden Texten versehenen Platten "Engelskrieger" (2003) und "Nord Nord Ost" (2005), herrscht auf "Bastard" ein locker organisches Flair, vergleichbar vielleicht mit dem Bandklassiker "Hochzeit" (1999). Schon am typischen Opener "Meine Seele brennt" demonstrieren die Hauptstädter all ihr Können: Satte Riffs, festkrallende Melodien, kluge, abwechslungsreiche und doch eingängige Gesangslinien und tanzbare Rhythmen. Auch der "Puppenspieler" und "Die Trommel mit ihren modernen Gitarren und der obligatorische Seemanns-Sogs "Auf Kiel" halten dieses Niveau, wohingegen "Umbra" das ganze noch zu übertrumpfen vermag. Dramatisch fliesst der elegisch balladeske Track in seinen fliegend epischen Refrain, alles dominiert von den überhaupt omnipräsenten Geigenklängen Frau Schmitts. Und wer es noch sanfter, dazu traurig melancholisch mag, der kommt bei "Wehe Stunde" und "In der Stille" voll auf seine Kosten. Experimentierfreudig wirds mit "Voodoo", der durch orientalische Sängerin, wilden Trommeln, satte Riffs und wiederum typischen STS-Lyrics ein wahrer Stimmungsgarant auf Tour sein wird. Sowieso ist die Scheibe voller Partykracher, die trotz Feierlaune tiefgründig und durchdacht daherkommen, so wie es eben sein muss. Gleichfalls erfreuen kann man sich also auch an "Unentdecktes Land", "Hohelied" und dem schleppend bedrückenden "Fatum", dem impliziten Titeltrack der Scheibe, der mit überlegtem Text eine kaputte Jugend beschreibt - Dramatik pur! Weniger eindringlich, dafür umso tanzbarer ist der "Tanz auf dem Vulkan", das an Feuer und Abgehfaktor einfach alles auf der nur aus hochkarätigen Songs bestehenden Scheibe nieder steppt und schon jetzt als neuen Hit der Band betrachtet werden darf. Mit "Bastard" ist Subway to Sally erneut ein zeitloses Album gelungen, welches wiederum alle Fans rundum zufrieden stellen wird - hohe Chartpositionen inklusive!
Kissi
Punkte: 9.6 von 10 
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NIGHTWISH - Dark Passion Play
Nuclear Blast/Musikvertrieb
Während sich fast die ganze Metal-Welt nach dem 21. Oktober 2005 noch während mehreren Monaten in irgendeiner Form mit dem Rausschmiss von Tarja Turunen beschäftigte, war Mainman Tuomas Holopainen schon längst dazu über gegangen, den Nachfolger von "Once", des bisher erfolgreichsten Albums der Band-Geschichte, in die Gänge zu kriegen. Bevor nach eineinhalbjähriger Suche aus etwa 2000 Kandidatinnen die Schwedin Anette Olzon im Mai '07 den begehrten Posten kriegte, war "Dark Passion Play" bereits komplett (!) im Kasten. Bassist/Sänger Marco Hietala steuerte für die Demo-Phase zu einigen Songs Vocals bei, die nun (teils) als Bonus-Tracks auf den beiden "Amaranth"-Singles verewigt wurden. So musste also die gute Anette ran an den Speck und durfte "Dark Passion Play" ihre Stimme verleihen. Das Resultat darf als sehr gelungen bezeichnet werden und es wird sich bald zeigen, wie der nun opernstilfreie Gesang ankommen wird. Die vorerst Internet-only Single "Eva" und die erste Ohrwurm-Single "Amaranth" (als legitimer "Nemo"-Nachfolger) legten die brach liegende Energie der restlichen Songs vorerst noch nicht frei. Dafür wird der geneigte Fan mit dem fast 14-minütigen (!!) Opener "The Poet And The Pendulum" gleich zu Beginn arg gefordert. Ungewöhnlich, aber im Interview mit Anette Olzon wird erklärt, warum das so gekommen ist. Musikalisch wird man natürlich in der ganzen Bandbreite eingeführt und kriegt sogleich mit, warum diese Produktion kostenmässig im sechsstelligen Bereich angesiedelt ist. Tuomas Holopainen hat hier nichts dem Zufall überlassen und schlicht das Beste verwendet, was es heute im diesem Bereich gibt. Diese Produktion ist in Sachen Bombast und Dynamik die neue Messlatte, an der künftige Werke gemessen werden müssen. Dass das Songmaterial und die Texte insgesamt mit einem Düster-Schleier überzogen sind, erstaunt nicht und ist nichts anderes als die Verarbeitung der vergangenen Ereignisse der letzten Monate. "Bye Bye Beautiful" bleibt da zum Beispiel keine Antwort schuldig und brettert melodisch wie eben metallisch düster durch die Speaker. Grund dafür ist der aggressive Gesang von Marco Hietala, ein Markenzeichen, das noch ein paar Mal in Erscheinung tritt und gleichzeitig zwei Dinge klarstellt. Erstens wären Nightwish ohne Marco absolut undenkbar und zweitens reden wir hier immer noch von Metal und zwar hartem Metal! Während "Cadence Of Her Last Breath" vor allem durch die schöne Vocal-Line von Anette auffällt, legen "Master Passion Greed" und "Sahara" alles in Schutt und Asche. Vor allem "Master..." ist sowas von geil und wird den einen oder anderen schon vor den Kopf stossen. Trotzdem oder gerade hier wird deutlich, was der Tarot-Sänger Marco Hietala an dieser Stelle mit Instrument und Stimme abliefert: Weltklasse! Vor allem die zweite Bridge zu den Textzeilen "All within me gone but pain and hope - Hoping that the pain will fade away" und dem anschliessenden Lead-Bass verursacht Gänsehaut hoch drei! Dass nachher "Eva" folgt ist clever, bevor "Sahara" den nächsten Anlauf auf die Nackenmuskeln nimmt. Aber "Dark Passion Play" bietet noch mehr, nämlich mit "The Islander", das, mit Akustik-Gitarren gespielt, glatt von Jethro Tull stammen könnte. Man muss gut hinhören, um nicht etwa Ian Anderson am Gesang zu wähnen. Das anschliessende Instrumental "Last Of The Wilds" unterstreicht einleuchtend, warum die Bonus-CD des Digipak's Sinn macht. "7 Days To The Wolves" und das ruhige "Meadows Of Heaven" sorgen zuletzt für den optimalen Abschluss dieses Genre-Highlights des Jahres. Somit alles Friede, Freude und Eierkuchen? Nicht ganz, denn "Whoever Brings The Night" ist nicht so toll geraten und "The Poet..." als Opener bezüglich der Anordnung will mir einfach nicht munden. Diese zwei Dinge kosten leider die Höchstwertung, aber auch so wurden die hoch gesteckten Erwartungen locker erfüllt, wenn nicht übertroffen und gemäss den ersten Reaktionen ist davon auszugehen, dass Nightwish Ausgabe 2007 stärker denn je sind und ich schon jetzt sehr gespannt auf den 29. Februar 2008 bin, wenn eine bis dahin eingespielte Band das hoffentlich ausverkaufte Hallenstadion rocken wird!
Rockslave
Punkte: 9.5 von 10
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SODOM-The Final Sign of Evil
Steamhammer/Phonag
Vorsicht Kult!!! Diese Band im Detail zu beschreiben wäre als würde man Wasser in den Fluss tragen. Nachdem SODOM auf dem diesjährigen WACKEN Festival mit einem speziellen Hammer Gig ihr 25 jähriges Bestehen zelebriert haben, kommen die Mannen um (Onkel) Tom Angelripper mit einem zweiten Geschenk für sich und die Fans, die Ihnen über all die Jahre die Stange hochgehalten haben, hervor. Sie haben Ihre 84 er EP "The Sign of Evil", in der damaligen Originalbesetzung mit Tom Angelripper (Bass,Vocals), Grave Violator (Guitar) und Chris Witchhunter (der leider auf Wacken fehlte) an der Schiessbude, neu eingeprügelt und ihr den Namen the final Sign of Evil verpasst. Um die EP nicht nur neu aufzulegen, sondern den Fans auch was zu bieten, haben sie sie mit sage und schreibe sieben ! Bonustracks zu einer ganzen LP wachsen lassen. Wer jetzt Angst hat es handle sich hierbei um neue Songs kann sehr schnell beruhigt werden, die Tracks die sich darauf befinden haben alle im Jahre 1984 in der The Sign of Evil Era das Licht der Welt erblickt. Die vorliegende, fast 50-minütige CD transportiert den rohen Spirit des Frühwerks von SODOM in grandioser Form in die Neuzeit. Und das, ohne dass ein Verlust des Charmes der Originalaufnahme eintritt. Auch Soundtechnisch klingt alles obwohl neu eingespielt, besser als die geliebten Originale. Da kann man einfach nicht still halten. Ein absoluter Kultkracher. Witchhunters Drum rumpelt und scheppert in bester Tradition voll derb drauflos. Auch Tom's ohnehin geile Stimme klingt richtig thrashig und übelst böse wenn er Songs wie "Blasphemer" und "Witching Metal" zum Besten gibt. Auf musikalischer Ebene befinden sich sicher keine Weltmeister Leistungen auf der Langrille aber es ist Thrash von Deutschlands erster Thrash Band anfang 80 er Jahre. Die erstmals offiziell eingespielten Tracks klingen roh und ungestüm, enthalten jedoch auch etliche monströse Midtempo-Parts.Einfach SODOM PUR!!! Roh, ungeschliffen und brutal. Jetzt schon ein Klassiker. Abgerundet wird dieser Release von einem blutrünstigen, coolem Artwork aus der Feder von Andreas Marschall, das den berühmten Henker zeigt. "The Final Sign Of Evil" ist essenzieller Stoff für alle Fans alter SODOM-Veröffentlichungen. . Was für SODOM Fans Pflicht ist kann ich Thrash Fans nur ans Herz legen. Kauft diesen Silberling und lasst euch, wie in einer Zeitmaschine, in die Anfangstage des deutschen Thrashs entführen!
André G.

Punkte: 9.5 von 10
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APOCALYPTICA – Worlds Collide
Gun Records/SonyBMG
Es ist schon fast beängstigend, was diese Cello-Band aus Finnland seit nunmehr sechs Alben auf die arme Heavy-Metal-Gemeinde los lässt. Und auch unter „Worlds Collide“ werden wohl einige leiden. Denn das Ding ist so dermassen geil, dass für andere Musik wohl für längere Zeit kein Platz mehr sein wird. Als Schlüsselwort könnte diesmal „kurzweilig“ stehen. Das hat mehrere Gründe: Zum einen ist die Gesamtspielzeit von 49 Minuten eher kurz, zum anderen sind die Songs so arrangiert, dass sie mit einer Ausnahme nie über 5 Minuten gehen und so nicht mal die Gefahr auf Langeweile aufkommt. Gleich vier von 11 Stücken glänzen mit den Gastsängern Corey Tayler (Slipknot/Stone Sour), Adam Gontier (Three Days Grace), Cristina Scabbia (Lacuna Coil) und Till Lindenmann (Rammstein). Letzterer singt ein Lied namens „Helden“, welches von David Bowie und Brian Eno für Apocalyptica geschrieben wurde, doch trotzdem irgendwie nach Rammstein klingt. Haben die Finnen ihr letztes, selbst betiteltes Album komplett in Eigenregie geschrieben, tauchen auf „Worlds Collide“ bei über der Hälfte Gastautoren auf. Da das Material zudem extrem eingängig klingt, könnte man der Band vorwerfen, mit der Popszene zu liebäugeln. Was natürlich Blödsinn ist. Denn nicht nur das sehr harte, von Dave Lombardo eingetrommelte „Last Hope“ rockt und rollt, bis der Arzt kommt. Daneben findet man aber auch immer wieder ruhige Teile, welche den Songs zusätzlich Dynamik und Drive verleihen. Kurz und gut: Wieder einmal das „beste Album überhaupt“ der vier Finnen.
Roger W.
Punkte: 9.2 von 10
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HIMSA - Summon In Thunder
Century Media/EMI
Besser denn je melden sich die Amerikaner von Himsa mit ihrer vierten Full Length-Veröffentlichung zurück! Nur schon der Opener "Reinventing The Noose" verspricht eine durchrüttelnde Fahrt durch sämtliche musikalischen Höhen und Tiefen schneller und treibender Gitarrenriffs! "Skinwalkers" und "Curseworship" lassen bestimmt jeden Fan so richtig schön harter Thrash-Klänge sabbern wie Homer Simpson beim Anblick eines überzuckerten Donuts! Was für ein beinah schon aphrodisierendes Tempo! Besonders die schnelleren Drumparts erinnern an die sehr jungen Testament, was nur für noch mehr Sympathie-Punkte sorgt! Wer es melodischer mag, der wird bestimmt in "Unleash Carnage" und "Summon In Thunder" seine Favoriten finden. Dieses Album ist einfach so richtig schön brutal, aber brutal mit Herz! Hier passiert es nicht so schnell, dass ein Song sich wie der andere anhört, dafür sorgen strotzende Melodien, die keine Sekunde lang weichgespült klingen. Es isch schon erstaunlich, wie Himsa den Spagat zwischen Bands wie Shadows Fall und Ministry perfekt hinkriegen, ohne dabei wie ein Abklatsch derer rüber zu kommen, denn dafür haben sie einfach viel zu viel Eigenwürze. Freilich gibt es im Bereich modernen Thrash Metals eine Menge guter Bands, doch nicht viele bringen ein Album wie "Summon In Thunder" heraus, welches vor Power und Aggression nur so strotzt. Es droht schier zu platzen vor pfeffrigem und riffgewaltigem Feuer! Beide Daumen hoch!
Maiya B.

Punkte: 9.2 von 10
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SIEGES EVEN – Paramount
InsideOut Music/Phonag
Vor zwei Jahren starteten die Gebrüder Holzwarth mit Gitarist Markus Steffen und dem neuen Sänger Arno Menses ein Comeback mit dem wohl keiner mehr gerechnet hat. „The Art of Navigating by the Stars“ war ein dermaßen geiles Album, was wohl keiner mehr erwartet hat von den Deutschen. Und nun schieben die vier Ober Proggies mit „Paramount“ ein Scheibchen nach, dass meiner Meinung nach den Vorgänger sogar noch topt. Schon der Opener ist ein Wechselspiel zwischen cleanen und verzerrten Gitarren. Abwechslung wird hier ganz gross geschrieben, jedoch mit immer mehr Gewicht auf Melodien, ich nenne hier nur mal so das geniale „Tidal“ mit fröhlichem mehrstimmigem Gesang Sieges Even schaffen eine einmalige Paarung, mit Melodie vielen Stimmungswechseln und trotzdem hohem Prog Faktor, jedoch ohne sich in Gefrickel zu verlieren. Hier wird Gefühl mit Härte an den Gitarren verbunden, wie es nur SE praktizieren können, so das jeder einzelne Song nach mehrmaligem Durchhören unweigerlich im Ohr hängen bleibt und dass bringen beileibe nur sehr wenige Bands in diesem Genre zu stande. Sieges Even sind und bleiben das unangefochtene Flagschiff im Deutschen Prog Heaven und es wird wohl kein wahrer Prog Fan um dieses geniale Werk herumkommen.
Crazy Beat
Punkte: 9.2 von 10
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DOWN - Over the Under
Roadrunner Records/Musikvertrieb
Die Allstar-Band um Sänger Phil Anselmo (Ex-Pantera, Ex-Superjoint Ritual) und weiteren Mitgliedern der Bands Pantera, Corrosion Of Confirmity, Eyehategod und Crowbar ist in europäischen Gefilden leider nach wie vor stark unterrepräsentiert, was nicht zuletzt auch an den mageren Tour-Aktivitäten des Fünfers liegen dürfte. Doch die Zeichen stehen 12 Jahre nach der Veröffentlichung des Debütalbums «Nola» nun endlich auf Sturm: Die Band hat auf der letztjährigen Sommer-Tour quer durch Europa wieder Blut geleckt, und offeriert uns nun ihre dritte Platte, betitelt «Over the Under». Doch bevor wir uns mit dieser Veröffentlichung beschäftigen, muss grundsätzlich etwas geklärt werden: Wenn heutzutage der Begriff «Supergroup» fällt, dann wird leider berechtigterweise schon die eine oder andere Augenbraue hochgezogen - Beispiele dafür gibt es genug, denn die wenigsten Musiker vermögen es nun mal, über ihren Schatten zu springen und sich vollends einer neuen Aufgabe zu widmen. Bei Down sieht das zum Glück etwas anders aus: Die Mucke erinnert am stärksten an Corrosion Of Confirmity (Aber ohne den dominaten Led Zeppelin-Einfluss), weist aber ansonsten geradezu überraschend viele Parallelen zum Blues auf - Hier fallen oftmals Begriffe wie Sludge oder Doom, und jeder davon fasst durchaus einen Teil der Musik von Down auf. Die Wahrheit ist allerdings, dass Down zu dieser Brühe noch einen weitaus interessanteren Aspekt vorweisen können: Die Mucke funktioniert akkustisch mindestens genau so gut - Nachzuprüfen auf Klassikern wie «Learn from This Mistake», «Landing on the Mountains of Meggido», und «Jail». Laut Rex Brown (Bass, Ex-Pantera) verarbeitet die Band auf «Over The Under» nebst dem Tod von Dimebag Darrell (Ex-Pantera) unter anderem auch die Auswirkungen von Hurrikan Catherina, der ihre geliebte Heimatstadt New Orleans beinahe komplett versenkt hat - kein Wunder also, dass Phil Anselmo auf Songs wie «Three Suns And One Star», «I Scream», «Never Try», oder «In The Thrall Of It All» so verzweifelt wie schon lange nicht mehr klingt. Die Band indes hat sich gegenüber dem Vorgänger «A Bustle in Your Hedgerow» etwas gefasst, und klingt etwas weniger aggressiv, aber nicht minder intensiv. Leider fehlt es zwischen den 12 Songs auf «Over The Under» zwischendurch etwas an Durchblick, aber wer Songs wie «On March The Saints», das akkustische «Never Try», oder das sphärische «Nothing in Return» im Gepäck hat, dem sei das erlaubt. Keine Frage, mit «Over The Under» beweisen die Jungs nebst ihrer Bodenständigkeit einmal mehr ihr brilliantes Können, diese Mucke hat die seltene Gabe, in einer verstaubten Kneipe genau so gut zu funktionieren, wie in den grössten Arenen - Solange der Whiskey und der Schweiss in gleichem Masse fliessen... Absolut zu empfehlen!
El Muerte

