CD-Reviews Oktober 2008
Wertung:
  9.0 bis 10 Kaufempfehlung.         7.5 bis 8.9 Gut.
  4.0 bis 7.4 Vor Kauf reinhören.    0.0 bis 3.9 Nicht empfohlen.
WITHIN TEMPTATION - Black Symphony  (DVD und/oder CD)
SonyBMG
Sprachlosigkeit und ehrfurchtsvolles Staunen breitet sich aus, wenn man die neueste DVD von Within Temptation in den Player legt! Die Band hat keine Mühen gescheut, um "The greatest Show on Earth" auf die Beine zu stellen, wie "Black Symphony" vom Kerrang Magazin berechtigterweise genannt wurde. Präzisionsfeuerwerk, der grösste Video Screen Europas (400qm), das Dutch Metropole Orchestra sowie eine glänzende Performance-Crew waren den Niederländern gerade mal gut genug. Über die traumhaft dekorierte Bühne ging dieser Event am 7. Februar diesen Jahres in der Rotterdamer Ahoy Arena, die bereits Monate im Voraus ausverkauft war. Die 10'000 Zuschauer kriegten allerhand Highlights zu sehen, wie zum Beispiel Sharon's Duett mit Anneke van Griesbergen (ex. The Gathering) beim Song "Somewhere", die stimmliche Verschmelzung mit George Oosthoek (Orphanage) bei "The Other Half" und natürlich das Duett mit Keith Caputo (ex. Life Of Agony) bei "What Have You Done". Sharon zeigt sich durch viele Kostümwechsel als echte Verwandlungskünstlerin, denn jedes Outfit passt perfekt zum jeweils gespielten Song. Das Orchester setzt sich übrigens aus dem 60-köpfigen Dutch Metropole Orchester und einem 20 Stimmen starken Klassik-Chor zusammen. Within Temptation haben geschafft, was anderen Band mit ähnlichen musikalischen Projekten weit weniger gut gelungen ist: Die Songs werden durch das Orchester nicht verfälscht, sondern veredelt! Bemerkenswert übrigens, dass man bei insgesamt 14 Full HD Kameras nur ein einziges Mal eine Kamera im Bild sieht! Nebst dem Konzert enthält die DVD noch allerlei Schmankerl wie einen Backstage Report oder Aufnahmen der letzten 24 Stunden vor dem Konzert. Ein Roadmovie aus Mitschnitten der Welt-Tournee durch 35 Länder zeigt beispielsweise, wie die Band in den U.S.A. in einem WalMart einkauft, sowie ein paar andere Alltagsszenen des Tourlebens, was sehr erheiternd wirkt. Weitere Goodies erscheinen in Form von vier videoclips zu Songs des Albums "The Heart Of Everything", nämlich "Frozen", "The Howling", "What Have You Done" und "All I Need". Wer sich das Konzert auch gerne mal rein akustisch geben möchte, der greift am besten zur Doppel CD, denn beides wird von einer Qualität überzuckert, wie sie nicht besser sein könnte!
Maiya R.B.
Punkte: keine Wertung
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VOODOO SIX - First Hit For Free
Locomotive Records/Musikvertrieb
Eigentlich kam dieses Album ja bereits 2006 mit dem Titel «Feed My Soul» heraus, wovon aber mehr oder weniger keine Sau Kenntnis nahm. Davon liessen sich Voodoo Six, 2003 gegründet, jedoch nicht unterkriegen und letztes Jahr nahm man einen neuen Anlauf, liess Mike Fraser (u.a. AC/DC, Van Halen, Aerosmith, Metallica) an die Knöpfe und fertig ist das überarbeitete Debüt, das nun unter «First Hit For Free» seine Anhänger, Fans und letztlich Käufer sucht. Dass die Rechnung diesmal aufgehen könnte, dokumentiert bereits der bärenstarke Opener «Faith», der nach einem kurzen Intro mit Donnergrollen sogleich ein Hardrock-Feuerwerk der Währung Tesla, Kingdom Come und Spiritual Beggars zündet. Die Bandmembers waren vorher bei Bands wie Dirty Deeds (die gerade wegen Plagiatsvorwürfen in einem Rechtsstreit mit Velvet Revolver stecken), Monterrey und gar eine Pantera Tribute Band wird auf dem Info-Blatt erwähnt. Dort spielte Gitarrist Chris Jones und sorgt jetzt bei Voodoo Six für die härteren Einflüsse. Das Grundkonstrukt ist jedoch Hardrock der alten Schule, stets treibend und stampfend, sowie mit verspieltem Songaufbau, Breaks und rasanten Soli. Dazu die Top-Stimme von Henry Rundell, der alle Lagen bestens beherrscht. «Feed My Soul» (der alte Titeltrack) steht dabei für alles, was ich gerade beschrieben habe. Und so folgt ein besserer Song nach dem anderen, die vor schierer Power fast den Kopfhörer platzen lassen. Eine in der Tat härtere Ausgabe von Kingdom Come, ergänzt um die typische Stoner-Attitüde der ersten Spiritual Beggars Alben. «I Am The Sun» ist dabei ein Groove-Monster erster Güte und bei der Halbballade «Saints & Sinners» unterstreicht Mr. Rundell seine stimmlichen Fähigkeiten abermals. Der obergeile Refrain stünde einem gewissen Lenny Wolf auch gut zu Gesicht gehört zu den Highlights auf «First Hit For Free». Wer hier allerdings schnelle Songs sucht, wird nicht fündig. Bis auf den etwas flotteren Rausschmeisser «Slip Inside» gibt es fast ausschliesslich rhythmisches Gepolter der Extraklasse auf die Lauscher. Einen wesentlichen Anteil am Druck dieser Scheibe hat auch der tolle Mix vom Bass, den man schweinegut heraus rumpeln hört. Etwas feiner gibt sich da die zweite Halbballade «Mistaken», die mit akustischen Parts glänzt und wiederum sackstarke Vocals auffährt. Alle zwölf Songs bewegen sich auf etwa dem gleich hohen Niveau und es ist wirklich schwierig, da einen eindeutigen Sieger zu küren. Etwaige Gleichförmigkeiten beim Songwriting sind zwar nicht ganz von der Hand zu weisen, aber da jeder Song für sich steht, kann es gut sein, dass jeder Zuhörer seinen eigenen Top-Song findet. Voodoo Six sind ab Ende Oktober bis knapp mitte November als Support von Extreme in Europa unterwegs. Leider ist da kein Schweizer Gastspiel mit dabei. Mitunter ein Grund mehr, sich dieses Hammer-Album zuzulegen!
Rockslave
Punkte: 9.0 von 10
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RC2 – Future Awaits
ProgRock Records
RC2 wurde gegründet in Caracas, Venezuela, unter dem Namen Radio Clip. Die Band veröffentlichte dort vier Alben und verkauften tausende von Alben und tourte durch das ganze Land. Nach einigen Line Up-Wechseln zog die Band inzwischen unter dem Namen RC2 nach Spanien, Barcelona, und veröffentlichten von dort aus diese neue, fantastische Prog Rock-Perle, "Future Awaits". Grob gesagt praktizieren die Jungs von RC2 eine gesunde Mischung aus älteren und neueren Prog Rock-Sounds. Die klare, etwa hohe Stimme von Felix Duque klingt stark und passt hervorragend zum Sound. Schon beim elfminütigen Opener "Time Piece" wird das klar, einem fantastischen Prog-Song, der von grosser Abwechslung und viel Gefühl getragen wird, was vor allem auch bei den Gitarren-Soli auffällt. Ein Auf und Ab, mal ganz zart und dann wieder voller Energie, einfach toll. Und so geht das durch das ganze Album hindurch. Ruhige Klavierpassagen werden abgelöst durch wilde Prog-Einlagen, Gitarrenparts ergänzen klasse Keyboard-Einsätze. Und ganz besonders fallen die immer wieder lebendigen, knackigen Drums auf, die genialen Wirbel und Breaks des Drummers Eduardo Benatar, es macht sichtlich Spass, dieses Werk zu entdecken und geniessen. und dass die Band Humor und was auf dem Kasten hat, zeigt sich beim genialen Instrumentaler "El Diablo Suelto", bei dem diverse artfremde Stile eingebaut wurden. Und zum Abschluss gibt's noch das zweiteilige "Voice Of The Storm" auf die Lauscher, wer da nicht süchtig wird ist ganz klar kein echter Proggie. Neben dem genialen "Wasted Time" der Schweizer Appearance Of Nothing die zweite echte neue Prog-Perle, die ganz oben im Soundhimmel mitspielt. Hier kann der Prog Fan bedenkenlos zugreifen, dafür bürge ich als alter Proghead.
Crazy Beat
Punkte: 9.0 von 10
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LORD BELIAL – The Black Curse
Regain Records/Irascible
Es gibt Bands, welche durch ihre Vergötterung von alten Black Metal-Grössen vergessen, eigene Musik zu machen. Einige versuchen, durch schlechte Aufnahmequalität ihre unmusikalische Spielweise zu überdecken. Aber daraus besteht halt der Underground: Aus viel Mittelmass, und Lord Belial gehörte meiner Meinung nach nicht wirklich zu den Ausnahmen. Darum war ich vom achten Werk der Schweden mehr als überrascht! Schon textlich unterscheiden sie sich von all den ausgelaugten Wikingergeschichten oder antichristlichem Gedankengut. Bei "Pazuzu – Lord Of Fevers And Plagues" wird einem der ältesten Dämonen gehuldigt, "Ascension Of Lilith" setzt die Beschwörung Adam's erster Frau der Vorgängeralben fort, und mit "Soulgate" wird der Tod und die Welt danach besungen. Und Lord Belial arrangieren das alles mit obligatorischem Geknüppel, zwischen denen sich ganz natürliche Gitarrenmelodien abwechseln. Durch ständig wechselnde Rhythmen bekommt die Geschwindigkeit mehr Dramatik, was der gesamten Stimmung eine dunklere Färbung gibt. Würde ich alle Punkte durchgehen, würde ich den Rahmen eines Reviews sprengen, die Lieder sind allesamt innovativ und abwechslungsreich. Zum Beispiel die Sprachsamples bei "Antichrist Reborn", gefolgt von Chören, oder aber das Piano- und Gitarrensolo bei "Soulgate", jeder Song ist ein passendes Gefüge aus alten, reissenden Gitarrenriffs, dazwischen geflochtenen Akustikeinlagen, modernen Breaks, temporeichen Beats, hasstriefenden Vocals und authentischer Qualität. "The Black Curse" ist das Vermächtnis von Dissection, führt den Krieg "Under The Sign Of Hell" weiter, bezeugt "The Return Of Darkness And Hate", ohne dabei zu vergessen, dass die Welt sich seit diesen Klassikern verändert hat. Kurzum: Diese Platte ist schlicht die pure Essenz einwandfrei gespielten, innovativen, kämpferischen Schwarzmetalls! Für mich ganz klar Anwärter auf die 'CD des Jahres', unbedingter Kaufzwang!
Tristan
Punkte: 9.0 von 10
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QUEEN + PAUL RODGERS – The Cosmos Rocks
Heartstar Music/EMI
Eins vorweg liebe Freunde, dies hier sind nicht Queen, sondern Queen + Paul Rodgers. Dies sei nur gesagt, um all den notorischen Nörglern das Maul zu stopfen. Also CD rein, alle Regler nach rechts, zurückgelehnt und zugehorcht! Gehen wir hier doch Song für Song einzeln durch und starten mit dem coolen Opener "Cosmos Rocks", und eben die Regler nicht vergessen, liebe Freunde. Also der erste Song rockt doch ganz gut und gefällt relativ schnell, bei "Time To Shine" braucht es schon etwas mehr Zeit, aber nach einigen Durchläufent entpuppt sich "Time To Shine" als richtige Perle und erzeugt sogar echte Gänsehaut. Der Gesang von Paul allein tut dies schon, und das coole Solo von Brian gibt dem Song noch den Rest. "Still Burnin" startet mit geilen Drums und erinnert etwas an Bad Company, einfach herrlich, wie Paul hier singt und dem etwas eckigen Song so Leben einhaucht, das Ganze wird aber erst vollendet mit dem typischen Queen-Chor im Refrain. "Small" ist eine ruhige, akustische Gitarren-Ballade, die aber schnell ins Ohr geht. "War Boy" gefällt schon beim ersten Mal und ist ein cooler Mid Tempo-Song mit Anleihen zu Bad Company, untermalt mit genialen Drums von Roger und Brian lässt die Gitarre heulen, und der Song endet Queen-artig chaotisch. wie es die Fans lieben. "We Believe" braucht wieder einige 'Anhörungen', kommt eher wieder ruhig daher, aber mit knackigen Drums und wird gegen Ende etwas lebendiger und lauter, cooler Song, und wieder glänzt Brians Solo-Gitarre, ahh ich liebe es! Mit einem leichten Beatles-Touch und einem geilen Chor kommt "Call Me" daher: "Lala call me if you need my love lalala... ", und macht schon beim ersten Durchhören an zum Mitsingen, und wieder gibt's Gänsehaut bei Brians Solo, cool. "Voodoo" geht klar in die Paul Rodgers-Ecke, sprich Bad Company, ein cooler Blues-Song, den man einfach geniessen kann. Und dann endlich eine Klavierballade, "Some Things That Glitter", ein Mix aus Bad Company und Queen mit herrlich zarten Brian May-Gitarren wie zum Teil bei "Innuendo“. Yeah, dann der typische Queen-Rocker (Brian lässt die Gitarre krachen), "C-lebrity", mit einem gewöhnungsbedürftigen Refrain, kommt aber nach ein paar mal Reinziehen dann ganz gut. Von dem Song gab's ja auf Youtube schon das Video zu begutachten. "Trough The Night" startet mit (wieder mal) einem klasse Solo von Brian, ist ein bluesiger, eher ruhiger Song, der wieder mal was von Bad Company in sich hat, ebenfall klasse. Danach das geniale "Say It's Not True", gesungen von Roger Taylor, nicht mehr so taufrisch, aber ein echter Gänsehaut-Song. "Surf's Up... School's Out!", wieder ein Rocker, der recht abgeht, mit viel Abwechslung glänzt und wieder etwas Zeit braucht, um zu gefallen, aber dann umso mehr einfährt. Mit "Small Reprise", einem starken Queen-Track, bei dem man, ich weiss nicht wieso, irgendwie an Freddie denken muss, klingt ein wirklich starkes Album aus. Hut ab vor Brian, Roger und Paul, es funktioniert also doch! Queen + Paul Rodgers verzaubern, unter der Voraussetzung, dass man offen an das Album herangeht und keinen Queen-Aufguss erwartet. "The Cosmos Rocks" ist ein hervorragendes Werk, das einige Zeit braucht, um sich dem Zuhörer voll zu erschließen. Und ich kann nach unzähligem Durchhören nur sagen: "Ich liebe es!" (Fuck, hab ich wirklich ein so langes Review geschrieben?!)
Crazy Beat
Punkte: 9.0 von 10
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BURST - Lazarus Bird
Relapse Records/Non Stop Music
Wer wie ich Burst erst mit dem genialen Vorgänger "Origo" für sich entdecken konnte, dem wird es beim erstmaligen Anhören des neuen Silberlings "Lazarus Bird" ziemlich sicher ähnlich ergehen: Ich musste erstmal tief Luft holen. Die Vorgängerscheibe der vier Schweden überzeugte trotz der Anleihen im Post-Hardcore vor allem durch seine überwältigenden Flächen und Klanglandschaften, die Band hatte sich damit gleich selber ein Denkmal gesetzt. Und jetzt, drei Jahre später? Riffgitarren dominieren, die Double Base kommt zum Einsatz, die Songs wirken verwirrt und verirrt zugleich. Tatsache ist aber nach dem mittlerweile wohl 20igsten Durchhören, dass hinter dem grobschlächtigen Chaos durchaus System steckt: Wenn ich mich am Ende der Platte nicht mehr an den Anfang erinnern kann, dann liegt das einzig und alleine daran, dass Burst mir zig feine Details in den Weg gelegt haben - Einzelheiten und Konstrukte, welche auf Anhieb meine komplette Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben, und es mir deswegen auch schon mal die klare Übersicht verschlagen hat. Dass die Songs dadurch an Zielgeradigkeit verloren haben, versteht sich von selbst. Dass Burst mit den mastodon-mässigen Riffs und dem progressiveren Ansatz sich selber aus der Blamage hieven, "Origo II" abliefern zu wollen, muss aber klar erwähnt werden - ob beabsichtigt oder nicht, spielt eigentlich überhaupt keine Rolle. Fakt ist, dass "Lazarus Bird" als komplett eigenständigs Werk daherkommt, und dabei auf genau so viel Versiertheit und Kreativität wie sein vielfach gerühmter Vorgänger zählen kann. Insofern also die richtige Voraussetzung für eine weitere Klassiker-Trophäe der Band - ob sich "Lazarus Bird" aber als genau das etablieren kann, wird sich zeigen.
El Muerte
Punkte: 9.0 von 10
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ENSLAVED – Vertebrae
Indie Recordings/Irascible
Die norwegische Ausnahmeband ist zurück. Mit ihrem zehnten Kunstwerk wollen sie erneut Akzente setzen und der Black Metal Welt die Progressivität ein wenig näher bringen. Der psychodelische, progressive und experimentelle Black Metal wird beibehalten und man erinnert sich bald an die Vorgänger Ruun und Isa. Trotzdem ist „Vertebrae“ (zu deutsch: Der Wirbel) mehr als nur ein weiterer Streich der Norweger. Die neuen Songs sind absolut keine Moshgranaten geworden, sondern eher ein wenig doomig. Zudem kommt der geniale cleane Gesang, der dem Album einen vollkommen anderen Touch verleiht. Die Growls kommen teilweise monoton daher, was aber meistens ins Gefüge von „Vertebrae“ passt. Die Songs ähneln nicht nur den Vorgänger-Alben sondern auch von Song zu Song. Es kommt einem vor, ein ganzes Stück zu hören und nicht viele verschieden Tracks. Das klingt jetzt bestimmt langweilig, ist es aber nicht. „Vertebrae“ ist so vielfältig und trotzdem teilweise monoton. So widersprüchlich das jetzt auch klingen mag. Enslaved gehen mit der Zeit, der richtige Weg um auch in Zukunft weiterhin so erfolgreich zu bleiben. Dass die Jungs technisch vorzüglich sind, muss nicht noch extra erwähnt werden. Wer auf Prog-Rock und Black Metal steht, hat hier sowieso gewonnen, wer auf experimentellen Black Metal steht, kann auch nichts Falsches mache und sowieso gehört „Vertebrae“ in jede anständige Musiksammlung.
Yannick S.
Punkte: 9.0 von 10
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NEAL MORSE – Sola Scriptura And Beyond (2 DVDs)
Bill Evans Media
Wer sich dieses Teil zulegt, wird mit einem fast sechsstündigen Prog Rock-Marathon belohnt. So lange dauern nämlich die beiden neuen DVDs "Sola Scriptura And Beyond". Auf dem ersten Rundling findet man den kompletten Auftritt des IO-Festivals vom Mai 2007 in Holland. Göttersongs wie "The Creation", "The Door" und das geniale Medey von "Testimoney" sind schon alleine das Geld Wert für die Doppel-DVD. Die von Drummer Collin Leijenaar zusammengestellte Neal Morse-Live Band überzeugt auf der ganzen Linie, und Collin selbst setzt das von Portnoy vorgelegte Material hervorragend um, was ja beileibe nicht einfach ist. Neal selbst ist wie immer bestens gelaunt und hat sichtlich Spass daran, sein Material live darzubieten. Die erste DVD endet mit einem bewegenden "We All Need Some Light/Wind In My Back", bei dem die dargebotenen Chöre eine Riesen-Gänsehaut erzeugen und vom Publikum aus voller Kehle mitgesungen werden. Und so endet ein grandioses Konzert, das man erst mal verdauen muss, bevor die zweite DVD den Weg in den Schacht findet. Hier findet man ein Live-Konzert in Berlin am 14. Juni 2006, unter anderem werden dargeboten: "Sweet Elation", "In The Fire", "Solid As The Sun", ein cooles Medley und einige mehr. Desweiteren gibt es noch ein 108-minütiges Behind The Scenes von der Sola Scriptura-Tour und eine Akustik-Version von "Bridge Across Forever", die Neal alleine am Piano zum besten gibt. Ich denke, damit ist erstens der Kaufpreis gerechtfertigt und zweitens jeder Prog- und Neal Morse-Fan vollumfänglich zufrieden gestellt. Besser kann man Prog Rock nicht zelebrieren, da kann ich nur noch sagen: kaufen und abheben!
Crazy Beat
Punkte: keine Wertung
             Hier DVD bestellen für 34.90 SFr.
NEAL MORSE – Lifeline
Bill Evans Media
Nach dem überraschend rockigen 2007-Werk "Sola Scriptura" schiebt Prog-Meister Neal Morse im Jahre 2008 schon das nächste Prog-Juwel nach, nämlich "Lifeline". Und fast durch das ganze Album hindurch hat man das Gefühl, man befinde sich irgendwo tief in den Anfängen der Spocks Beard-Ära. Schon der Opener "Lifeline", ein 13-minütiges, kleines Wunderwerk, macht das klar. Ein ruhiges Piano läutet den Song ein und entwickelt schon kurz darauf ein amtliches Prog-Gewitter, dieses Auf und Ab zieht sich durch den ganzen Track hindurch und begeistert immer wieder mit klasse Gesangsmelodien. "The Way Home" startet als ruhige Akustik-Ballade und steigert sich dann in einen schönen Mid Tempo-Song, der von wunderschönen Gesangsmelodien getragen wird. "Leviathan" mischt Hard Rock-Grooves mit hektischen Bläsereinsätzen und Double Base-Einlagen und steigert sich am Ende in ein geniales Frickel-Erlebnis, klasse Song. "God's Love" ist eine typische Neal Morse-Ballade mit viel Gefühl und guten Melodien, hätte auch auf eine ältere SP-Scheibe gepasst. Noch ein Song mit Ohrwurmcharakter, "Children Of The Chosen One" wird von akustischen Gitarren und schönen Pianoklängen getragen. "So Many Roads", das 28-minütige Herzstück dieses Albums, durchläuft alle erdenklichen Stimmungen und Musikstile, also typisch Neal Morse, der, wie es scheint, solche Göttersongs einfach nur so aus dem Ärmel schütteln kann. Der letzte Song "Fly High" ist eine epische Ballade, die mit Gitarrensoli von Neal und Live-Gitarrist Paul Bielatowicz glänzt. Nach "Sola Scriptura", das ja durch die Gitarren von Paul Gilbert relativ hart ausfiel, ist "Lifeline" etwas ruhiger geworden und mit einigen Balladen bestückt, was aber mit den längeren Prog-Epen wieder einigermaßen ausgeglichen wurde. Alles in allem kommt Neal Morse wieder mit einem saustarken Album daher, welches das Niveau des Vorgängerwerkes durchaus halten kann.
Crazy Beat
Punkte: 8.9 von 10
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DREAM THEATER – Chaos In Motion 2007/2008 (DVD)
Roadrunner Records/Musikvertrieb
Es ist schon erstaunlich, da veröffentlichen Dream Theater bereits ihre sechste Live-DVD, und trotzdem halten sich die Song-Überschneidungen zu den restlichen 5 in bescheidenen Grenzen. Das liegt einerseits daran, dass sich Dream Theater bei diesem Auftritt auf ihre neueste Scheibe "Systematic Chaos" konzentrieren (5 von 13 Songs, die Lieder des Medleys nicht mitgezählt), zum anderen aber auch, dass die Lieder der Progressive Metal-Götter so lange sind, dass auch bei einem dreistündigen Konzert schlicht nicht wirklich Platz für Wiederholungen bleibt. Dass sich trotz all diesen Fakten nur Hit an Hit reiht, spricht für die Band und für die konstante Qualität, welche Dream Theater seit über 20 Jahren liefern. Kommen wir zu den harten Fakten dieser üppigen DVD: Auf Disc 1 darf man einem dreistündigen Konzert lauschen, welches, wie der Titel sagt, an verschiedenen Orten aufgenommen wurde. Die Setliste ist, sieht man vom Schwerpunkt "Systematic Chaos" ab, sehr ausgeglichen und berücksichtigt fast jede Scheibe des Dream Theater-Backkatalogs. Die Übergänge zwischen den Songs sind so geschnitten, dass man das Gefühl hat, man schaue ein einziges Konzert und nicht verschiedene, zusammengewürfelte Live-Clips. Einzig die verschiedenen Hallen und v.a. bei Gitarrist John Petrucci die verschiedenen Frisuren machen einem deutlich, dass es an mehreren Orten aufgenommen wurde. Zwischen den Songs gibt es immer wieder kleine Interview-Kommentare, was die Sache ziemlich auflockert. Auf Disc 2 kann man die Band in 90 Minuten hinter die Bühne begleiten, Kommentare sämtlicher Band- und Crewmitglieder lauschen (ja, der Bassist kann tatsächlich sprechen!) und die Vorbereitungen unmittelbar vor und während dem Konzert sehen. Eine unterhaltsame Sache, wenn man ein wenig englisch versteht. Wenn nicht, ist das schade, denn leider sind die Untertitel vergessen worden. Zusätzlich gibt es auf Disc 2 eine Fotogalerie mit Bildern jeder (!) Show der "Systematic Chaos"-Tour, die aufwändigen Video-Clips dieses Meisterwerks und drei Filmchen, die während der Tour bei "The Dark Eternal Night", "The Ministry Of Lost Souls" und "In The Presence of Enemies" auf die Bühne projiziert wurden. Es gibt also viel zu entdecken auf "Chaos In Motion". Nur, Quantität muss nicht unbedingt Qualität bedeuten. In diesem Fall aber schon. Denn das Teil ist genau so wie die Musik von Dream Theater: Lange und trotzdem kurzweilig. Wer Dream Theater mag und 6 Stunden erleben will, die einem wie 2 vorkommen, der muss hier zugreifen. Alle anderen sollen gefälligst auf die Knie fallen und diesem audiovisuellen Meisterwerk Tribut zollen.
Roger W.
Punkte: keine Wertung
                Hier DVD bestellen für 39.90 SFr.
LETZTE INSTANZ – Weissgold (2 DVDs)
Drakkar Entertainment/Musikvertrieb
Dass Letzte Instanz eine beinahe schon bessere Liveband als Studioband sind, das ist zwar eine gewagte Behauptung, aber wenn man sich die auf obengenannter DVD zu Gemüte führt, wird man nicht umhin kommen, zumindest in dem Punkt zuzustimmen, dass die Band extrem gefühlvolle und professionell arrangierte Konzerte gibt. Auf der ersten DVD ist ein komplettes Akustikkonzert zu finden, das in der Lukaskirche in Dresden aufgenommen worden ist. Kameraführung, dezente Beleuchtung, Abmischung – alles Punkte, die restlos überzeugen und ein enorm intensives Feeling vermitteln, so als wäre man effektiv dabei gewesen. DVD Nummer 2 beinhaltet nicht nur das komplette Set vom Wacken Open Air, sondern auch eine Art Tourguide mit amüsanten, nachdenklich machenden und einfach nur schönen Momenten, Konzert- und Backstage-Dokumentationen, die vor allem für Fans sehr interessant sein dürften, sowie dem Videoclip zu „Wir sind allein“. Der Hauptteil aber, die beiden im Ansatz sehr unterschiedlichen Konzerten, beweisen, dass Letzte Instanz sowohl im traditionellen als auch moderneren Sinne der (musikalischen) Kunst exakt wissen, was sie tun. Wobei, und diese Anmerkung sei gestattet, das akustische Konzert gefühlsmässig noch einen Tick stärker beim Hörer anschlägt wie das elektrisch verstärkte. Fans können ohne nachzudenken zugreifen, allen anderen empfiehlt sich dieses wunderschöne Werk deshalb, weil Letzte Instanz schlichtwegs zu verzaubern wissen, auch wenn ihre Art der Musik sehr kopflastig ist und zum Nachdenken und Träumen anregt. Oder vielleicht gerade deswegen.
Toby S.
Punkte: keine Wertung
                  Hier DVD bestellen für 32.90 SFr.
MISERY INDEX – Traitors
Relapse Records/Non Stop Music
"We never come in peace", ha, es ist Misery Index-Zeit, meine verehrten Leser, und dies bedeutet natürlich, dass Schluss mit lustig und Flaschenspielchen ist, denn die äusserst sozialkritischen Amis lassen einmal mehr die Erde beben. Stampfender, wütender Death Metal trifft auf Grindcore, liebäugelt mit etwas Punkeinflüssen und hat auch nichts gegen etwas Thrash oder gar Hardcore einzuwenden. Dass die Herren ein bemerkenswertes Händchen für kompromissloses und doch äussert durchdachtes Songwriting verfügen, zeigt schon mal der Einstieg "Theocracy", von mitreissendem Mid Tempo-Riffing bis knüpellhartem Gebolze, ja selbst melodische Leads finden ihren Platz, dabei lassen es Misery Index gekonnt fliessen, nichts wirkt gekünstelt oder abgehackt, nervtötend oder nicht nachvollziehbar. Die Herren haben sich auf optimal aufeinander angestimmt, die Musik ertönt wie aus einem Guss, egal, ob es mal mehr auf die Punk-Schiene geht wie bei "Traitors", bevor durch ein mächtiges Break das Genick gebrochen wird, oder ein eher schleppendes und verspieltes "Ghost Of Catalonia", Misery Index wandeln sich wie ein Chamäleon, welches nur ein Ziel kennt: Gnadenlos in die Magengrube zu treten. Natürlich gibt es noch komplexere und extremere Bands, aber die Amis entfesseln auf "Traitor" einmal mehr eine unglaubliche Intensivität, welche Härte, Groove und Abwechslung unter einen Hut zaubert, wie es sonst kaum eine Band in diesem Sektor schafft. Zudem sorgt eine sehr gute Produktion dafür, dass dieser Schmelztiegel so richtig fett die Membrane in Einzelteile zerlegt. Die Grindelemente mögen etwas zurückgeschraubt sein, davon profitiert natürlich der Death Metal-Anteil, und selbst wenn das Tempo bei "Thrown Into The Sun" erheblich gemässigt wird, tönt es noch immer nach Misery Index. Leider wurde die Spielzeit von knapp 38 Minuten auf Grindniveau gehalten, sehr schade, denn von diesem Sound hätte man doch gerne sehr viel mehr gehört. Naja, eigentlich ist schon alles gesagt, und wer sich unter dieser Sonne als Death Metal-Jünger schimpft, der muss in diese Scheibe reinhören, es ist eine verdammte Pflicht!
R.K.
Punkte: 8.8 von 10
           Hier reinhören und bestellen für 27.90 SFr.
TRIVIUM - Shogun
Roadrunner Records/Musikvertrieb
Ohrenbetäubend laut war der Aufschrei der Fans, als Trivium vor zwei Jahren ihr drittes Album "The Crusade" veröffentlichten. Man beschrieb den neuen musikalischen Stil der Band aus Florida als zu melodiös, und man wetterte über Matt Heafy's allzu cleanen Gesang. Tatsache ist jedoch, dass Heafy wegen seines damaligen Gesangsstiles öfter mal mit Heiserkeit zu kämpfen hatte. Auch wollten Trivium sich von den Metalcore-Bands abheben, bei denen der Gesang ebenso kratzig klang. Merkwürdig erscheint einem daher die Tatsache, dass die Songs auf "Shogun" teilweise wieder im Metalcore-Stil daher kommen und Heafy's Gesang manchmal wieder so wie auf den ersten beiden Alben klingt. Wie auch immer, die Musik weiss zu gefallen. Man könnte sagen, dass "Shogun" die perfekte Verschmelzung aus "Ascendancy " und "The Crusade" ist, was vor allem an den typischen Powerchords liegt. Einen weiteren Faktor bilden die gewaltigen Refrains, das haben Trivium wirklich drauf, vor allem bei "Down From The Sky" und der Rezensentin liebstem Song "Into The Mouth Of Hell We March". Liebhaber klassischen Gegrunzes werden mit "Insurrection" und "Torn Between Scylla and Charybdis" sicherlich etwas anfangen können. An dieser Stelle sei erwähnt, dass "Shogun" über auffällige Songtitel verfügt; bei "Scylla and Charybdis" handelt es sich zum Beispiel um zwei Seeungeheuer aus der Griechischen Mythologie. Bleibt eigentlich nur noch zu erwähnen, dass die Produktion von Nick Raskulinecz (Rush, Foo Fighters) sehr ansprechend geworden ist, und dass Trivium diesmal wirklich brillante Arbeit geleistet haben.
Maiya R.B.
Punkte: 8.7 von 10
            Hier reinhören und bestellen für 23.90 SFr.
TRAGEDIAN - Dreamscape
Musicbuymail/Non Stop Music
Der nördliche Teil Germaniens, insbesondere Hamburg, ist das neue Mekka für Bands, die dem Power Metal frönen. Auch Mastermind Gabriele Palermo startet mit seinen Jungs von Tragedian von Hamburg her, um die Welt zu erobern. Auf "Dreamscape" befinden sich zehn Tracks ganz im Stile der 80iger Power Metal-Zeit, welche in erster Linie von Helloween dominiert wurde. Die Songs auf "Dreamscape" bieten alles, was das Herz begehrt: Satte Gitarrenriffs, die mit heissen, klaren und virtuosen Soli brillieren. Dazu spielt die Rhythmusfraktion tight und hart, damit das Ganze schön mit Atmosphäre daherkommt. Der Gesang von Timo Behrens ist relativ hoch, ganz im Stile von Michael Kiske bei Helloween, aber er bringt die Power und Sphäre super ins Gehör. Das Album beginnt mit einem Gewitterintro, um dann mit Song eins "Eternal Flight" gleich in die Vollen zu gehen. Die Marschrichtung wird bis zum 6. Song, "Broken Dreams", beibehalten: Immer satt und kraftvoll. Die Gitarre und das Keyboard wechseln sich ab mit den Soli. Der oben genannte 6. Track ist die obligatorische Ballade, sie kommt schön und gefühlvoll daher. Sie lädt ein, mit den Gedanken aus dieser Welt zu entfliehen. Ab dem nächsten Song "New Promised Land" geht's dann wieder in die Vollen. Kraftvoller Power Metal dominiert den Rest des Silberlings. Das Lied "Napoleon" wird standesgemäss von Kriegsgeräuschen zur Zeit des grossen Kriegsherren begonnen. Beim neunten Song auf der Playlist, "Trials Of Fire", bietet die Rhythmusfraktion einen groovenden Soundteppich, der von der Stimme gut unterstützt wird. Im Mittelteil wird das Solo mit einem Stakkatogeballer von den Drums eingeläutet. Song zehn und elf sind, im Grundgerüst, die gleichen. Aber die zweite Version wurde mit Streichern veredelt. Dadurch erhält der Song noch mehr Hymnencharakter. "Conquerors" ist die Hymne der Band schlechthin. Sie ist auch auf dem Sampler "Power & Glory" von AFM vertreten. Was man bei dem vorliegenden ersten Longplayer der Band nicht vergessen darf, ist die Produktion von Uwe Lulis (Rebellion, Ex-Grave Digger). Diese gibt dem Ganzen noch mehr Power und Drive. Sie hebt die virtuosen, kraftvollen Qualitäten der Combo sehr gut hervor.
André G.
Punkte: 8.7 von 10
                                 Hier bestellen für 29.90 SFr.
HELSTAR – The King Of Hell
AFM Records/Musikvertrieb
Hell Yeah! Helstar, die US-Power Metal Koriphäen um Sangesgott James Rivera sind zurück, und zwar unterstützt von keinem Geringeren als dem Gehörnten selbst: «The King Of Hell». Blutrot thront der Teufel auf dem Cover der ersten regulären Scheibe der Band seit dem 1995 veröffentlichten und enttäuschenden «Multiples Of Black». Nachdem man sich vor einem Jahr auf der Compilation «Sins Of The Past» noch mit der glorreichen Vergangenheit beschäftigte und Bandklassiker von den Perlen «Burning Star» (1984), «Remnants Of War» (1986), «A Distant Thunder» (1988) und «Nosferatu» (1989) neu einspielte, widmen man sich 2008, nachdem Rivera schon letztes Jahr seinen Job neuem Material, wobei auch die beiden neuen Tracks auf «Sins Of The Past», nämlich das sowohl kompromisslose als auch dramatische «Tormentor» und das vertrackte «Caress Of The Void» wiederum Verwendung finden. Begonnen wird aber mit dem furiosen Titeltrack, der stilecht theatralisch beginnt und dann in ein stahlechtes Riff-Gewitter mündet, durch welches sich Riveras übermenschliche Stimme schneidet, die noch nichts von ihrem Biss verloren hat. Genauso geht es dem ganzen Songwritting der Band, die zwischen musikalischem Anspruch und Eingängigkeit (fast) immer den perfekten Mittelweg finden. Zwar verliert man den roten Faden während den Songs hier und da beinahe, die unzähligen Riff- und Lickideen, gepaart mit solchen Vocals, lassen dies aber ohne Schwierigkeiten verzeihen. Straighte, erbarmungslose Kracher wie «The Plague Called Man», «Pain» oder eben auch «Tormentor» funktionieren so ein Stückchen besser als progressiv Ausuferndes, namentlich «When Empires Fall» oder «Garden Of Temptation». Gelingen tut die Komplexität hingegen beim abwechslungsreichen «Wicked Disposition» genauso wie bei der ergreifenden Semiballade «In My Darkness», bei welcher Rivera nochmals seine Überlegenheit gegenüber dem Gross der Metal-Gesangsgesellschaft untermauert. Dazu die druckvolle, agressive Produktion und Helstar melden sich zurück, wie es sich für eine Band mit solchem Kultstatus gehört: old-school und true. Helstar – The King Of Hell – Hell Yeah!
Kissi
Punkte: 8.7 von 10    
     Hier reinhören und bestellen für 27.90 SFr.
FUNERAL FOR A FRIEND – Memory And Humanity
Roadrunner Records/Musikvertrieb
Auf den Tag genau fünf Jahre nach dem erscheinen ihres Debuts "Casually Dressed And Deep In Conversation" bringen die Waliser nun ihr neues Album "Memory And Humanity" heraus. Und auf diesem beweisen sie, was sich in fünf Jahren so alles verändern kann. So sind sie heute wohl keine Metal-Band im eigentlichen Sinne mehr. Zwar lassen sie die Gitarren immer noch krachen, es ist jedoch kein bisschen Hass, welcher meiner Ansicht nach für den Metal-Sound prägend ist, mehr zu spüren. Die Texte sind emotional, genauso wie die Musik. Man könnte sagen: Es grenzt beinahe an Kitsch. Löst man sich nun jedoch nur für einen kurzen Moment von dem berühmten 'Schubladendenken', so erkennt man, dass Funeral For A Friend trotz ihrer Veränderungen immer noch mit ihrem eigenen Sound überzeugen und sich selbst und ihren Einstellungen treu bleiben, was sie durch und durch authentisch wirken lässt. Wer Funeral For A Friend zu ihren Anfangszeiten mochte, der sollte sich an diese CD wohl eher langsam herantasten, aber wer die Briten bisher noch nicht kennt oder auf emotionalen Sound steht, der sollte in die CD sicher mal reinhören.
Miriam
Punkte: 8.7 von 10    
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REVOLTING COCKS - Sexo Olympico
13th Planet Records/Musikvertrieb
Jawoll, Kenner wissen jetzt schon bescheid: Bei dieser Band handelt es sich um ein Nebenprojekt des Wundermannes Al Jourgensen. Nachdem er seine Hauptband Ministry begraben hat, kümmert er sich nun unter anderem um sein eigenes Label "13th Planet Records", unter welchem er auch "Sexo Olympico" veröffentlicht hat. Wer bei der Abschiedstour dabei war, der wird sich vielleicht noch daran erinnern, dass als Einstimmung erst einmal der Song "I'm Not Gay" lief, bevor Ministry auf die Bühne kamen. Dieses Stück finden wir nun auch auf diesem siebten Album der Revolting Cocks, welche im Jahre 1985 ihren Erstling "Big Sexy Land" veröffentlicht haben. Man bemerkt beim Durchhören sehr schnell, dass hier dichte Qualität herrscht, aber wen mag das verwundern, schliesslich steht Meister Jourgensen dahinter. Revolting Cocks werden in Kennerkreisen schon lange als wohlklingender Cocktail aus Ministry und KMFDM gehandelt, somit braucht der Musikstil gar nicht mehr gross beschrieben werden - Industrial Metal mit starken Riffs und einer wohlschmeckenden Elektronika-Glasur halt. "Sexo Olympico" ist ein wirklich gutes Album geworden, das man sich immer wieder sehr gerne anhört.
Maiya R.B.
Punkte: 8.6 von 10    
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DIABLO - Icaros
Drakkar Entertainment/Musikvertrieb
Nachdem die neueste Scheibe von Diablo bereits vor einer ganzen Weile in Finnland die Charts bombardierte, kommen jetzt auch wir in den Genuss des finnischen Quartetts. Nach den beiden Vorgängern "Eternium" (2004) und "Mimic47" (2006) war die Fangemeinde gespannt, was "Icaros" zu bieten hat, und sie werden wohl kaum enttäuscht sein. Die Jungs haben ihre Eigenständigkeit beibehalten und fahren auch weiterhin mit einem Rad auf der Göteborger Schiene, doch dieses Mal mit ins bodenlose gestimmten Gitarrenklängen und viel mehr modernen Thrash-Elementen, als man bisher von ihnen kannte. Die starken Melodien und ohrwurmartigen Refrains waren sicherlich nicht ganz unbeteiligt an ihrem Erfolg in Skandinavien, und man darf gespannt sein, wie Diablo mit "Icaros" im restlichen Europa ankommen wird. "Trail Of The King" fängt als Opener mit einem mittelalterlichen Leierspiel an, verwandelt sich zum Glück dann nach der ersten Minute in einen mitreissenden Song mit dampfkolbenartigen Riffs, welche sich in die nächsten Stücke weiterziehen. Leider haben einige Songs meines Erachtens nach etwas zu lange im Weichspüler gebadet und erinnern mich schwer an den Abstieg von In Flames in die Kuschelecke, doch immer mal wieder gibt's es Up Tempo-Parts, die ordentlich reinhauen. Die Spielfreude bei den Jungs ist auf jeden Fall immer noch vorhanden, wie man bei dem technischem Gehölze vom "Hammer" und "Through Difficulties To Defeat" hören kann. Wer also auf melodiösen Metal mit vielen Thrash-Einflüssen steht, die Nase voll von In Flames hat, sollte sich bei Zeiten mal etwas von diesen finnischen Jungs reinziehen.
Xenia
Punkte: 8.6 von 10    
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UNDEROATH - Lost In The Sound Of Separation
Tooth&Nail Records/EMI
Der Metal ist ein grosses Spektrum wie wir alle wissen. Da gibt es verschiedene Stilrichtungen, und ich finde, mit dem Schubladisieren finden wir schneller den Draht zu unserer Lieblingsmusik. Also, seid ihr bereit? Schon mal was von 'Postcore' gehört? Ja, auch bei mir stellte sich ein grosses Fragezeichen nach dieser Stilrichtung, aber was soll's, die Jungs von Underoath sind Amerikaner und anscheindend auch sehr gläubig, was sich anhand der Texte widerspiegelt. Nun, dieser Postcore ist so eine Art Explosion in einem Vulkan. Der Gesang von Shouter Spencer Chamberlain bewegt sich von Wutausbrüchen bis hin zum cleanen Gesäusel. Auch der Rest der Truppe schliesst sich ihrem Frontmann an und bollert ein Bauwerk von zentnerschweren Riffs, die sich aber recht simpel ausdrücken und dann und wann auch sehr warm und sensibel daherkommen. Man höre sich nur mal die sensationelle Schlagzeugarbeit mit dem dazu gehörenden Supersound an. Also reden wir nicht lange um den heissen Brei herum: Underoath sind im Postcore/Hardcore eine Macht und nicht mehr wegzudenken. Gefällt mir ausserordentlich gut!
Daniel J.
Punkte: 8.6 von 10    
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DUFF MC KAGAN'S LOADED – Wasted Heart (EP)
Century Media/EMI
Duff McKagan ist Ende 80iger/Anfang 90iger zu Weltruhm gekommen, war er doch Bassist der berühmtesten Band dieser Zeit, Guns'N'Roses. In den letzten Jahren spielte er mit seinem GNR-Kumpel Slash bei Velvet Revolver. Diese Truppe steht bekannterweise im Moment ohne Sänger da. Chef-Junkie Scott Weiland hat nämlich seine Combo Stone Temple Pilots wieder reaktiviert. Wie's mit Velvet Revolver weitergeht, ist noch offen. Blondschopf Duff jedenfalls nutzt die Zeit, seine Pre-GNR-Band Loaded wiederzubeleben. Immerhin schon zwei Alben gehen auf das Konto der Truppe. Ein nächstes ist schon in der Mache. Um die Zeit zu überbrücken, wurde nun eine EP mit fünf neuen Tracks veröffentlicht. Mr. Mc Kagan spielt hier nicht sein Hauptinstrument mit den vier dicken Saiten, er hat sich wieder einmal die Gitarre umgehängt und beweist seine Qualitäten als Sänger. Mit den Songs, die er verfasst hat, wird klar, dass er auch bei Guns'N'Roses einen gewichtigen Teil zum Songwriting beigetragen hat. Die fünf Titel hätten auch auf "Appetite For Destruction" oder "Use Your Illusion" hervorragend gepasst. Die Mischung aus Glam und Punk wurde von Duff leicht Richtung Punk verschoben. So wird der Mann seiner eigenen Vergangenheit gerecht, die damals in der Punkszene von Seattle Anfang 80iger startete. Dementsprechend klingen die Songs sehr roh und erdig, mit klasse Refrains, dreckigen Gitarren, schnörkellos, echter Rock'n'Roll eben. Nehmen wir ihm (und auch Slash) den Schrott, der mit Velvet Revolver produziert wurde, nicht übel, er kann's besser und auch als Sänger übertrumpft er S. Weiland spielend. Loaded machen definitiv Spass, fast soviel wie eben damals auch Guns'N'Roses. Nur Slash, Steven, Izzy und Axl fehlen halt... Man darf doch noch träumen und hoffen!
Chris C.
Punkte: keine Wertung  
 