Punkte: 9.0 von 10
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ARCH ENEMY - Rise of the tyrant
Century Media/EMI
Einige von euch mögen sich vielleicht noch erinnern: Als im August 2005 «Doomsday Machine» herauskam, verteilte ich magere 6.5 Punkte - Doch mittlerweile ist mir die Scheibe ziemlich ans Herz gewachsen, und ich sehe mich durchaus versucht, mit der aktuellen Veröffentlichung einiges wieder ins rechte Licht zu rücken. Doch die Frage, ob bei «Rise Of The Tyrant» überhaupt die Notwendigkeit dafür besteht, lässt sich zum Glück mit einem gutturalen «Hell No!» beantworten. Arch Enemy liefern endlich das ab, was ich mir schon lange gewünscht habe - Eine klasse Platte, die vor Mörderriffs, gedoppelten Leads & knackigen Songs nur so strotzt. Doch der Reihe nach: Als nach den Aufnahmen zu «Doomsday Machine» Gitarrist Christopher Amott das Handtuch warf, sahen viele Fans die Zukunft des schwedisch/deutschen Fünfers bedrohlich düster - Aber obwohl Arch Enemy auf den darauf folgenden Touren (Mit Neuzugang Frederik Akesson) beweisen konnten, dass sie trotz der Notlage unaufhaltsam nach vorne preschten, war der Applaus nichts im Vergleich zum Aufschrei, als Christopher Amott seine Rückkehr zu seiner Stammkappelle bekannt gab. Offensichtlich macht das Gebrüder-Duo Michael & Christopher einen nicht vom Tisch zu weisenden Anteil am Songwriting aus, denn «Rise Of The Tyrant» packt zur gestrafften Herangehensweise vom Voränger noch einmal eine ordentliche Ladung Saiten-Arbeit alter Schule oben drauf. Der Opener «Blood On Our Hands» zittiert dabei den Geist der Band unaufhörlich, das Break in der Bridge, die Gitarrenläufe nach dem Chorus und generell Angelas Gesang markieren dabei die ersten Höhepunkte auf der Scheibe. «The Last Enemy» hält mit wüster Doublebass dagegen, «I Will Live Again» erinnert stark an «Doomsday Machine», bei «Revolution Begins» werden vor allem Erinnerungen an «We Will Rise» von «Anthems Of Rebellion» wach, der Titelsong «Rise Of The Tyrant» bolzt brutal nach vorne, um im Mittelteil durch unglaubliche Saitenarbeit zu brillieren, «The Day You Died» tümpelt eher im mittleren Tempobereich herum, ohne dabei an Wucht zu verlieren, und mit «Intermezzo Liberté» hat erneut ein episches Instrumental den Weg auf eine Arch Enemy-Veröffentlichung gefunden. Ihr seht schon, die Höhepunkte sind vielseitig gestreut, die Auflistung könnte hier noch ein paar Absätze lang weitergeführt werden. Statt dessen möchte ich an dieser Stelle einfach noch kurz ein paar Worte zu Angela's Gesang verlieren: Die gute Dame hat ihre Stimmbänder mittlerweile sowas von sensationell im Griff, sämtliche Vocals klingen noch eine Spur angepisster und böser als auf den vorhergehenden Werken - auch hier ein deutlicher Pluspunkt. Eigentlich sehe ich an dieser Scheibe nur einen Minuspunkt: Die wiedergefundenen Trademarks finden sich leider dann auch ausgiebig in wirklich jedem Song wieder, hier hätte etwas weniger definitiv mehr bedeutet. Aber ansonsten gibt es absolut nix zu meckern, die Scheibe knallt an allen Ecken und Enden, das Soundgewand ist massiv, und der Scheiss fährt live sicher noch eine Stufe besser ein - Glücklicherweise muss ich mich also nicht für die schlechte Punktzahl zu «Doomsday Machine» entschuldigen, «Rise Of The Tyrant» fetzt meine alte Review schlicht und einfach weg.
El Muerte

Punkte: 9.0 von 10
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ENTHRONED – Tetra Karcist
Napalm Records/Musikvertrieb
Ihr erstes Album wurde 1995 herausgebracht und heute anno 2007 veröffentlichen die Belgier bereits ihr siebtes Werk. Enthroned wären nicht Enthroned wenn sie nicht mit einem extravaganten Intro starten würden. Kirchengesang und soundtrackähnliche Elemente schleichen hervor, bevor die vier alten Hasen endlich wieder Dampf ablassen. Abwechslungsreiches, perfekt produziertes Drumming und eine gewaltige Stimme, die wohl jeder Sänger in diesem Genre, seine eigene nennen möchte. Die Gitarren und der Bass dienen meistens als Aufbau und unterstützen den Gesang mit rasanten Melodiebögen, die abartig schnell die Tonart ändern und den Hörer so, auf und ab reissen. Gewaltig, was die Belgier, hier an Stimmung vollbringen. Aber auch leisere Töne finden auf die Scheibe, so der sehr spezielle Song „Deviant Nerve Angelus“, der nicht nur eine halbe Minute vor sich hin plätschert, sondern auch mit dem abgedrehtesten Gitarrenspiel aufwartet und dann in eine eiskalte schwarzmetallische Teufelsmusik übergeht. Obwohl das Werk bloss 35 Minuten dauert, haben die Belgier sehr viel Abwechslung reingepackt und dem Hörer bieten sie Black Metal vom Allerfeinsten. Die einzigen Minuspunkte gibt es für die zu gute Produktion, die die Musik zu modern zeigt, anstatt von seiner rauen Seite spielen zu lassen, und für die zu kurze Spielzeit. Es ist absolut gewaltig, dass die Belgier von Album zu Album ihren Zenit immer noch einmal überschreiten obwohl man bei den Jungs sowieso weiss, dass jedes neue Werk wieder ein Hit wird, werden alle Erwartungen noch einmal übertroffen. Geile Scheibe!!
Yannick S.
Punkte: 9.0 von 10
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RINGWORM – The Venomous grand Design
Victory Records/Disctrade
Hardcore-Metal, der keiner Vorstellung bedarf – so der Promotext. Nun ja, zumindest der offensichtlich ziemlich wütende Herr am Mikro scheint die Sache sehr ernst zu nehmen. Kontrastierend zu seinem der Bezeichnung entsprechendem Agro-Gerotze passiert während der Songs aber einiges: Sowohl Drums wie auch Riffing sind hörbar bemüht, im Gegensatz zu vergleichbaren Bands mehr zu tun, als ihre Fähigkeit des Nonstop-Achtel-Spiels zu beweisen. Zwar sind die Songs sehr, sehr, sehr linear aufgebaut, ein paar hübsche Thrash-Riffs gelingen dennoch. Mit dem abschliessenden „Hell on earth“ ist sogar ein ganz passabler Song enthalten, der sogar stellenweise hängen bleibt. Ich kann nur nicht verstehen, was an dem linearen Geschrei so furchtbar interessant sein soll – keinerlei Spannungsbögen können so aufgebaut werden, was alles sehr platt wirken lässt. Ich kann mir gut vorstellen, dass RINGWORM eine starke Liveband sind – ich allerdings würde mir dies auf Platte nicht freiwillig antun. Wer sich bis hier angesprochen fühlt, sollte in erwähntes „Hell on earth“ oder „Life’s blood“ reinhören – dann weiss er, was ihn erwartet.
Phil
Punkte: 8.9 von 10
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SYBREED - Antares
Listenable Records
Bei den Genfern von Sybreed ist seit dem ersten Auftritt mit Fear Factory im zürcher Abart vor drei Jahren einiges gegangen. Nachdem die Band etliche Bühnen in und um der Schweiz beackerte, und eine US-Tour mit den franzosen von Lyzanxia absolviert hatte, trennte sich während des Songwriting-Prozesses für den Nachfolger von «Slave Design» überraschend der Drummer und Mitbegründer Alex Anx vom Rest der Band, um mit seinem Bruder das Projekt Etna zu starten. Sybreed liessen sich davon jedoch nicht aufhalten, und engagierten nach dem Beenden des Songwritings kurzerhand das französische Drummonster Dirk Verbeuren (Scarve, Soilwork, etc), um die Platte einzutrommeln. Die beiden Parteien kannten sich schon eine Weile, weil sie sich bei Konzerten und Festivals in Frankreich mehrmals über den Weg gelaufen waren. Dirk's Anteil an diesem Album kann eigentlich in einem Satz zusammen gefasst werden: Der stille Franzose passt einfach wie die berühmte Faust auf's Auge zu dieser Musik, er verhilft den Songs zu der nötigen Dynamik, unterstützt dabei nach allen Regeln der Kunst das Gesamtwerk und hinterlässt obendrauf noch seine unverkennbare Marke - Genial! Doch zurück zum Album an sich: Sybreed beweisen erneut ein glückliches Händchen für Hooklines, vor allem «Emma-O» und «Permafrost» sind Songs, die's bis in die vordersten Ränge schaffen könnten. Die elektronischen Sounds haben diesmal eine etwas dominantere Rolle eingenommen, so wird zum Beispiel bei «Revive My Wounds», «Neurodrive», dem Instrumental «Ex-Inferis» und «Twelve Metgatons Gravity» ordentlich geklotzt, ohne jedoch den Songs im Weg zu stehen. Aber keine Angst: Grundsätzlich wird hier gerifft, dass sich die Balken biegen. Gitarrist Drop und Burn verschmelzen dabei oftmals mit der Doublebass zu einer brutalen Einheit, um Fear Factory-like durch die Landschaft zu brettern. Weiterhin bleibt zu erwähnen, dass auch Sänger Ben deutlich Fortschritte gemacht hat - die gesangliche Flexibilität, die er auf «Antares» an den Tag legt, steht dem Vorgängeralbum in nichts nach. Auch über die Produktion lässt sich nur Gutes sagen, die Platte glänzt mit einem klaren und druckvollen Klang und verschmelzt dabei die Elektronik und die Metalbreitseite zu einem homogenen Ganzen. Mir persönlich ist dabei vor allem «Orbital» positiv aufgefallen, der Vocoder-Effekt in der Strophe passt wunderbar zum abgehackten Riffing und den Flächen im Hintergrund - ein echtes Schmankerl für die Detail-Fetischisten. Zusammenfassend lässt sich bedenkfrei konstatieren, dass Sybreed mit «Antares» erneut einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben - In der ersten Album-Hälfte mangelt's den Songs zwar etwas an Wiedererkennungswert, dafür liegen aber mindestens vier Stücke mit der internationalen Konkurrenz gleich auf, was mich irgendwie mit etwas Stolz erfüllt...
El Muerte

Punkte: 8.9 von 10
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C-187 - Collision
Mascot Records/Disctrade
Wie heisst es so schön, „Nomen est Omen“? 187 steht in den Verfassungen der USA für den Paragraph, in dem Mord behandelt wird und dient ebenfalls der Polizei als Funkcode bei einem solchen. Nach dem erstmaligen hören der CD war ich mir daher schon ziemlich sicher, dass es dabei um keinen Zufall handelt und am Ende fand ich auf der Bandhomepage auch die Bestätigung, dass es kein Zufall ist. Patrick Mameli's neue Band, C-187, eröffnet in ihrer ersten CD wahrlich ein (Metal)Feuer. Ihre Texte sind durchdacht, kritisch, direkt, hart. Sie handeln meist vom Tod und Zerstörung und hinterlassen zum Teil einen bitteren Nachgeschmack. Definitiv nichts für sanfte Gemüter. Aber genau so sollte Metal sein. C-187 lassen sich nicht lange bitten und eröffnen ihren Erstling mit einem Track, der an nichts zu wünschen übrig lässt. Heftige Drumeinlagen, super Gitarrenspiel, gute Stimme, alles passt zusammen. Auch während der restlichen Spieldauer harmonisieren Gitarre, Schlagzeug und Gesang perfekt miteinander und Tony Jelencovich versteht es, sein Gesang dem jeweiligen Song anzupassen und wechselt ohne Probleme von „Schreiattacken“ zu bald baladenartigem Gesang, zurück zu Sprechgesang. Auf der ganzen CD verzichten sie auf übertriebene Effekte, sondern konzentrieren sich darauf, was sie und ihre Instrumente wirklich können. Songs wie „Knee Deep In“ geistern auch nach dem Ende der Platte noch im Kopf herum und beim Refrain von „Life is Dead“ kann es schon mal vorkommen, dass einem ein Schauer über den Rücken läuft. Allem in allem lässt sich sagen, dass „Collision“ kein Werk ist, welches „nur mal so“ hören sollte, denn erst wenn man anfängt sich damit zu befassen, bemerkt man, was wirklich dahinter steckt. Da jeder der vier Musiker bisher in mindestens einer Band gespielt hat, haben die Jungs leider noch einen Kampf ihre Vergangenheit. Dies betrifft vorallem Patrick Mameli, welcher sich in früheren Jahren mit Pestilence einen Namen machte. Nun, nach fast 14 Jahren Pause, kehrt er zurück ins Musikgeschäft, was zur Folge hat, dass viele in C-187 eine neue Pestilence Formation sehen (wollen). Wer sich die CD in dieser Erwartung kauft wird am Ende wahrscheinlich ettäuscht sein, denn C-187 klingt nicht wie Pestilence oder irgendeine andere Band, sondern wie C-187. Dies betont Mameli auch auf der Bandhompage ("Pestilence was then, this is now"). Und wie man hört, hat dem Gitarrengenie seine Schaffenspause nicht geschadet. Statt dessen meldet er sich 14 Jahre älter, mit ein paar Lebenserfahrungen mehr und mit gewohnter Energie, ziemlich unüberhörbar zurück.
Miriam
Punkte: 8.8 von 10
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THE POODLES - Sweet Trade
AFM Records/Musikvertrieb
Endlich ist es soweit! Nach einem unglaublichen Erfolg mit dem Debut "Metal Will Stand Tall" präsentieren The Poodles ihr zweites Studioalbum "Sweet Trade"! Die Singles "Seven Seas" und "Streets Of Fire" klangen ja schon durchaus vielversprechend. Auch der Rest ist wirklich gut geworden. Besonders auffallend sind das hervorragende Songwriting und die packenden Melodien, welche besonders beim partytauglichen "Reach The Sky" und dem balladesken "Without You" zum Tragen kommen. Nicht weniger beeindruckend sind der Herzensthriller "We Are One" sowieso die Ballade "Shine", die in Sachen Qualität und Feeling perfekter nicht sein könnte! Die schnelleren Songs mit klarem Mitsing-Faktor erinnern hin und wieder ein wenig an Hammerfall, was dem Sleaze Rock-Faden eine interessante Farbe verleiht. Je länger man sich "Sweet Trade" anhört, desto mehr steigt die Laune, desto weniger trüb erscheint einem der Herbst. Alles in allem kann dieses Album sich mit Werken von solchen Grössen wie Ratt und Firehouse messen, und Sänger Jakob Samuel muss sich wohl irgend ein Achtziger-Zauberpulver auf die Stimmbänder gestreut haben; was für ein Timbre!! Wen mag es da noch wundern, dass "Seven Seas" sich achtzehn Wochen lang hartnäckig in den Schwedischen Charts gehalten hat? Gotthard werden sich auf der bevorstehenden Tournee davor hüten müssen, nicht vom Glanz dieser Schweden im Vorprogramm überstrahlt zu werden! All ihr Sleaze Rocker da draussen, greift zu!
Maiya B.