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FIGHT - Into The Pit (3 CD & 1 DVD)
Metal God Entertainment/Phonag
Nach der «Painkiller»-Tour von 1990/91 hatten sich der Metal God und seine langjährigen Kollegen überworfen, sodass dieser das einstige Heavy Metal Flaggschiff zum Schrecken vieler Fans tatsächlich verliess. Nachdem sich die Wogen etwas geglättet hatten, meldete sich Rob Halford 1993 mit einer neuen Band und Mannschaft (mit dabei war da übrigens von Anfang an Scott Travis!) zurück: Fight waren geboren! Das Debüt-Album «War Of Words» (eher weniger) und «A Small Deadly Space» (eher mehr) zeigten sich in ordentlich rüdem Gewand. Ein relativ thrashiges Riff-Gewitter untermalte die immer noch typischen Screams des Altmeisters, ergänzt um neue Vocal-Varianten. Die Gitarren-Arbeit der Jungspunde Brian Tilse und Russ Parish (später Mark Chaussee) hörte sich dabei roher und wilder als bei Tipton/Downing an. Ich mag mich noch gut erinnern, dass mich dieser Sound damals, also vor 15 Jahren nicht besonders beeindruckt hatte und ich Fight deshalb links liegen liess. Und das obwohl ich zu der Zeit Sepultura mit «Chaos A.D.» entdeckte und das Machine Head Debüt «Burn My Eyes» Einzug hielt. Und nun, eineinhalb Dekaden später, erinnert uns die superbe und fett bestückte Box «Into The Pit» daran, dass Fight wohl unter ihrem Wert marschierten. Während die inzwischen (längst) vollzogene Reunion von Judas Priest nicht überall gleich gut angekommen ist, überraschen diese alten Songs nicht nur wegen der aufnahmetechnischen Frischzellenkur. Erstens ist es nicht nur dröges Geschredder, sondern recht abwechlungsreich gespielter, harter Heavy Metal und zweitens passt die Mucke perfekt in die heutige Szene-Landschaft hinein. Somit wiederholt sich ein weiteres Mal die wundersame Geschichte, dass vermeintlich verschmähte oder im Regal verstaubende Metal-Mucke durch einen Re-Release wiederbelebt wird. In Falle dieser wunderbar aufgemachten Box mit 3 CDs und 1 DVD ist es des Metallers verdammte Pflicht, sich (nochmals) mit dem Thema Fight auseinander zu setzen, zumal diese Wiederveröffentlichung eigentlich alles beinhaltet, was es zu dieser Band zu sagen gibt. Dazu gehört nebst dem Debüt das Remix-Album «Mutations» und die zweite Studio-Scheibe «A Small Deadly Space». Auf der DVD ist eines der einzigen Bilddokumente eines Konzertes aus dieser Zeit (Live in Phoenix) verewigt. Gefilmt wurde mit lediglich zwei Kameras, das überarbeitete Resultat kann sich jedoch in Bild und Ton sehen wie hören lassen. Mit geilen Überblend-Effekten ausgestattete Menüs leiten zudem über auf diverses Bonus-Material wie eine Übersicht aller Releases, erhältliche Merchandise, einen Studio-Bericht, eine Presse-Konferenz zum Erstling und gar einen Bungee-Sprung des Metal-Gods in Australien, wovon böse Zungen jetzt behaupten könnten, den Grund für den jetzt gebrauchten Teleprompter zu kennen. Wer auch mit Halfords Solo-Phase danach, also nach Fight was anfangen kann, muss hier unbedingt zugreifen!
Rockslave
Punkte: keine Wertung  
  
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GODSPLAGUE – H8
Drakkar Entertainment/Musikvertrieb
Godsplague klingen wie... Ja, wie was? Die Suche nach einer vergleichbaren Band war leider zum Scheitern verurteilt, also lässt sich wohl nur sagen, Godsplague klingen wie Godsplague, und das klingt super. Mit "H8" bringen die Finnen ihr drittes Album auf den Markt und überzeugen mit ihrer eigenen, ziemlich speziellen und vor allem ziemlich harten Musik. Der Versuch, den Sound, welchen man auf "H8" um die Ohren geschlagen bekommt, in eine Genre einzuordnen, endet in der Erkenntnis, dass sich auf "H8" Thrash, Alternative, Melodic und auch der gute alte Rock beinahe übergangslos vermischen. Was jedoch trotz allem auffällt, ist die Aggressivität des Albums. Diese gibt dem Album wohl die nötige Härte, hinterlässt nach dem Hören aber auch einen etwas bitteren Nachgeschmack. Denn neben Godsplague erinnern selbst Bands wie Metallica zum Teil eher an Kuschelrock... Dementsprechend ist das Album nichts für sanfte Gemüter, aber es wird wohl bei all jenen, die es wirklich hart mögen, auf offene Ohre treffen.
Miriam
Punkte: 8.6 von 10
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ALMAH - Fragile Equality
AFM Records/Musikvertrieb
Was bei unterbeschäftigten Musikern oft als Nebenprojekt gestartet wird, endet dann und wann in einer amtlichen Konstellation, sprich Band. Gleiches ist dem brasilianischen Fünfer Almah widerfahren, der nun von Angra Sänger Edu Falaschi ins Leben gerufen wurde. Für das (Projekt-) Debüt von 2007 scharte er bekanntlich erstmal drei gestandene Grössen um sich: Nightwishs Emppu Vuorinen (g), Strato-Basser Lauri Porra und Kamelot-Drummer Casey Grillo. Dazu kamen noch Gastauftritte von Mike Stone (Queenrÿche) und Edu Ardanuy (Dr. Sin). Da sich nun die aktuellen Aktivitäten von Angra im Moment auf einem tiefen Niveau befinden, suchte sich Edu nebst seinem Angra-Kollegen Felipe Andreali (b) drei neue Mitstreiter, darunter den sackstarken Gitarristen Marcelo Barbosa. Beflügelt durch sehr erfolgreiche Live-Aufrtitte nahm die Truppe nun das erste gemeinsame Album mit dem Titel «Fragile Equality» in Angriff. Das Resultat ist eine Power Metal Scheibe vom Feinsten, die einen gelungenen, mitunter progressiv ausgerichteten Mix aus Angra, Primal Fear, Yngwie Malmsteen, Kamelot, Edguy, Nightwish und auch den alten Ivanhoe, respektive Charisma bietet. Der Opener «Birds of Prey» zeigt gleich mal eindrücklich auf, was Mr. Barbosa auf seiner Klampfe alles ausrichten kann. Der Junge hats definitiv drauf und würde den guten alten Yngwie locker herausfordern können. Der Gesang ist hier dem von Ralf Scheepers (Primal Fear) ähnlich, aber das soll nur eine Randnotiz sein. Mit «Beyond Tomorrow» folgt dann bereits mein persönliches Highlight. Charisma, Ivanhoe und Nightwish gehören hier in den musikalischen Suppen-Eintopf, der nur eines verlangt: Mach ma laudder hier Mama! Die erhöhte Lautstärke bekommt auch dem rasanten «Magic Flame» sehr gut und zerzaust gleichzeitig die unsäglichen DragonForce, die zwar auch verdammt schnell spielen, aber wegen ihrer überwiegenden Endlosbolzerei todlangweilig sind. Das pure Gegenteil davon ist dann die (Halb-) Ballade «All I Am», wo Edu Falaschi seine stimmlichen Qualitäten voll ausspielen kann. Die akustische Note von «Invisible Cage» passt hier perfekt und bereichert die Bandbreite von «Fragile Equality». Der Titeltrack fordert derweil auch Drummer Marcelo Moriera, der hier einen Mega-Job hinlegt, alles ab! Überhaupt fegt die fette (Eigen-) Produktion glatt die Gläser vom Tisch. Nach diesen Maschinengewehr-Salven beruhigt das schöne und getragene «Shade Of My Soul» die Gemüter wieder, bevor es nochmals was Speediges auf die Lauscher gibt. Und hier setzt meine einzige Kritik an, da man hier mit einem epischeren Track die bessere Schlussnote hätte setzen können. Seis drum, der gute Gesamteindruck wird dadurch kaum bis unwesentlich geschmälert und das gute Debüt unter dem Strich überholt!
Rockslave
Punkte: 8.5 von 10
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DRAVEN – Tomorrow
Kunz Soundproduction/Non Stop Music
Mit ihrem Debutalbum "Paradiseisnowhere" sorgten Draven 1999 für grosses Aufsehen, ebenso wurde das 2002 erschienene Album "Desire" bis heute in der Schweiz rund 3500 mal verkauft. Danach wurde es jedoch ruhig um die Berner Formation. Aber nun melden sie sich mit voller Wucht und neuem Sänger zurück. Ihr drittes Werk heisst "Tomorrow" und überzeugt vor allem mit den gut gelungenen Melodien, welche auch mal an Bands wie Stone Sour erinnern. Das Album lässt sich jedoch vor allem in die Sparte Nu Metal einordnen, so wird die CD unter anderem auch von dominierenden Gitarren geprägt und die früher noch vorhandenen, leicht funkigen Einflüsse sind nun gänzlich verschwunden, an ihrer Stelle treten nun jedoch zum Teil Parts auf, welche sich eindeutig dem Pop zuordnen lassen, was sich aber als durchaus nicht als störend erweist. So kommt die Platte "Tomorrow" energiegeladen daher und wird sicher nicht das letzte Mal den Weg in meinen CD-Player gefunden haben.
Miriam
Punkte: 8.6 von 10
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BOB CATLEY – Immortal
Frontiers Records/Disctrade
Es war einmal auf einer Insel im Nordwesten Europas ein Mann, der mit einer Musikgruppe namens Magnum durch die Welt reiste und mit Alben wie «On A Storyteller's Night», «Vigilante» oder «Wings Of Heaven» und seiner warmen, unverwechselbaren Stimme Fans melodischer Rockmusik erfreute. Der Geschichtenerzähler Bob Catley. Während er zusammen mit seiner Hauptband durch die beiden letzten Alben «Brand New Morning» und dem letztjährigen «Princess Alice And The Broken Arrow» zu neuer Stärke fand, veröffentlichte der Rock-Veteran mit «Spirit Of Man» 2006 eine superbe Soloscheibe. Mit «Immortal» überbrückt Catley jetzt erneut die Zeit bis zur nächsten Magnum-Scheibe und auch dieses Mal zeigt der Westen-Träger, dass er auch ohne Tony Clarkin wunderbar musikalische Geschichten erzählen kann. Nach einem dazu passenden epischen Intro überrascht zuerst der Melodic Metal Track «Dreamers Unite», welcher genauso gut auf einer der beiden letzten Masterplan-Scheiben hätte stehen können. Verantwortlich dafür mag auch Mitkomponist (oder eher heimlicher Hauptsongwritter) Magnus Karlsson sein, der mit Projekten wie Starbreaker oder Allen/Lande ja genau in diesem Metier arbeitete. «Open Your Eyes», «One More Night» und «War In Heaven» stossen ins selbe Horn und sind gleichzeitig einige der stärksten, der 12 Songs. Noch einen Stückchen härter und ebenso gut ist «Haunted», dass mit deftigen Gitarren und einem superben Refrain aufwartet. Durchwegs mit prägnanten Keys und der charakteristischen Stimme Catleys ausgestattet fehlt der Bezug zu Magnum dann aber doch nicht, was auch die Semiballade «The Searcher», dem in der Strophe pures Clarkin-Writting kopierenden «Light Up My Way» oder dem abschliessenden, emotional berührenden «Heat Of Passion» und dessen schreiendem Gitarrensolo äussert (für die Saitenarbeit zeichnete sich übrigens Mr. Pink Cream 69 Dennis Ward verantwortlich). «Immortal» ist somit die wohl epischste, wenn auch nicht überragendste Veröffentlichungen Catley's geworden, was auch das an alte Comics erinnernde Cover aus der Feder von Magnum-Stammzeichner Rodney Matthews verbildlicht. Für Fans von Magnum genauso für jene von Masterplan oder deren Ex-Sänger Jorn Lande jedoch sicherlich ein Leckerbissen.
Kissi
Punkte: 8.5 von 10
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MEGALITH – Gipfelstürmer / Storming The Summit
Artcaz Records
Zu Beginn war ich ob des sehr viel versprechenden Infoblättchen sehr skeptisch, denn wie schon oft wurde sehr viel versprochen und doch nur so wenig gehalten. Megalith haben jedoch etwas erschaffen, das erstens ebenjenen Worten mehr als nur gerecht wird und zweitens jeglichen Rahmen sprengt, welchen man zwecks Kategorisierung gewollt oder ungewollt verwendet hat. Philosophie und Metal, kann das funktionieren? Und wie! Allerdings fordern Megalith den Zuhörer nicht nur dazu auf, sich mit der Musik zu beschäftigen, sondern auch die Lyrics genau anzuschauen und mitzudenken. Denn dies ist für ein besseres Verständnis von „Gipfelstürmer / Storming The Summit“ unabdingbar. Genauer auf die einzelnen Lieder einzugehen würde nichts bringen, denn jeder muss selbst die Texte lesen und sich seine Gedanken dazu machen. Und auch wenn die einzelnen Themen wie Religion beziehungsweise die Hinterfragung derselben (im aktuellen Zeitkontext), die Beschäftigung mit der eigenen Identität und der Frage, ob man mit der Masse mitschwimmen oder sich alleine auf die Reise seines Lebens begeben will, Krieg in verschiedenen Aspekten oder die Frage nach dem Umgang mit ethnischen Minderheiten wie den Ureinwohnern Amerikas, so geben Megalith nicht einfach platte Statements von sich sondern laden den geneigten Zuhörer dazu ein, ein Aspekt aufzugreifen und darüber nachzudenken. Dazu kommen noch verschiedene musikalische Einflüsse, die von Black Metal über Folk hin zu einer einzelnen akustischen Gitarre reichen (Es ist extrem, was man mit einem einzelnen Instrument sowie einer guten Stimme erreichen kann!), sehr variable Vocals, die fieses Knarzen, Schreien, Flüstern, Erzählen und clean Singen beinhalten und ein originelles, weil schwer fassbares Konzept… Megalith sind schlichtwegs nicht fassbar und zwingen die grauen Zellen, endlich wieder was zu unternehmen, und genau das ist es, was ihr neuester Output so originell und genial wie auch schwer verdaulich macht. Diese Scheibe benötigt neben einem freien, offenen Geist auch jede Menge Zeit, denn gewöhnliche Tracks wird man hier garantiert nicht finden!
Toby S.
Punkte: 8.5 von 10
                                 Hier bestellen für 32.90 SFr.
IN THIS MOMENT – The Dream
Century Media/EMI
Mit "The Dream" präsentieren uns In This Moment ihr zweites Album. "The Dream" erscheint zwar nur ein Jahr nach dem Erstling "Beautiful Tragedy", dennoch ist die Veränderung der Band enorm. So kommen In This Moment auf ihrer zweiten Platte ruhiger daher, und nur der Track Nummer 10 erinnert an die alten Zeiten und fällt somit auf der Platte "The Dream" auch als einziger etwas aus dem Rahmen. So haben sich In This Moment während diesem Jahr von ihrem Ursprung, welcher wohl eher im Metalcore-Bereich lag, entfernt und gehen mit ihrem zweiten Album nun einen grossen Schritt Richtung Melodic Metal. Und genau durch diesen Schritt hat die Band an Grösse gewonnen. Denn dadurch brechen sie aus der grossen Masse aus und werden einzigartig. Die Sängerin Maria verzichtet während der meisten Zeit auf zu hohes oder ohrenbetäubendes Gekreische, aber auch auf furchterregendes Gebrülle. Was Maria uns bietet, ist angenehmer Gesang, welcher schnell in die Gehörgänge eindringt und sich von dort auch so schnell nicht wieder verabschiedet. Passend zu Marias Gesang lassen In This Moment die Gitarren krachen und bieten durch diverse Soli auch Abwechslung.
Miriam
Punkte: 8.5 von 10
             Hier reinhören und bestellen für 23.90 SFr.
ORDER OF ENNEAD – Order Of Ennead
Earache/Non Stop Music
FLORIDA!! Nicht nur ein sehr schöner Flecken, sondern auch eine Hochburg des Todesmetalls. Genau aus diesem Örtchen kommt Order of Ennead her. Steve Asheim und Kevin Quirion, zwei der vier Mitglieder, sind bereits aus Deicide bestens bekannt. Das Debüt der Amis ist mit Sicherheit ein Highlight für jeden Extreme Metaller. Brutal Death Metal gemischt mit, aufgepasst, mit Black Metal. Florida Tod mit Schwarzmetall und einer verdammt fiesen Stimme. Geil! Als wäre das schon alles, was die Jungs können. Geile Gitrarrenriffs, hammerharte Drums und groovige Elemente werden hier sensationell in Szene gesetzt. „Order of Ennead“ ist eine Wucht und auch die Liebe fürs Detail geht nie verloren. Die Schwarzmetall-Einflüsse passen perfekt ins Konzept geben dem Album einen weiteren Punkt Abwechslung. Ja, ohne Frage Steve Asheim hat mit diesem Projekt, Deicide in den Schatten gestellt, so hart es auch klingen mag.
Yannick S.
Punkte: 8.5 von 10
                                 Hier bestellen für 27.90 SFr.
RAVENHEART - Valley Of The Damned
Twilight Zone Records/Non Stop Music
Was denn, Schweizer machen Power Metal??? Ja klar, warum denn nicht? Der Fünfer von Ravenheart hat damals nach seinem Demo "Timeless Knights" auch schon den ersten Longplayer gestartet, allerdings wurde die Produktion vorübergehend gestoppt, als Bassist Luca Lafranchi gerade erst 28jährig verstarb. Die Aufnamhen wurden zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt, um Mitte 2007 zu einem Ende zu kommen. Ravenheart hatten die Ehre, mit Gastmusikern wie Chris Bay (Freedom Call) und Cede Dupont (Symphorce) zu arbeiten. Abgemischt wurde "Valley Of The Damned" von einer Persönlichkeit, deren Name Ehrfurcht zu erzeugen vermag, es handelt sich dabei nämlich um Victory-Gitarrist Tommy Newton, der nebst Bands wie Steeler und Ayers Rock auch schon Helloween's "Keeper Of The Seven Keys" produziert hatte. Soviel zur Entstehungsgeschichte des Albums, doch wie klingt die Musik? Nur schon der erste Song "Valley Of The Damned" lässt durch seine Stärke und stabile Struktur erahnen, dass auch der Rest der Trackliste einfach traumhaft sein muss, und so ist es auch! Ob schnellere Arschtreter wie "Watcher In The Sky" oder Balladen wie "In Memory", hier wird ausgezeichneter Power Metal aus der Heimat geboten. Ravenheart haben eindeutig das Zeug dazu, ganz gross zu werden, deshalb sollte man ihre Karriere im Auge behalten.
Maiya R.B.
Punkte: 8.4 von 10
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JESUSMARTYR - The Black Waters
Rusty Cage Records
Ich muss zugeben: Ich habe noch nie etwas von Jesusmartyr gehört. Dabei beschallen die Jungs schon seit 1994 die Metalszene, haben aber mit "The Black Waters" ihr erstes Album unter neuem Bandnamen (vorher hiessen sie bloss Martyr) und mit neuer Labelunterstützung draussen. Schande über mich, denn so ist mir und auch einigen anderen Metelheads doch wirklich etwas entgangen. Wenn man sich "The Black Waters" anhört, merkt man schnell, wer die Vorbilder der Südamerikaner sind, so findet man auf der Platte viele Einflüsse von Lamb Of God, Fear Factory, Slayer und Machine Head. "Moonvalley" rockt als wunderbar moderner, thrashiger Schlaghammer mit absolut geilem, melodiösem Refrain zum Mitsingen durch die Boxen. Auch sonst bolzen die drei Argentinier aus Buenos Aires mit brachialer Gewalt und viel Energie durch die Gehörgänge. Schade ist, dass den Jungs etwas die Abwechslung abhanden geht und die Mid Tempo-Nummern, welche versuchen, einige Breaks nebst den dröhnendschnellen Riffs zu schaffen, klingen etwas gekünstelt. Ansonsten verschaffen Jesusmartyr dem Hörer eine gehörige Portion Energie mit ihrem Sound und lassen sicherlich auch live die Köpfe rollen. Wann dies aber der Fall sein wird steht noch in den Sternen, doch ich werde da sein.
Xenia
Punkte: 8.4 von 10
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BLEEDING THROUGH – Declaration
Nuclear Blast/Warner
Nach dem letzten eher enttäuschenden Album "The Truth" habe ich ehrlich gesagt nicht mehr viel von der Truppe erwartet. Auch wenn man Bleeding Through vielleicht zu unrecht, oder nur teilweise, in die Metalcore-(Un-)Schublade stecken konnte, so schwang zumindest bei mir immer so ein fahler Beigeschmack mit, wenn ich über den Bandnamen stolperte. Doch Vorurteile sind ja bekanntlich dazu da, sie über Bord zu werfen, und ehrlich gesagt kann sich dies auch wirklich lohnen. Nun gut, das Intro "Finnis Fatalis Spei" sorgt mit seinen Synth-Geigen für einen etwas verwirrenden Einstieg, doch spätestens als beim Ende eine verzweifelte Stimme ankündigt "Tonight, we die in hell" lässt dies erahnen, dass gleich mit dem Titelsong "Declaration" der Himmel auf die Erde stürzt, und wahrlich, es ist ein verdammtes Gewitter, welches dieser Song mit den ersten Takten lostritt. Blastattacke, hinterlegt mit einem finsteren Klangteppich, abwechselnd mit schnellem Death- und Trashriffing und aufgelockert natürlich mit einem Breakdown. Dazu gesellt sich eine düstere, ja unheimliche Atmosphäre, und ich musste echt zweimal schauen, ob ich wirklich die richtige CD eingelegt hatte. Auch folgendes "Orange County Blonde And Blue" erinnert mehr an ein Highspeed-Massaker als an Sonnenschein und Schirmchendrinks. Bei "Germany" wird zwar die Geschwindigkeitsschraube etwas zurückgedreht, doch an Metalcore wird man nur selten erinnert, mehr dominiert ein Death Metal-Riffing. Mitschunkeln ist bei "There Was A Flood" angesagt, welches sehr entspannt beginnt, das Tempo aber zusehends andreht und mit einem clean gesungenen Refrain den Song aus der sehr düsteren Grundnote reisst. Eindrücklich auch der Song "Reborn From Isolation", welcher schleppend und bedrohlich beginnt, zwischendurch an symphonischen Black Metal erinnert, darauf wieder Breaks nachschiesst, Luft holt, um gleich mit einem Riff voll in die Rübe zu klatschen. Bei "Death Anxienty" ziert zwar wieder ein clean vorgetragener Refrain, doch der fällt bei weitem nicht so penetrant aus wie bei vielen anderen Bands, dazu lässt man auch nie die enorm düstere Grundnote des gesamten Werkes ausser Acht und rattert gnadenlos durch die Refrains. "Beneath The Grey" und "Seller's Market" lassen dann doch die Wurzeln zu Metal- und Hardcore durchblitzen, sorgt dadurch aber auch für Abwechslung, bevor es dann mit dem abschliessenden "Sister Charlatan" nochmals über 8 Minuten durch die Soundbotanik von Bleeding Through geht, welche in diesem Track total ausgeweidet wird und eindrücklich aufzeigt, dass die Band nicht wirklich in einer Genre-Schublade abgelegt werden kann. Ich muss gestehen, "Declaration" hat mich mehr als nur überrascht, wobei vielleicht Produzent Devin Townsend auch nicht ganz unschuldig daran ist. Wenn es etwas zu motzen gibt, dann sicherlich, dass der Sound teilweise etwas zu matschig ertönt und man die Gitarren vielleicht auch mal von den Tastenklängen mehr abheben hätte lassen dürfen. Abgesehen von dem ist Bleeding Through mit "Declaration" ein spannendes und intensives Album gelungen, welches durchaus eure Beachtung verdient hat.
R.K.
Punkte: 8.2 von 10
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PSYCROPTIC - Ob(Servant)
Nuclear Blast/Warner
Aufgepasst, liebe Fans von technischem Todesblei, Psycroptic stürmen mal wieder durch Europa, und im Gepäck haben sie die neue Scheibe "Ob(Servant)" mit dabei. Die Jungs aus Tasmanien (nein, sie sind nicht aus 'nem Bugs Bunny-Film, sondern aus Australien) sind kein unbeschriebenes Blatt mehr, waren sie doch schon mit Bands wie Hate Eternal, Kataklysm und Cannibal Corpse auf Europatournee. "Ob(Servant)" ist die bereits vierte Platte, und schon auf ihrer alten Scheibe "Symbols Of Failure" haben sie es ordentlich krachen lassen. Genauso hart und verwegen geht es auch auf ihrem neuesten Werk zu und her, welches nun unter dem Label von Nuclear Blast läuft. Der technische Death Metal mit viel Groove und hohem Tempo heizt schon von Anfang an ordentlich ein und überzeugt durch beeindruckende Gitarren- und Drumparts. Die brutalen, gefrickelten Songs werden immer mal wieder durch sphärische, ruhigere Teile abgefangen und verschaffen dem Zuhörer so kleine Verschnaufpausen, doch man braucht ordentlich Kondition, um mit den Jungs mithalten zu können. Die thrashlastigen Parts werden sicherlich auch das Livepublikum begeistern können, und wer dies nicht glaubt, kann sich im Februar nächsten Jahres selber davon überzeugen. Einziger Negativpunkt für mich sind die teils sehr cleanen Drums, was aber momentan in Sachen technischem Metal sehr im Trend liegt. Ansonsten sind Psycroptic wirklich jedem zu empfehlen, der auf technischen, brutalen Death Metal mit hohem Spielniveau steht.
Xenia
Punkte: 8.2 von 10
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S.S.S. The Dividing Line
Earache Records/Non Stop Music
Kennt jemand von euch etwa die göttlichen D.R.I. (Dirty Rotten Imbecills) oder die für ein neues Genre, nämlich den Crossover, verantwortlichen S.O.D. (Stormtroopers Of Death), das frühere Nebenprojekt von Scott Ian (Anthrax)? Nein? Dann solltet ihr schnell mal in einen Plattenladen sprinten und euch diese geilen Bands reinziehen, dann nämlich könntet ihr auch Freude an den englischen S.S.S. (Short Sharp Shock) haben, die jetzt gerade eine neue Platte herausgeben, die gerade mal 30 Minuten lang ist und 20 Songs beinhaltet. Ja, dieses Werk ist definitiv nichts für Anhänger von vertrackten, langen Nummern, die nie zu einem Nenner kommen, nein hier wird drauflos geprügelt mit herrlichem Thrash/Hardcore/Skate Metal. Mal rasend schnelle Riffs, die dann in geile Passagen hinüber gleiten so nach dem Credo der 80er Jahre, genau da ist nämlich "The Dividing Line" angesiedelt. Bei mir altem Sack kommen da schöne Erinnerungen mit diesem Silberling an eine eben grosse Epoche in der Geschichte des Metals auf, bei der ich Stolz bin, dass ich das so erleben durfte. Ich weiss, das hört sich für die jüngeren Leser scheisse an, aber auch ihr werdet älter und erinnert euch gerne an die gute, alte Zeit, wo noch alles besser war. So mein Statement an die 80iger, denn dort sind S.S.S. steckengeblieben und fühlen sich wohl. Geile Scheibe!
Daniel J.
Punkte: 8.1 von 10
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MIKKEL SCHACK BAND – ... About To Destroy Something Beautiful
Trechoma Records
Als ich das Promoblättchen zu „… About To Destroy Something Beautiful“ gelesen habe, stellte ich mich innerlich schon auf einen Sound der Marke Silvery ein, denn die haben die Stilrichtung ‚Dark Pop’ mehrheitlich definiert. Aber wie so oft im Leben kann man sich nicht auf Äusserliches oder fremde Meinungen verlassen, denn Mikkel Schack Band spielen alles andere, nur keinen Dark Pop. Was möglicherweise den Ausschlag dazu gegeben hat, diese Bezeichnung abzuliefern, mag die Prägnanz und die Gewichtung der Vocals sein. Die sind weder versteckt noch unwichtig für die ziemlich spezielle Art von Musik, die hier dem geneigten Hörer vorgespielt wird. Gitarrenlastige Mucke in einem verdammt breiten Spektrum, von poppig angehauchten Songstrukturen beim Opener „Doing Time“ über Dark/Hard Rock/Metal bei „Anthem Of The Different“ zu alternativ rockigerem Material der Marke Staind oder Seether bei „Nothing“, so könnte eine erste Analyse lauten. Und sie wäre niemals komplett, denn bei jedem einzelnen Track lassen sich nach mehrmaligem Hören immer noch Details heraushören! Und auch wenn manche Nummern sehr radiotauglich sind, wie etwa „As Good As It Gets“, so wird dieser Eindruck sehr schnell revidiert, wenn man sich die wirklich hervorragenden Lyrics zu Gemüte führt: Diese Kost ist eindeutig zu schwer für 0815-Hörer, womit auch gerade der Knackpunkt dieses Debuts aufgezeigt wird. Dies wird dazu führen, dass manche wohl den Kopf ob dieser Scheibe schütteln werden, und andere werden fasziniert den Klängen lauschen und sich in diesem nonkonformen Strudel der Emotionen mitreissen lassen. Wenn doch nur alle Erstlingswerke so sauber, professionell und mit solchem Herzblut produziert würden wie „… About To Destroy Something Beautiful“!
Toby S.
Punkte: 8.0 von 10
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CANDLEMASS – Lucifer Rising
Nuclear Blast/Warner
«Ich bin sicher, wir werden nächstes Jahr ein neues Album machen» beteuerte Doom-Papst Leif Edling vor ein wenig mehr als einer Sonnenumrundung im Interview mit Metalfactory. Mit «Lucifer Rising» kriegt der Kerzenmessen-Jünger nun die angekündigte Scheibe von Cnadlemass. Dabei handelt es sich aber nicht wie eigentlich gedacht um einen Longplayer mit komplett neuem Material, sondern um eine bunte Mischung aus Neuem, Neugemachtem und Altem. Zwei neue Tracks, eine Neueinspielung und ganze 9 Live-Tracks, was rund 70 Minuten zähes Doom-Futter für die Ohren bedeutet. Das titelgebende «Lucifer Rising» schlägt dabei ein wie eine Bombe: Infernalisch treibend mit sowohl stampfenden als auch kreischenden Gitarren und von einem perfekt eingängigen, von Rob Lowe diabolisch intonierten Refrain kann man sich sicher sein, einer der besten und heftigsten Tracks der ganzen Bandgeschichte überhaupt serviert bekommen zu haben. Durch und durch Candlemass und somit durch und durch Doom ist auch «White God», das sich tonnenschwer dahinschleppt und wiederum einen Refrain besitzt, der von solcher Wucht ist, dass jede andere Doom-Band vor Neid zergehen muss. «Demon's Gate», original auf dem Erstling «Epicus Doomicus Metallicus» von 1986, ist dann die Neueinspielung, die mit etwas tieferen und wärmeren Gitarren und dem unverwechselbaren Organ Lowes zwar nicht unbedingt besser ist als das über 20 Jahre alte Original, mit diesem aber durchaus mithalten kann. Der 50-minütige Livepart, aufgenommen bei einem Gig in Athen auf der «King Of The Grey Island»-Tour vor einem Jahr, präsentiert dann in zwar nicht lupenreiner, dafür umso authentischerer Sound-Qualität eine eingespielte Band (inklusive einem in seinen Ansagen etwas betrunken wirkenden Lowe), die aktuelle Tracks wie «Emperor Of The Void», «Devil's Seed» oder «Of Stars And Smoke» sowie auch Klassiker der Sorte «Solitude», «Under The Oak», «Mirror Mirror» oder «Samarithan» vor einem enthusiastischen Publikum souverän herunterzocken. «Lucifer Rising» ist Doom pur, kein schlechter Song, keine Sekunde, die sich nicht zu hören lohnt, und doch leidet man. Daran nämlich, dass man unbedingt noch 10 neue Tracks mehr kredenz bekommen will von Candlemass, die mit «Lucifer Rising» einerseits ihren Status als unstürzbare Könige des Dooms und andererseits die Unwichtigkeit eines gewissen Messiah Marcolin manifestieren.
Kissi
Punkte: keine Wertung  
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WALTARI – The 2nd Decade - In The Cradle
Drakkar Entertainment/Musikvertrieb
Die Finnen um den charismatischen Sänger Kärtsy Hatakka bewerfen uns hier mit ihrem 2. Best Of-Album, wobei mit "In The Cradle" auch ein neuer Song mit dabei ist. Berücksichtigt wurden die Werke "Release Date", "Blood Sample", "Rare Species", "Radium Round" und "Torcha". Dass Waltari ja keine musikalischen Grenzen kennen, weiss der Kenner der Finnen ja bestimmt, und so tummeln sich jede Menge geile Songs auf dem Silberling, so auch das saugeile "Get Stamped", welches einfach voll drauflos rockt. Oder "Not enough", das mir besonders gefällt und für Waltari-Verhältnisse schon simpel daherrockt. Ebenfalls sehr melodiös, das starke "One Day", das am Anfang stark mit zweistimmigen Gitarren glänzt. Und ob das zum Teil auf Finnisch gesungene "Helsinki" oder auch das Spacig startende "System" mit unglaublich geilen Frauengesangs-Einlagen, das reisst den Zuhörer voll vom Hocker. "Dreamworld", "Atom Angel" und "Wish I Could Fly" braucht man da eh keinem Waltari-Fan mehr vorzustellen. Den regulären Schluss macht das etwas spezielle "Life Without Love". Als Bonus-Tracks gibt's noch Unplugged-Versionen von "Death Party", "Dream" und dem echt witzig dargebotenen "Rag Your Body Beat", die wirklich gelungen daherkommen. Ich denke, dass sich Die Hard-Fans das Teil eh zulegen werden, ansonsten ist dieser coole Rundling all denen zu sehr zu empfehlen, die Waltari bisher noch nicht kannten, horcht da rein - ihr werdet das Teil nach ein paar Durchläufen lieben!
Crazy Beat
Punkte: keine Wertung  
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DARKANE – Demonic Art
Massacre Records/Musikvertrieb
Drei Jahre mussten die Sandkörner den Stein der Zeit schleifen, bis nun endlich mal wieder neues dämonisches Kraftfutter aus dem Hause Darkane die gierigen Schlünde zu stopfen weiss. Dabei komme ich jedoch nicht herum, Darkane mit "Demonic Art" als zweischneidiges Schwert einzustufen, doch wenden wir uns erst mal den Fakten zu: Mit dem Intro "Variation Of An Eyerush" eröffen die Schweden schon mal sehr düster-symphonisch und lassen meine Gedanken nicht los, dass so ein Stück auch problemlos eine Dimmu Borgir-Scheibe einstimmen könnte. Natürlich verlassen mich diese sofort beim Auftakt des folgenden "Leaving Existence", hier wird die Thrash-Fahne mit stolzer Brust hoch gehalten, die messerscharfen Riffs durchtrennen mühelos jeden Nackenknochen und die treibenden Drums sorgen für den obligaten Tritt in den Allerwertesten, bis im Mittelteil wieder diese düsteren Keyboard-Harmonien ertönen und die Stimmung von aggressiv auf Gehörnten-Huldigung kippt und wieder zurück. Das Titelstück "Demonic Art" beginnt zwar mit ein paar Düsterakkorden, wendet sich aber zum Thrasher hin, mit einem fast schon melodiösen Refrain, gepaart mit einem einem sauberen Flitzefinger-Solo im Mittelpart. Spätestens beim Chorus von "Absolution" fällt mir dann spontan Soilwork in den Schoss, wobei Darkane hier viel ernergiegeladener nach vorne preschen als ihre Landsmänner. Bei "Execution" kippt jedoch dieser Vergleich rasch wieder um, naja wenigstens bis zum Refrain, den Start könnte man jedoch durchaus als Symphonic-Thrash umschreiben, was sich jetzt vielleicht etwas merkwürdig liest aber durch die breiten Synth-Teppiche durchaus seine Berechtigung findet. "Impetious Constant Chaos" kickt dann sogleich mächtig in die Eingeweide, bis dieser fast schon erzwungene melodische Refrain den Wind aus den Segeln nimmt. Schade, denn zwischendurch machen Darkane bei diesem Song mächtig Tempo, und wäre nicht dieser rosa-homosexueller Chorus, dann wäre dies eine absolute gnadenlose Thrash-Granate gewesen. Bevor ich nun jeden Song einzeln zerpflücke kann ich euch verraten, es geht im Schema F so weiter. Auf der einen Seite grandiose, pfeilschnelle, aggressive Thrash-Riffs die mir wahrlich eine Freudenträne in die Augen treiben, dazu coole Soli, Breaks und abwechslungsreiches Prügelspiel, auf der anderen Seite diese düsteren Synth-Einschübe und melodischen Refrains, welche aus "Demonic Art" wohl so was wie ein 'Modern/Thrash'-Album machen und von mir aus gesehen die Suppe bei einigen Songs mehr als nur versalzen, zwischendurch aber auch wieder gut harmonieren wie beispielsweise beim Bonussong "Wrath Connection". Die Moderne, Segen oder Fluch, ist wohl hier die Frage, für Anhänger von Soilwork und Scar Symmetry, welche nichts gegen eine fette Protion Thrash haben, wird "Demonic Art" eine Offenbarung sein, wer sich jedoch Slayer auf seinen Frauenbeglücker eingeritzt hat, der wird sich an einigen Stellen einen amtlichen Testosteron-Schub abholen können, jedoch zwischendurch über Erektionsstörungen klagen müssen. Mir fällt es sehr schwer, hier ein abschliessendes Urteil zu bilden, zumal mich Darkane oftmals vor ihrer Brachialität auf die Knie fallen lassen, jedoch meine Hoffnung auf ein gnadenloses Durchpeitschen der Songs immer wieder zerstören.
R.K.
Punkte: 7.9 von 10
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END OF GREEN – The Sick’s Sense
Silverdust Records//Musikvertrieb
Was waren das noch für Zeiten, als diese deutschen Jungspunde noch völlig unbekannt im Untergrund vor sich hin werkelten und zwar grossartigen Sound hervorbrachten, sie aber kein Schwein kannte. Und dann kam mit dem Cover des Type O Negative-Klassikers „Black No. 1“ auf dem „Blood, Sweat And Tears“-Tribute-Album die ganz grosse Wende: Ebendieser Track, der sich auch auf dem Silberling „Songs For A Dying World“ befindet, verhalf End Of Green zu einer bis dato unerreichten Resonanz in den Weiten des Metal-Universums. Das nachfolgende Werk „Dead End Dreaming“ fiel dann auch spürbar massentauglicher aus, was nicht zuletzt an dem ersten Video der Band überhaupt, „Dead End Hero“, lag: Düsternis und Härte, Melancholie und Verzweiflung trafen auf rockigere Arrangements und ohrwurmtaugliche Refrains. Soweit so gut, mag man sich denken. Doch die grosse Frage blieb natürlich bestehen: Wohin wird der Pfad jetzt neuerdings führen? Wird der ‚Depressive Subcore’, wie die Band einst ihre Mucke liebevoll nannte, ein Revival erleben oder werden komplett neue Wege eingeschlagen? Die Antwort liegt irgendwo dazwischen. Tatsächlich sind noch Spuren der ‚alten’ Arrangements und Herangehensweisen an die Songs zu erkennen wie beispielsweise bei „My Crying Veins“ oder „Let Sleepings Gods Lie“ (eine nette Abwandlung des ursprünglichen Zitats, by the way), während „Killhoney“ etwa oder auch „Die Lover Die“ die neuartigere Handschrift tragen. „Dead City Lights“, welches schon auf „Dead End Dreaming“ hätte Platz finden sollen, ist im Grunde genommen der perfekte Spagat zwischen althergebrachten Traditionen und neueren Methoden. Neben den abwechslungsreichen Tracks, welche einerseits mehrere Anläufe benötigen werden („Sunday Mourning“, „Bury Me Down (The End)“) und andererseits sofort ins Ohr gehen („Killhoney“, „Die Lover Die“), fällt auch die gewachsene Variabilität der Vocals auf: Michelle Darkness flüstert, schreit, erzählt und wimmert sich durch die Strophen, und bei „The Sickness Crown“ packt er auch erstmalig die Death Metal-Growls aus, was im Kontext mit dem Song auch ganz gut passt und eben eine nette Abwechslung darstellt. Alles in allem lässt sich konstatieren, dass „The Sick’s Sense“ ein gutes Dark Rock-Album mit einigen sehr schönen Liedern geworden ist, aber mit dem ursprünglichen Spirit von End Of Green hat diese Scheibe leider nicht mehr wahnsinnig viel gemeinsam. Reinhören lohnt sich aber allemal, gerade dann, wenn man die alten Scheiben nicht kennt!
Toby S.