Punkte: 8.8 von 10
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EYES OF EDEN – Faith
Century Media/EMI
Zufälle gibt’s im Leben (oder auch nicht, kommt immer darauf an ob man an Zufälle glaubt oder nicht): Da sehe ich, dass Eyes Of Eden als Support fürs Paradise Lost-Konzert angeheuert worden sind, und prompt flattert mir die Scheibe auch zum Rezensieren ins Haus. Wobei man auch sagen könnte, dass diese Band ‚nur’ das Projekt von Waldemar Sorychta ist, aber das wäre erstens ungerechtfertigt und zweitens würde dies dem Spirit, der verbreitet wird, vollkommen widersprechen. Denn weder das Auftreten an Konzerten noch die Web-Präsentation lässt eine Ein-Mann-Produktion erkennen, und zudem tönt der Sound wie aus einem Guss, sprich das Gesamt-zusammenspiel funktioniert wie ein Schweizer Uhrwerk: Präzise, solide und durchwegs professionell. Und dabei stellt „Faith“ das Debut-Album der Deutschen dar, was wiederum beweist, dass Erstlinge nicht zwangsläufig scheppernd und dilettantisch daherkommen müssen. Was sich sofort aufdrängt, ist die Nähe zu Xandria, nicht nur in der Art und Weise, die Musik zu zelebrieren, sondern auch im Gesang der erst 21-jährigen Sängerin. Was jetzt nicht heisst, dass Eyes Of Eden eine billige Kopie sind, absolut nicht. Die Parallelen sind einfach sehr schnell erkennbar, aber dies stört nicht weiter da hier Könner am Werk sind (sowohl studiotechnisch als auch bühnenmässig). Das Grundgerüst hingegen ist mehr als nur bekannt, Gothic Metal mit Orchester-Einschlag sowie weiblichen Vocals. Glücklicherweise werden die operettenhaften Höhen nie erreicht oder versucht zu erreichen, man hat den Sound so zurechtgeschnitten, dass er mit der Stimme bestens harmoniert. Jeder Track steht für sich und wartet mit einer ungewohnt positiven, fröhlichen Stimmung auf, wegweisend scheint mir jedoch das Stück „Dancing Fire“ zu sein, das einerseits düster wirkt, jedoch in seinem Gesamtaspekt wiederum sehr hell und leicht in die Gehörgänge rauscht. Wie man spätestens jetzt erkennen sollte, ist es nicht wirklich leicht, diese Truppe und ihren eigenwilligen Sound (ja, auch das gibt’s im Gruftie-Metal-Bereich!) zu beschreiben geschweige denn mit absoluter Sicherheit zu klassifizieren. Bin eh gegen Schubladisierung, obwohl sie manchmal nützlich sein kann. In diesem Fall jedoch nicht. Hört rein und überzeugt euch selbst, ihr werdet nicht enttäuscht werden!
Toby S.
Punkte: 8.8 von 10
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STURM UND DRANG - Learning To Rock
Gun Records/SonyBMG
Es ist anzunehmen, dass so manchem unserer Leser diese Band bereits ein Begriff ist, denn der bahnbrechende Erfolg der finnischen Teenies aus der Österbottenschen Hafenstadt Vaasa ist einfach nicht zu ignorieren. Stellt sich zunächst die Frage, wie fünf normale Jungs das geschafft haben. Im Grunde genommen war es der typische und altmodische Weg: Gegründet wurde die Band von Sänger/Gitarrist André Linman und Bassist Henrik Kurkiala auf dem Heimweg nach einem Judas Priest-Konzert. Hinzu kamen Keyboarder Jesper Welroos und Drummer Carl Fahllund, zusammen wurde ein Jahr später das Demo "Rising Son" aufgenommen und an die Helsinki Music Company geschickt. Dort wurde man aber nicht ernst genommen, bis der Plattenfirmenboss die Band als Support für die Hellacopters sah. Es folgte ein Vertrag, und nun kommt mit "Learning To Rock" auch schon der grosse Erfolg! Viel zu lernen gibt es für die jungen Finnen allerdings nicht mehr, denn für dieses zarte Alter wissen sie verdammt gut, wie man richtig rockt! Doch selbst wenn man das Alter mal weg lässt, klingt das Album immer noch sehr gut und enthält diverse instrumentale Parts, die von selten so interessant klingend gehörten Melodien getragen werden. Grösstenteils werden traditionell harte Gitarrenklänge gespielt und herrliche Akkordfolgen ergattern sich sehr schnell einen Stammplatz in den Ohrwurm-Reihen, wie man beispielsweise bei der Ballade "Miseria" oder dem Kracher "Rising Son" unschwer erkennen wird. Solche Hooklines erinnern stark an Hammerfall und Stratovarius, besonders bei "The Raven". Es ist anzunehmen, dass die Erwartungen an das nächste Album extrem hoch sein werden, denn im Durchschnittalter von fünfzehn Jahren solch ein Debut auf den Markt zu werfen wirft sehr hohe Wellen. Bleibt nur zu hoffen, dass alle Fans von Tokio Hotel nun das Lager wechseln, sind doch die sweeten Metaller von Sturm und Drang viel niedlicher. Der Name "Sturm und Drang" steht übrigens für eine deutsche literarische Epoche, die nach Friedrich Maximilian Klingers gleichnamigem Drama benannt wurde. Anspielstipps: "Mortals", "Rising Son", "Indian" und "Talking To Silence".
Maiya B.
Punkte: 8.7 von 10             
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TRIBUZY - Execution (Live Reunion)
MTM Music/Phonag
Begleitend zur gleichnamigen DVD (2005 aufgenommen) gibt es hier jetzt noch einen Zusammenschnitt dieser Konzerte, respektive der (bis auf Sinner's "Nature Of Evil") eigenen Songs, auf CD. Hinter Tribuzy steckt der aus Brasilien stammende Sänger Roberto Tribuzy, der 2005 klangheimlich sein Debüt "Execution" veröffentlicht hatte. Obwohl durch einige Szene-Grössen wie Bruce Dickinson, Roy Z., Ralf Scheepers (sprang für den verhinderten Michael Kiske ein!), Mat Sinner, Roland Grapow oder Kiko Loureiro (Angra) unterstützt, ging das Teil bei mir am berühmten Arsch vorbei, was aber weniger mit der Klasse, sondern vielmehr der allgemeinen Masse an Neu-Releases zu tun hat. Im gleichen Jahr brachte es dieser irre Typ dann tatsächlich fertig und mobilisierte nochmals alle (!) Musiker-Kollegen, die ihm damals im Studio unter die Arme gegriffen hatten. Mit ihnen zusammen als Gäste führte er sein Material an insgesamt drei Konzerten in der Heimat auf. Geboten wird (US-) Power Metal vom Feinsten, veredelt von einer absoluten Hammer-Stimme, die der des jungen Michael Kiske (Ex-Helloween) ähnlich ist. Mit der vergleichbaren Umgestümtheit von Vicious Rumors, inkl. dem bis in die Fingerspitzen motivierten James Rivera, brettert sich die Begleitband, bestehend aus Frank Schieber (g), Gustavo Silvera (g), Ivan Guilhon (b) und Flavio Pascarillo (d) von einem Knaller zum andern durch. Egal ob eigenes Gebräu wie "Aggressive", "Divine Disgrace" oder "The Attempt"..., alles geht runter wie Öl, zumal das Publikum, obwohl leiser gedreht, ziemlich abgeht! Auf der DVD gibt es dann noch "Tears Of The Dragon" (mit Bruce Dickinson), "Final Embrace" (mit Ralf Scheepers) sowie den gemeinschaftlich gespielten ZZ-Top Classic "Tush". Wohl als zusätzlicher Kaufanreiz wurde zum Schluss der CD noch der Japan Bonus-Track "The Means" (von der Studio-CD) angehängt, was für die zuvor gebeutelten Lauscher eine echt wohltuende Erholung bedeutet. Dieses Metal-Festmahl (CD wie DVD) ist für alle Metallerinnen und Metaller absolute Pflicht!
Rockslave
Punkte: keine Wertung      
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THE BLACK DAHLIA MURDER - Nocturnal
Metal Blade/Musikvertrieb
Dass die fünf Amis rund um Vokalist Trevor Strnad mittlerweile das gröbste Zugpferd im Metalblade-Stall sind, kommt nicht von ungefähr - die Band hat das Nomadenleben zum Dogma erklärt und wütet unermüdlich kreuz und quer über sämtliche Kontinenten. Meine Wenigkeit hatte letzten Sommer das Vergnügen, die Jungs am With Full Force-Festival bestaunen zu können - Zugegebenermassen, ich war bis dahin nicht ein sonderlich grosser Verfechter ihrer Kunst, auch wenn sie mit der Platte «Miasma» und dem dazugehörenden Titelsong gekonnt in meine Geschmacksrichtung ballerten. Doch der Gig am WFF sollte mich eines besseren belehren: Wo viele andere Konkurrenten aus der Grind/Death/Prügelcore-Ecke den Fehler machen, bei all dem Getue noch ultra true wirken zu wollen, kommen die gemütlichen Amis auf den ersten Blick wie Schäfchen in der Wolfsherde rüber - Doch wie so oft trügte mich auch damals der erste Eindruck: Einmal kurz gemütlich etwas Soundcheck-Plärren, ein kurzer Blick in die Runde, auf vier gezählt, und zack: Das Schäfchen-Kostüm reisst auf und zum Vorschein kommt der verdammt noch mal grösste Wolf auf diesem Planeten, sabbernd und geifernd, komplett mit grob geschätzten 200 Reiszähnen, Tollwutschaum um die Fresse und Klöten bis zum Boden - binnen verschwindend kleinen Augenblicken verwandelte sich der Platz vor der Bühne in einen ultraharten Moshpit, und die Amis peitschten ihre Mucke unermüdlich dem Publikum in die Fresse - Sagenhaft!«Nocturnal» vermag genau dieses Feeling etwas besser einzufangen, als «Miasma» oder gar der Major-Erstling «Unhallowed». Doch wo auf «Miasma» erstmals sowas wie greifbare Strukturen auftauchten, holzen The Black Dahlia Murder auf «Nocturnal» leider wieder etwas chaotischer durch die Landschaft. Was die Plattenfirma hier mit «Mehr Black Metal-Einfluss» umwirbt bleibt mir leider auch nach zahlreichen weiteren Hördurchgängen ein Rätsel - Fakt ist aber, dass «Nocturnal» durchaus erdiger und kraftvoller rüberkommt, und das rechne ich der Band hoch an. Songs wie das Zwei-Minütige «I Worship Only What You Bleed», «What A Terrible Night To Have A Curse Upon Us» und «Warborn» bringen die aktuelle Gesinnung dabei überzeugend gut auf den Punkt, hier lässt sich nichts mehr anfügen. Unter'm Strich fällt mein Urteil überraschend ähnlich aus wie zu «Miasma»: Ich hätte nach wie vor nix gegen etwas greifbarere Strukturen, aber im Gegensatz zu den Konkurrenten vermögen The Black Dahlia Murder erneut mit purerm Willen und unbändiger Energie zu überzeugen - Ein wunderbar angerichtetes Metzelfest, dass live garantiert noch um einiges mehr reissen kann!
El Muerte
Punkte: 8.6 von 10            
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RITUAL – The Hemulic Voluntary Hand
InsideOut Music/Phonag
Seit ihrem Debüt aus dem Jahre 1995 wissen eingefleischte Proggies, dass die Schwedentruppe zu den ungewöhnlichsten und innovativsten Erscheinungen im Prog Sektor gehören. Die Jungs vermischen, auch auf ihrem neusten Werk, wieder jede Menge Einflüsse wie Rock, Folk Jazz, und noch jede menge mehr. Die Band schickt den Zuhörer durch alle Winkel und Ecken ihres Genres und machen es einem nicht leicht. Das Teil erfordert einige Durchläufe bis man so das gröbste begriffen hat. Vor allem „A dangerous Journey“ ein 26 Minütiger Mammutsong fordert den Zuhörer ziemlich. Ein Song mit vielen verschiedenen Stimmungen und Instrumenten. Ich denke das dieses Album das progressivste der Bandgeschichte ist, aber meiner Meinung nach auch das Interessanteste. Trotz hoher Eigenständigkeit lassen sich hier Einflüssen von King Crimson, älteren Jethro Tull und auch Gentle Giant ausmachen, was ja sicher keine schlechte sind. Jedenfalls kann man als Liebhaber gehobener Musik hier bedenkenlos zugreifen. Ritual werden dich in eine geniale musikalische Welt entführen, der man sich nur schwer wieder entziehen kann.
Crazy Beat
Punkte: 8.6 von 10
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HEAVEN & HELL - Live From Radio City Music Hall
(2CD / DVD / 2CD + DVD)
Steamhammer/Phonag
1998 veröffentlichten Black Sabbath die Doppel-Live-Scheibe "Reunion", um ihr Wiederauferstehen im Original-Line-up gebührend zu zelebrieren. Nun schreiben wir 2007 und Sabbath-Mastermind und Erfinder des Heavy Metal, Tony Iommi hat erneut Grund zum Feiern, denn mit Ronnie James Dio, Geezer Butler und Vinny Appice hat der Saitenhexer dieses Jahr die zweite grosse Formation seiner Kultband zu neuem Leben erweckt. Zwar nicht unter dem üblichen "Schwarzer Sabbat"-Banner, sondern benannt nach dem Überalbum "Heaven and Hell", beackert man dieses Jahr die grossen Bühnen dieser Welt und lässt so die Klasse alter Hits wie "Children of the Sea", "The Mob Rules" oder "Neon Knights" wieder erklingen. Klar, dass auch diese livehaftige Götterdämmerung für die Nachwelt festgehalten werden musste. Und so kann sich nun jeder die Spielfreude, das Charisma und das Genie dieser vier Metal-Legenden nach Hause ins Wohnzimmer holen. Ganze zwei Stunden dauert dabei die energiegeladene Performance, welche während des Gastspiels am 30. März in der Radio City Music Hall zu New York aufgenommen worden war. Während man in Winterthur, wo Heaven & Hell auch halt gemacht hatten, nur während 90 Minuten auf seine Kosten kam, kriegt man hiermit also die absolute Vollbedienung, sowohl in visueller (DVD), wie rein akustischer (2CD) Hinsicht. Das Set, bestehend aus Songs der drei Scheiben "Heaven and Hell", "Mob Rules" und "Dehumanizer", lässt dabei keine Wünsche offen und kredenzt sogar zwei der drei neu aufgenommenen Tracks, "The Devil Cried" und "Shadow of the Wind", die sich beide perfekt in den Reigen der bekannten Übernummern einreihen. Vorgetragen wird das Ganze natürlich von einer Band in Topform und auch Dio's Stimme klingt im Vergleich zu seinen Solo-Livescheiben verdammt frisch und knackig. Passend zu den elegisch hymnischen Songs ist auch die Kamera-Führung, denn von hektischen Schnitten, verstörrenden Farbfiltern und mitv-nacheifernder Videoclip-Manier, wie dies bei so manchen Veröffentlichung dieser Art so beliebt ist, findet sich keine Spur. Wäre das alles nicht schon Kaufgrund genug, kredenzt man uns gleich noch über eine halbe Stunde "Behind the Schenes"-, Interview- und Fan-Aufzeichnungen.Dagegen kann "Reunion", trotz dem historischen Moment und der Songs, einfach nur das Nachsehen haben! Ein Muss für alle Sabbath-, Dio-, eigentlich für alle Metalfans!
Kissi
Punkte: keine Wertung
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HAMMERFALL - Steel Meets Steel - Ten Years Of Glory
Nuclear Blast/Musikvertrieb
Was für eine Freude! Die Elite des Power Metal veröffentlicht mit "Steel Meets Steel" einen Querschnitt aus zehn Jahren Musik um Ruhm und Ehre! Passender könnte der Titel für dieses Best Of-Album gar nicht sein! Zudem enthält dieses Release nebst 25 der grössten und besten Songs mit "Last Man Standing" und "Restless Soul" zwei bislang unveröffentlichte Songs. Der phantastische Ohrwurm "Hammerfall" wurde im Mai diesen Jahres auf Teneriffa neu aufgenommen und klingt besser denn je. Auch zwei Bonustracks finden sich hier, nämlich "The Metal Age " und "Stone Cold", beides Live Aufnahmen. Und was wäre eine Best Of ohne Video? Es enthält eine Slideshow von Bildern der langjährigen Karriere, verziert vom Song "Hammerfall". So im Nachhinein betrachtet ist die Karriere von Hammerfall wirklich bemerkenswert! Gegründet 1993 als Projekt von Oscar Dronjak und Jesper Strömblad (In Flames) können sie auf sieben Alben zurück blicken und haben erreicht, wovon so manche andere Band im Power Metal-Bereich nur träumen kann. Nur schon das Debut "Glory To The Brave" heimste überwältigend gute Kritiken ein uns verkaufte sich hunderttausendfach. Nachdem Metal zu Beginn der neunziger Jahre aufgrund der Grunge-Welle für tot erklärt wurde, haben Hammerfall sicher nicht gerade wenig zur Wiederauferstehung harter Gitarrenklänge beigetragen. Man kann über Power Metal sagen was man will, aber diese Musik sorgt einfach für gute Laune und hat dank aufbauender "Jetzt komm schon und kämpfe-Lyrics" sicher so manchem Fan geholfen, in seinem Leben vorwärts zu kommen und sein Ding durchzuziehen. Genau dafür stehen auch Hammerfall, nämlich Stolz, Eigeninitiative und unerschütterliches Selbstvertrauen. Mögen sie die Herzen ihrer treuen Fangemeinde noch viele weitere Jahre bewegen und viele neue Fans hinzu gewinnen, denn verdient haben sie es allemal!
Maiya B.
Punkte: keine Wertung
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SOILWORK - Sworn To A Great Divide
Nuclear Blast/Musikvertrieb
Zugegeben, «Sworn To A Great Divide» trägt eine schwere Last auf den Schultern: Das Album muss nicht nur meinen privat ausgelegten Konkurrenzkampf gegen Arch Enemy, Down und The Black Dahlia Murder bestehen, sondern auch hochoffiziell als erstes Album von Soilwork ohne Grundüngsmitglied und Songwriter Peter Wichers überzeugen - Keine leichte Aufgabe also. Wie ich schon bei der letzten Review zu «Stabbing The Drama»/März 2005 bemerkte, gehen Soilwork mittlerweile einen etwas thrashigeren Weg, und distanzieren sich von Synthie-Leads - So auch auf dem aktuellen Machwerk: Keyboarder Sven Karlsson beschränkt sich erneut auf Soundcollagen und -Flächen, ohne in den Vordergrund zu treten. Was das Album im Grossen und Ganzen angeht, so kann es durchaus als Schritt noch vorne betrachtet werden: Die Instrumentalen Fähigkeiten der Mitglieder werden extrem songdienlich eingesetzt, und vor allem Sänger Björn «Speed» Strid kann durch eine beachtliche Steigerung punkten - Dem Vocalcoach Devin Townsend (Ex-Steve Vai-Band/Strapping Young Lad/Ziltoid) sei dank. Gerade auf dem ansonsten eher durchschnittlichen Opener und Titeltrack wird dies überdeutlich: Während der Song selber nicht so richtig aus den Startlächern kommen will, verhilft ihm Björn im Chorus zum ultimativen Facelifting. «Bleeding Thorns» kommt da schon etwas kompakter rüber, aber auch hier leiten die Vocals erneut die Wende ein. «The Pittsburgh Syndrome» kommt mir da schon eher entgegen, der Song knallt an allen Ecken und Enden, vor allem Drummer Dirk Verbeuren (In diesem Monat notabene schon zum zweiten Mal bei uns vertreten) nagelt schweinisch tight. «I, Vermin» kann mit mehrstimmigem Chorus überzeugen, «Silent Bullet» prescht bös groovend nach vorne und «Sick Heart River» kommt mit einem geschickt queren Groove daher. Leider tümpeln die restlichen Songs in überraschend nahegelegenen Gewässern umher, und trüben das ansonsten bisher durchwegs positive Resultat - Hier hätte mehr Flexibilität definitiv nicht geschadet. Nichts destotrotz ist «Sworn To A Great Divide» ein erneuter Rundumschlag von Soilwork, der sämtlichen Konkurrenten das Fürchten lehrt - aber in der eigenen Discografie lässt sich diese Platte nur schwer einordnen, denn obwohl sie mit den Klassikern «Natural Born Chaos» und «A Predator's Portrait» nicht mithalten kann, liegt sie aus meiner Sicht durchaus im vorderen Feld auf.
El Muerte
Punkte: 8.4 von 10
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DREAMSCAPE – 5th Season
Massacre Records/Musikvertrieb
Dreamscape ist wirklich eine tolle Band, jedenfalls Musikalisch, persönlich kenne ich sie ja nicht. Musikalisch toben sie sich wie gehabt, im Ganzen Prog-Metal Spektrum aus. Einzig was mir gehörig auf den Keks geht, ist das völlig bescheuerte reinquatschen des Promoters, da hängt man mitten im wirklich geilen Song drin und muss sich dann ein dämliches „You are now listening a promotional CD blahblah“ anhören und das alle paar Minuten. Das ist wirklich voll daneben und zerstört so die ganze Freude am bewerten. Aber genug geschimpft, das Teil wäre sonst ein wirklicher Kracher mit tollen Abwechslungsreichen Momenten. Wilde harte Gitarern wechseln sich mit gefühlvollen Passagen und der Gesang fügt sich sehr gut in das Ganze ein. Die Melodien sind toll, das ganze Werk macht Spass entdeckt zu werden und ist auch nach mehrmaligem Durchhören nicht langweilig, im Gegenteil man findet immer wieder neue Details. Riskiert hier nur mal ein Ohr, es lohnt sich.
Crazy Beat
Punkte: 8.4 von 10
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WOLFPACK UNLEASHED - Anthems of Resistance
Napalm Records/Musikvertrieb
Und wieder einmal eine junge aufstrebende Thrash Metal-Band, die die Helden von gestern mit ihrem Debüt Album huldigen. Die vier Österreicher sind allesamt Anhänger der frühen Bay-Area Gemeinde, Made in USA. Bei mir kam da sofort eine Truppe in den Sinn, nämlich die genialen "Heathen" aus eben San Fransisco. Den bei Wolfspack hören wir sofort, die fabulösen zweistimmigen Gitarren heraus. Stakkatoriffs wechseln sich mit schnellen Parts ab. Die Vocals sind zwischen Thrash und Death Metal gehalten ohne aber zu grunzen. Nein, hier ist eine grosse Spielkultur am Werk. Die Österreicher überraschen uns mit neun Tracks, die allesamt grosse Klasse sind im Old School Thrash Metal. Wenn die Band 20 Jahre später am Werke wäre, gäbe es heute eine weitere Kultband mehr. Thrasher, die mit den früheren Testament Exodus (Die Götter) oder alten Metallica etwas anfangen können sind mit den Österreichern gut bedient. Jetzt haben auch unsere Nachbarn eine coole Thrashband am Start. Ich habe auf jedenfall extremen Gefallen an der Scheibe und kann es nicht mehr abwarten die neue Exodus in meine Arme zu schliessen. Old School Thrash Metal Rules. Yeahhhh !!!!!
Daniel J.
Punkte: 8.2 von 10
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ARSONISTS GET ALL THE GIRLS – The game of life
Century Media/EMI
Sehr schräge klänge erreichen uns aus Santa Cruz. Die Band mit dem mit Abstand genialsten (oder dämlichsten, Geschmackssache) Namen des Jahres spielt eine in keinem Moment ernst gemeinte, aber technisch beeindruckende Mischung aus Hardcore, Metal, Prog und abgefahrenen Free-Jazz-Momenten. Von Anfang an erinnern mich die sechs Herren an die letzten Monat bei mir mächtig Eindruck hinterlassenden War from a Harlot’s mouth, ohne jemals deren Härte zu erreichen. Zweifellos, spielen kann man im Hause AGATG. Zwar sind kaum sonderlich abgefahrene Rhythmusparts zu verzeichnen, die schrägen Gitarrenleads, die jedoch urplötzlich in tolle, harmonische Leads wechseln (sehr schön: „Save the castle, screw the princess“) sind aber sehr markant und besitzen hohen Wiedererkennungswert. Knüppeln kann die Band auch, neigt dabei jedoch zum vergleichsweise endlosen Wiederholen vergleichsweise mässig spektakulärer Parts – was aberbei dieser Band schon weitaus mehr bedeutet, als viele andere je auf die Reihe kriegen. Wie alle neueren Century-Media-Ami-Péroduktionen ist auch diese mit einem sehr fetten, druckvollen Sound versehen worden – der trotzdem transparent genug ist, um die Fingerfertigkeiten aller Bandmitglieder hörbar zu machen. Gelungen. Natürlich kann von einer Band wie AGATG nicht klassisches Songwriting erwartet werden. Überraschenderweise gehen trotz dem scheinbaren Chaos viele der Songs schnell ins Ohr, die Melodien und Riffs sind einfach unwiderstehlich catchy geschrieben. Am besten gefällt mir das dritte Viertel der Scheibe, das Dreierpack „Tourtasia“, „Claiming Middle Age a decade early“ und „Taiwanese Toft trouble“ – hier vereinigen sich die Trademarks der shredding-Exzesse mit der guten alten Erkenntnis, dass ein guter Song häufig auch einer ist, zu dem man trotz allem bangen kann. Interessant, spannend zu hören – erstaunlich, bei dem Namen und dem wirklich grausligen Artwork :).
Phil
Punkte: 8.2 von 10
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POVERTY`S NO CRIME – Save my Soul
InsideOut Music/Phonag
"Save my Soul" ist bereits die sechste Veröffentlichung der Norddeutschen Jungs. Poverty`s no Crime ist nach wie vor eine der Bands von der kaum einer Notiz nimmt , obwohl jedes ihrer Werke sehr hörenswert ist und sich vor den Grossen des Prog Metal`s nun wirklich nicht zu verstecken brauchen. Das beweisen auch wieder Songs vom neuen Silberling, wie zum Beispiel der Tileltrack „Save my Soul“ bei dem sich komplexe Songstrukturen mit sehr melodiösen, eingängigen Gesangsmelodien paaren und sich hervorragend ergänzen. Grosses Hit Potenzial weißt auch die wunderschöne Ballade „The Key to creativity“ auf. Einige Songs klingen in ihren Ansätzen etwas nach Threshold, so in etwa das treibende „In the wait Loop“. Im Ganzen kann „Save my Soul“ aber voll überzeugen mit dem interessanten abwechslungsreichen Prog Metal. Checkt das Teil ruhig mal an ihr werdet überrascht sein.
Crazy Beat
Punkte: 8.1 von 10
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GODIVA - Destruction
Mausoleum Records/K-Tel
Nach dem ersten Durchgang von "Destruction", dem dritten Album der Schweizer Rock-Metaller oder Metal-Rocker (je nach Lust und Laune), blieben bei mir drei Dinge haften. Erstens die schweinegeile und druckvolle Produktion von Sound-As Dennis Ward, die von Mika Jussila in den berühmten Finnvox Studios gemastert wurde. Als Zweites beeindruckten mich die durchwegs überzeugenden Vocals von Fernando Garcia und last, but not least der Bonus-Track "Revelation", der sich mit an Rammstein erinnerndem Electronica-Sound deutlich vom Rest abhebt und für einen unerwarteten Farbtupfer sorgt. Was in der Aufzählung nun augenscheinlich ausgelassen wurde, sind die Songs selber! Mehrheitlich mit flottem Tempo ausgestattet fehlt gesamthaft betrachtet irgendwie der Groove als roter Faden, den die hardrockige Seite von Godiva, respektive die des Debüt-Albums, sonst ausmacht. Der Opener "Crawl In The Night" legt nach einem guten Intro (ich liebe Intros!) zwar ganz (wie "Hellraiser" auf dem Vorgänger) nach Judas Priest'scher Manier los, während "Destruction" einen sehr variablen Fernando Garcia zeigt und auch so abwechslungsreich aufgebaut ist. Allerdings zeichnet sich hier bereits ein Detail ab, das mir noch nie gemundet hat: Mehrheitlich oder durchgespielte Double Bass-Drum Parts! "Pedal to The Metal" bildet da eine der Ausnahmen, während bei "After The War" die Bridge und der Refrain (inkl. Solo) vom fast maschinell klingenden Drum-Gewitter zu fest dominiert wird. "Inside Hell" und vor allem "Vicious Blade" sind da interessanter aufgebaut. "Bloody Sky", dessen Hammer-Riff zu Beginn danach leider etwas verpufft, zeigt dennoch eine neue Stärke von Godiva, nämlich die zweite Gitarre, frisch besetzt durch Neuzugang Steve Papcharitos, die einerseits Sammy Lasagni entlastet und gleichzeitig zweistimmige Parts, vorab Soli möglich macht. Warum hingegen bei so einem Klasse-Sänger (man denke nur an "Lost In The Night" auf Victory's "Culture Killed The Native") wieder keine Ballade (oder Halb-Ballade) verwendet wurde, ist mir ein Rätsel. Trotzdem gewinnt "Destruction" (übrigens neu auf Mausoleum nach Limb Music) mit jedem Durchlauf etwas mehr an Profil, überholt den Vorgänger "Call Me Under 666" jedoch nicht und das Debüt bleibt nach wie vor unerreicht. Zudem gibt es in diesem Bereich mit The Order ernsthafte, einheimische Konkurrenz!
Rockslave
Punkte: 8.0 von 10
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FLESHCRAWL – Structures Of Death
Metal Blade/Musikvertrieb
Nach ein paar Jahren Abstinenz, feuern die Deutschen „Schweden-todesstahlsöhne“ von Fleshcrawl einen neuen nordländisch geprägten „oldshool“ Hassbrocken unters Volk. Die Initialzündug nach einem kurzen Intro beschleunigt unter dem Banner des Titeltracks gleich auf 180, mischt Aggression, Kraft und Melodie in einen brutalen Nackenbrecher, an dem ich mich kaum satthören kann. Folgendes „Into The Fire Of Hell“, drückt etwas mehr auf die Bremse, lässt einen Hauch an Doom aufkommen, verblasst jedoch gegen den übermächtigen Einstand. Also das Pulver schon zu Beginn verschossen? Nein, denn mit Written in Blood, Nothing But Flesh Remains und dem Rausschmeisser War Of The Dead sorgen Fleshcraw für eine leckere Speisekarte des Todes. So pendeln Fleshcrawl zwischen Midtempo und Blastpart hin und her, wobei gerade bei den entfesselnden Parts der rasende Doppelbasseinsatz die letzte Hirnwindung aus den Köpfen knallt. Fleshcrawl erfinden sich zwar nicht neu, wandeln auf bekannten (Dismember) Pfaden, aber die Scheibe knallt und geht mächtig ab. Zwar kann der Nackenbrecher nicht über die gesammte Distanz mit hochwertigen Songs Punkten, doch die druckvolle Produktion hält den Motivationsfaktor über die Spielzeit sehr hoch.
R.K.
Punkte: 8.0 von 10
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SHADOW`S FAR - Eleven Sins
Stonepath Records
Wenn mich nicht alles täuscht habe ich anno Juni 2005, das Review der Schweizer Band Shadow`s Far rezensiert. Ich habe der Band eine Positive Kritik geschrieben und ich muss sagen, die Jungs haben mich auch nicht mit der neuen Scheibe "Eleven Sins" enttäuscht. Da wird ein Melodic mit Progressiven Schüben angehauchter Thrash Metal zum besten gegeben. Die elf Songs sind gut Produziert, das heisst die Gitarren knallen ohne Ende, vor allem der erste und zweite Song hat es mir angetan. Thrash-Keulen mit geilen Midtempo passagen prägen das Bild in der ersten Hälfte. Bei der zweiten Hälfte der Scheibe, drosseln die fünf Schweizer das Tempo leicht, was dem Eindruck der ganzen Scheibe nicht so gut tut. Grosso Modo, der Anfang bis zur Hälfte ist geil, ja sogar der Hammer !!! Aber dann flacht die Scheibe zunehmend ab. Was aber nicht heissen will, dass das Material schlecht ist, nein es fehlt ein wenig an Routine oder wenn man die Kohle hätte für einen guten Produzenten der die Soundpuzzels zusammenbaut. Vielleicht noch was zum Gesang : "Däny Philipp hat in meinen Augen einen guten Job erledigt. Die Stimme passt ganz gut zur Mucke von Shadow`s Far. Tja Leute, euer Werk ist ganz o.k., noch ein Feinschliff und ihr werdet sicher auch über die Schweizergrenze bekannt. Hoffen wir's !!!
Daniel J.

Punkte: 8.0 von 10
       
DAVID READMAN – David Readman
Frontiers Records/Disctrade
Im Melodic Bereich erscheint Monat für Monat zuhauf neues Material, oft handelt es sich um zusammengewürfelte Projektbands oder Solo Alben kaum bekannter Musiker. Dementsprechend verliert sich vieles davon in der Belanglosigkeit. Oberflächlich betrachtet kann man die erste Soloscheibe des Pink Cream 69 Frontmannes David Readman genau in dies Schublade stecken. Doch diese erste Einschätzung muss schon nach wenig Klängen revidiert werden. Zum einen ist David kein Unbekannter und geniesst zudem hohes Ansehen. Er verfügt über ein grandioses Stimmesorgan, dass er einer der zweifellos besten Hard Rock Formationen Deutschlands zur Verfügung stellt. Obwohl Soloalben für den betreffenden Musiker meistens den Zweck verfolgen, in anderen Revieren zu wildern, als mit deren Hauptbands, entfernt sich D. Readman aber nur geringfügig vom Sound der Pinkies. Jeder einzelne Song würde durchaus zur Band passen. Das Album als Ganzes verfügt aber auch noch über andere Aspekte. Der grösste Teil der Tracks ist im Halbballaden Bereich anzusiedeln. Dem Keyboard wurde mehr Spielraum eingeräumt als bei PC 69 üblich. Somit ist die Scheibe in der Schnittmenge von AOR / Melodic / Hard Rock beheimatet. Zwei, drei Songs können hinterfragt werden, der grösste Teil überzeugt aber auf ganzer Linie. Die grossen Melodien, frischen Hooks und der Groove ganz allgemein erinnern nicht nur an PC 69, sondern auch, das eine oder andere Mal, an Whitesnake oder Tesla. Selbstverständlich haben auch zwei Bandkumpels von David tatkräftig mitgeholfen. Dennis Ward hat die Produktion übernommen. Einmal mehr beweist der Mann seine aussergewöhnlichen Fähigkeiten als Knöpfchendreher. Uwe Reitenauer hat neben Alex Beyrodt (Silent Force), Gerald Sänger, Tommy Denander (der Mann hat schon auf über 500 Alben mitgespielt!) und David himself die Gitarren eingespielt. Paul Logue (Eden’s Curse) war für den Bass zuständig, Eric Ragno (Takara), Günter Werno (Vanden Plas) und wiederum David fürs Keyboard und Dirk Bruinenberg (Elegy) sowie Chris Schmidt für die Drums. Als Fazit steht das Album für hochkarätige Melodic Mucke, die nicht nur Pink Cream Fans begeistern sollte.
Chris C.
Punkte: 8.0 von 10          Hier reinhören und bestellen für 27.90 SFr.
COMMON YET FORBIDDEN – The Struggle
Bombworks Records/Non Stop Music
Carl, Chris, Jordan und Phil sind offenbar sehr gläubige Menschen, Christen, um es genau zu sagen. Nun frage ich mich immer: War es wirklich in Jesus' Sinn, dass seine Schäfchen solch „böse“ Musik machen? Oder geht es darum, zu zeigen, dass diese unsere geliebte Musik eben gar nicht böse ist – sind Christenbands also Kämpfer für eine gute Sache? Wie auch immer, es gibt auch in dieser Sparte Gutes und weniger Gutes und Common Yet Forbidden tendieren in meiner Wahrnehmung zu Ersterem. Umso mehr, da „The Struggle“ ihr erstes Werk ist. Die Jungs geben alles, thrashen da so vor sich hin, flechten Death mit hinein, die Vocals wechseln von gepresstem Brüllen zu tiefem Grunzen und auch auflockernde Gitarrensoli sind auszumachen. Insesamt ein guter Mix, man könnte vielleicht auf At The Gates oder auch Darkane verweisen und das will doch schon mal was heissen. Einen absoluten Killersong habe ich unter den 10, die angeboten werden, nicht ausmachen können, aber dafür wird bei diesen 10 Tracks durchs Band aufs Gaspedal getreten. Pedantischerweise könnte man jetzt sagen, dass das zwar alles schön und gut ist, das Rad aber damit nicht neu erfunden würde. Als wüsste jemand, wer das Rad erfunden hat. Ausserdem hätte die Produktion etwas mehr Druck vertragen, dann hätts auch die letzten Muskelstränge zerfetzt. Sehr pasables oberes Mittelfeld bleibt mir da als Fazit zu sagen.
Leandra
Punkte: 8.0 von 10
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ELDRITCH – El Ninõ (Re-Release)
Limb Music/Phonag
Dies ist kein neues Eldritch-Album sondern ein fettes Re-Release ihres dritten Werkes aus dem Jahre zwei vor dem Millennium (1998). Und es beweist gleich selber, dass diese überarbeitete Wiederveröffentlichung Sinn macht. Sämtliche 10 Tracks wurden neu abgemischt und krachen jetzt gewaltig. Das tut den Songs, die schon von sich aus Klasse haben, zusätzlich gut. Mit gleich fünf Bonustracks aus der eigenen Schmiede und dem Yngwie Malmsteen-Cover „Dreaming“ wartet El Ninõ mit zusätzlichem Bonusmaterial auf. Was Kenner neueren Alben der Italiener gleich auffallen wird ist, dass sie früher vor allem in den Intros vermehrt Elektro-Elemente eingesetzt haben, welche dann aber immer wieder schnell durch den Power-Heavy-Thrash-Metal ersetzt wurden. Zudem schienen sie früher noch ein weniger progressiver als heute gewesen zu sein. Auf El Ninõ bekommt man die gesamte Musik-Palette von Eldritch zu hören. Mal tobend (Heretic Beholder), dann stampfend (From Dusk Till Dawn) und mal melancholisch (El Ninõ). Die nun auf gut 80 Minuten ausgedehnte Kreativität verleitet zwar dazu, den Überblick zu verlieren, trotzdem bieten hier Eldritch mehr als bloss nette Hintergrundmusik und beweisen gleichzeitig, über über welches Niveaus sie bereits 1998 verfügt haben. Eldritch-Neulingen empfehle ich aber gerne weiterhin ihr 2006-Meisterwerk Neighbourhell.
Roger W.
Punkte: 8.0 von 10
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DESASTER – 666 Satan's Soldiers Syndicate
Metal Blade/Musikvertrieb
Was die seit bereits 1988 aktive, deutsche Black/Thrash Metal Kapelle, auf Ihrem mittlerweile 6(66), kompletten Studioalbum abliefert, ist als packender und treibender Black/Thrash Metal. Ohne jegliche Anbiederung an Trends irgendwie immer wieder was Feines. „666 Satan's Soldiers Syndicate" bietet alle Trademarks, die man sich in dem musikalischen Genre nur wünschen kann. Schwarze böse Riffs, dargeboten von Gitarrist INFERNAL. Ein richtig schön treibendes und manchmal sogar schleppendes Schlagzeug von Trommelmeister TORMENTOR. ODINS Bassspiel pumpt richtig tief in die Magengrube und legt den musikalischen Teppich für Sänger SATANIC's bösen, dämonischen sowie dieses Mal sogar variableren Screams. Keine aufgemotzten, klinisch sterilen Drumsounds, kein Core, kein Sologewichse, kein Firlefanz, einfach voll auf die Zwölf. Die textliche Seite der Songs besteht wieder aus purem Hass, Tod und Zerstörung. Die Musik welche DESASTER auf „666 Satan's Soldiers Syndicate" darbieten ist abwechslungsreich und lädt zum schütteln seiner Haarpracht ein. In Track 5 „Hellbangers" singt SATANIC sogar richtig. Der Song „Tyrannizer" ist sicher was für Freunde des episch gehaltenen Black/Thrash Metals sehr zu empfehlen. Da nehmen die Jungs das Gaspedal etwas zurück. Die Songs auf dem Album sind aufs Massgebende reduziert und gestrafft worden. Als richtige Hymnen, die bestimmt auch Live ordentlich reinknallen werden, sind sicher Track 3 „Angel Extermination" und Track 4 „Razor Ritual" hervorzuheben. Fans des rohen, dreckigen Black/Thrash Metals sollten diese Scheibe in ihre Sammlung aufnehmen.
André G.

Punkte: 8.0 von 10
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SHADOW GALLERY – Prime Cuts
Magna Carta/Disctrade
Shadow Gallery ist meiner Meinung nach immer noch eine der Unterbewerteten Bands im Prog Sektor. Haben die Amis doch mit „Carved in Stone“ und vor allem mit „Tyranny“ eines der besten Prog Werke der Neunziger zustande gebracht. Deshalb findet man von diesem Album wohl auch vier Songs auf dieser Best of. Wer SG kennt weiss das trotz dem hohen Prog Anteil immer die Melodie im Vordergrund steht. Weiterhin brauchen sich die Jungs keinesfalls hinter Dream Theater zu verstecken, was nur schon die einzigartigen unglaublichen Solis von Ausnahmegitarrist Gary Wehrkamp zeigen, den Rest besorgt noch die geniale warme Stimme von Shouter Brendt Allman. Jeder Song ist eine Perle für sich und trägt den Zuhörer in die höchsten Sphären des Prog. Ich hätte aus diesem Teil ein Doppelwerk gemacht und das geniale „Crystalline Dream“ und DER Shadow Gallery Song, das 17 Minütige unsterbliche „The Queen of the City of Ice” noch mit drauf gepackt. Aber „Prime Cuts“ ist für diejenigen die SG noch nicht kennen der perfekte Einstieg in die unglaublich geniale Welt der Amis. Da kann man als Proggie wirklich nichts falsch machen.
Crazy Beat
Punkte: keine Wertung
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ROADRUNNER - Roadrage 2007
Roadrunner Records/Musikvertrieb
Die DVD-Compilation von Roadrunner ist mittlerweile schon zur Tradition geworden - Video-Clips gehören nach wie vor zu den klassischen Marketing-Tricks und können je nach Laune der Bands/des Budgets auch mal in exzessiven Kunst-Orgien ausarten. Freundlicherweise hat Roadrunner auch die diesjährige Edition mit über 30 Clips ihrer aktuellen Künstler ausgestattet, darunter finden sich neben den Flagschiffen Stone Sour, Killswitch Engage, Machine Head und Slipknot auch Bands wie Madina Lake, 3 Inches Of Blood, Black Stone Cherry und Co. - ein gut gefülltes Rundumpaket also. Statt jeden Clip kurz zu besprechen, möchte ich an dieser Stelle einfach der Reihe nach ein paar Highlights herausheben: Den Anfang machen Stone Sour, zum einen mit einer wilden Live-Version von «Made Of Scars» (Mittlerweile sollte wohl jedem klar sein, dass die Band auf der Bühne nur schwer zu bremsen ist) und mit dem Pappmaché-Clip zu «Through Glass» - durch eine handvoll Tricks wird hier nach und nach eine Hollywood-Poolparty als Poster- & Standup-Montage enttarnt. Killswitch Engage legen darauf mit «My Curse» (Simple, aber effektive Story) und «The Arms Of Sorrow» (Mann fällt in Slow-Motion von Gebäude, Hauptthema sind die darauf reagierenden Leute in und um das Gebäude) nach, und Trivium überschreiten mit «Anthem (We Are The Fire) erstmals die Kitsch-Grenze - die «Langweilige Spiesser-Party wird von jungen Metalheads überfallen»-Storyline ist mittlerweile mehr als ausgelutscht. Machine Head («Aesthetics Of Hate») kommen da schon wieder etwas authentischer rüber, auch wenn dafür die Bildqualität zu wünschen übrig lässt. Den nächsten Versuch starten Dream Theater mit dem Song «Constant Motion» und jeder Menge zweitklassig animiertem Schnick Schnack (Von den Ameisen vom aktuellen Artwork, bis hin zu den Kugeln vom «Octavarium»-Cover) - Megadeth machen mit ihrer ausgebombten Grossstadt-Fantasie schon einiges besser, wobei der Faktor «Hübsches Italienisches Mädel trällert auf französisch» (Christina Scabbia von Lacuna Coil hat in diesem Song einen Gastauftritt) sicher auch eine entscheidende Rolle spielt. Der darauf folgende Clip von Porcupine Tree stellt dann sowas wie den artistischen Höhepunkt der DVD dar, zum Titelsong ihrer aktuellen Platte («Fear Of A Blank Planet») wurde ein 4.5-Minütiges Manifest zum Thema Jugendbeeinflussung geschaffen - Sehr schön! Ebenfalls intensiv aber auch mindestens so chaotisch zeigen sich darauf Slipknot mit dem Clip zu «The Blister Exits», Pain/Peter Tägtgren gehen kurz darauf bei «Zombie Slam» vor dem Film «Inteview With A Vampire» in die Knie. Devildriver können dann mit Mastodon-ähnlichen Bildcollagen punkten, ihr apokalyptischer Clip zu «Not All Who Wander Are Lost» kommt im aufwändigen CG-Look daher, und stellt quasi den zweiten Höhepunkt der DVD dar. Cradle Of Filth verwenden beim Cover von «Temptation» mal wieder das beliebte «zerstörtes Paradies/heiles Paradies-Motiv», auch hier kann mit dem Gastauftritt einer Sängerin gepunktet werden. Bei Shadows Fall und dem Song «Redemption» wird mit der Storyline nicht gegeizt, die Jungspunde von Sanctity (respektive Hetfield Junior) führen den Betrachter mit einer wirren Tätowierungs-Story an der Nase rum und Satyricon schliesslich füllen den gesamten Clip von «The Pentagram Burns» mit einer Duo-Performance und einem Dutzend tanzender Mädels - Intensiv! Black Label Society können gegen Ende mit einem Comic-Clip zu «Concrete Jungle» punkten, und Nickelback drücken bei «Savin' Me» & «If Everyone Cared» zum Abschluss gekonnt auf die Tränedrüse. Wie bereits vermutet ist also auch die Roadrage 2007-DVD wirklich zu empfehlen, es lassen sich darauf durchaus einige Schmuckstücke ausmachen - Aber ich denke der Ruf nach etwas mehr Kreativität zwischendurch entspricht nicht nur meinem Wunsch...
El Meurte