Punkte: 7.8 von 10
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RED TO GREY - Admissions
Badland Records
Von dieser Deutschen Combo, die 1998 gegründet wurde, hatte ich bisher noch nie was gehört! «Circle Of Pain» nannte sich die erste Demo-CD, die noch im gleichen Jahr veröffentlicht wurde. Die erste richtige Langrille kam drei Jahre später und erntete gute Kritiken, die aber offenbar wenig fruchteten, weil es danach geschlagene sieben Jahre nichts mehr von Red To Grey zu sehen und hören gab. «Admissions» beendet diese Phase der Ruhe und wenn da von Bay Area Thrash gesprochen wird, muss man hellhörig werden, zumal das gute Teil von Achim Köhler produziert wurde. Nach einem verhaltenen, aber soweit mindestens etwas Spannung aufbauenden Intro legt darauf sogleich der Titeltrack brachial los. Als erster Vergleich können gleich mal Nevermore her halten, bevor nachher in der Tat typische Elemente von Death Angel ausgemacht werden können. Diese beiden Bands werden nebst Exodus denn auch als Einfluss genannt. Sänger Andy Pankraz gebärdet sich derweil zwar nicht als Warrel Dane (Nevermore), besitzt aber dennoch ein variables Organ. Der vielschichtige Opener vermag mich jedoch nicht unbedingt zu fesseln. Besser ins Ohr geht «Cast The First Stone», wo in erster Linie der harte Sound mit dem herrlich polternden Bass von Stefan Hendel auffällt. Dies gilt auch für «Free», wo die Tassen im Küchenschrank alsbald kollektiv zu tanzen beginnen. Je länger das Teil dreht, desto mehr gehen die Songs in die Death Angel/Exodus Ecke. Trotzdem schaffen es Red To Grey ganz gut, den Hörer bei der Stange zu halten. Dies geht unter anderem auch auf die überzeugende Darbietung der beiden Gitarristen Tino Bergamo und Frank Pané zurück, die nicht nur gekonnt riffen können, sondern auch einige töfte und zum Teil doppelläufige Soli mit etwas Maiden-Vibes vom Stapel lassen. Und wenn wir den Musikern gerade Lorbeeren verteilen, darf Drummer Elmar Nüsslein nicht übergangen werden, denn sein aktives Spiel gehört eindeutig zu den Stützen des RTG-Sounds. Was mir bis anhin fehlt, ist aber eine oder besser die Killer-Nummer auf diesem Album. «The Cheated One» als Schlusstrack kommt dieser Vorstellung jedoch sehr nahe und holt so ein paar verlorene Kastanien wieder aus dem Feuer. «Admissions» braucht indes mehrere Anläufe, bis die Lunte brennt. Wer allerdings einige Tonträger der Einfluss nehmenden, respektive zuvor genannten Bands im Regal stehen hat, wird womöglich nicht so warm mit dem Thrash-Fünfer aus Germanien. Dennoch sollte man den Jungs vorurteilfreies Interesse entgegen bringen, was bei der starken Konkurrenz gar nicht so einfach sein wird.
Rockslave
Punkte: 7.7 von 10
        