Punkte: keine Wertung
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AXEL RUDI PELL – Diamonds Unlocked
Steamhammer/Phonag
Axel Rudi Pell gehört wohl zu den letzten, die es nötig haben, eine reine Cover-Scheibe raus zubringen. Seit nun mehr 18 Jahren beehrt uns der deutsche Gitarren-Meister nämlich mit hochstehenden Eigenproduktionen und Götterlieder à la „Call Her Princess“ oder „The Clown Is Dead“. Dass sein neuster Output diese Klasse halten kann, verdankt er nicht etwa den gecoverten Künstlern, sondern schlicht sich selber. Für Diamonds Unlocked wurden die bekannten Songs nämlich selten eins zu eins nachgespielt, sondern teils stark umarrangiert oder verfremdet und schliesslich auf typisch Axel Rudi Pell gestylt. Weiss man nicht, was man hier hört, würde man es glatt als weiteres normales Pell-Album durchgehen lassen. Ebenfalls lobenswert ist die Tatsache, dass man hier nicht unbedingt die Songs zu hören bekommt, die man von Axel Rudi Pell erwartet hätte. Es gibt also keine Deep Purple oder Rainbow-Songs. Als einziges sehr stark am Original gehaltenes Lied glänzt „Beautiful Day“ von U2. Phil Collin’s „In The Air Tonight“ wird auf epische 9 Minuten gestreckt und Kiss’s „Love Gun“ durch den Akkustik-Wolf gedreht. Hier wird schnell klar, dass es sich um eine Herzensangelegenheit handelt und nicht um kühle Geldmacherei. Wer zudem den genauen Grund wissen möchte, wieso Pell gerade diesen oder jenen Song gecovert hat, findet kleine Statements auf seiner Homepage. Diamonds Unlocked atmet, fühlt, duftet und lebt den Groove von Johnny Gioeli (Gesang), Ferdy Doernberg (Keyboard), Volker Krawczak (Bass), Mike Terrana (Schlagzeug) und Axel Rudi Pell und ist somit mehr als „nur“ ein Coveralbum.
Roger W.

Punkte: keine Wertung  
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NASTRANDIR – Zwischen Horizonten
Twilight/Non Stop Music
Hört denn das niemals auf? Eine Pagan-Metal Band nach dem anderen spriesst aus dem Boden, wie Blumen im Frühsommer. Die neusten Gesangsgermanen kommen aus Lübeck und nennen sich Nastrandir. Die Band hatte bereits vor ihrem Debütalbum „Zwischen Horizonten“ in der Schweiz einen Auftritt und vor Kurzem wurde auch die Plattentaufe im Dynamo in Zürich gefeiert. Die sechs Deutschen sind zwar stilistisch gesehen eine Band unter Vielen, aber als 08/15 Pagan-Metal darf man aber ihr erstes Werk auf keinen Fall bezeichnen. Melodische und sehr hymnenhafte Struktur wird gestärkt von einer vielseitigen Stimme. „Zwischen Horizonten“ macht einen guten Eindruck und lässt auch viele bekanntere Bands, dieses Genres alt aussehen. Die Produktion der Scheibe ist gelungen und man kann keine Fehler feststellen. Die Folklore-Parts sind hübsch anzuhören und gelegentlich auch ein wenig kitschig, was aber denn Sound nicht schmälert, sondern eine gewisse Verspieltheit aufzeigt. Ebenfalls ein Pluspunkt sind die herausragenden Chöre, die dem Sound fantastische Tiefe bieten. Nastrandir hat zwar einiges gezeigt, aber es gibt doch noch Verbesserungspotential, was ja auch sicherlich der Band zugute kommt. Zum Beispiel die Abwechslung der Scheibe, lässt ein wenig zu wünschen übrig. Das Stück an sich ist strotz nur vor Unterhaltung, Folkparts wechseln sich ab mit hymnenhaften Chorpassagen und dann gibt es wieder schnellere Drumelemente. Aber leider ist jeder Song in etwa gleich aufgebaut, was dem Hörer bereits nach dem ersten Hören auffallen wird. Die Drumparts sind ein wenig lasch, sie kommen drucklos daher und töten so die aufgebaute Stimmung. Die Texte der Deutschen sind typisch für die Szene, aber leider nichts Neues und so auch eher negativ zu bewerten. Trotzdem haben Nastrandir mit „Zwischen Horizonten“ bewiesen, dass es doch noch neue Pagan-Metal-Bands gibt, die nicht bloss vom Hype profitieren möchte.
Yannick S.
Punkte: 7.9 von 10
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ANGANTYR / NASHEIM – Split
Northern Silence/Non Stop Music
Über einen Split zu schreiben ist immer eine relativ schwierige Sache, vorallem wenn man eine bekannte Band und eine eher unbekannte vor sich hat. Zum einen gibt es da Angantyr, die ihr neues Material zum Besten geben und noch Nasheim, das schwedische Projekt, welches nach zwei Demos bereits eine Best Of veröffentlichte und danach drei Jahre untertauchte. Vorerst aber zum dänischen Einmannprojekt Angantyr, welches bereits drei sehr erfolgreiche Alben vorzuweisen hat und in der Pagan/Black Metal Szene extrem gefragt ist. Auf dem Split gibt Ynleborgaz, der Mann hinter Angantyr, noch einmal Vollgas und zeigt zwei komplett neue Stücke und ein Livemitschnitt vom Klassiker des Debütalbums „I der Knaeller I Ynk“. Die beiden neuen Songs sind typisch Angantyr und können, so wie erwartet, völlig überzeugen. Black Metal mit sehr abwechslungsreichen Drumming und feinen, aber sehr heroischen Gitarrenwänden. Das Livestück geht einem mächtig unter die Haut, vorallem dann, wenn man die Dänen bereits selber einmal sehen durfte. Feinkost und jeder Black Metal Fan zu empfehlen! Nasheim hat eigentlich kaum ein Hauch einer Chance die Spitzenleistung von Angantyr zu übertreffen, aber einmal vorneweg, den Schweden ist mit diesem einen Song auf dem Split, ein absolutes Prachtsexemplar gelungen. „Sövande Mjöd Vill Jag Tömma“ beginnt ausserordentlich ruhig und versetzt den Hörer in eine gewaltige Trance. Traumhaft. Die Stimme des Sänger manifestiert das absolute Grauen und kann jedem Black Metal Fanatiker ein Glänzen in die Äuglein zaubern. Die Drum-Parts klingen verschwummen, passen aber vorzüglich ins Klangbild. Die Stimmung des gesamten Songs packt einem bei lebendigen Leib und lässt nicht mehr los. Ein Stück Black Metal Geschichte hat hier meiner Meinung nach Nasheim veröffentlicht und ich hoffe sehr, dass die Schweden noch mehr von ihrer genialen Musik hergeben. Ohne Frage, dieser 25 minutenlange Song bietet alles, was das Black Metal Herz begehrt. Hammermässig!
Yannick S.
Punkte: keine Wertung  
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EMERALD – Hymns To Steel
Pure Steel Records/Non Stop Music
Schämen muss ich mich, ja schämen! Da schreibt man seit nunmehr drei Jahren für das grösste Metal-Web-Magazin der Nation und hat doch bis anhin nicht mitgekriegt, dass es in unserer kleinen Schweiz eine waschechte 80’s-Kapelle gibt, die mit „Hymns to Steel“ ihr nunmehr viertes Machwerk abliefert. Und natürlich ist der Name hier Programm. Hymnenhafter Metal, mal treibend rasant, wie das eingängige Titelstück, das galoppierende „Revenge“ oder das epische „Bard of the King“, mal stampfend rockig à la „My Way“ oder „Bastardo“ aber immer schön old-school, so lassen es die Eidgenossen krachen. Während die Instrumentalisten handwerklich alles souverän schaukeln, so wird es wohl Sänger Jvo Julmy sein, an welchem es zu meckern gäben könnte. Die schwer vergleichbare Gesangsleistung nämlich ist nicht gerade leicht verdaulich und so beginnt man das Organ von Julmy nach dem mehrmaligen Durchhören entweder zu hassen oder zu mögen, wobei ich klar zu letzteren gehöre, denn nicht nur die etwas unkontrollierten Screams in „Empire of Lies“ machen irgendwie Spass beim Zuhören, sondern auch in der kitschig schönen, mit Dudelsack ausgestatteten Ballade „Will you ever Return“ zeigt der Fronter sein Können. Klar, Songwritting wie Sound, der zeitweise durch nicht gerade druckvolle Drums getrübt ist, lassen sich immer noch verbessern, doch mit „Hymns to Steel“ zeigen die Jungs, das in Zukunft mit ihnen zu rechnen sein wird. Als kleiner Bonus gibt übrigens gleich noch eine Cover-Version von Crimson Glory’s „Azrael“ mit dazu, die zwar keinesfalls schlecht ist, aber sicherlich auch nicht den Höhepunkt der Scheibe darstellt.
Kissi
Punkte: 7.8 von 10
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MEMBARIS – Into Nevermore
ARTicaz/
Non Stop Music
Nach Problemen mit dem einstigen Label, haben es nun Membaris doch noch geschafft, dass ihr anno 2005 eingespieltes Black Metal Werk die Dunkelheit der Nacht erblickt. Ein Ereignis, welches ich nur begrüssen kann, denn die germanischen Teufelsschergen lassen die Gitarren klirren, nordländische Melodien erklingen und senden erste Anzeichen der bevorstehenden Frosttage gekonnt ins Wohnzimmer. Schnörkellos geht es ans Werk, ohne lästiges Beigemüse, oder genrefremde Elemente. Pure f***ing Black Metal, der durch abwechslungsreiche Kompositionen zu fesseln vermag und wie Stacheldraht-Zuckerwatte in das Hörorgan fliesst. Dabei muss erwähnt werden, dass Into Nevermore weder die hasserfüllte Dauer-Prügelorgie symbolisiert und stupide, kopflose Vergewaltigung der höllischen Instrumente zelebriert. Viele Tempowechsel beherrschen das Geschehen und immer wieder treffen feine melancholische Melodien auf Rasende Strukturen, welche fliessend verwoben wurden ohne dabei schwerfällig oder krampfhaft zu wirken. Profitieren von diesen Eigenschaften können insbesondere „Winter Night“, „Red Rain (Bleeding Sky)“ und „Als der Himmel sich öffnete“, welche trotz ihrer Länge, welche die 7 Minute Marke knacken, sich sehr spannend anhören und die Zeit vergessen lassen. Es mangelt vielleicht noch ein wenig an Epik und Dramatik, aber Into Nevermore besitzt rohen Charme, ohne primitiv in die Magengrube zu schlagen und eine zeitlose Note. Zudem ist das Album der Start der Trilogy „Event Horizon“, so hoffe ich, dass die Labelprobleme der Vergangenheit angehören und wir in den Genuss der folgenden Werke kommen dürfen.
R.K.

Punkte: 7.7 von 10
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THE CULT - Born Into This
Roadrunner Records/Musikvertrieb
Mit ihren Alben "Electric" (1987), "Sonic Temple" (1989) und "Ceremony" (1991) legten The Cult drei unsterbliche Biker Hardrock Scheiben hin, die ihresgleichen bis heute suchen. Nur die alten AC/DC und ein paar weitere wie Circus Of Power oder Zodiac Mindwarp (And The Love Reaction) lagen damals auf gleicher Augenhöhe. Nach "Ceremony" riss der Faden und die selbstbetitelte 94er-Scheibe fischte hörbar im Grunge-Becken. Danach kam die kultige 4 LP-Box "Singles 84-95" und erst 2001 folgte mit "Beyond Good And Evil" eine bemerkenswert gute, aber viel zu wenig beachtete Studio-Scheibe, die, mit etwas modernem Touch und fetter Produktion versehen, wieder die guten alten Zeiten herauf beschwörte. Der Drummer, der ein festes Bandmitglied war, hiess übrigens Matt Sorum (Ex-Guns n'Roses). Nebst einer DVD von dieser Tour und der nachgereichten, digitalen Version von "Pure Cult" wurde es abermals ruhig im Umfeld der Amis. Während man von Billy Duffy eigentlich gar nichts mehr hörte, war Ian Astbury mit den verbliebenen Ur-Recken von The Doors als Beinahe-Reinkarnation des unvergesslichen Jim Morrison (R.I.P.) unterwegs. Umso überraschter nahm man jetzt also "Born Into This" als neues Lebenszeichen von The Cult zur Kenntnis. Dazu gehören auch zwei neue Musiker, die auf die Namen John Tempesta (d) und Chris Wyse (b) hören und wir somit von einer 'echten' Band sprechen können. Der Titeltrack als Opener startet schon mal ordentlich, während sich das nachfolgende "Citizens" etwas zahmer anhört, dafür mit einem Ohrwurm-Refrain ausgestattet ist. "Diamonds" klingt irgendwie nach alten Kiss und "Dirty Little Rockstar" bedient sich eines Riffs, dass frappant an die Rolling Stones erinnert. Ungewohnt ruhig und gar mit etwas Touch des Kings (Elvis) erklingt "Holy Mountain", das sich noch gut in der Jukebox von Altersheimen anstellen würde. Erst "I Assassin" und "Illuminated" spannen endlich den Bogen zur erfolgreichen Vergangenheit. Insgesamt sicher wieder ein typisches und zeitgemässes Cult-Album, dessen Niveau aber nicht konstant gleich ist. Wem die eingangs erwähnten, älteren Alben kein Begriff sind, sollte diese unbedingt auch anchecken!
Rockslave

Punkte: 7.7 von 10
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AEON – Rise To Dominate
Metal Blade/Musikvertrieb
Obwohl die Herren aus Schweden stammen, zelebrieren Aeon auf Rise To Dominate brutalen hochgeschwindikeits Deathmetal, den man eigentlich mehr aus Übersee gewohnt ist. Ohne Handwerkliche Fehl und Tadel werden die Eingeweide zerschnetzelt und die Gehörgänge zertrümmert. Auf der einen Seite der pure Wahn, welcher pausenlos auf den letzten Funken Verstand einprügelt auf der anderen Seite macht siche jedoch eine Sättigung breit, ja fast schon Abstumpfung, welche durch den zu gleichförmigen Songaufbau propagiert wird. Wie erwähnt eilen Aeon mit angehobemen Tempo durch Grunz- und Kreischlandschaft, schleppende Passagen kommen grundsätzlich sehr selten zum Einsatz, ausser bei „You Pray To Nothing“, das erstaunlich „gezüchtigt“ und das mit Düsterkeys geschwängerte „No One Escapes Us“ welches sehr düster wirkt. Auch der Midtempo Stampfer „There Will Be No Heaven For Me“, fällt etwas aus dem Rahmen, aber dies sind die Ausnahmen. Sowas wie einen Übersong findet man zwar nicht auf dem Silberling, jedoch sollte „Luke 4:5-7, Hate Them und Crasses By The Holy Man“ für Freunde von Cannibal Corpse und Deicide ein leckeres Fresschen sein. Was Aeon gut geling, ist diese tief schwarze Böse Atmosphäre über die komplette Spielzeit zu erwecken und am leben zu erhalten. Vielleicht hätte man noch etwas mehr Power aus dem Schlagzeug heraus gebracht und die Solos wissen auch nicht alle zu überzeugen, aber sonst dürfte der Herr der Finsternis doch ganz zufrieden sein mit dem Resultat.
R.K.

Punkte: 7.5 von 10
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DAY ELEVEN – Sleepwalkers
Dockyard1/Musikvertrieb
Was entsteht wenn sich der Gesang von HIM mit der Power und Musik der frühen 90 er Grungeszene vereint? Wenn man der Selbstbeschreibung ihres Musikstils glauben schenkt, ist es aufgeschlossener Heavy Alternative Rock. Oberflächlich betrachtet, kann der geneigte Jünger darin eine stinknormale Rockscheibe vermuten, aber beim näheren hin hören zünden die kompakt komponierten Songs richtig durch und besitzen trotz ihrer wunderbaren Dynamik eine ordentliche Schlagseite an Gefühl und Bitternis. Sleepwalkers ist die zweite LP der fünf Finnen aus Tampere und ist ein straightes gut rockendes Album geworden. Die Songs sind relativ kurz gehalten und beginnen häufig mit einem leichten Punktouch. Sie wollen originell klingen und sprudeln nur so von Kreativität. Über allem hört man die Stimme von Janne Aleksi Pjari. Welche einmal Wild in Punk/Grunge Manier loslegt und mal melancholisch so richtig Ville Vallo like in höhere Sphären vordringt. Der Silberling ist sauber und professionell produziert. Was sicherlich auch damit zusammenhängt das Jens Bogren (u.a OPETH / KATATONIA) hinter den Reglern sass. Die Jungs sind gerade, von einer gemeinsamen Tour mit NEGATIVE, zurückgekommen. Die Musiker Janne Aleksi Pajapi (Vocals, Guitar), Sopanen Olli (Guitar), Matti Lötjönen (Guitar), Kinno Kärkäinen (Bass) und Luca (Drum) zeigen deutlich das in Finnland nicht nur der Düstersound regiert. Sondern auch gut rockende Klänge Spass machen und funktionieren können. Sie wollen mit Sleepwalkers so richtig reinknallen. Mit über fünf Minuten Spielzeit ist "Untitled" untypisch lang für eine Punk Rock-Band. Obwohl der Takt insgesamt recht langsam ist, würde ich den Song als Punk-Ballade durchgehen lassen. Sehr emotionale Gesangslinien werden unterstützt von harten Gitarren und verzerrten Backgroundvocals Day Eleven lassen sich von jeder Musikrichtung inspirieren und mischen das ganze zu ihrem eigenen Stil. Da sich so viele Stile in ihnen vereinen sind Musikliebhaber von diversen Lagern potentielle Liebhaber der Band.
André G.

Punkte: 7.5 von 10
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DECAYED – Hexagram
Folter Records/Non Stop Music
Fleissige Portugiesen präsentieren hier ihr siebtes Album und dürfen ein Jubiläum bei Veröffentlichungen insgesamt feiert. Mit allen Single-Auskopplungen und Best-Of-Alben, die Decayed schon auf den Markt geworfen haben ist „Hexagram“ der 25. Output. Kleiner Applaus also schon mal vorab. In den 17 Jahren, von denen wir hier sprechen, ist die Band aber niemals wirklich über den Underground-Status herausgekommen. Vielleicht gefällt den Jungs das ja ganz gut, es ist nicht jeder zum Stadionfüller geboren. Das vorliegende Werk könnte aber ein kleiner Schritt in diese Richtung bedeuten, es ist nämlich gar nicht schlecht. Auf den ersten Blick klassischer Black Metal, es fällt aber auf, dass die Stimme angenehm unaufgeregt klingt. Kein überschnappendes Gekeife oder spuckender Hass, eher ein Gekrächze, das wohl dosierte Wut zeigt. Dieser Faktor macht die Musik von Decayed schon mal leicht verdaulich. Ansonsten hört man Heavy Metal und Thrash Metal heraus. Kein Wunder, 1990, zur Grundungszeit von Decayed, war auch der Black Metal noch nicht wirklich weit gekommen. Schön, haben die Herren die Einflüsse aus den Anfangstagen nicht vergessen. Das Riffing ist relativ einfach gehalten, untermalt die Stimme aber gut. Etwas mehr Druck hätte der Produktion vielleicht nicht geschadet, wenn der Sänger mal ruhig ist, kommt die Musik etwas zu schwach rüber. Sauber gespielt wird aber allemal und wer Black Metal sowieso nur mag, wenn er aus dem Underground kommt, kann hier zur Abwechslung auch mal eine gute Scheibe abgreifen. Aber macht euch die Entscheidung nicht zu leicht. Wenn jetzt jeder gleich in den Plattenladen rennt, sind Decayed vielleicht bald nicht mehr undergroundig...
Leandra
Punkte: 7.5 von 10
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ASIA - Live in Tokyo (DCD)
Eagle Rock Entertainment/Phonag

Wer kennt ihn nicht, den Überhit "Heat Of The Moment", der Asia zur weltweit meistverkauften (über 10 Millionen Exemplare!) Debüt-Scheibe aller Zeiten verhalf?! Das erstaunte auch nicht, da Asia Anfangs der 80er das neu kreierte Sammelbecken für gestandene wie gestrandete Prog-Grössen wurde. Namen wie Geoff Downs (Buggles & Yes), John Wetton (King Crimson, Roxy Music, Uriah Heep), Steve Howe (Yes) und Carl Palmer (Emerson, Lake & Palmer) waren allesamt Voll-Profis. Dazu gesellten sich im Lauf der Jahre viele weitere Musiker, wie zum Beispiel auch 'unser' Mandy Meyer (Krokus, Ex-Cobra, Ex-Katmandü) oder später auch Gitarrist Al Pitrelli (Ex-Savatage). Dazu kamen ebenso ein paar Schlagzeuger wie Michael Sturgis oder Chris Slade (Ex-AC/DC, Ex-MMEB). Das Zünglein an der Waage ist/war jedoch Sänger/Bassist John Payne, der für den zweiten Teil der Bandgeschichte von 1992 bis 2006 den sich klar von Wetton unterscheidenden Gesang einbrachte. Müssig zu erwähnen, dass es hierbei, respektive seither zwei in ihren Meinungen sehr auseinander driftende Fan-Lager gibt. Fakt ist, dass Asia nach den ersten Erfolgen, nicht zuletzt durch die unzähligen Musikerwechsel, laufend an Profil verloren. Mit dem 92er Album "Aqua" wurde eine neue Ära eingeläutet, die mir persönlich mehr zusagt. Dass man dann aber 1997 hinging und für die "Anthology" CD einige Titel der 80er (von Wetton eingesungen) mit Payne neu aufnahm, finde ich völlig daneben. Klassiker sollten ihre Ursprünglichkeit behalten und nicht mit unnötigen Neuversionen verschandelt werden. Dies geschieht bei dieser aktuellen Live-CD mit Sicherheit nicht, denn hier ist wieder die Ur-Besetzung (Downes, Wetton, Howe und Palmer) am Werk. Nach einer sehr erfolgreichen Tour in den Staaten im letzten Jahr, besuchte man heuer zur Vorfrühlingszeit (März) auch noch Japan und hielt dieses Konzert in Tokyo für die Nachwelt fest. Somit dürfte klar sein, wie die Setliste hauptsächlich ausgesehen hat. Dazu kamen, nebst dem kompletten (!) Debüt-Album, auch noch Tracks der einstigen Bands der einzelnen Musiker wie "Roundabout", "Video Killed The Radio Star" oder "In The Court Of The Crimson King" zu Ehren. Trotz oberfettem Sound sehe ich mich darin bestärkt, definitiv nicht zu den Wetton-Fans zu gehören. Asia Puristen der ersten Stunde müssen hier aber blind zugreifen!
Rockslave
Punkte: keine Wertung
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KORN – Untitled
Virgin/EMI
Zugegeben, wenn ich behaupten würde, dass ich Korn kenne, wäre es gelogen. Klar kenne ich den Namen und auch ein paar Stücke von ihnen, aber that’s it. Aber als ich ihre neuste CD in den Player legte, war ich denoch etwas enttäuscht. Ich hatte vielleicht auch mit mehr, aber sicher mit etwas anderem gerechnet. Auf ihrer neuen CD experimentieren Korn mit verschiedenen Effekten und Musikstils. Daher kommt es, dass das Stück „Love and Luxury“ ziemlich poppig daher kommt und sich das darauf folgende „Innocent Bystander“ schon eher wieder dem Metal zuordnen lässt. Durch diesen, fast schon wirren Aufbau der Platte setzt am Ende ein Gefühl von Zerrissenheit und Unsicherheit ein. Als ob Korn versucht ihren eigenen Stil zu behalten und gleichzeitig etwas mehr „komerziell“ zu klingen. Dadurch erhält man das Gefühl, das die Seele des Albums fehlt, also das gewisse etwas, was einem während einem Song Gänsehaut bereitet, einem vielleicht mal zum lachen bringt oder einem dazu anregt Gedanken über etwas zu machen. Trotz allem können sich Stücke wie „Evolution“ durch seinen guten Rythmus zu einem Ohrwurm entwickeln und das darauf folgende „Hold on“ ist mein persönlicher Favorit. Ebenso „Kiss“, ein gut gelungener Song, welcher mich mit seinen verzerrten Gitarren, den präzisen Beats und der Art des Gesangs immer wieder an „Hurt“ von Nine Inch Nails errinnert. Also befinden sich auf dem Album auch durchaus hörenswerte Titel, welche auf einen guten Ansatz hinweisen. Bleibt zu hoffen, dass Korn das nächste Mal an diesen Ansätzen weiterarbeiten, denn Talent haben sie ja, wie sonst könnte man erklären, dass sie bereits seit 13 Jahren erfolgreich im Geschäft sind?
Miriam

Punkte: 7.4 von 10
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THROWDOWN - Venom & Tears
Trustkill Records/Phonag
Vor etwa genau zwei Jahren, hatte ich das Glück Throwdown's "Vendetta" zu rezensieren. Was dabei heraus kam, war mehr oder minder eine nicht mal so schlechte Pantera Kopie. Und was erwartet uns eigentlich mit dem neusten Werk der vier Amis "Venom & Tears"? Nun liebe Freunde ich kann es vorwegnehmen, es ist alles beim alten geblieben. Sänger "Dave Peters" möchte das Original "Phil Anselmo" so gut wie möglich toppen. Dieser Versuch ist schnell gescheitert. Man kopiert einen Anselmo nicht einfach so. Auch beim Rest der Truppe ist die Originalität nicht so stark. Man versucht sich bei den 13 Nummern noch an so illustre Bands wie Maschine Head oder auch Sepultura, von denen man sogar einen Song covert mit "Propaganda". Handkehrum muss ich auch gestehen, dass die Mucke von Throwdown wenigstens gut produziert ist und die Songarrangements eigentlich nicht so übel sind. Aber eben den Vergleich mit Pantera müssen sie sich gefallen lassen, den zu offensichtlich klingt "Venom & Tears" nach den Texanern. Nun es gibt auch Leute die sich sagen, scheiss auf das Kopiergelaber, die Band tritt sichin den Arsch und überflügelt auch so manche Truppe bei den Metalcorlern. Denen kann man eigentlich auch Recht geben. Also Leute ihr seht bei Throwdown ist es nicht so einfach, sich einen Überblick über das Gesamtbild dieser Truppe zu bilden. Meine Meinung? Panterakopie Punkt und aus.
Daniel J.
Punkte: 7.4 von 10
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NOT FRAGILE - Scrath The Surface
Hellion Records
"Old School Metal" diesen Begriff hört man letztens immer mehr, wenn man eine Review von einer Metalband durchliest. Bei mir lösen diese Worte immer ein angenehmes Gefühl aus, denn es handelt sich meistens um Kapellen, die in den achtzigern erfolgreich waren und dann den ganzen Grunge und New Metal bis hin zum Metalcore und sonstigem Zeugs, bis heute relativ gut überlebt haben. Manche erfolgreich, andere weniger. Bei "Not Fragile" handelt es sich um eine Band, die wie gesagt schon 25 Jahre existiert und ihr Melodic Power Speed Metal durchzieht ohne grosse Kompromisse. Das finde ich auch gut so, denn die Hamburger sind im Helloween bereich tätig aber ohne gross die erfolgreiche Speedband zu kopieren. Die 13 Songs sprudeln nur so vor Energie Melodien, vor allen beim Gesang und Gitarren. Schnellere Passagen wechseln sich ab mit coolen Breacks und Midtemponummern. Die Produktion ist Modern gehalten, so das die ewigen Nörgler nichts zu reklamieren haben, dass Old School Bands Schnee von gestern sind. Not Fragile beweisen auf eindrückliche Weise, dass die sogenannten "Alten Säcke" es immer noch Faustdick hinter den Ohren haben. Coole Scheibe.
Daniel J.

Punkte: 7.3 von 10
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FRANTIC ON MARCH - Exit
Eigenvertrieb
Eine Band über Jahre aufrecht zu erhalten, auch wenn es in geschäftlicher Hinsicht knarrzt, das ist keine einfache Sache. Auch Frantic ond March, die um die deutsch-schweizerische Grenze beheimatet sind, mussten sich in den letzten Jahren mit einigen personellen Umstrukturierungen abmühen. Nach der eher schlecht als rechten ersten Scheibe "Rise", die man 2003 auf die Meute losliess, präsentiert man sich nun vier Jahre und die angesprochenen Line-up-Wechsel später, stärker denn je zuvor. Die sechs Songs, die auf der vorliegenden EP "Exit" akustisch zu vernehmen sind, wirken auf den ersten Blick zwar unglaublich spartanisch und minimalistisch, entwickeln aber auf Dauer einen gewissen Charme. Zwischen Alternative-Grössen wie Fu Manchu oder Kyuss und heftigeren Combos wie gemässigten Pantera grooven einem hier behäbige, tonnenschwere Riffwände entgegen, immer wieder durchbrochen von cleanen, manchmal southernrock-mässigen ("Seeds of Silence"), dann aber auch düsteren Einschüben. Überzeugen tut dabei vor allen anderen Drummer Lothar Siebler, der dem Ganzen mit seinem kreativen Drumming den nötigen Drive verpasst. In minder positiven Tönen lässt sich leider von Frontfrau Moni Dix schreiben, die mit ihrem vergleichsweise tief gehaltenen Gesang auch schon mal an die kanadische Frauentruppe Kittie oder an eine nicht ganz auf sauberen Sandra Nasic (Guano Apes) erinnern lässt ("Empty Inside"). Früher als Schreiorgan der deutschen Thrasher Sardonic unterwegs, kann die ungewohnte Röhre nicht immer überzeugen, klingt im Vergleich zum Vorgänger-Output von Frantic on March schon um einiges souveräner und in diesem Metier geübter. Und auch in Sachen Soundqualität konnte man sich auf "Exit" erheblich steigern, was wohl massgeblich an der Entscheidung liegt, das Mastering von V. O. Pulver in seinem Little Creek Studio durchführen zu lassen. Klar hörbares Potential also, dass mit mehr Beständigkeit im Bandgefüge hoffentlich noch vermehrt in die Tat umgesetzt werden kann.
Kissi
Punkte: 7.3 von 10
          
FOO FIGHTERS - Echoes, Silence, Patience & Grace
RCA Records/SonyBMG
Das sechste Studioalbum der Foo Fighters liegt vor! Die berühmte musikalische Ambivalenz ist auch diesmal wieder hörbar, verstehen sie doch ausgezeichntet, leichte Balladen und zündende Gitarrenklänge erschreckend gut in einander fliessend zu vereinen. Zuständig für die Produktion war Gil Norton (Counting Crows, Pixies), mit dem man schon für das 1997er Album "Colour & Shape" kooperierte. Als Gastmusiker ist Pat Smear dabei, der beim Song "Let It Die" für atmosphärische Gitarrenklänge sorgt. Schon der Opener "The Pretender" (zugleich auch die erste Auskoppelung) klingt vielversprechend! Ein ruhiger Anfang, der aber schnell in temporeiches Gitarrengezupfe übergeht. Auffallend ist hier, dass der prägnanteste Gitarrenriff an einen doppelt so schnell gespielten Anfang von Great White's "Once Bitten Twice Shy" erinnert. Zufall? Weitere Anspieltips findet man ganz klar im rockigen Ohrwurm "Long Road To Ruin" und dem von Drummer Taylor Hawkins mit Background-Gesang gespickten "Cheer Up Boys", der schon das Potential für einen Herbst-Hit hätte. Es ist klar ersichtlich, was für ein talentierter Musiker und Songwriter Dave Grohl ist, der auf "Summer's End", "Statues" und "Home" gleich noch das Piano spielt. Zudem kann mit solchen Saitenschlägern wie Chris Shiflett und Nate Mendel wirklich nicht mehr viel schief gehen. Wegen den vielen Midtempo-Nummern driftet dieses Album aber ein wenig zu sehr in Mainstream ab, deshalb besser vor dem Kauf rein hören.
Maiya B.