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EMPYRIOS - The Glorious Sickness
Scarlet Records/Musikvertrieb
Das italienische Label Scarlet Records macht sich die Mühe, nach talentierten Bands Ausschau zu halten und wird immer wieder fündig dabei. So wie auch hier bei Empyrios, die mit ihrem zweiten Album einen Mix aus gesunder Härte und feinen Melodien zelebrieren. Zumal das Ganze sich noch recht im progressiven Bereich befindet, wo man dann auf Gruppen aufmerksam macht wie etwa die grossen Dream Theater oder auch Nevermore. Herausheben möchte ich zwei Personen, mal zuerst den Sänger Silvio Manchini, der wirklich eine tolle, abwechslungsreiche und melodische Stimme hat, und zweitens den superben Leadgitarristen Simone Mularoni, der so geniale Soli zelebriert, wo sogar noch John Petrucci (Dream Theater) neidisch werden könnte. Leute, ihr seht, der Untergrund ist reich an guten, unbekannten Bands, die nur drauf warten, um von euch entdeckt zu werden. Empyrios werden mit ein wenig Glück ihren Weg machen, aber eben der Grat ist schmal, von dieser Sorte Bands gibt's halt schon recht viele, und dann wird sich die Spreu vom Weizen trennen, und nur die besten werden überleben. Achtungserfolg!
Daniel J.
Punkte: 7.7 von 10
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PUNISHABLE ACT - Rhythm Of Destruction
Street Justice Records
Auferstanden aus Ruinen, begonnen haben Punishable Act als Punk-Band in Ost-Berlin. Damals noch unter dem Namen Reasorrs Exzesz. Unter dem neuen Namen Punishable Act haben sie sich im Jahre 1993 dem Hardcore verschrieben. Sie sind ihrem Stil bis heute knallhart treu geblieben. Für Fans der alten New York Bands ist es Unterhaltung, und für die jüngere Generation bieten die deutschen Jungs einen Einblick in die alten Werte. So muss Hardcore klingen! Hart, groovend, basslastig und mit brutalen Vocals. Keine Anbiederung an heutigen Emo- oder Metalcore-Trends. Das ist der Soundtrack für die Zerstörung. Strassenfeeling pur. Im gesprochenen Intro wird gemahnt: wenn du solche Musik hörst, renn um dein Leben! Das sollte sich der Zuhörer indirekt zu Herzen nehmen. Mike, der Mann am Mikro, brüllt seine Messages ins Mikro, dass es einem den Kiefer von selbst einschlägt. Auch die Rhythmusfraktion um Drummer Hermann und Bassmann Mario macht keine Gefangenen. Das treibt und groovt vom Feinsten. Mann sieht den Moshpit bei den Konzerten richtiggehend vor dem inneren Auge. Auch die beiden Männer an den sechs Saiten jagen ihre Riffs aus den Boxen, dass es einen mitreisst. Das wurde mit der fetten Produktion richtig gut untermalt und kommt mit brutaler Härte daher. Die Songs gehen von schleppend bis rasend, aber immer mit dem nötigen Groove. Mit Track Nummer zehn, "Für Immer", ist sogar ein Lied mit deutschem Text drauf. Ob auf Deutsch oder Englisch gesungen/gebrüllt, die Songs haben meistens eine Message drin. Sie haben sich den Politik- und Strassenthemen verschrieben. Fans von Bands wie Biohazard und Agnostic Front werden auf "Rhythm Of Destruction" sehr gut bedient. Alle Macht der Strasse könnte das Motto lauten. Sie haben trotz dem Hardcore die gewisse Punkattitüde nie ganz abgelegt, was auch gut ist. Damit kommt das Ganze roh und mit dem richtigen Strassenkampf-Flair daher.
André G.

Punkte: 7.6 von 10
        
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STONEGARD - From Dusk Till Doom
Indie Recordings/Irascible
Die norwegische Band Stonegard macht es den Genredenkern nicht gerade leicht, denn ihr neuester Streich "From Dusk Till Doom" kann man wirklich in keine Schublade stecken. Der Titelsong, welcher auch gleich die Platte eröffnet, erinnert irgendwie an Gojira und Dark Tranquillity und übt schon mal richtigen Druck auf die Boxen aus. Nebst alternativem Rock prägen auch Melodic/Death-Einflüsse den Silberling, was dazu beiträgt, dass einem keinesfalls langweilig wird. Die starken Gesangparts mit unterschiedlichem Lead- und Backgroundgesang sind wirklich überzeugend und verleihen durchs Band weg ein angenehmes Gefühl in der Hörgegend. Der durchgehend melodiöse Song "Rescue" erinnert irgendwie an Tool, und "Blade" ist wohl das einzige Stück auf der gesamten Platte, welches das 'Doom' im Titel rechtfertigt, denn sonst rasseln die Songs zu schnell übers Parkett. Dass "From Dusk Till Doom" bereits vor zwei Jahren in Norwegen erschienen ist und nun für eine europaweite Ausgabe neu überarbeitet und gemixt wurde, ist lediglich schade, denn so sind wir nicht schon früher in den Genuss dieser Platte gekommen. Zu bemängeln gibt es nicht viel, ausser dass der Platte die absoluten Highlight-Songs fehlen, doch dies ist erst Stonegards zweites Werk, und somit haben die Jungs noch etwas Zeit, um sich noch weiter auf ihre Stärken zu konzentrieren. Wer Stonegard live erleben möchte, kann dies im Dezember im Z7 tun, denn dort eröffnen die Norweger die Bühne für Enslaved, und ich bin mir sicher, dass wir dann sicherlich noch mehr von dem Quartett hören werden.
Xenia

Punkte: 7.5 von 10
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SIDEBURN - Cherry Red
Hang Loose Records/Irascible
Die letzte Compilation «Best Of 1990 - 2005» ausgeklammert, die ja auch die beiden Genocide-Alben von 1992 und 1994 berücksichtigt, bringen die Schweizer Rocker aus dem Kanton Waadt nun ihre mittlerweile vierte Studio-Langrille heraus. Abermals durch Jürg Nägeli (Ex-Krokus) unterstützt, wurden elf (meist) partytaugliche Nummern auf die neue CD gepackt. Diese decken wiederum die bekannte Bandbreite zwischen den alten AC/DC, Rose Tattoo und (den alten) Krokus ab. Der Opener «Gimme The Way» geht dabei schon ganz ordentlich ab und trägt gar etwas die Handschrift von Airbourne, den gegenwärtigen Senkrechtstartern aus dieser Stilecke. «Hurricane Race» wirkt darauf fast etwas brav, besitzt jedoch gute Refrain-Passagen. Gleiches in Sachen mehrstimmiger Gesang gilt für das schleppende «Six Feet Under», wo Angus & Co. die untrüglichen Paten sind. Bei «Lane» werden schliesslich meine nostalgischen Erinnerungen an die Steve Whitney Band geweckt. Soweit so gut? Nun, trotz ein paar guten Songs und der nötigen, respektiven vorhandenen Abwechslung wird man einfach den Eindruck nicht los, dass Sideburn auch mit «Cherry Red» keinen entscheidenden Karriere-Sprung nach vorne machen werden. Klar werden Airbourne entsprechend, jedoch berechtigt gehypt, aber diese besitzen eben das gewisse Etwas, das sie im Moment, neben den Königen selber (die ja bald mit «Black Ice» aufwarten können) unschlagbar macht. Live können Sideburn hingegen meist erhobenen Hauptes von der Bühne gehen, allerdings überwiegend (nur) als Support-Band und daran wird sich so schnell wohl auch nichts ändern. Handwerklich ist «Cherry Red» sonst (bis auf das halbgare Cover) ohne Makel versehen und mit der entsprechenden Lautstärke gespielt, bewegt sich noch jeder Fuss zur angenehm knackigen Produktion im Takt. Besonders «Wild Boy» (Tipp!), zeigt auf, welches Potenzial ohne Zweifel da ist! Darum, wie schon unsere Michelle Hunziker vor Jahren mal am TV zu sagen pflegte: Dranne bliibe, dranne bliibe, dranne bliibe!!
Rockslave
Punkte: 7.5 von 10
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CROWN OF THORNS – Faith
Frontiers Records/Disctrade
Satte sechs Jahre musste sich die Melodic-Fraktion gedulden, bis Jean Beauvoir sein Projekt Crown Of Thorns wieder reaktivierte. Der Amerikaner mit haitianischen Wurzeln ist mit Sicherheit einer der charismatischsten und talentiertesten Musikern des gesamten Genres. Erstmals wurde man auf Jean aufmerksam, als er einen blonden Iro auf dem Kopf hatte und Bassist der Skandal-Band Plasmatics war. Mit seiner Combo Voodoo X und dem Album "Volume I - The Awakening" (leider folgte nie "Volume II") hat der Mann eines der grössten Melodic-Highlights ever fabriziert. Weiter ging's mit Crown Of Thorns. Auch mit dieser Formation konnte Jean grosse Erfolge verbuchen. Auch live, als Support von Van Halen, Bon Jovi und Tina Turner. In den letzten Jahren veröffentlichte die Truppe immer mal wieder starke Melodic-Scheiben. Nach der längeren Pause, stellt sich nun die Frage, ob Mr. Beauvoir an die Erfolge, die er in den 90igern hatte, anknüpfen kann. Die Antwort vorweg: nur teilweise. Klar, etwas wirklich Schlechtes kann von COT nicht kommen. Vor allem die Vocals sind sensationell. Die leidenschaftliche Stimme sticht hervor und besitzt enormen Wiedererkennungswert. Die Trademarks von COT waren immer die ausgewogene Mischung aus knackigen Hooks und eingängigen Melodien. Auf "Faith" sind diese zwar auch vorhanden, doch regelmässig verirrt sich das Schiff in ganz seichte Gewässer. Gut die Hälfte der Tracks sind sehr balladesk, teilweise sogar richtig schnulzig ausgefallen. Für ein weiteres Highlight sind die satten Gitarren einfach nicht zahlreich genug. Sechs Jahre Bandpause waren wohl zu lang. Die Chance ist aber gross, dass sich das beim nächsten Output wieder einrenken wird.
Chris C.

Punkte: 7.5 von 10
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HOLY MARTYR – Hellenic Warrior Spirit
Dragonheart/Musikvertrieb
Deutsche singen über Schottische Kriege (Grave Digger), und die Italiener Holy Martyr über diejenigen der griechischen Antike. Genau genommen handelt es sich hier um ein Konzept-Album über Sparta. Dieser Stadtstaat bietet mit seiner Kultur und seinen Kriegen genug Stoff für dieses fast stündige Album. Wer Battle Metal à la Sabaton oder Turisas mag, kann hier eigentlich nichts falsch machen. Die Italiener versuchen gar, ihrem klassischen True Metal mit griechischen Texten und Folklore anzureichern. Dies gelingt teilweise gut, wird aber insgesamt nicht konsequent genug durchgesetzt. Holy Martyr vergeben mit diesem Album die Chance, was wirklich Neues zu machen. Zu sehr orientieren sie sich an klassischen True Metal-Strukturen und verstecken schon fast ihre genialen Ideen. "Hellenic Warrior Spirit" lässt ein grosses Potential einer neuen Musik-Spielwiese erahnen, die sich von mir aus Hellenic Folk/Heavy Metal nennen darf. Würden ausschliesslich griechische Texte verwendet und die Folklore besser eingebunden, hätte man gar einen einmaligen Genre-Klassiker. So aber darf man sich 'nur' über gutklassigen Heavy Metal freuen, der in verschiedenen Tempi recht abwechslungsreich daherkommt. Neben kurzen Intermezzos sind die meisten Songs deutlich über 6 Minuten lang, werden aber nie langweilig. Von der Idee bis zum Album brauchten die Italiener 5 Jahre. Hoffen wir, dass sie den eingeschlagenen Weg weiter verfolgen und sie nicht von einer griechischen Band überholt werden. Denn was da als nächstes auf uns zukommen könnte, verspricht grossartig zu werden!
Roger W.

Punkte: 7.5 von 10
           
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OOMPH! – Monster
GUN/SonyBMG
Mir ist bewusst, dass sich jetzt einige fragen, wieso die Review zu "Monster" erst jetzt bei Metal Factory erscheint, da ja das Stück schon seit Ende August legal erwerblich und auch bereits wieder aus unseren Charts verschwunden ist. Das liegt nicht daran, dass wir so aktuell sind wie die Entjungferung von Paris Hilton, sondern wir von den Vertrieben mit aktuellem Promo-Material beliefert werden sollten, und wenn dies wie im Falle Oomph! so spät eintrifft, dann hat der Sinn und Zweck von unseren Reviews schon mal viel eingebüsst. Trotzdem möchte ich natürlich einige Gedanken zu "Monster" loswerden, zumal Oomph! schon seit einigen Jahren die Fusion von EBM und NDH munter unter das Volk mischen. Erstaunlich am 'Phänomen' Oomph! ist wohl die Tatsache, dass die Herren bereits mit "Plastik" (1999) und "Ego" (2001) zwei hervorragende Werke abgeliefert hatten (von mir aus gesehen der Zenit ihres Schaffens), jedoch erst mit dem sehr kommerziellen "Wahrheit oder Pflicht" aus dem Jahre 2004 von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wurden. Nun liegt mit "Monster" das 10. Werk der Band vor, und ich muss gestehen, der Opener "Beim ersten Mal tut's immer weh" überraschte mich schon mal äusserst positiv. Treibende Beats, kritischer Text, EBM-lastig wie schon lange nicht mehr und doch rockt der Song, lässt die Glieder unaufhaltsam zucken und schlägt gekonnt eine Brücke aus den 'alten Oomph!-Tagen' in die Neuzeit. Mit "Labyrinth" folgt dann wieder eine typische Oomph!-Hymne, welche sich sofort in den Gehörgängen festsetzt, jedoch auch wie ein Abklatsch von "Wach auf" tönt und somit für keine Überraschung sorgt. Mit einem zuckersüssen Refrain wartet auch "6 Fuss tiefer" auf, jedoch gefällt das schleppende Tempo und sorgt damit für eine angenehme Abwechslung. Äussert gelungen ertönt auch "In deinen Hüften", welches den Refrain im Tango-Takt ertönen lässt und dabei die Thematik Aids auf seine Art in Dramatik taucht. Auch wagen sich Oomph! auf "Monster" in die Welt der balladesken Töne und lassen "Auf Kurs" mit einer sanften Brise Melancholie über die Seele reisen, ohne dabei Schiffbruch zu begehen. Stapfend und herrlich ironisch wird mit "Wer schön sein will muss leiden" mit dem Schönheitswahn unserer Gesellschaft abgerechnet, und mit "Lass mich raus" haben die Herren einen etwas anderen Geburtssong auf Lager. Oomph! brechen mit "Monster" sicherlich nicht in ein neues Klanguniversum auf, doch der Silberling überflügelt in meinen Augen seine beiden Vorgänger, kann jedoch nicht ganz mit den älteren Werken mithalten, zu sicher wollte man hier die Schäfchen ins trockene bringen, sprich die grosse Masse ansprechen und damit auch mal in den üblichen Durchschnitt abrutschen. Doch "Monster" bietet schlussendlich viel gelungene Unterhaltung mit kritischen Texten, ohne dabei gleich primitiv oder plump zu wirken. Wer dies nach über 15 Jahren Band-Bestehen immer noch schafft, hat durchaus Respekt verdient.
R.K.
Punkte: 7.5 von 10
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NEONDAZE – Neondaze
Musicbuymail/Non Stop Music
Definitv, in Schweden gibt's ein Nest, dem täglich begnadete Musiker entsteigen. Einer davon ist Lars Loquist, Ex-Gitarrist von Reptilian und Pole Postition, der immerhin schon im 'Guitar Player' zu Ehren kam. Ausgerechnet bei der schwedischen Version der TV-Show 'Star Search' wurde er auf seinen jetzigen Side Kick, Sänger Marcus Lundgren, aufmerksam, als dieser Bon Scott imitierte. Obwohl seine Stimme wenig Ähnlichkeit mit der des legendären AC/DC-Shouters hatte, erkannte Lars die hohe Qualität des Vocalisten und lud in kurzerhand zum Jammen ein. Es folgte das Debut-Album, mit einer edlen Produktion versehen, aufgenommen in Mr. Loquist's eigenem Studio. Musikalisch geht bei Neondaze, wie der Name erahnen lässt, die Reise zurück in die 80iger. Will heissen: Catchy Melodien werden mit fetten Gitarrenriffs untermalt und das Ganze in ein Glam-Gewand gehüllt, wie es Ratt oder Britney Fox damals auch machten. Trotz einiger guter Songs auf dem Album ("Intoxicated" oder "Million Miles") erreichen sie das Niveau der 80iger-Aushängeschilder aber nicht. Ein wirkliches Highlight fehlt, und der Wiedererkennungswert ist nicht besonders hoch. Für ein Debut ist die Scheibe aber mehr als gelungen.
Chris C.

Punkte: 7.3 von 10
              
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SANGUIS – Ascension
Bloodred Horizon Records
Oha, schon das Booklet wirft mit soviel Farbe und soviel Weiss irgendwie Fragen auf. Und erinnert an Immortal. Was die Coverversion von "Unsilent Storm In The North Abyss" erklärt. Und genau so präsentieren sich die Österreicher mit ihrer dritten Platte: Mit ganz vielen Einflüssen der Unsterblichen, vor allem bei der Leadgitarre. Aber auch eigenen Färbungen sind zu hören, vor allem bei den stellenweise groovigen Gitarrenparts bei der Begleitung. Musikalisch besonders eigenständig präsentiert sich das deutsche "Unter Feinden", dafür ist der Text von Nietzsche. Innovativer, moderner Schwarzmetall mit gewissen Death Metal-Annäherungen, aber immer melodisch und meist im bekannten Rahmen. Genau das ist aber auch der Punkt, warum eine höhere Bewertung verwehrt bleibt: Zu oft hat man das Gefühl, sowas schon gehört zu haben. Das macht die Musik noch lange nicht schlecht, Spass macht "Ascension" darum noch immer. Nur springt der letzte Funken halt nicht über. Wünschenswert fände ich mehr Lieder mit so toll eingesetzten Effekten wie die synthetische Stimme bei "I Decline", was meiner Meinung nach das reissendste Lied auf der ganzen Platte ist. Sanguis machen gute Musik, es fehlt nur noch ein klein wenig mehr Mut zur Eigenständigkeit.
Tristan

Punkte: 7.3 von 10
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CODEON – Source
Drakkar Entertainment/Musikvertrieb
Dass Geknüppel und technische Versiertheit hier und da enge Verbindungen eingehen, um überlegte Riffgewitter loszutreten ist seit Jahrzehnten nichts neues mehr. Ob die irren Gitarrenflitzereien von Morbid Angel, das schon fast kranke Songwritting von Meshugga oder die Extrem-Progger von Necrophagist sind nur einige zu nennede Combos dieses Stils. Letztere in Verbindung mit Codeon ausdrücklich, denn Saitenhexer Sami Raatikainen ist seit einiger Zeit auch bei jener Kapelle aktiv. Im Ähnlichen Sektor, jedoch ein Stück traditioneller, organischer und weniger kaltblütig, was unter anderem auch den eher unsauberen, aber bitterbösen Vocals von Vesa Matilla zu verdanken ist, die ab und zu in den überverzerrten Riffwänden unterzugehen drohen. Nichts desto trotz wird mit «The Shrike» gleich mal ordentlich aufs Gaspedal geklotzt. Erbarmungslos und mit reichlich Shredd-Einlagen werden keine Gefangenen genommen, genauso in «Deception», in welchem aber auch noch ein Stückchen Black Metal Flair um die Ecke schaut. Wahnwitziges Solieren dominiert darauf «Betrayer In Me», die Samis Einstellung bei Necrophagist mehr als rechtfertigen. Doch auch der Rest der Truppe, Samis Klampfer-Verstärkung Asko Sartanen, Tieftöner Lauri Mailasalo und Speed-Trommler Joni Varon bieten technisch weitaus mehr, als man von einer debütierenden Band normalerweise erwarten kann. Und so staunt man über die Schnelligkeit und Verspieltheit der Finnen nur noch, wenn diese bei Nummern wie «Humanity Inspection», dem tollwütigen «Envy Machinery» oder der Blastbeat-Salve «Sick From The Inside» zelebriert werden. Lobenswerter Weise wird bei allem jugendlichen Leichtmut aber nicht vergessen, den Bleifuss hier und da zurückzufahren, was «Shattermind» oder auch «Death Is All We Get» gut zutage steht. Ob man bei einer solchen Spielart überhaupt von Hits reden sollte ist fragwürdig, in Richtung Eingängigkeit tendiert der Vierer jedoch selten bis gar nie, sodass nach der Riff- und Lickschlacht letztlich doch nicht so viel hängen bleibt, wie man bei diesem kreativen Abwechslunsgreichtum gehoffte.
Kissi
Punkte: 7.3 von 10
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ONE MAN ARMY AND THE UNDEAD QUARTET – Grim Tales
Massacre Records/Musikvertrieb
Was schrieb da einst unser Hardy über das letzte OMAATUQ-Album "Error In Evolution"? "Jedoch vermisse ich die haarigen Eier im Sound." Nun, die Eier sind auf "Grim Tales" zwar nicht glatt rasiert, jedoch zu viel mehr als einem intimen Dreitagebart reicht es mir auch nicht. Dabei macht "Grim Tales" beim ersten Eindruck mächtig Laune. Erstmal: Die ultra fette Produktion (ich glaube, viel besser geht es kaum noch) bläst die Thrash- und Deathriffs knochenhart aus den Boxen, dazu die markante Stimme von Johan Lindstrand und zur Auflockerung immer ein paar melodische Leads von den Saitenhexern zaubert ein obligates heftiges Nicken in den Nacken. Besonders die Up Tempo-Nummer "Cursed By The Knife" und das thrashige "Saint Lucifer" knallen und grooven dermassen rein, dass man sich schlichtweg nicht zurückhalten kann. Auch das schnelle und eher Death Metal-lastige "The Frisco Reaper" sowie der im Mid Tempo getragene Rausschmeisser "Bastards Of Monstrosity" geben Schub, bis die Hölle qualmt. Nicht zu vergessen sei das treibende "Bonebreaker Propaganda", und natürlich der alles niederwalzende Opener "Misfit With A Machinegun", der ein wahrlicher Prachtsbrocken an Trash- und Death Metal-Riffings darstellt und das Zwerchfell gnadenlos zertrümmert. Als schwächste Nummer stufe ich hier "Death Makes It All Go Away" ein, das zwar mit einem netten, melodischen Lead hinterlegt vorgetragen wird, jedoch völlig uninspiriert wirkt. Nun, die bereits erwähnte, voll fette Produktion sorgt für einen extremen Energieschub, welcher "Grim Tales" eine gnadenlose Durchschlagskraft beschert und die Zuhörer wie einen Orkan mitreisst. Sitzt man aber gemütlich im Schutzbunker und hat die erste Angst der enormen Zerstörungskraft abgeschüttelt, fällt auf, dass "Grim Tales" sehr überraschungsarm eine Schneise der Verwüstung in die Landschaft malt. Es fehlt mir hier an Ecken und Kanten sowie einer Prise Komplexität, welche auf Dauer "Grim Tales" mehr Langzeitmotivation bescheren würde. Natürlich könnte man anbringen, der erste Eindruck ist der entscheidende, und hier schneiden OMAATUQ verdammt gut ab, aber wer auf Tiefgang Wert legt, der wird wenig belohnt. Ja, ich höre schon ein einige aufschreien, ob ich noch alle Sinne beisammen hätte, doch ich wette darauf, dass "Grim Tales" weder der Vergesslichkeit trotzen kann noch jemals Kultstatus erreichen wird. Inwiefern euch das wichtig ist in der heutigen Zeit, ist natürlich jedem selbst überlassen, und für einen amtlichen und heftigen Kurzzeit-Energieschub gibt es vermutlich momentan kaum was besseres, doch wie gesagt: "Ich vermisse die haarigen Eier im Sound".
R.K.
Punkte: 7.2 von 10
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JAYCE LANDBERG – Break The Spell
Escape Music/Non Stop Music
Das Cover von "Break The Spell" lässt nichts Gutes erahnen. Offensichtlich wurde hier bei Yngwie Malmsteen abgeguckt. Ein Blick ins Infoblatt bestätigt diesen ersten Eindruck. Der Schwede Jayce Landberg, der übrigens auch einen grossteil seiner Kindheit in der Schweiz verbracht hat, ist wie sein Landsmann Malmsteen als Gitarrenvirtuose zu bezeichnen. Doch wer denkt, er versucht auf Teufel komm raus Meister Yngwie zu imitieren, täuscht sich. Eine Gemeinsamkeit haben die Beiden aber doch noch. Wie auf "Fire And Ice" und "Eclipse" stellt Göran Edman auch auf Mr.Landberg's Debut sein aussergewöhnliches Talent als Sänger zur Verfügung. Doch auch ein starker Vocal-Akrobat kann seine Trümpfe nur ausspielen, wenn er auf das richtige Songmaterial zurückgreifen kann. In diesem Bereich liegt, neben dem Gitarrespielen, das zweite grosse Talent von Jayce. Er hat nämlich einige heisse Tracks verfasst, mit grossen Melodien und eingängigen Hooks. "Break The Spell", "Burning Bridges" und "Black Magic" sind die Highlights des Albums. Der eine oder andere Song kann diesem hohen Niveau zwar nicht gerecht werden. Ein grosses Plus ist aber, dass J. Landberg sich sehr selten zu ausuferndem Gitarrengedudel hinreissen lässt. Vielmehr stellt er seine Arbeit an der Sechssaitigen in den Dienst der Songs. Bloss ein einziges Instrumental fand den Weg auf die Scheibe. Zudem wurde ein einminütiger Track ausschliesslich mit weiblichem Gesang aufgenommen. Mit wenigen Abstrichen ein tolles Album.
Chris C.

Punkte: 7.2 von 10
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ARTAS - The Healing
Napalm Records/Musikvertrieb
Dass Österreich musikalisch mehr zu bieten hat als DJ Ötzi wissen wir spätestens seit Abigor, doch nun hat unser Nachbarland eine neue, sehr vielversprechende Band aus dem Keller gelassen. Noch unter dem Namen Staub & Schatten haben die fünf Wiener im Jahre 2007 Metalcamp-Nachwuchs-Wettbewerb für sich gewonnen und stehen seitdem unter dem Banner von Napalm Records. Nach dem Namenswechsel zu Artas kam jetzt auch ihre erste Platte "The Healing" auf den Markt und überzeugt schon mal durch eine richtig fette Covergestaltung. Stilmässig bewegen sich die Jungs zwischen Neo-Thrash und Metalcore, und auch die Produktion ist sehr modern geworden, was auch nicht weiter erstaunlich ist bei einer solch jungen Band. Speziell sollte erwähnt werden, dass Artas nicht etwa nur in Englisch singen, nein die Jungs bringen doch glatt drei Sprachen in einem Album unter (deutsch, spanisch und englisch), was der Sache einen wirklich interessanten Beigeschmack gibt und die Band aus dem Schatten ähnlicher Produktionen heraustreten lässt. Der Opener "Barbossa" heizt schon mal heftig ein und ermutigt die Zuhörer zu allerhand Schandtaten ("Zündet die Lunte"). Der spanische "Bastardo" überzeugt durch starke Growl- und Gesangsphasen, die vom dröhnenden Schlagzeug und nettem Refrain zum mitgrölen unterstützt werden. Allgemein zu sagen ist, dass Artas mit einem wirklich guten Frontmann überzeugen können, welcher eine breite Palette anzubieten hat, jedoch sollte man bei den Gitarrenriffs noch etwas mehr in die Trickkiste greifen, damit es nicht zu monoton wird. Mit Coolio's (ja, genau DER Coolio ist gemeint) "Gangsta's Paradise" haben die fünf Recken ein Cover gebastelt, welches man allenfalls für die Disco im Metaltrain nach Wacken verwenden kann, obwohl der Song eigentlich ganz lustig ist, ist er doch etwas gewöhnungsbedürftig für verwöhnte Metalohren. Weiter geht's mit dem Titeltrack, welcher mit fettem Double Base-Kick durch die Türe kracht und "Rhagenfels" lässt durch geile Riffs die Köpfe rollen. Alles in allem ein wirklich gelungenes Debutalbum, und man darf gespannt sein, wie es mit den Wienern weiter geht.
Xenia

Punkte: 7.2 von 10
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CARNAL DECAY – Chopping Of The Head
Fastbeast Entertainment
Wer hat's erfunden? Naja wohl nicht wir Schweizer, aber wieso sich nicht auch mal aus heimischen Ländereien ein feines Grindcore/Brutal/Death Metal-Süppchen auftischen lassen? Hatte ich schon am Vorgänger "Carnal Pleasure" meine Freude, so war ich doch gespannt, wie sich die Eidgenossen auf ihrem neuesten Erguss so schlagen. Dabei überrascht, besser gesagt überrollt mich der Opener "Mary And The 3 Kings" im wahrsten Sinne des Wortes. Was für ein verdammter Blast-Bastard mitten in die Eingeweide, gewürzt mit den gewohnten Breakdowns, spielerisch hörbar fortgeschrittener als noch auf dem Vorgänger werde ich in meine Einzelteile zerlegt. Fasziniert von diesem Einstiegsriff und auch schon Blut geleckt wage ich mich an "Shotgun Facelift" heran, was etwas chaotischer wirkt doch durchaus seine Faszination versprüht. "Sind die angepisst", schiesst es mir durch den Kopf und ich lausche weiter den morbiden und brutalen Klängen, welche "Chopping Of The Head" versprüht. Abgrundtief kotzt sich Michael Kern seine Seele aus dem Leib, und es ist immer wieder erfrischend, wenn die Chaos-Truppe aus den Prügelorgien in herrlich groovende Mid Tempo-Parts abdriftet. Schwergewicht ist jedoch Väterchen Blast in Anlehnung an Ami-Death Metal, und den haben Carnal Decay wohl in ihrer Muttermilch zugeführt bekommen. Neben dem Opener überzeugt mich auch das finale "Predatory Instinct", welches gekonnt die Balance zwischen Blast und Mid Tempo hält. Natürlich, Carnal Decay machen nicht Musik für jedermann, und in einem Altersheim würde wohl beim Abspielen von "Chopping Of The Head" die Sterberate in unendliche Höhen schnellen, doch wer es gerne mal etwas heftiger mag sollte sich diesen deftigen Spass keinesfalls entgehen lassen. Erfreulich auch, dass sich die Truppe hörbar an ihren Instrumenten und am Songwriting weiterentwickelt, dabei jedoch nichts von ihrer rohen Art eingebüsst hat. Nun, vielleicht könnte man ja Carnal Decay vorwerfen, dass sie sich auf zu gewohnten Bahnen bewegen, und vielleicht etwas mehr Mut zeigen dürften, den eigenen Klangkosmos zu erweitern, doch was nicht ist kann ja noch werden. Für eine deftige Portion Hausmannskost reicht es auf jeden Fall, Verdauungsbeschwerden inklusive.
R.K.
Punkte: 7.0 von 10
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SHADOWMAN – Ghost In The Mirror
Escape Music/Non Stop Music
Bereits vor vier Jahren traten die Briten von Shadowman mit ihrem Debut "Land Of The Living" erstmals in Erscheinung, und konnten auf Anhieb durchs Band gute Kritiken einfahren. Dies ist nicht unbedingt erstaunlich, da die Bandmembers allesamt auf umfangreiche Erfahrung zurückgreifen können. Bei den beiden Köpfen der Truppe handelt es sich um den Sänger Steve Overland von FM und Steve Morris von Hartland an der Gitarre. Für den zweiten Output "Different Angels" konnten die Zwei die Rhythmussektion von Thunder gewinnen: Chris Childs spielt Bass und Harry James bearbeitet die Drums. Komplettiert wird die Allstar-Band vom dritten 'Steve', Steve Millington (Sad Cafe, 10cc, Wax) am Keyboard. In dieser Formation wurde nun zum dritten Mal ein hochkarätiges Melodic Rock/AOR-Album aufgenommen, "Ghost In The Mirror". Dabei wurden die Trademarks von FM und Hartland mit denen von Thunder verschmolzen. So ist ein typisch britisches Melodic-Album entstanden. S. Overland drückt den Songs seinen eigenen, individuellen Stempel auf. Mit seiner bluesigen Stimme verleiht er der Musik angenehm warme Vibes. Passend untermalt werden die Tracks mit knackigen Gitarren und satten Keyboard-Klängen. Einzig das Songmaterial ist durchzogen. Nebst vielen Highlights mit eingängigen Melodien und leicht ins Ohr gehenden Refrains stehen dazwischen doch ab und zu bloss 08/15-Tracks. Freunde von gepflegtem Melodic Rock von der Insel liegen mit Shadowman aber mit Sicherheit richtig.
Chris C.
Punkte: 7.0 von 10
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EDEN'S CURSE – The Second Coming
AFM Records/Musikvertrieb
Kein einfaches Werk legt uns die Multikulti-Truppe um den amerikanischen Sänger Micheal Eden vor. Denn die zweite Scheibe bietet zwar nette Songs mit Ohrwurmcharakter an, schlittert aber sowohl musikalisch wie auch textlich immer wieder in die heikle Kitschecke. Ebenfalls zu reden gibt Micheal Edens Stimme, welche für diesen Bastard aus Hard Rock und symphonischem Melodic Metal passt, aber mit ihren penetrant hohen Tönen den Spass zu verderben droht. Zwar versucht Micheal Eden immer wieder, durch tiefe Töne und verzerrte Stimmen das Ganze so vielseitig wie möglich zu gestalten, der Grundtenor bleibt aber immer zuckersüss und sehr hoch. Zeitweise erinnert mich die Truppe aufgrund des Gesangs an Powerworld, wobei Eden's Curse dabei hardrockiger und dafür weniger progressiv zu Werk gehen. Mit "Masquerade Ball" startet "The Second Coming" schon mal vielversprechend. Hier darf Ferdy Doernberg (auch bei Axel Rudi Pell) einige Hammond-Orgel-Klänge beisteuern, was dem Ganzen einen kleinen 70iger-Jahre-Touch gibt. Songs wie "Lost In Wonderland", der Ohrwurm "Angels & Demons" oder das abschliessende "Ride The Storm" rocken sich auf hohem Niveau durch das Album und könnten durch ihre Einfachheit vor allem live für Furore sorgen. Richtig kitschig wird es bei der wunderschönen Ballade "Man Against The World". Was schliesslich fehlt, sind die überragenden Songs. Irgendwie ist auf diesem Album alles nett, alles schön, aber irgendwie auch alles schon mal da gewesen. "The Second Coming" ist also ein Album, das mich nicht zu begeistern vermag, weshalb 7 Punkte genügen müssen. Wie viele Punkte dabei die miesen Voice-Overs der Promo-CD gekostet haben, kann ich leider nicht sagen, da Musik etwas mit Gefühlen zu tun hat und diese mit dem Reingequatsche unnötig gestört werden.
Roger W.
Punkte: 7.0 von 10
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BATTLELORE – Last Alliance
Napalm Records/Musikvertrieb
Es gibt viele Bands, die J.R.R Tolkien’s Werke besingen, aber nur eine offizielle: Battlelore. Die sieben Finnen sind zurück mit ihrem fünften Album. “Last Alliance” ist reifer als sein Vorgänger “Evernight”, aber ob das im Endeffekt eine bessere Scheibe ausmacht, werde ich jetzt ein wenig erläutern. Die Musik ist noch immer eine Art Gothic Metal, die sehr episch, dann wieder dunkel, beinahe schwarzmetallisch, dann eher wieder todmetallisch daher kommt. Schlussendlich bleibt man aber bei den nicht allzuviel sagenden Namen: Epic Metal. Wer die Vorgänger-Alben kennt, kennt auch die neue Scheibe, denn diese beinhaltet von allen Werken gewisse Teile. Man konnte den Druck von “Swords Songs” und die Härte aus “The Third Age of the Sun” mitnehmen, dazu die Fehler von “Evernight” ausbaden und somit ein weiterer Schritt in Richtung der Perfektion machen. Was aber leider noch immer bleibt, ist die fehlenden Abwechslung von Song zu Song. Die Stücke an sich zeigen viele verschiedene Strukturen, die aber immer wieder gleich in jedem Song vorkommen. Epischer Aufbau, ähnlich klingende melodische Gitarren, gemischter Mann/Frau Gesang, harte Riffs und ein starkes, zum Kopfschütteln anmachendes Schlagzeuggewitter. Das ist Battlelore von A-Z. Langsam aber sicher hat man Battlelore aber auch gehört, es fehlt eindeutig am Unterhaltungswert, so dass ich nach 54 Minuten den Silberling gelangweilt aus dem Player nehme und irgendwie nicht ganz schlüssig bin. Eigentlich ein solides Album, aber leider auf die Dauer zu eintönig und seit fünf Alben grundsätzlich dasselbe.
Yannick S.
Punkte: 7.0 von 10
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SYLOSIS - Conclusion Of An Age
Nuclear Blast/Warner
Die Jungs aus dem vereinigten Königreich haben sich dem groovenden Thrash Metal mit einem gewissen Hardcore- und Death Metal-Einschlag verschrieben. Der Silberling wird durch ein Intro von der Akustikgitarre inklusive Meeresrauschen eröffnet. Wer sich aber im falschen Film wähnt, dem wird sogleich gezeigt, dass er am richtigen Ort ist. Der zweite Song "After Lifeless Years" beinhaltet alles, was das gesamte Album ausmacht. Das Album bewegt sich im Up Tempo-Bereich. Donnernde Double Base-Kracher werden vom harten Rhythmus des Basses unterstützt und bringen die Härte, aber auch den absoluten Groove, um die Matte kreisen zu lassen, in die Tracks. Die Gitarren jagen ein Riffgewitter aus den Boxen, dass man gar nicht mehr anders kann, als sich einfach zum Sound zu bewegen. Die Stimme von Frontmann Jamie brüllt und growlt, was das Zeug hält. Der Mann weiss, wie harte Thrash Metal-Voices zu klingen haben. Zeitweise haben die Vocals sogar gewisse Hardcore-Anleihen aufzuweisen. Das macht die Songs noch etwas aggressiver. Als Abwechslung sind sicher die kurzen, ruhigeren Zwischenparts oder auch die hellen Soli der Gitarren anzusehen. Sylosis bieten sicher keine Neuerfindung des von Death beeinflussten Thrash Metals, aber sie können sich sicher mit anderen Bands des Genres messen, ohne Angst zu haben. Wer sich von den Livequalitäten der Combo überzeugen will, hat in Kürze Gelegenheit dazu: Die Jungs befinden sich momentan auf ausgedehnter Europatour und beehren im Februar des nächsten Jahres auch unser Land. Sie touren mit Black Dahlia Murder.
André G.