Punkte: 7.2 von 10
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R:I:P – …Out to R:I:P All nations!!!
Twilight/Non Stop Music
Raw Intense Power, kurz R:I:P ist ein Projekt, welches einen „Mix aus old-school Thrash, Progressive Power & Melodic Death Metal“ verspricht – diese doch etwas weit gehende Beschreibung lässt nicht gerade auf ein homogenes Album hoffen. Indes, der Opener „W.A.N.T.E.D“ (offensichtlich sind Akronyme bei der Truppe beliebt) haut mit Thrash der alten (…deutschen) Schule ganz schön rein. Der Stil wird jedoch keineswegs beibehalten, bei „Crushing the lines“ drückt schon stark der Power-Metal durch die Strukturen. Modernen Death-Metal gibt es mit dem schönen „Bittersweet Pain“ (wundervolle Melodie) ebenfalls zu hören, Metalcoriges liefern „Fade Away“ & „The cold place“, progressive Rhythmen beherrschen die Herren und Damen auch, wie „Crawling through broken glass“ zeigt. Einen gelungenen Stilmix bietet „Sucking Life“, wo ein treibendes Thrash-Riff auf einen klassischen Heavy-Metal-Chorus trifft. Einen Übersong kann man bestenfalls in Form des von virtuosen Gitarrenleads über thrash-Drums ausmachen, was eine überraschend eingängige und runde Sache abgibt…auch wenn der schunkelige, stark nach alten Rage klingende Chorus Geschmackssache sein mag. Dass die beteiligten Musiker (Gitarrist Björn Daigger kennt man z.B. von Majesty, die Rhythmusfraktion von Midnattsol) klasse sind, zeigen sie im abschliessenden „Doomsday“ in einer Art umfassender Werkschau – allerdings zeigt sich hier auch der Umstand deutlich, dass noch keine definitive musikalische Marschrichtung gefunden wurde. So ist hier ein anständig produziertes, ansprechend präsentiertes Experiment vorgelegt worden, welches zwar nicht aus einem Guss, aber durchaus mit spannenden Momenten daherkommt.
Phil
Punkte: 7.2 von 10
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DEADSOUL TRIBE – A Lullaby For The Devil
InsideOut Music/Phonag
Von unserem guten Herrn Graves sind wir uns ja inzwischen so einiges gewohnt, was seine musikalischen Aktivitäten anbelangt. Der Grundtenor des mit Ritual unterlegten, progressiven Metals hat von jeder Scheibe variiert, und somit erstaunt es den geneigten Hörer nicht wirklich, dass der neueste Streich ebenfalls nicht dem Urwaldpfad des Vorgängers folgt, sondern eine völlig eigenständige Richtung einschlägt. „Psychosphere“ brettert schon mal ordentlich durchs Unterholz, mit einer schon fast untypischen Härte und Geradlinigkeit. Das geht runter wie ein Balisto in der Mittagspause und macht Lust auf mehr. Doch wenn man jetzt die knallharte Fortsetzung erwartet, wird man mit „Goodbye City Life“ wieder in eine komplett neue Richtung gezerrt: Ruhig, beinahe schon doomig mit klarem, relativ hohem Gesang kommt dieser Track als Beruhiger gut zur Geltung, wenn auch mir persönlich die hohe Stimmlage sowie die süsslichen Keyboards nicht unbedingt gefallen. Geschmackssache halt, nichtsdestotrotz ein sehr schönes, melancholisches Stück. „Here Come The Pigs“ kommt dagegen im Schweinsgalopp um die Ecke und lässt keine Borste gerade stehen. Alleine die Betrachtung dieser drei Titel lässt zu folgendem Schluss kommen: Das Einschlaflied für den Teufel ist keineswegs nur brutal oder sanft, sondern eine Mischung aus beiden Extremen. Das zieht sich durch den gesamten Silberling durch, wobei gewisse Titel standesgemäss nicht das beinhalten, was man sich ausmalen könnte, beste Beispiele sind da „Lost In You“ (sehr heftig, allerdings mit einem ruhigen, getragenen Mittelteil) oder auch „Fear“ (grösstenteils ruhig und besonnen, mit kleineren, heftigen Eruptionen). Das titelgebende Stück beinhaltet alle Stilmittel, die bei den einzelnen Stücken in Szene gesetzt werden, wirkt aber weder sonderlich pathetisch noch revolutionär. Auffällig sind die einzelnen Thrash-Attacken (beispielsweise bei „Any Sign At All“), die das Grundgerüst ins Wackeln bringen und somit frischen Wind ins Spiel bringen. Alles in allem lässt sich sagen, dass „A Lullaby For The Devil“ weder sonderlich wegweisend ist noch in althergebrachten Strukturen verrostet. Halt typisch Deadsoul Tribe, verwirrend, überraschend, mit ein wenig mehr Härte als noch beim Vorgänger „The Dead Word“.
Toby S.
Punkte: 7.1 von 10
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HEART OF SUN – Heart of Sun
Galileo Records
Dies ist das Debüt, der Italo Progger die in ihren Songs schon einige Dream Theater Einflüsse einfliessen lassen. Man findet auf dem Rundling viele geile Gitarren Riffs, starke und sehr viele Breaks Tempowechsel und das ganze wird auf Schwindelerregendem sehr hohem musikalischem Niveau präsentiert. Das Zusammenspiel der Italos ist genial und besonders die Instrumental Passagen verstehen den Zuhörer voll mitzureissen. Bei den Gesangslinien vermisst man ein wenig den Wiedererkennungswert, dass passiert in letzter Zeit vielen Prog Newcomern. Alle diese Musiker beherrschen zwar ihre Instrumente beinahe perfekt, aber eben beim Songwriting speziell den Gesangslinien hapert es dann schlussendlich. Natürlich gibt es auch starke Gesangliche Momente, aber über das ganze Album gesehen fehlt es hier etwas am Gesang, aber es reicht immer noch das Album als stark zu bezeichnen, vor allem die zum Teil Jazzigen Parts sind klasse und überzeugen auf der ganzen Linie. Für ein Debüt geht das ganze dann voll in Ordnung.
Crazy Beat
Punkte: 7.1 von 10
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VENDETTA - Hate
Metal Axe Records
Und wieder steigt ein deutsches Metal Urgestein der 80er aus ihrer modrigen Gruft empor: Vendetta! Nun..., ich muss gestehen, dass ich zur damaligen Zeit, also gegen Ende der 80er in den Fanzines und Publikationen aus dem Rock/Metal-Bereich eher auf Destruction, Kreator, Grave Digger oder Sodom gestossen bin, wenn es um härtere, deutsche Bands ging. Vendetta waren mir damals wie heute eigentlich kein Begriff. Zwei Dekaden nach dem Debüt "Go And Life... Stay And Die" ("Brain Damage" erschien 1988) hat der einzig verbliebene Ur-Member Klaus "Heiner" Ullrich (b) nach einem ersten Neuzeit-Demo von 2003 und dem Vorläufer des jetzigen Albums "Hate" (zwei Jahre später) mit Mario Vogel (v), Frank Schölch (g) und Thomas Krämer (d) frische (aber nicht jugendliche) Mitstreiter gefunden, die nochmals den Thrash-Pfad der alten Tage ablaufen wollen. Heraus gekommen ist eine solide Thrash-Keule, die viel Bewährtes und wohl Bekanntes wieder aufnimmt, also alter Wein in neuen Schläuchen..., wie man so schön zu sagen pflegt. Ob man damit aber in der heutigen, releaseüberfluteten Szene aufgrund der Vergangenheit entscheidend punkten kann, bleibt abzuwarten. Die Qualität der Songs ist allerdings ganz ordentlich und mit "Guerilla" wurde gar ein Knaller erster Güte geschaffen, der mich echt überrascht hat. Gleiches gilt für die fette und lebendige Produktion, die vor allem den Bass immer wieder vortrefflich in Szene setzt, ohne zu dominant zu wirken. Vendetta spielen mehrheitlich groovigen Thrash, das heisst nicht ultraschnell, was den Songs unheimlich viel Druck verleiht. Leider müssen aber entweder die Ideen oder das Geld ausgegangen sein, weil der zahlende Fan bei der normalen Version von "Hate" für 8 Songs gerade mal etwas über 29 Minuten Musik erhält. Motörhead's "Overkill" als Live-Bonus der 'Limited Edition' kann da schliesslich auch nicht darüber hinweg täuschen, dass das Verhältnis 'Value for money' hier nicht ideal ist. Deshalb..., und nur deshalb gibt es unvermeidlich Punktabzug!
Rockslave

Punkte: 7.0 von 10
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TODTGELICHTER – Schemen
Folter Records/Non Stop Music
Die Black Metaller haben in letzter Zeit etwas leiden müssen. Nicht, dass man nicht schon immer irgendwie geahnt hatte, dass sie nicht unbedingt zu den fröhlichsten Menschen auf dieser Erde zählen, nein, es geht darum, ob es in diesem Sektor besonders viele Bands mit rechter Gesinnung gibt. Nun stellt sich die Frage: Ist es wirklich so? Oder kann man die Black Metaller in dieser Hinsicht besonders schnell falsch verstehen? Oder gefällt dem rechten Gesindel diese Musik? Wie dem auch sein, die Todtgelicher mussten sich plötzlich auch dieser Diskussion stellen, haben sich dann relativ deutlich geäussert (auf der Homepage nachzulesen) und ich finde, sie haben das noch ganz gut hingekriegt! Gar nicht schlecht ist auch ihr neues Werk „Schemen“. Auf dieser Website existiert ein Review vom Monat Juni im Jahre 2005. Es war das allerletzte in der Punkteskala und war ein Werk von Todtgelicher. Ganze drei Punkte haben sie da von der Rezensentin erhalten. Ihr Name steht übrigens auch am Ende des vorliegenden Reviews. Ja, von der Scheibe „Was bleibt...“ ist mir wirklich nicht viel Gutes geblieben, dafür kann ich nun sagen, die Deutschen haben sich verbessert. Sind differenzierter und abwechslungsreicher geworden und das gefällt. Klar sind die klassischen Komponenten des Underground Black Metal geblieben, aber allein durch die bessere Produktion steigen die Deutschen mindestens ein Treppenstüfchen auf. Wenn sie sich beim nächsten Album noch einmal die gleiche Menge Boden gewinnen, können sie schon mächtig stolz sein. Nur wird’s dann für mich etwas schwierig mit der Punktevergabe.
Leandra
Punkte: 7.0 von 10
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ARCKANUM / SVARTSYN – Split
Carnal Records/
Non Stop Music
An schwedischem Black Metal kommt man, als BM-Fan, momentan nicht vorbei, vorallem darum nicht, weil es Bands wie Arckanum gibt. Der Schwede Shamaatae versorgt die dunkle Gemeinde stets mit genialen schwarzmetallischer Ware, die kosmischer und abgedrehter kaum sein könnte. Der Split mit Svartsyn ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf die drei Alben des Einmannprojekts. Aber auch auf dem Split wird mächtig Teufel gespielt. Arckanum ist nicht gewaltig schnell und böse, viel mehr atmosphärisch und auf eine ganz andere Art bedrohlich, als die Pseudo-Tempo-BM-Bands, die wir ja alle kennen. Die Musik ist kaum beschreibbar, man nehme Black Metal, setzt eine raue Stimme und eine kalte, ausserirdische Stimmung hinzu. Die mitreissenden Melodien sind aber nicht Ambient-Elemente, sondern von Gitarren, was die Musik noch einmal in eine andere Richtung dreht. Auf jeden Fall sollte man sich Arckanum anhören und sich von der speziellen Stimmung mitreissen lassen. Die andere Band der Splits, der übrigens bereits 2004 erschienen ist, ist Svartsyn, eine andere Black Metal Band aus Schweden. Der Dreier fabriziert böser, satanischer Black Metal aus dem Bilderbuch. Schnell, kompromisslos und rockig was das Zeug hält. Die Produktion ist schlecht, was aber wohl zum Ganzen gehört. Die Stimme wirkt in den Hintergrund gedrückt und macht sich dort ziemlich gut. Die Musik der Schweden verbirgt Geheimnisse, die der Hörer erforschen will und genau das macht Svartsyn so anders. Die Musik ist wie ein Dschungel, der sich nur langsam entdecken lässt. An alle Black Metal Fans vergesst für einen Moment eure Marduk oder Dimmu Borgir, wendet euch an Bands wie Svartsyn oder Arckanum, denn dort wird noch echter Black Metal gespielt.
Yannick S.
Punkte: keine Wertung     Hier reinhören und bestellen für 27.90 SFr.
FINAL APHORISM – Past And Future Concentrate
Eigenvertrieb
Mit einer ansprechenden Eigenproduktion füttern Final Aphorism die gierigen Schlünde eingefleischter Melodic Death Veteranen, wobei es gleich zu erwähnen gilt, dass die Jungs aus Wien keineswegs auf den niedergetrampelten Pfaden von In Flames & Co wandeln. Melo-Death bildet zwar die Basis, aber Final Aphorism versuchen mit vielen Einflüssen auf eigenen Füssen zu wandeln und Eigenständigkeit zu offenbaren. Da hätten wir barocke Melodielinien bei „Schattenkrieger“, „YAOS“ oder „Hosenträger“, als hätten die Jungs schon einige Mozartkugeln verspeist, oder mehr Folk- Mittelalter lastige Einschläge bei „Lament“, „Wir zogen einst...“, „My Murdering Kind“ oder dem reinen Instrumental „814“. Mit „Blutritual“ und insbesondere „Morgenstern“ hat man auch reine Nackenbrecher am Start, welche zwar ein wenig nostalgisch, aber keineswegs angestaubt wirken. Die eingesetzten Keys ertönen sanft im Hintergrund und unterstreichen die dunkle Atmosphäre, ohne dabei störend oder gar penetrant zu wirken. Melodie führend sind die Saitenhexer, welche einige sehr stimmungsvolle Leads aus den Saiten zaubern. Nun lassen wir aber noch etwas Kritik walten. Was bei den filigranen Kompositionen teilweise verloren geht ist ein kerniger Boden, der für ordentlich „Wums“ und für ein bisschen mehr Druck besorgt ist. Vielleicht ein kleiner Mangel, der sonst guten Eigenproduktion. Ein wenig Anstrengung ist teilweise nötig, um den Songs zu folgen, was zwar oft sehr elegant mit eingängigen Solis abgefedert wird und den Song zurück ins Spiel bringt, bevor man den Finger auf die Skip Taste zu bewegt. Zudem könnten sich Final Aphorism auch noch etwas variabler an den Grundaufbauten ihrer Songs zeigen um über die gesamte Spielzeit etwas mehr Spannung aufzubauen. Schlussendlich bleibt aber ein gutes und interessantes Album, welches viele Ideen beheimatet und erfreulich weit weg vom Einheitsbrei seine Runden zieht.
R.K.
Punkte: 7.0 von 10    
                            