Punkte: 7.0 von 10
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THE CUMSHOTS - Just Quit Trying
Rodeostar Music
Wie schon der Bandname aufzeigt, hat man es hier nicht mit einer ganz ernsten, bösen Truppe zu tun. Die Norweger greifen zwar in ihren Texten ernste Themen auf, verarbeiten diese aber immer mit einer Portion Ironie. Aber es regiert auch nicht nur der Spass. Musikalisch sind die Songs auf "Just Quit Trying" im Mid Tempo-Bereich angesiedelt. Gerade die Gitarrenarbeit von Mister El Doom und Mister Freddie Tennessee kommt satt und als richtig fette Wand aus den Boxen. Auch der Bass drückt gut ab, gerade im fünften Track "Bitter Erection" groovt er schön fett. Der neunte Track "Black Silence" ist der abwechslungsreichste auf "Just Quit Trying", er bietet von schleppenden bis powernden und dann wieder akustischen Parts alles, was es braucht. Der einzige Wermutstropfen ist der Gesang: Er ist zwar tief und böse, bringt auch streckenweise gute Growls, aber die Art, wie Max Cargo singt, wirkt auf Dauer ermüdend und wird etwas langweilig. Er klingt wirklich bei jedem Song gleich. Die Jungs gewannen im Jahre 2002 die World Rock Championsship in Bilbao. Und im Jahr darauf waren sie sogar für den norwegischen Grammy nominiert. Sie haben sich auch live auf ausgedehnten erfolgreichen Touren einen Namen erspielt. Einmal hatten sie sogar ihr ok für eine Live-Pornoshow während einem ihrer Konzerte gegeben. Aber der Schuss ging nach hinten los, und der Band wurde eine Busse von 10'000 Dollar aufs Auge gedrückt. Sänger Max ist im norwegischen Fernsehen schon fast ein Star mit seiner Show um die sieben Todsünden. Zurück zur Musik. Auf dem aktuellen Longplayer bieten sie klar guten, erdigen Heavy Rock, der mit harten Riffs und gewaltigen Soundwänden daher kommt, aber leider mit einer etwas gewöhnungsbedürftigen Stimme.
André G.

Punkte: 6.9 von 10
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DECADENCE - 3rd Stage Of Decay
Massacre Records/Musikvertrieb
Das Quintett aus Schweden rund um die Sängerin Kitty werden hierzulande wohl nicht all zu viele Leutchen kennen - die Band hat's bisher konzerttechnisch noch nicht mal halb so tief in den Süden geschafft. Die aktuelle Veröffentlichung "3rd Stage Of Decay" stellt dabei höchstens sowas wie einen Teaser auf kommende Schweinereien dar, handelt es sich dabei doch um einen Re-Release auf dem von der Sängerin gleich selber betriebenen Label HTI Records - mittlerweile ist laut Aussage der Band bereits der Nachfolger im Endstadium der Produktion angelangt. Die Mucke selber lässt sich grob irgendwo unter dem Banner 'technischer Death/Thrash' platzieren, wobei instrumentaltechnisch zwischendurch durchaus die eine oder andere Nordländer-Melodie durchschimmern darf. Die Vocals hingegen setzen komplett auf klassische Keif-Techniken und erinnern nicht zuletzt an eine Mischung aus Arch Enemy-Frontfrau Angela Gossow und The Black Dahlia Murder-Sänger Trevor Strnad - unterm Strich also eine amtliche Portion Testosteron, die da aus den Boxen ballert. Aber obwohl die Mucke durchaus funktioniert und ordentlich Bangfutter liefert, heben sich Decadence damit nur marginal aus der Masse heraus. Der progressive Aspekt wird bei ihnen zwar gerne und wiederholt betont, aber ansonsten weiss "3rd Stage Of Decay" keine wirklichen Besonderheiten vorzuweisen. Insofern also eine amtliche Promo für bevorstehende Taten, und sicher auch eine Berechtigung, die Band mal live ankucken zu gehen - mehr aber blöderweise auch nicht.
El Muerte
Punkte: 6.9 von 10      
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THE SEVENTH POWER - Dominion & Power
Retroactive Records
Man nehme Musiker wie Robert Sweet (Stryper) und den Stil von Ozzy, und siehe da - die Musik versprüht ein ordentliches Heavy Metal-Kleid. "King Of Kings" ist einfach der Knüller auf diesem Album. Aber bekanntlich kann sich ja jeder sein eigenes Urteil bilden - denn das macht ja die Sache erst spannend. Es ist ja immer extrem cool, wenn man unbekannte Songs im wahrsten Sinne des Wortes reinziehen darf. Ein absoluter Knüller ist das Album sicherlich nicht - aber einige Perlen sind durchaus vorzufinden. "Dominion & Power", "Everlasting Fire" und "Sea Of Galilee" sind gelungene Heavy Metal-Songs. Textlich lässt sich darüber diskutieren, ob man den Inhalt für gut befinden kann. Hierfür möchte ich kein Urtei abgeben. Aber im Zentrum steht ja wirklich der HEAVY-Sound - und der macht Freude. Die Produktion des Albums ist absolut einwandfrei.
Patrick D.
Punkte: 6.9 von 10      
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KAMPFAR – Heimgang
Napalm Records/Musikvertrieb
Schön zu sehen dass die Norweger nicht wieder 7 Jahre auf sich warten lassen. Und auch wenn Veränderungen immer auch Verbesserungen sein können, ist es schön zu sehen/hören, dass sich gewisse Dinge eben nicht ändern. So bleiben Kampfar natürlich und folkig, ohne aber dabei auf Keyboard oder Flöten zurückzugreifen. Gitarren und Gesang, das reicht mit einem passenden Rhythmus durchaus, um Stimmung zu erzeugen. Dabei wirkt die Musik bei gewissen Liedern ein wenig minimalistisch ("Inferno"), dann wieder abgeklärter ("Dodens vee"). Die Songs leben von sich wiederholenden Teilen, durch die Monotonie, und natürlich die Vocals. Das Tempo bewegt sich zwischen Mid Tempo wie beim melodischen "Vansinn" und wenigen Blastbeats ("Inferno"), was die melancholische Stimmung auf eine lebendige Art unterstützt. Hört sich alles nicht schlecht an, aber eben auch nicht zwangsläufig wie ein Meilenstein. Was wirklich immer wieder erstaunt, ist einfach die Tatsache, dass eine Band mit relativ klassischem Line Up so viel natürlicher nach Folk Metal klingen kann als viele andere aus dieser Sparte. Aber das ist wahrscheinlich der Vorteil einer Band dieser Grösse, und mit "Heimgang" beweisen sie diesen Status zu Recht. Wer Kampfar mag, wird von "Heimgang" nicht überrascht sein, aber wie schon anfangs gesagt: Nicht alles muss sich ändern, es darf auch einfach gut bleiben.
Tristan
Punkte: 6.8 von 10      
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RANDY PIPER'S ANIMAL - Virus
Locomotive Records/Musikvertrieb
Die Band des ehemaligen W.A.S.P.-Gitarristen Randy Piper wirft ihr drittes Album auf den Markt, welches schlicht und einfach nach Heavy Metal klingt, ganz von der Sorte "W.A.S.P. meets Mötley Crüe". Natürlich gestaltet es sich nicht sehr leicht, in diesem Bereich das Rad neu zu erfinden, weshalb ein hoher Prozentsatz der Songs sich im mittleren Level aufhält, in welchem grundsätzlich nur noch die Geschmäcker zu urteilen vermögen. Rich Lewis klingt am Mikro so richtig schön achtzigerhaft, und auch instrumental hat man mehr oder weniger gut gearbeitet. Allerdings wäre eine Coverversion von "Zombie“ (The Cranberries) nun wirklich nicht nötig gewesen, da das Stück durch die Verwandlung in einen Metalsong sein ganzes Feeling verliert. Mit dem Song "Crying Eagle" gibt es auch einen Abstecher in Richtung Melodic Metal, was allerdings so gar nicht auf dieses Album passen will. Die Rettung für "Virus" kommt in Form von eingängigen Refrains und satten Melodien, was das Gesamtbild doch noch aus dem Sumpf der Mittelmässigkeit ziehen kann, und die Frau Kritikerin zustimmend nicken und mitsummen lässt. Der Kauf von "Virus" lohnt sich wahrscheinlich vor allem für Fans der früher 80er Jahre Stils, dennoch sollte man vorher reinhören.
Maiya R.B.
Punkte: 6.8 von 10      
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DIMENSION ZERO - He Who Shall Not Bleed
Vic Records/Irascible
Wem beim Durchhören dieser Scheibe der Name In Flames ins Gedächtnis geholt wird, der hat damit den Kern dieser Band schon im ersten Anlauf erfasst. Nicht nur das Soundgewand erinnert an die Schwedentod-Grössen, immerhin zockt sogar ihr Rhythmus-Klampfer Jesper Strömblad dabei mit. Dimension Zero klingen in etwas so, wie wenn In Flames nach "Clayman" ihrem bisherigen Weg treu geblieben wären - für nicht wenige von euch da draussen also klar gefundenes Fressen. Die latente Schlagseite zu At The Gates-Riffings und Keif-Vocals tut der Musik natürlich auch keinen Abbruch, Songs wie "A Paler Shade Of White", "Going Deep" oder "Deny" würden ansonsten kaum funktionieren. Bei Tageslicht betracht, entpuppen sich diese Elemente aber zugleich auch als Achilles-Ferse der Band: Sie sägen nähmlich zu keinem Zeitpunkt am At The Gates-Thron, und liefern somit eigentlich plusminus fast nur aufgekochtes Material. Dass das zum Bangen ordentlich Spass machen wird und sich in den Plattenregalen durchzusetzen weiss, steht somit ausser Frage - aber ehrlich gesagt: Ich wage zu bezweifeln, dass sich eine Platte wie "He Who Shall Not Bleed" auf die Dauer zu verteidigen vermag. Zu kalkuliert, zu klischeehaft und vor allem ohne jegliche Weitsicht.
El Muerte
Punkte: 6.6 von 10      
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SCAMP - Mirror Faced Mentality
Scarlet Records/Musikvertrieb
Die Dänen um Scamp haben nach zwei scheinbar nicht üblen EPs jetzt den ersten grossen Tonträger am Start. Der moderne Metal, den die Nordländer spielen, ist natürlich aktuell recht angesagt. Man schaltet die herunter gestimmten, auf brachiale Gewalt klingenden Gitarren gezielt auf einem technisch hohen Niveau ein. Die ultrafette Produktion trägt natürlich auch ihren Beitrag an dem modernem Soundgewand von Scamp bei. Also, ihr seht, bei der Instrumentierung haben wir ein Gemisch von den Erfindern dieses Genres, nämlich die Götter von Meshuggah und auch die anderen, nicht minder bekannten Erfindern vom Cyber Metal Fear Factory. Aber ob das reicht, sich an diesen Bands zu messen, wage ich doch schwer zu bezweifeln. Die Songarrangements haben nicht die Klasse von den oben genannten Bands, und mir ist ihr Sänger ein Dorn im Auge. Der Kerl legt so ein monotones Geschrei hin, dass mir die Platte so recht schell auf den Senkel geht. Schade, denn seine Kollegen bemühen sich ordentlich auf "Mirror Faced Mentality", so dass man den 'schwarzen Peter' an Mikael, so heisst der Knabe, geben muss. Aber die unter euch, die auf harten, technischen Modern Metal stehen, können sich Scamp ja mal zur Probe reinziehen, ich für meinen Teil bevorzuge die Originale. Klingt hart, ist aber die Realität.
Daniel J.
Punkte: 6.6 von 10      
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TNT – Atlantis
Metal Heaven/Disctrade
Die norwegische Hard Rock-Institution TNT serviert uns mit "Atlantis" einen ganz schwierig einzuordnenden und somit auch schwierig zu beurteilenden Brocken. Unvergessen sind Alben wie "Tell No Tales" (1987), "Firefly" (1996) oder "My Religion" (2004), melodiöse Hard Rock-Alben in Vollendung, Scheiben, die in keiner Sammlung fehlen dürfen. Leider musste die Truppe vor zwei Jahren den Ausstieg ihres Sängers Tony Harnell hinnehmen. Tony hat mit seiner Wahnsinnsstimme einen gewichtigen Teil zum Erfolg der Truppe beigetragen. Seine Vocals waren ganz individuell und sorgten für enormen Wiedererkennungswert. Eine äusserst schwierige Situation, mit der TNT konfrontiert waren. Als Lösung wurde der Sänger der britischen Band Shy, Tony Miles, ins Boot geholt. Zweifellos verfügt auch er über eine tolle Stimme, obwohl er nicht ganz an seinen Vorgänger heranreicht. Die Truppe hat aber noch ein zweites Aushängeschild in seinen Reihen, nämlich Gitarrist und Mitbegründer Ronni Le Tekro. Genauso individuell wie Mr. Harnell ist Ronni am Instrument mit den sechs Saiten, grandios. Vor gut einem Jahr erschien mit "The New Territory" der erste Longplayer mit dem neuen Mann am Mikro. Dass mit dem neuen Territorium scheinen die Skandinavier ernst zu nehmen, den nur gut die hälfte der Tracks war im für TNT typischen Bereich anzusiedeln. Doch nun zu "Atlantis": Da wird's nämlich noch abstrakter. Eröffnet wird das Album zwar mit einem eigentlichen Übersong: "Hello, Hello" glänzt mit einem ultra eingängigen Refrain. Auch die nächsten zwei Titel passen einigermassen ins Schema der Band. Doch von da an folgen nur noch Tracks, die irgendwie an ABBA meets Beach Boys, aufgepeppt mit einigen modernen Gitarrenriffs, erinnern. Alles andere als schlecht, aber eben sehr, sehr gewöhnungsbedürftig. Also auch für eingefleischte TNT-Fans gilt: Vor dem Kaufen unbedingt anhören.
Chris C.
Punkte: 6.5 von 10      
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MISERATION - Your Demons - Their Angels
LifeForce Records/Phonag
Fans von Scar Symmetry sollten jetzt gleich mal weiterlesen, denn hier singt Christian Älvestam! Bei Miseration handelte es sich ursprünglich um ein Einmannprojekt von Jani Stefanovic (Divinefire, Essence of Sorrow und Mehida). Christian Älvestam wurde ans Mikro gestellt, während Rolf Pilve (Drums), Johan Ylenstrand (Bass) und Marcus Bertillson (Gitarre) sich um die Arbeit an den Instrumeten kümmern. Bei so einer beeindruckenden Besetzung sollte eigentlich nichts mehr schief gehen, oder? Tja, da muss ich den geneigten Leser leider ernüchtern, denn die Musik kommt trotz herrlicher Melodylines manchmal etwas zu steril rüber, und man hört hier und da mal Doublebass, wo einfach keiner rein passt. Allerdings sind noch ein paar Gastmusiker dabei, wie zum Beispiel Plec (Unmoored) oder Barry Halldon (Ex-Renascent), die das alles ein wenig aufwerten. Man sieht also, das Gerüst für melodischen Death Metal wäre im Grunde sehr gut, doch bleibt leider kein einziger Song in den Gehörgängen haften. Ausserdem wird man beim Durchhören von "Your Demons - Their Angels" immer wieder an Scar Symmerty erinnert, was sich dringend ändern sollte, falls diese Band was werden möchte. Doch wie erwähnt, die Grundmauern sind ja sehr stabil, nur wäre es nett gewesen, wenn man diesem musikalischen Gebäude noch eine schöne Fassade verpasst hätte.
Maiya R.B.
Punkte: 6.4 von 10      
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STAIND – The Illusion Of Progress
Roadrunner Records/Musikvertrieb
Das Schreiben von CD-Reviews hat nicht nur den Vorteil, dass Monat für Monat Gratisscheiben ins Haus geflogen kommen, sondern, dass man hin und wieder dazu gezwungen wird, seine eigenen musikalischen Vorurteile zu überprüfen. Diesen Monat befreit von voreiligen Vorstellungen meinerseits wurden Staind, die unglaublich erfolgreichen Ami-Rocker, die mit Alben wie «Dysfunction», «Break The Cycle», «Chapter V» und den darauf enthaltenen Hits «Outside» oder «It's Been Awhile» (auch als Liveversion auf der Limited Edition von «Illusion Of Progress» enthalten) rund um die Welt Erfolge feiern konnten. «Illusion Of Progress» nun, der sechste Studiorundling, bietet den Fans der Truppe wiederum alles, wofür sie Staind lieben: Filigrane, meist gedämpfte Strophen, die in einen emotionalen, rifforientierten Refrain aufgehen. Dabei hält man sich praktisch ohne Ausnahme an dieses zugegeben erfolgreiche Muster: Der Opener «This Is It», «Believe», «All I Want», «Save Me» oder «Lost Along The Way» (wenigstens mit hübschen Licks), allesamt sentimentale, austauschbare Teenie-Rocker, die kleinen Mädchen sicherlich über den ersten Liebeskummer hinwegtrösten werden, allen anderen aber zu schmalzig klingen werden. Richtig punkten kann das Quartett, neben dem geilen Riff in «The Way I Am» eigentlich nur gegen Ende der Scheibe: Balladen wie das traurige «Tangled Up In You» oder «The Corner» können auch noch so hartgesottene Rocker weich werden lassen und das zwischen Nickelback und King's X angesiedelte, vergleichsweise harte «Rainy Day Parade» macht gar richtig Laune. Die warme, charismatische Stimme Aaron Lewis' wird für Staind so je nach Songwritting zum Plus- bei gleichbleibenden Schema aber auch zum Minuspunkt, denn durch das prägnante Organ und die typischen Refrains lassen sich die erstgenannten Songs zu einfach untereinander austauschen. Staind als simple Ami-Band ohne Profil abzutun, wie ich es früher getan habe, wird dieser Band zwar nicht gerecht, alle Vorurteile entkräften können die Jungs aber auch wieder nicht. Zwar hört man hier und da der angenehme Einfluss von Bands wie Audioslave, Muse oder Pear Jam heraus und gerade soundtechnische Details in Strophen und Bridges verdienen Beachtung, das Gesamtprodukt jedoch entspricht leider zu stark dem Klischee, welches meine Vorurteile nährte.
Kissi
Punkte: 6.3 von 10      
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SQUEALER – The Circle Shuts
AFM Records/Musikvertrieb
Na, was haben wir denn da? Eine Thrash oder eine Power Metal-Scheibe? Dies lässt sich bei dieser Scheibe nicht eindeutig bestimmen. Die Truppe um den verstorbenen AFM Records-Chef Achim Köller hat sich nach dessen tragischem Tod kurzzeitig in Squealer A.D. unbenannt und heisst jetzt wieder einfach Squealer. Und Sqealer 2008 hören sich hart an. Hier wird immer wieder gethrasht. Aber nicht in Old School-Manier, sondern irgendwie anders. Es vermischen sich die Thrash-Riffs mit den Power Metal-Elementen bereits in den Strophen, bevor in den Refrains die grossen Chöre ausgepackt werden. Das Ergebnis hört sich ziemlich modern an, braucht aber einige Durchgänge, um ein wenig zu zünden. Das ganz grosse Feuerwerk will sich bei mir schliesslich dann doch nicht einstellen, sondern eher das friedliche vor sich her Explodieren eines Töffli-Motors. Nette Melodien gehen unter in einem gleichförmigen Grundton, der nicht die Wirkung von ähnlichen Bands wie Mercenary entfalten will. Squealer bemühen sich, die Sache so abwechslungsreich wie möglich zu halten, indem sie in die Knüppelnummern auch doomige Songs à la "Grey" oder die Halbballade "Once Fallen" einbauen. Rein technisch und musikalisch ist also alles in bester Ordnung, so dass New-Thrasher bedenkenlos zugreifen können. Alle anderen sollten aber vor einem Blindkauf absehen und vorher ein oder besser 10 Mal reinhören.
Roger W.
Punkte: 6.3 von 10      
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DRAUGNIM – Northwind's Ire
Spikefarm Records/Musikvertrieb
Spinefarm Records hat ja einige grosse Fische am Haken. Und da diese für ein breites Publikum was zu Futtern bringen, bleibt es an der Tochterfirma Spikefarm, die kleineren Häppchen zu verarbeiten. Mit Draugnim haben sie was aus den finnischen Gewässern gezogen: Farbe und Form sprechen für die Pagan-Viking-Familie, wobei ich mich nicht nur auf Äusserlichkeiten beschränken will. Chöre und Keyboardpassagen geben dem Ganzen einen sehr heroischen Geschmack, Gitarren und Gesang sorgen für die nötige Kälte, und das Schlagzeug erzeugt eine angenehme Überraschung. Somit bleibt das Erzeugnis bis zum Ende schmackhaft, erinnert stellenweise an Moonsorrow, was hauptsächlich an dem doom-artigen Herzschlag liegen wird. Und wenn man das Tier mal so richtig ausweidet, hört man, aus welchen Gewässern es stammt: Umgeben von endlosen Wäldern und alten Bergen wurde es aus dem See geangelt, um den Hunger nach wirklich authentischer Musik zu stillen. Und auch wenn die Lieder wirklich gefallen, ist der Fang leider zu klein, um mich gänzlich zu sättigen. Stellenweise zu langatmig und zu bekannt, um wirklich zu überzeugen. Trotzdem, diese junge Band hat mit ihrem ersten Vollzeitalbum was Schönes erschaffen. Ein bisschen weniger im Schwarm schwimmen, mehr Biss beim Gesang, und aus dem zweiten Album wird sich ein Räuber entwickeln.
Tristan
Punkte: 6.3 von 10      
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GOD FORBID - Beneath The Scars Of Glory And Progression (DVD)
Century Media/EMI
God Forbid werden wohl als ewige Zweite in die Annalen des Metalcore eingehen - obwohl die Band schon seit knapp 12 Jahren besteht und ihren Musikstil bereits über Jahre kultiviert, konnte sie niemals so viel Erfolg wie etwa die Genrekumpels von Killswitch Engage oder Unearth für sich verbuchen. Zur falschen Zeit am falschen Ort könnte man da sagen, zumal die neu erschienene DVD vor allem genau dies unterstreicht: Während sich die Band auf Scheibe Nummero Uno bei einem kompletten Konzert nicht die geringste Blösse gibt, ist vor allem die Doku auf Scheibe Nummero Duo äusserst informativ ausgefallen - in etlichen Interviews kommen Band- wie auch Familienmitglieder zu Wort und äussern sich zu ihrer Sicht der Dinge. Die Doku weiss aber mit weit mehr als nur einer trockenen Aufarbeitung der Vergangenheit aufzuwarten: So werden etwa etliche Anekdoten auf den Betrachter losgelassen, alte Situationen Comedy-mässig aufgearbeitet und unter anderem auch ziemlich geile High School-Fotos der Band präsentiert. Den Höhepunkt bietet dabei aber klar die kurze Doku über 'die einzige wahre Black Metal-Band der Welt', bestehend aus der gesamten God Forbid-Crew – wovon ja bekanntlich 4/5 dunkle Hautfarbe haben... Alles in allem also ziemlich vollgestopft mit liebevoll zurecht gemachtem Inhalt - und somit auch für Nicht-Fans ein echtes Schmankerl. Blöderweise rückt dabei das eigentliche Konzert ziemlich in den Hintergrund, was dann wohl auch daran liegt, dass God Forbid durchaus ihrem Ruf gerecht werden: All die Blödeleien heben die Musik nun mal nicht aus dem Durchschnitt heraus.
El Muerte
Punkte: keine Wertung 
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LOONATRAXIS – This Boy Is A Crying Shame
Badland Records
"This Boy Is A Crying Shame" ist das Debutalbum der deutschen Formation Loonatraxis. Leider lässt sich sagen, dass zu dem Album wohl der Titel "This CD Is A Crying Shame" besser gepasst hätte. Denn was sich hier in meinem CD-Player abspielt, kündigt sich als Crossover an, stellt sich am Ende jedoch als totales Wirrwarr ohne jegliche Ecken und Kanten, sprich ohne Eigendynamik heraus. Alles wurde schon mal gehört und es benötigt doch eine gewisse Eigendisziplin, sich bis zum Ende des Albums wach zu halten. Leider hilft es dem Album auch nicht, dass sich sogar Anna Kränzlein und Thomas Lindner von der Band Schandmaul auf dem Album die Ehre geben. Dennoch ist bei Loonatraxis ein gewisses Potential vorhanden, welches jedoch leider falsch umgesetzt wurde. So landet mit "This Boy Is A Crying Shame" wohl eine weitere Platte in den Läden, welche leider unter der Rubrik 'Ladenhüter' zu finden sein wird. Trotzdem wünscht man dem deutschen Vierer alles Gute, und möge es beim nächsten Mal klappen.
Miriam
Punkte: 6.2 von 10      
          
ELITE – We Own The Mountains
Folter Records/Non Stop Music
Bei einigen CDs ist es schwierig, eine Review zu schreiben, weil es ganz einfach nicht viel zu schreiben gibt. "We Own The Mountains" ist so ein Fall. Nach dem kurzen Opener hat man schon eine Ahnung, was da die nächste Viertelstunde auf einen einprügeln wird: Melodische Gitarren, die den Winter noch ein bisschen früher in das Bewusstsein des Hörers/der Hörerin rufen. Die Herren erfinden das Rad dabei nicht neu, zwei Spuren Gitarren, die ab und zu auch was akustisches spielen, und die norwegischen Lyrics erinnern dabei teilweise an neuere Taake, auch wenn Elite durch ihre gute Produktion bestechen. Man bekommt beim Hören durchaus das Gefühl, dass den Jungs gefällt, was sie machen, und das auch zu Recht ("Fodt til van vidd" sei da als Anspieltipp genannt). Für mehr als den Durchschnitt reicht's aber nicht, aber das muss ja auch nicht sein.
Tristan
Punkte: 6.0 von 10      
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HIS WITNESS - Kingdom Come
Retroactive Records
White Metal, so die Beschreibung, war Mitte bis Anfang der 80iger hauptsächlich in den Staaten durch ein paar Combos wie z.B. Stryper, Whitecross oder Bloodgod vertreten. Rein musikalisch bewegt sich die Truppe zwischen unspektakulären Melodic Metal-Ergüssen und Hard Rock, präsentiert im typischen Sound der 80iger. Nett gespielt, für damalige Verhältnisse sogar glänzend produziert, aber irgendwie doch belanglos, leider. Wobei die Stimme von Ken Redding nicht wirklich schlecht ist. Dieser setzt diese allerdings nicht dazu ein, den Stücken mal ein wenig Power und etwas mehr Pfeffer zu verpassen. Hervorzuheben ist allerdings die Leistung von Gitarrist Ronee Pena, der wirklich gute Arbeit an der Klampfe leistet. Wer wissen möchte, wie White Metal damals klang, der kann sich das Teil mal reinziehen. Die Scheibe ist einfach nur Mittelmass.
Patrick D.
Punkte: 5.9 von 10        
                   
SILENTRAIN – Wrong Way To Salvation
Drakkar Entertainment/Musikvertrieb
«Pure Finnish Metal», so preist der nordische Fünfer Silentrain, der bis letztes Jahr unter dem Banner Dunce rockte, seine musikalischen Ergüsse an, die in Form von «Wrong Way To Salvation» nun der Weltöffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dabei fallen gleich zwei, wenn nicht finnische, dann doch skandinavische Metal-Standards auf: Nie zu wenig Keyboard, typisch schwermütige Stimmung, hervorgerufen durch die eher tiefe, ölige Stimme von Sänger und Gitarrist Mako Kämäräinen. Man lausche nur dem schwerfälligen und düsteren «No Way», welches auf den belanglosen Opener «Until You Break» doppelt gefällt. Hat man dann die zweite Nullnummer, «Fear Of The Unknown» auch noch hinter sich gebracht, steigert sich das Niveau des Ganzes um Einiges. Das harsche, wenn auch mit etwas gar prägnanten Keys ausgestatte «Broken» schlägt dann nämlich die Brücke von Finnland nach Amiland und zwar zu den Herren Iced Earth. Zwar kommt man an das Niveau der Mannen um Jon Schaffer zwar nicht wirklich ran, mit der an Matt Barlow erinnernden Stimme Makos und seinem schaffer'schen Riffing kann der Haupteinfluss jedoch nicht geleugnet werden. «Ride With The Devil», das balladeske «Eternity» oder der Chorus vom ansonsten eher modern inszenierten «Sick Of...» sollen als Beispiele genannt sein. Auch der epische Titeltrack schlägt in diese Kerbe, kann in Sachen Klang durch die eher mikrige Synthie-Orchestrierung und etwas dumpfe Gitarren jedoch nicht ganz überzeugen. Da macht das treibende «Slayer» schon eine bessere Figur, genauso wie das kontrastreiche «With Pain And Sorrow». Industrial-Gitarren werden hier kurzerhand mit folkischer Strophe und klassischem Melodic Metal-Refrain gepaart. Beim ansonten hübschen Abschluss, der pathetischen Ballade «The Road Of Destiny» bedauert man dann nochmals die billigen Synthies und fragt sich, warum man schlicht ganz darauf verzichten kann, bei doch mehrheitlich traditionellem Songmaterial, kein einziges Gitarrensolo vom Stapel zu lassen. «Wrong Way To Salvation» offenbart somit gute Ansätze, der Scheibe wie der Band scheint wegen Unausgereiftheit aber leider das Untergehen in der Masse an Bands vorausbestimmt.
Kissi
Punkte: 5.5 von 10        
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FACTORY OF DREAMS – Poles
ProgRock Records
Bei Factory Of Dreams handelt es sich um ein Solo-Projekt von Hugo Flores, seines Zeichens auch Mastermind von Projekt Creation. Die ganze CD spielt sich mehr oder weniger im düsteren, schleppenden Tempo ab. Gothic-Einflüsse mit düsteren Keyboard-Spielereien und dominierendem Gesang. Die Gitarren sind viel zu leise und gehen hier bestenfalls als Hintergrundbegleitung durch. Die Stimme der Sängerin Jessica Letho ist beileibe nicht schlecht, kann aber mit Amy Lee oder Tarja Turunen, in deren Fahrwasser sie segelt, sicher nicht mithalten. Zu gleich und monoton klingt ihre Stimme durch alle Songs hindurch. Die Drums klingen dumpf und Kraftlos, genau wie die elf Lieder. Es hat sicher auch gute Songs, wie das mit Klavier beginnende "Air Powerplant", einer der wenigen Songs die leben, sonst klingt halt einfach alles irgendwie gleich, nur grade der Rausschmeisser "Crossing The Bridge To The Positive Pole" kann noch durch Abwechslung überzeugen und hier kriegt man dann doch noch gute Gitarren mit etwas Druck zu hören, wieso hat Hugo nicht einige Songs mehr dieses Kalibers geschrieben?! Denn so ist das Teil einfach zu einseitig und geht in Anbetracht der wirklich guten Konkurrenz ziemlich schnell unter, leider.
Crazy Beat
Punkte: 5.5 von 10        
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WAYLANDER – Honour Amongst Chaos
Listenable Records/Irascible
Die Irischen Pagan/Black Metaller Waylander sind nun endlich mit ihrem langersehnten Werk „Honour Amongst Chaos“ herausgerückt. Ganze sieben Jahre hat es gedauert. Keltischer Pagan Metal mit viel Flöte und Black Metal Einflüssen. Kennen wir alles schon und trotzdem haben Waylander ihren Reiz. Die vielen Folkparts sind ausgezeichnet, wirklich traumhaft. Aber ihr heidnischer Schwarzmetall ist von A – Z einfach nur durchschnittlich. Das Werk wirkt oft zu vollgeladen, zu oft versucht man einen Tempowechsel einzubauen. Dazu kommt noch die schwache Stimme, die, abgesehen von den Clean-Vocals, der Musik noch die letzte Spannung herauszieht. Ein weiterer Negativpunkt sind die Drums, die wie ein Drum-Computer klingen und der Langeweile nicht besonders entgegenkommen. Wer aber gerne einmal Cruachan ohne Sängerin gehört hätte und auf Flöten, Geigen und Konsorten steht, dazu ein wenig 08/15 Black Metal nichts ausmacht, der darf ruhig mal reinhören. Für alle Anderen: Es gibt reihenweise bessere Pagan/Black Metal Bands, da machen auch einige sensationelle Folkparts nichts mehr weg.
Yannick S.
Punkte: 5.0 von 10        
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ULTRAWURSCHT - Cheese Ass Built My Hot Dog
Badland Records
Wie sang vor langer Zeit ein deutscher Schlagerbarde? "Ein bisschen Spass muss sein!". Jetzt ist einfach die Frage: Wie viel Spass ist noch erträglich, und was ist des Guten zuviel? Die deutsch-österreichische Formation Ultrawurscht reizt, was Text und Songtitel angeht, das Thema bis ins Debile aus. Musikalisch gesehen bewegen sie sich auf gutem Niveau und beweisen auch, dass sie die von ihnen benutzten Instrumente im Griff haben. Ihre Mischung aus Grindcore, Death Metal und Hardcore weiss durchaus die Gehörgänge zu erfreuen. Aufgrund der Tatsache, dass Sänger Dr. Mett Wurscht mehrheitlich brüllt, als ginge es ihm an die Wurscht, versteht man die Texte nicht. Anhand von Songtiteln, die hin und wieder an bekannte Klassiker angelehnt sind wie "Raining Brat" oder der Titeltrack "Cheese Ass Built My Hot Dog" kann man sich selbst ein Bild davon machen, was dort textmässig abgeht. Auch was die Zwischenspiele und kurzen Songs angeht, ist einfach Humor und Verarschung angesagt. Hans Wurscht an den Drums und Evil Presssuck am Bass legen dem Sound einen rasendharten Soundteppich unter. Die Gitarre vom Wurschtbua rifft auch was das Zeug hält aus den Boxen. Das ganze Album ist in wahnwitzigem Tempo gehalten, aber, zur Verteidigung der J.B.O. auf Speed, immer mit Power und brutaler Energie. Auf diversen Festivals und Konzerten hat sich die Combo durch ihre genau so irren Shows einen Namen machen können. Es kann live durchaus vorkommen, dass sie on stage ein Wettessen veranstalten, oder dass mit Bazookas auf Würste geballert wird. Fans des krank/spassigen Grindcore sollten sich das gute Teil mal zu Gemüte führen, denn für den Rest ist es eher weniger zu empfehlen.
André G.
Punkte: 5.0 von 10        
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K-NINE - Dead World Poetry
Rusty Cage Records
Bei den Norwegern um K-Nine handelt es sich um eine Band, die sich anscheinend dem Nu Metal zuwendet. Auf dieser EP sind sechs Songs zu finden, die sich zwischen härterem Rock und eben diesem Nu Metal bewegen. Die Nummern sind recht simpel arrangiert, was dem Hörer zugute kommt. Ja, viel gibt es hier eigentlich nicht zu erwähnen, ausser dass sich die Skandinavier recht Mühe geben, um hier auf dieser EP eine gute Figur abzugeben. Ihre Mucke ist natürlich nicht grad die neueste Erfindung, aber ich finde, diesen Sound kann man getrost Zeitlos sich in die Lauscher hineinjagen. Wer auf melodische, moderne Soundgelüste mit harter, verzerrter Stromgitarre steht, kann sich diese EP ja mal zu Gemüte führen, aber neu wird hier das Rad nicht erfunden werden. Man sollte mal auf den ersten vollen Tonträger warten, der wird dann mehr über die Zukunft von K-Nine sagen können. Bis es soweit ist, stecke ich die neue Metallica in meinen CD-Player und trinke ein kühles Blondes. Prost!
Daniel J.
Punkte: keine Wertung 
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DAS SCHEIT – So Far From God... So Close To You
Twilight/Non Stop Music
Deutsche Gruftrock-Bands gab und gibt es ja in einer relativ grossen Anzahl, manche bekannter, manche weniger. Das Scheit sind definitiv keine Unbekannten mehr in der Szene, aber so richtig gross sind sie bisher auch nicht geworden. Und, ganz ehrlich: Mit ihrem vierten Album werden sie es auch nicht schaffen. Zumindest meiner bescheidenen Meinung nach nicht, aber das ist alles eine Frage des persönlichen Standpunktes. Für mich klingen die Lieder zu austauschbar, zu oft schon mal irgendwo in irgendeiner Form gehört, zu sehr klingt alles nach einem Plagiat, das zwar sauber und auch professionell daherkommt, aber schlussendlich eben doch nur eine Kopie bleibt. Da hilft auch das relativ gelungene Cover „Because The Night“ mit den Gast-Vokalakrobaten von End Of Green und To/Die/For nicht wirklich. Dass Gothic Rock, versetzt mit Industrial-Anleihen, innovativ und Zeichen setzend klingen kann, das haben schon Paradise Lost, Secret Discovery und Cemetary (mit ihrem bedauerlicherweise letzten Album „Phantasma“) mehr als deutlich bewiesen. Wie gesagt, an „So Far From God… So Close To You“ werden sich sehr wahrscheinlich die Geister scheiden, die sich in die jeweiligen Pro- und Contra-Lager begeben werden, um die Gegenseite mit für sie einleuchtenden und überzeugenden Argumenten zur Kapitulation zu bewegen. Oder vielleicht auch nicht, denn Das Scheit sind momentan zwar relativ nett anzuhören, aber (noch) nicht die Mühe wert, als dass man sich wegen ihnen ereifern müsste.
Toby S.
Punkte: 4.2 von 10    
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UNSUN – The End Of Life
Century Media/EMI
Seit der Gothic Metal durch Vertreter wie Nightwish, Evanescence, Within Temptation und Konsorten (um nur mal die Kapellen mit weiblichen Stimmen zu nennen) salonfähig geworden ist und die Blaupausen für eine solche Band mit mehr oder weniger garantiertem Erfolgsrezept irgendwie im Internet gelandet sind, spült eine Schwemme nach der anderen Bands an unsere Gestaden, die entweder begabt sind oder wirklich rein gar nix können. Alter Wein in neuen Schläuchen möchte man da beinahe zitieren. UnSun bewegen sich definitiv im Fahrwasser der Bands, die irgendwie, irgendwann mal Erfolg haben werden, und sei es nur wegen all der Teenies, die ihre Eltern um den Zaster erleichtern, der freudestrahlend im Rachen der Musikindustrie landet… Jajaja schon gut, ich hör ja schon mit meiner Tirade auf (dabei hab ich doch erst grad angefangen *grummel*). Zurück zum Wesentlichen: „The End Of Life“ tönt zwar einerseits interessant, weil die Gitarren ein bisschen deftiger braten als bei der Konkurrenz (wofür wahrscheinlich Ex-Vader-Gitarrero Mauser verantwortlich ist), die Stimmung ist wie gehabt irgendwie düster und leicht drückend, und die Vocals… Naja, die sind vorhanden. Irgendwie. Sagen wir’s mal so: Singen kann die Kleine schon, das ist kein Thema, aber die Stimme klingt viel zu dünn, ohne jeglichen Tiefgang, ohne einen mitzureissen. Sie versucht zwar wirklich, immer wieder Stimmung aufkommen zu lassen und den Zuhörer zu fesseln, aber meistens bleibt’s beim Versuch. Daher: Gute Ansätze, wenngleich auch schon tausendmal gehört, aber ohne Leidenschaft. Am besten lässt sich „The End Of Life“ mit einem Besuch bei einer Prostituierten vergleichen: Man gibt Geld für etwas aus, das eigentlich Spass machen soll, und wird wie eine Massenware abgefertigt, steht hinterher mit leerem Geldbeutel da und verflucht sich deswegen. Nur für diejenigen, welche Balistos auch wegen den verschiedenen Packungen kaufen und nicht merken, dass der Inhalt mehrheitlich derselbe ist.
Toby S.
Punkte: 4.0 von 10    
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KIVIMETSÄN DRUIDI – Shadowheart
Century Media/EMI
Wieder einmal eine neue Band am Pagan / Folk Metal – Himmel. Man kennt es zur Genüge: Böse mit Dreck beschmierte Jungs, mit Waffen in den Händen zelebrieren das Heidentum und besingen irgendwelche Götter, oder gar Trolle und Feen. Bei Kivimetsän Druidi geht es ähnlich zu und her, ausser das sie sogar noch einen Schritt weitergehen. Sie mischen die englische und die finnische Sprache, haben noch eine weibliche Sängerin und hinterlegen ihren deathigen Folk Metal, billig mit Keyboard und Flötengedudel. Es ist einfach nur langweilig. Ohne Frage, technisch haben die Finnen was drauf, ihre Instrumente beherrschen sie und auch vermarkten können sich die heidnischen Superstars. Doch musikalisch ist Kivimetsän Druidi ein weiterer Abklatsch, ein weiterer Schuss nach hinten, in der vermoorten Folk –und Pagan Landschaft. Für Fans von Battlelore, oder auch Eluveitie ist ein Reinhören sicherlich angebracht, für alle anderen ist der Aufwand absolut nicht nötig.
Yannick S.
Punkte: 3.5 von 10
DEMONIZER – Triumphator
Folter Records/Non Stop Music
Oha, das muss ein Scheibchen sein, das in Richtung Black/Death Metal geht. Woher ich das weiss, ohne auch nur einen einzigen Ton vernommen zu haben? Richtig, das relativ schwierig zu lesende Bandlogo ist hierfür verantwortlich. Und beinahe hätte ich hier ‚Demonized’ als Bandnamen hingeschrieben… Egal, man kann und darf sich ja schliesslich auch mal irren, nicht wahr? Sehr schön, dann wollen wir doch mal schauen, was uns die lieben Jungs aus Belgien wiederum an nachbarschaftsfreundlicher Kuschelmusik auf den Silberling gebrannt haben. Gleich von Anfang an wird klar und deutlich konstatiert: Kuscheln geht anders, hier gibt’s ordentlich was auf die Glocke, und das nicht zu knapp. Jedes der 9 Stücke beginnt rasend und ohne Rücksicht um sich prügelnd (ausgenommen „Into The Dark Void“ und „Let Them Hate“, da wird erst noch gekotzt, danach geht’s an die Wäsche), und die Soundstrukturen ändern sich nur minimal. Na, klingelt’s? Richtig, hierbei werden schon Punkte abgezogen, denn wenn man ein endloses Gekrächze ohne Ambitionen haben will, dann sollte man sich die aktuelle DSDS-Folge anschauen… Oder Kieselsteine in den Mixer werfen, hat in etwa den gleichen Effekt, und man versteht erst noch etwas. Old School ist die ganze Chose auf jeden Fall (zum Glück aber nicht so produziert), und wenn man ein anspruchsloses Stück Geröchel haben will, ist man mit „Triumphator“ sicherlich gut bedient. Allen anderen, die eventuell Wert auf Vielfältigkeit, Abwechslung, Songstrukturen und gute Musik legen, empfehle ich, sich andersweitig umzuhören, denn etwas Besseres findet sich garantiert, und sei es nur der Presslufthammer auf der nächsten Baustelle.
Toby S.
Punkte: 2.5 von 10
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