INSISION – Icon
Dental Records
Die Jungs aus dem IKEA Land bieten dem Zuhörer auf Ihrem dritten Longplayer richtigen harten Brutal Death Metal, ganz ohne jeglichen schwedischen Touch. Man merkt der Combo den Einfluss von Ami Bands wie „Morbid Angel" und „Deicide" deutlich an. Nach diversen Line Up Aenderungen knüppelten INSISION im November des Jahres 2006 den vorliegenden Silberling „Icon" ein. Den sie dann über Dental Records veröffentlichten. Grund dazu war, dass ihr bisheriges Label „Earache Records" mit Geld Sorgen zu kämpfen hatte. Das neue INSISION Album "Icon", dessen geplante Veröffentlichung für Ende April 2007 datiert war, verspätetet sich auf Grund von Distributions Problemen der Plattenfirma Dental Records. Die CD wurde im Black Lounge Studio in Schweden aufgenommen. Mick Usher war für das Cover Design zuständig. Die tiefen Growls des Sängers Carl Birath sind erste Sahne die kommen so richtig aus den hintersten Winkeln des Kehlkopfs raus. Obschon sie genial klingen wirken sie nach einer Weile etwas uninteressant und eintönig. Dem Drumspiel von Marcus Jonson fehlt speziell bei den Higspeed Doublebassparts etwas an Kraft und Druck. Die Death/Thrash Riffs die Gitarrist Roger Tobias Johannson aus seiner Axt rausholt sind heiss und scharfkantig. Das ganze Songmaterial auf „Icon" bewegt sich, bis auf das doomig schleppende „Into the Cold", auf Uptempo Niveau. Wenn man das Cover betrachtet sieht man auch auf den ersten Blick worum es sich inhaltlich bei INSISION dreht: DAS BÖSE!!! Freunde des brutalen und wenig abwechslungsreichen Brutal Death: Rein in die CD–Läden und das Teil gleich kaufen!
André G.
Punkte: 6.5 von 10            
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ANGELHEART – Sing Me A Song
Turicaphone
Bereits Album Nr. 4 präsentiert uns die Schweizer Formation Angelheart. Musikalisch setzt man den eingeschlagenen Weg konsequent fort. Im hoch melodischen Pop / Rock ist die Truppe zu Hause. Zwei Dinge haben sich dennoch geändert. Nicht relevant, aber trotzdem erwähnenswert ist, dass die Sängerin Janet LaRose sich ihres Künstlernamens entledigt hat und wieder als Janine Amberg auftritt. Irgendwie ist damit aber auch die Verbindung, zur damals recht erfolgreichen Band Allison zunichte gemacht. Musikalisch hat man sich jedenfalls noch mehr als bisher von knackigem Hardrock entfernt. Klarer ausgedrückt ist die Silbe „Hard“ vor dem „Rock“ definitiv nicht mehr gerechtfertigt. Das bedeutet aber nicht nur schlechtes, im Gegenteil. Zuerst aber zur zweiten Neuerung. Mit Thomas Krebs wurde ein zweiter Sänger eingestellt. Der Grund ist nicht ganz ersichtlich. Die sicher gerechtfertigte, zur Musik von Angelheart auch passende Kombination von männlichen und weiblichen Vocals, wäre auch durch Bandleader Gitarrist und eben Sänger Paul Eterlin gewährleistet gewesen. Doch dem nicht genug, Thomas wurde deutlich mehr Spielraum eingeräumt als Janine. Ihre Vocals sind objektiv betrachtet sicher nicht besser als die von T. Krebs, haben aber einfach mehr Charisma und Charme. Das Highlight der Scheibe ist dann auch, das von Janin’s Stimme dominierte „I’m Holding On“. Dies hat aber noch einen weiteren Grund. Dem restlichen Songmaterial fehlt oft der nötige Drive. Die Gitarrenarbeit von Paul ist über jeden Zweifel erhaben. Mit viel Fingerspitzengefühl haucht er den Tracks Leben ein. Obwohl man den einen oder anderen knackigen Riff vermisst, ist die Abwechslung gross. Blues Anleihen sind genauso vertreten, wie Folk oder gar Flamenco Einsprengsel. Das Album wird aber zusammengehalten durch ausgeprägten Pop Appeal. Die Songs sind glattpoliert, ohne Ecken und Kanten, konstant Radiotauglich. Hard Rock Fans werden sich schnell langweilen. Doch Musikfreunde die auch etwas mit Toto anfangen können oder die Balladen von Gotthard mögen werden auch „Sing Me A Song“ zu schätzen wissen.
Chris C.
Punkte: 6.3 von 10          
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GORGONS EYES - Inglorious Birth
Pure Steel Records/Non Stop Music
"Proud and Strong", "Warriors", "In the Heat of the Battle", "Spirit of Steel" - nein, das sind nicht Zitate aus dem Munde von Joey DiMaio, sondern testosteron-geschwängerte Songtitel der Truppe Gorgons Eyes, ganz so wie es sich für eine true-metallische Veröffentlichung, die "Inglorious Birth" zweifellos ist, gehört. Hier werden die Saitenäxte gewetzt, die Basskeule geschwungen, auf Kriegstrommeln gedrescht und zum Kampfschrei angesetzt. In guter alter Manowar-Manier bedienen Gorgons Eyes, die 2003 ihr Debüt "Battle Rages On" raushauten, sämtliche Metal-Klischees, können aber im Gegensatz zu ihren klaren Vorbildern auch anno 2007 mit knackigem Songmaterial aufwarten. So schlagen die doublebass-geschwängerten Nummern "Higher than Eagles", "Proud and Strong" oder "Spirit of Steel" die neuesten Ergüsse der Kings of Metal locker, auch wenn Sänger Harald Sommer zwar stark nach einem raueren Eric Adams klingt, jedoch nie an dessen Versiertheit, gerade in den höheren Lagen, heranreicht. Weniger eintöniges Bassdrum-Geballer hätte es aber auch getan. Dies zeigt sich auch in schleppend epischen Nummern wie "Summon the Dead" oder "In the Heat of the Battle", die genauso true, aber auch abwechslungsreicher ausfallen. Jedoch verarbeitet der Vierer nicht nur den Einfluss der Metal-(Narren)könige, sondern greift schon auch mal z.B. auf Metal Church zurück, deren Vibe in dem beinahe balladesken "Under a Frozen Sun" klar mitschwingt, während man sich bei "March, Scatter, Burn" an schon fast progressive Rhythmen und Gitarrenläufe heranwagt. Jammervoll romantisch ist dagegen die Ballade "Farewell my Friend", welches homoerotische Männerfreundschaften besingt. Noch mal dramatisch kriegerisch wird es zum Schluss mit dem Titeltrack, der natürlich noch mit einer klassisch pathetischen Götter-Anflehung aufwarten muss und sämtliche True-Trade-Marks in sich vereint. Souverän gemachter Schlachtfeld-Metal also, dem jedoch die grossen Gänsehaut-Momente und zu oft einprägsame Parts fehlen. Wenigstens ist bei dieser Underground-Gruppe mal nicht am Sound herumzumeckern, der das Ganze doch ziemlich druckvoll in Szene setzt, was man vom verschwommenen "Photoshop-für-Anfänger"-Cover nicht behaupten kann.
Kissi
Punkte: 6.2 von 10      
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HOLLOW CORP. - Cloister Of Radiance
Dental Records
Wer bei einem Label untergekommen ist, das wahrscheinlich von lauter Zahnärzten gegründet wurde, muss schon echt abgehärtet sein. Macht man deshalb so Möchtegern-Endzeit-Sound? Das Label fasst den Stil von Hollow Corp. kurz unter „Metalcore“ zusammen. Stimmt nicht. In der längeren Erklärung heisst es dann „eine Art Metal und Post-Hardcore, gemischt mit Industrial-, Noise-, Sludge- und Stoner-Einflüssen“. Stimmt schon eher. Man versucht also im gleichen Becken zu schwimmen wie Isis, Cult of Luna oder Neurosis. Man schluckt Wasser. Denn die Abwechslung zwischen Brachialität und Doom gelingt nur schwerlich. Das ewige Scheppern der Becken nervt bald einmal unglaublich und scheint sich richtig zwischen den Ohren festzusetzen. Da wünscht man sich glatt einen Pferdeschweif. (Ja, so heisst das mit Fachausdruck. Einen Pferdeschwanz wünscht man sich aus anderen Gründen.) Hollow Corp. sind aus dem Nachbarland Frankreich und haben ihre Platte in der Schweiz aufgenommen, das muss man wohl och sagen, schliesslich ist das der Herren Debütalbum. Da ist noch einiges verzeihlich von der guten Rezensionsseele aus gesehen – aber der Markt kennt kein Mitleid und so wird sich zeigen, ob Hollow Corp. die Möglichkeit erhalten, auf dem nächsten Album zu verbessern, was sie mit „Cloister Of Radiance“ löblich versucht, aber leider noch nicht ganz geschafft haben.
Leandra
Punkte: 6.0 von 10      
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TITAN STEELE - The Force
Pure Steel Records/Non Stop Music
"Wenn hier eine hübsche CD voller süsser Melodic Metal Harmonien erwartet, dann hört besser auf zu lesen und verzieht euch!" - So oder ähnlich liest es sich auf der Homepage von Titan Steele, die sich namensrechtlichen Querelen von ihrem alten Banner Ritual Steel verabschieden mussten und dies, obwohl vier der fünf alten Bandmitglieder nun auch beim Nachfolgeprojekt die Matten schwingen lassen. Logik scheint hier eh nicht die Tagesordnung zu beherrschen, oder wie erklärt es sich sonst, dass man als Intro nervende Laserkanonengeräusche und ähnliches wählt und diese mit einem stinklangweiligen Drumrhythmus unterlegt, der auch soundtechnisch nicht zu überzeugen weiss, sodass schnell der Versuchung verfallen könnte, das Ganze wieder aus dem CD-Player zu reissen. Hat man dies allerdings erst überstanden, folgt mit "Devil Take Me" ein leckerer Opener, der durch die schrullig weinerliche Stimme von Fronter Sascha Mauer lebt, der hie und da mal nach einem betrunkenen Biff Byford (Saxon), zeitweise aber auch an Sacred Steel Shouter Gerrit P. Mutz erinnert. Klingt nicht nach der neuen Gesangs-Sensation, passt dafür aber wirklich zu dem verschroben schrulligen Old School US Metal der Deutschen, die auf "The Force" doch den einen oder anderen guten Happen Retro-Metal zu bieten. Das teutonisch thrashende "Take what Fate brings" oder die epische Bandhymne "Titan Steel" machen trotz matschigem Drum Sound Laune zum Kopfschütteln und auch das mit gekonnten Gitarrenlicks ausgestattete , stampfende "The Sign" am Ende der Scheibe weiss zu gefallen, während die Mid-Tempo-Nummern "Nightgazer" (übler Refrain) und das via Promo-Schreiben angepriesene "Soulmates" mit einfallslosen Gesangslinien und dem Plastik-Kitsch-Refrain richtiggehend nervt. Dasselbe gilt auch für "Lady Lightning", welches zu Beginn zwar noch an ganz alte Iron Maiden zu erinnern vermag, danach aber reichlich dünn wirkt. Eine Handvoll hübscher Nummern, daneben zu viele Füller und ein suboptimaler Sound, da hilft auch das gelungene Science-Fiction Cover aus der Feder von Timo Würz (u.a. Amon Amarth) nicht, um im umkämpften Old-School-Metal Genre auf sich aufmerksam zu machen.
Kissi
Punkte: 5.9 von 10          
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IVORY MOON – Human Nature
Ulterium Records
Sobald es um Epic / Bombast Metal geht, ist Nightwish in aller Munde. Warum die Finnische Truppe kommerziell so erfolgreich ist, ist rationell nicht schlüssig erklärbar. Genauso schleierhaft ist die Tatsache, dass andere Bands nicht gleich im Dutzend auf diesen Zug aufspringen. Man erinnere sich nur an Grunge nach Nirvana oder Stone Rock nach Kyuss. Wie dem auch sei, die italienische Combo Ivory Moon gehört zu den Nachahmern, weißt ihr Sound doch auffällige Parallelen und Gemeinsamkeiten zu Nightwish auf. Das Septett als reinrassige oder gar billige Kopie abzutun, wäre aber schlichtweg falsch. Offensichtlich ist die Stimme von Cecilia Serra, aber eben im gleichen Bereich angesiedelt, wie es die von Tarja Turunen war (ist?). Nur schon diese Tatsache wird die einen aufhorchen lassen, andere aber abschrecken. Doch Ivory Moon begnügen sich nicht mit Cecilia als Leadsängerin. Mit Sandro Manicone steht ein zweiter Vocalist im Dienste der Truppe. Diese Kombination klingt oft sehr interessant und abwechslungsreich, obwohl die Stimme von Sandro unter ferner liefen einzuordnen ist. Musikalisch verstehen die Italianos ihr Handwerk. In der Praxis bedeutet dies viel Gefrickel, mit progressivem Einschlag. Das Songmaterial ist dementsprechend sehr kompliziert und verfahren. Es braucht viel Aufmerksamkeit und Geduld, um den Ideen der Band folgen zu können. Auf Dauer kann dies sehr anstrengend, beinahe ermüdend werden. Eingängige Melodien, genauso wie klare Strukturen, fehlen komplett. „Human Nature“ ist definitiv keine Scheibe um nebenbei zu hören. Dies sind aber nicht wirklich Vorwürfe an die Band. Es ist reine Geschmacksache ob man darauf steht oder nicht. Kommerziell werden Ivory Moon aber keine Chance haben in Bereiche von Rhapsody, Sonata Artica oder gar Nightwish vorzudringen. Da ist auch die stellenweise matschige Produktion nicht hilfreich.
Chris C.
Punkte: 5.8 von 10          
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EPICEDIUM – Intoxicated Intercourse
Musicaz Records/
Non Stop Music
Ein „Leckerli“ für Eingeweide-Naschkatzen servieren die Herren von Epicedium in Form ihres Death- Grind Bastards Intoxicated Intercourse. Ami lastiger Deathmetal getragen von einer tief aus dem Keller röchelnden Stimme, gesalzen mit Blast Attacken und wirren Songstrukturen. Die wirren Strukturen tragen ihren Teil zur Unverdaulichkeit bei und lassen Adjektive wie „eingängig“ in schallendem Gelächter untergehen. Wobei das kurze Tasten-Intro und die ersten Takte von folgendem „Corelicious“ die Scheibe mit Spannung eröffnet, diese jedoch sehr rasch der rohen Brutalität weichen muss. Es wäre jedoch ein fataler Fehler, denn Herren ein ideenloses Riffmassacker anzudichten, da die Jungs leidenschaftlich die Tempolandschaft durchpflügen und durchaus gute und interessante Parts einflechten. Insbesondere wenn Epicedium das Tempo ein wenig drosseln und sich auf einer Geraden bewegen, kommen cool groovende Riffs daher, oder auch mal ein interessanter Lead, aber kaum beginnt man den Körper auf den Takt einzupendeln, wird der Knüppel aus dem Sack gelassen und die Stimmung in Grund und Boden getreten. Eine Achterbahnfahrt mit kurzen Verschnaufpausen, welche etwas Eingewöhnung benötigt, aber durchaus seinen Reitz besitzt. Was mich an Intoxicated Intercourse aber total auf den Sack geht, ist dieser flache und künstlich wirkende Schlagzeugsound, der mit der Macht der gebotenen Klangeskunst nicht schritt halten kann. Würde das Schlagzeug organischer und Druckvoller erklingen, würde die Wirkung der Musik noch um einiges
brachialer ausfallen und meine Wertung nach oben drücken.
R.K.
Punkte: 5.5 von 10        
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CORONATUS – Lux Noctis
Massacre Records/Musikvertrieb
Germanien sendet eine neue Mädchenmetal-Kampfeinheit auf das Schlachtfeld, welche gleich mit zwei Frontdamen hochgerüstet ist. Unter diesen Umständen steigt natürlich die (Mess-) Latte des Gothic- Symphonic Konsumenten in unermessliche Höhen. Die Durchblutung des Schwellkörpers wird jedoch etwas durch denn Umstand getrübt, dass die Sopranstimme ganz passabel, jedoch die in Standard-Tonlagen agierende etwas kraftlos ertönt und somit die Balance des Wechselgesangs nicht ganz halten kann. Erfreulich an Lux Noctis ist die Gestaltung der Balance zwischen der Saiten- und Tastenfront. Den Gitarren wird eindeutig mehr Gewicht beigemessen, was den Songs Dynamik, einen Grundstock an Druck und Härte beschert. Problematisch an Lux Noctis ist jedoch, dass das Spektrum der Songs sich in einem geringen Band zueinander bewegen. Sind die ersten Vier Songs konsumiert, ist die Katze im Sack, sprich erwartet keine Überraschung mehr und ein gewisses Sättigungsgefühl macht sich breit. Und obwohl die Songs durchaus „knackig“ ertönen und für eine Animation der Nackenwirbel sorgen können, fehlt es grundsätzlich an einer Portion düsterer Atmosphäre und Tiefgang um es wirklich mit den Grössen der Szene aufnehmen zu können. Für den der nicht genung von Gothic Metal bekommen kann und aktuelle Outputs wie beispielsweise der von Xandria zu lasch ertönt, der sollte Coronatus eine Chance geben, verdient hätten es sie jedenfalls.
R.K.
Punkte: 5.5 von 10      
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THE BIRTHDAY MASSACRE – Walking With Strangers
Repo Records
Hmm ok, dachte nicht, dass das noch passiert, aber The Birthday Massacre scheinen eindeutig erwachsener geworden zu sein. Was anfänglich mehr ein Hype von Schwarzkitteln und solchen, die es werden wollten, gewesen war, hat sich mit dem nunmehr dritten Output zu einer seriöseren musikalischen Truppe gewandelt, was sich auch in den Lyrics wiederspiegelt. Zudem singt Sängerin Chibi in den Tonlagen, in denen sie ernst genommen werden kann, sprich sehr weiblich, dunkel und auch ein wenig verrucht, was den Songs einen Hauch von Bühnen-Glamour verleiht. Musikalisch bewegt man sich auf eher elektronischen Pfaden, die teils industrial-, teils indielastig unterlegt sind, was mit der Zeit nerven kann, da sich die Strukturen zu oft ähneln und die Songs dementsprechend repetitiv klingen lassen. Nichts desto trotz haben manche Tracks durchaus Hitpotential, man nehme nur „Looking Glass“ oder „Weekend“, das sogar im Popgewand der 90er daherkommt, natürlich im Mäntelchen der Schwarzkittelfraktion. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass „Walking With Strangers“ ein paar gute Lieder beinhaltet, die auch mehr oder weniger sofort ins Ohr gehen und eigenständig klingen, dennoch möchte man die ursprüngliche Zielgruppe tanzwütiger Kellerkinder, die auch mal wie die Grossen rocken möchten, nicht vergessen und verpasst dem Gesamtwerk einen Touch, den ebenjene so sehr lieben. Mich persönlich lässt dies völlig kalt, vor allem deswegen, weil die Produktion so derb steril und durchdacht klingt, als hätte man nach einer Schablone Musik am PC produziert. Ansatzweise nicht schlecht, aber auch hier müsste man sich mal entscheiden, in welche Richtung man gehen möchte, denn auf die Dauer kann dieses Hin- und Herpendeln nicht wirklich funktionieren.
Toby S.
Punkte: 5.1 von 10      
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VALKYRJA – The Invocation Of Demise
Northern Silence/Non Stop Music
Wiedermal habe ich die Ehre euch ein Debütalbum vorzustellen und zwar dies, der schwedischen Black Metal Kompanie Valkyrja. Die Band wurde 2004 gegründet und hat jetzt, nach zwei Demos, das Album „The Invocation of Demise“ herausgebracht. Musikalisch bewegen sich die fünf Jungs im kompromissloseren, schnelleren Black Metal Genre. Der Drummer macht seine Arbeit sehr gut und kann mit seiner Turbomaschinerie gewaltige Nackenschmerzen hervorrufen. Bass und Gitarren wirken eintönig und auf eine Art und Weise ein wenig spacig und abgedreht. Allgemein versuchen die Schweden eine bedrückende und mystische Stimmung aufzubauen. Leider gelingt der Band das nur bedingt, zu oft hört sich das Ganze aufgesetzt an und kann kaum feuchte Hände hervorzaubern. Ebenfalls zu langweilig ist die Stimme von Sänger A.L. (sehr originell), der immer etwa die selber Stimmlage hat und auch diese nicht wirklich viel hergibt. Es fuchst micht, dass ich es erwähnen muss, aber Valkyrja klingt durchschnittlich und ist ein weiteres Black Metal Album, das zwar gute Ansätze zeigt, aber nicht über den Standard hinauskommt. Das Album kann mit diversen, auch sehr bombastischen Teilen oder auf der anderen Seite mit melancholischen, mitreissenden Parts überzeugen, aber mehrheitlich wirkt die Scheibe wie eine erzwungene Schlaftablette.
Yannick S.
Punkte: 5.0 von 10          
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THE HARROWED – the harrowed
Massacre Records/Musikvertrieb
Der Ersteindruck dieser Platte ist für mich sehr ernüchternd. Geradeausgeprügel mit entsprechenden Riffs, darüber ein „Gesang“, der wunderbar zu den Punkbands der zweiten Welle gepasst hätte. Ein Mittelding zwischen Hardcore, Punk, Thrash und rudimentärem Death Metal peitscht dem Hörer entgegen. Meine Befürchtungen, dass die Sache auf diese Art wenig ruhmreich quer durchs Album fortgesetzt wird, zerstreuen sich jedoch glücklicherweise nach zwei Tracks. Auf einmal lockern leicht progressive Rhythmen und – oha – Melodien die Musik von THE HARROWED merklich auf. Dennoch: gute Songs bedeutet auch das nicht, insbesondere weil zwei Tatsachen störend auffallen. 1. Der Schreihals am Mikrophon kennt kaum Varianten zu seinem zwar hübsch asozial klingenden, aber äusserst einseitigen kehligen Gebrüll. 2. Lebt der Drummer seine offensichtliche Vorliebe für Downbeats exzessiv aus – womit eigentlich alle „Songs“ irgendwie gleich klingen. Ich schreibe dies als Metaller, der auch gerne einmal eine Dosis Exploited vertragen kann: Primitive Musik kann so toll sein…oder so langweilig. Schade, denn dass die Instrumentalleistung stimmt, zeigen die zeitweise tollen Riffs. Leads und das hübsche, chillige Instrumental.
Phil
Punkte: 4.5 von 10           
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EISHEILIG – Auf Dem Weg In Deine Welt
Drakkar Entetainment/Musikvertrieb
Na, diese Jungs sind nun aber auch keine Unbekannten mehr, ist „Auf dem Weg in deine Welt“ nun schon der vierte Longplayer der Deutschen. In Gruftiekreisen dürfte wohl „Die Gärten des Herrn“ sehr bekannt sein, aber so richtig krachen lassen haben Eisheilig es dann mit „Elysium“, weshalb man nun zu recht gespannt war, wie sich die neueste Entwicklung anhören würde. Die Antwort darauf fällt nicht besonders einfach, da man zwar nicht von der rockigen Schiene abkommen und zugleich neue, eher elektronische Pfade beschreiten wollte. Dieser Gegensatz manifestiert sich in Tracks, die irgendwie weder Fisch noch Fleisch sind, sprich eine Kombination, die eigentlich keine sein will. So scheint es mir zumindest, denn was noch sehr rockig beginnt („Wir leben“ oder „Geh durchs Feuer“ sei hier genannt), endet in sphärischen, klassisch anmutenden Soundgebilden („Die dunkelste Stunde“ wie auch „Wird alles gut“) und erzeugt eben auch ‚Bastarde’, die so zwischen den Stühlen hängen (beispielsweise „Kein Land in Sicht“). Irgendwie bleibt selbst nach mehrmaligem Durchhören ein grosses Fragezeichen bei mir hängen, denn so gut die Arrangements auch sind, so ohne jegliches Rückgrat ist die gesamte Produktion. Zudem tönen einige Tracks verdächtig nach Secret Discovery oder auch den Dreadful Shadows, was nicht zwingend stört, jedoch die Konturen des Fragezeichens noch deutlicher werden lässt. Weder empfehlens- noch verdammenswert, einfach ein Schuss ins Mittelfeld. Das können die Jungs eindeutig besser!
Toby S.
Punkte: 4.2 von 10       
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RAGING SPEEDHORN - Before the Sea was built
Steamhammer/Phonag
Bevor die See geschaffen wurde gab es Raging Speedhorn oder so in etwa... Nein im Ernst, das letzte Werk der Briten liegt gerade mal zwei Jahre zurück und ich habe doch glatt vergessen, dass ich "How the great have fallen" damals rezensiert habe. Das passiert mir eigentlich selten bis nie, also muss es an der Tatsche liegen, dass Raging Speedhorn nicht besonders interessant sind. Und so kommt es auch beim neusten Werk der Engländer. Das sich nach dem ersten Durchgang sofort Langeweile einschleicht und beim Verfasser dieser Zeilen ein grosses Fragezeichen aufkommt. Bei den zehn Tracks herschen Chaos und Zerstörung. Die Vocals vom Neuzugang "Bloody Kev" ist ein einziges Geschrei. Beim Gesamtsound ist es nicht anders. Keine grossen Songarrangements, keine Melodien, nein, einfach nichts das man sagen könnte, ja diese Nummer kenne ich oder ich muss sie noch einmal hören. Es herrscht ein einziges Chaos, dass "O Wunder" nach einer halben Stunde vorbei ist und meine ach so empfindlichen Lauscher melden Danke, dass es vorbei ist. Absoluter Schrott !!!
Daniel J.
Punkte: 3.4 von 10  
MOONDAWN – Through Leaves And Ashes
Eigenvertrieb

Es gibt Alben, die klingen so schlecht, dass man sie spätestens nach der Hälfte am liebsten für ewig aus dem CD-Player verbannen würde. Aber nein, Job geht vor, und so quäle ich mich mehrmals durch die musikalischen Ergüsse von Moondawn. Und tatsächlich gibt es auf „Through Leaves And Ashes“ auch positive Aspekte. Neben dem tollen CD-Booklet ist das vor allem der Drang, etwas Eigenständiges zu erschaffen. Das geht zwar meistens gründlich in die Hose, lässt aber manchmal kurz aufhorchen. Gerade der Einsatz von Flöten und der spezielle Gesang von Iris Öster zeigen was drin läge, wenn „Through Leaves And Ashes“ richtig abgemischt wäre. Und genau da liegt einer der berühmten „Hunde“ begraben. Ich weiss, dass Studio-Aufnahmen teuer sind und sich nicht jede Band eine hoch polierte Produktion leisten kann. Ein gewisses Niveau ist aber auch bei einer Eigenproduktion erreichbar, wie verschiedene Combos immer wieder beweisen. Und dieses Niveau wird hier nie erreicht. Die Gitarren klingen schauerlich (negativ gemeint), das Wort Dynamik kann der Mischer wohl gar nicht buchstabieren und die gesamte Produktion säuselt vor sich hin. Hört euch nur mal den Song „Secrets“ an, der von zart, zerbrechlich auf knallhart, zerstörerisch wechselt. Hört ihr den Song nebenbei, werdet ihr den Unterschied nicht bemerken! Ein weiteres „Hundegrab“ liegt im Teils sehr schwachen Songwriting. Wobei die tiefste Stelle bereits zu Beginn mit „Journey To Insight“ erreicht wird. Der Song ist zu lang, es passiert zu wenig und er wartet zudem mit extrem alt hergebrachten langweiligen Melodien auf. Mein Tipp an die Band: Geht nochmals ins Studio, beschränkt euch auf die drei, vier stärksten Songs wie das akustische „Emily“ oder das schnelle „Breathless“ und nehmt diese nochmals richtig auf. Sonst wird auch aus der nächsten „medialen Schützenhilfe“ ein Abschuss.
Roger W.
Punkte: keine Wertung
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